Grube MesselSchildkröten bezahlten Sex mit dem Leben

In der Grube Messel haben Forscher versteinerte Schildkröten gefunden. Weil die Tiere beim Sex erstarrten, sanken sie in tieferes, giftiges Wasser – und starben.

Wissenschaftler haben versteinerte Wasserschildkröten-Paare entdeckt, die vor etwa 47 Millionen Jahren gestorben waren. Die Paläontologen fanden die Tiere der inzwischen ausgestorbenen Art Allaeochelys crassesculpta in der an Fossilien reichen Grube Messel in der Nähe von Darmstadt, wie die britische Zeitschrift Biology Letters of the Royal Society berichtet.

"Millionen Tiere leben und sterben jedes Jahr und viele von ihnen werden zufällig zu Fossilien, aber es gibt wirklich keinen Grund, warum das ausgerechnet passieren sollte, wenn sie sich gerade vermehren", beschrieb der Geowissenschaftler Walter Joyce von der Universität Tübingen den seltenen Fund. Die Chance, dass zwei Partner im selben Moment sterben, sei ohnehin sehr gering.

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Die Schildkröten sind ein Beweis für das giftige Wasser

Eine Eigenheit wurde den Tieren zum Verhängnis: "Wenn das Männchen es einmal geschafft hat, das Weibchen zu besteigen, erstarrt das Paar oft in dieser Position, bevor es sich wieder trennt", schrieben die Forscher. Joyce zufolge waren die Tiere "so in Trance, dass sie in tieferes, giftiges Wasser sanken und starben". Das Schildkrötenpaar begann mit seinem Liebesspiel wahrscheinlich an der noch sauerstoffhaltigen Oberfläche, tauchte dann in den giftigen Bereich ab und starb. Für Joyce und die anderen beteiligten Experten ist der Fund damit ein Beweis dafür, dass das Wasser im früheren Vulkansee Messel vermutlich durch Vulkan- oder Faulgase in der Tiefe giftig wurde.

Joyce zufolge sind die versteinerten Schildkröten die ältesten je gefundenen Beispiele von sich paarenden Wirbeltieren. Die Grube Messel soll vor 50 Millionen Jahren bei einem Vulkanausbruch entstanden sein. Der Krater füllte sich mit Wasser, für viele Tiere wurde der See zur tödlichen Falle. Sie ertranken oder vergifteten sich in sauerstoffarmen oder mit vulkanischen Gasen angereicherten Wasserschichten. Die Kadaver sanken zu Boden, wo sie versteinerten. Seit 1995 ist die Grube von der Unesco als Weltnaturerbe anerkannt.

 
Leserkommentare
  1. 1. [...]

    Entfernt. Kein konstruktiver Beitrag. Danke, die Redaktion/ds

    2 Leserempfehlungen
  2. ...vorstellen (und kaum bessere) :-)

  3. so will ichs auch

    • Nibbla
    • 20.06.2012 um 8:57 Uhr

    Solche Witze müssen kommen.
    Was aber an jämmerlich Ertrinken plus Sex toll sein soll, wird mir nicht klar.
    Ist so wie Scheisse mit Erdbeeren. Mmmmh Erdbeeren

    5 Leserempfehlungen
    • T.G.
    • 20.06.2012 um 9:08 Uhr

    ...möchte nicht kleinlich sein, aber handelt es sich bei den Wissenschaftlern nicht eher um Palaeontologen?

    Gruß

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    aber da, wo ich studiert habe, hieß der studiengang "geologie-paläontologie", und das stand dann am ende auch auf meinem diplom.
    mancherorts ist das vielleicht getrennt, aber nicht immer.

    aber da, wo ich studiert habe, hieß der studiengang "geologie-paläontologie", und das stand dann am ende auch auf meinem diplom.
    mancherorts ist das vielleicht getrennt, aber nicht immer.

  4. Wie schon T.G. angemerkt hat, handelt es sich bei den Wissenschaftlern nicht um Archäologen, sondern um Paläontologen/Paläobiologen bzw. Geologen mit paläontologischem Schwerpunkt.

  5. ob beide ein Lächeln im Gesicht haben...

  6. aber da, wo ich studiert habe, hieß der studiengang "geologie-paläontologie", und das stand dann am ende auch auf meinem diplom.
    mancherorts ist das vielleicht getrennt, aber nicht immer.

    Antwort auf "Entschuldigung..."
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    dass die herrschaften oben mit archäologen tituliert wurden, hatte ich überlesen.

    dass die herrschaften oben mit archäologen tituliert wurden, hatte ich überlesen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa
  • Kommentare 12
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