Brandzeichen zur Kennzeichnung von Pferden sollen verboten werden. Tierversuche mit Menschenaffen werden fast völlig untersagt, Landwirte sollen Ferkel ab 2017 nicht mehr ohne Betäubung kastrieren dürfen. Um qualvolle Züchtungen zu verhindern, sollen bizarr kleinwüchsige oder haarlose Tiere nicht mehr in öffentlichen Veranstaltungen gezeigt werden dürfen. Und das Zeigen von Wildtieren im Zirkus soll per Verordnung untersagt werden können. Geplant ist außerdem eine rechtliche Grundlage, um die Vermehrung streunender Katzen in bestimmten Regionen eindämmen zu können.

Das sind die wichtigsten Reformen, die das Bundeskabinett am Mittwoch zur Reform des Tierschutzgesetzes beschlossen hat.

Gerade an den Haltungsbedingungen von Zirkustieren hatte es zuletzt starke Kritik gegeben. Der Bundesrat hatte ein Verbot etwa für Bären und Elefanten gefordert, da Tierschutzprobleme bei häufigen Transporten nicht zu vermeiden seien.

Kritikern geht die Reform nicht weit genug

Die Reform kommt nun noch in Bundestag und Bundesrat, im Herbst soll sie in Kraft treten. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner ( CSU ) sagte, die hohen deutschen Tierschutzstandards würden weiter erhöht.

Die Grünen kritisierten die Pläne. Der baden-württembergische Agrarminister Alexander Bonde sagte, der Gesetzentwurf bleibe leider deutlich hinter der gesellschaftlichen Entwicklung zurück. Die Grünen-Bundestagsfraktion fordert unter anderem, dass Ferkel sofort nur noch mit Betäubung kastriert werden können. Tiertransporte in Deutschland dürften nur vier Stunden dauern. Für Zirkusse solle es eine Positivliste erlaubter Tiere geben. Auch der Tierschutzbund monierte, die wenigen neu geregelten Themen reichten bei Weitem nicht aus. Die Vorgaben für Tierversuche könnten noch deutlich verschärft werden.

Der Vorsitzende des Bundestags-Agrarausschusses, Hans-Michael Goldmann ( FDP ), sprach dagegen von einem "ernstzunehmenden Schritt in die richtige Richtung". Beim Thema Zirkustiere hätte er sich allerdings gewünscht, dass fragliche Tierarten benannt würden. Der Bauernverband kritisierte, die Novelle schieße etwa beim Verbot des Pferde-Brandzeichens über das Ziel hinaus.