Galaxien-KollisionDie Milchstraße heizt ihrem Ende entgegen

Das Weltraumteleskop "Hubble" hat es ausgemessen: Die Milchstraße rast mit 400.000 Stundenkilometern auf die Andromeda-Galaxie zu. Das Aus kommt in 4 Milliarden Jahren. von dpa

Das Schicksal unserer Heimatgalaxie ist besiegelt: Die Milchstraße wird mit ihrer Nachbargalaxie Andromeda kollidieren und völlig umgekrempelt werden. Der interstellare Zusammenstoß wird die gigantischen Spiralgalaxien miteinander verschmelzen, sagt die US-Weltraumbehörde Nasa voraus . Allerdings kommt das Ende nicht gerade plötzlich: In rund vier Milliarden Jahren prallen die Sternensysteme aufeinander. Genug Zeit also, sich auf das Aus vorzubereiten.

"Nach fast einem Jahrhundert Spekulationen haben wir endlich ein klares Bild davon, was während der kommenden Milliarden Jahre passieren wird", sagte Sangmo Tony Sohn vom Space Telescope Science Institute (STScI) in Baltimore .

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Seit Langem wissen Astronomen, dass sich die Andromeda-Galaxie und die Milchstraße annähern. Beide rasen mit etwa 400.000 Kilometern pro Stunde aufeinander zu. Unklar war bislang aber, ob sie miteinander kollidieren, sich nur streifen oder sogar verfehlen werden, weil sich die genaue Flugrichtung der Andromeda-Galaxie nicht feststellen ließ. Mit dem Hubble -Teleskop sei es nun erstmals gelungen, auch die seitwärts gerichtete Bewegung der Andromeda-Galaxie zu messen, sagte STScI-Teamleiter Roeland van der Marel. Dazu nahmen die Astronomen mit Hubble unsere Nachbargalaxie über sieben Jahre immer wieder ins Visier. Die hochauflösenden Bilder des Teleskops erlaubten den Forschern, die seitliche Bewegung der Galaxie zu messen.

Namensherkunft

Der Name für Milchstraße lautet in der Fachwelt Galaxis. Er ist vom altgriechischen galaxias abgeleitet, und das wiederum von gala (= Milch).

Der Sage nach habe Zeus seinen Sohn Herakles, den er mit der sterblichen Frau Alkmene gezeugt hatte, an der Brust seiner göttlichen Frau Hera trinken lassen, als sie schlief. Herakles sollte so göttliche Kräfte erhalten. Doch der Kleine saugte so ungestüm, dass Hera erwachte und das Kind voller Abscheu von sich stieß. Dabei wurde ein Strahl ihrer göttlichen Milch über den Himmel verspritzt.

Milchstraße in Zahlen

Durchmesser: 100.000 Lichtjahre

Dicke: 3.000 bis 16.000 (Bulge) Lichtjahre

Masse (sichtbar): rund 3,6 mal 10 hoch 41 Kilogramm

Sterne: rund 100 bis 300 Milliarden

Interstellare Materie: 600 Millionen bis einige Milliarden Sonnenmassen

Durchmesser des Halos: rund 165.000 Lichtjahre

Dunkle Materie: rund 1 Billion Sonnenmassen

Abstand der Sonne: 25.000 bis 28.000 Lichtjahre vom galaktischen Zentrum

Umlaufzeit um das Zentrum: 220 bis 240 Millionen Jahre

Die Präzisionsmessungen beseitigten jeden Zweifel, dass Andromeda mit der Milchstraße verschmelzen werde, heißt es bei der Nasa . "Unsere Beobachtungen sind statistisch konsistent mit einem Frontalzusammenstoß", sagte van der Marel.

Kollidierende Galaxien bewegen sich – anders als zusammenstoßende Autos – im Prinzip durcheinander hindurch. Direkte Zusammenstöße von Sternen kommen dabei eher nicht vor. Die Schwerkraft fesselt die Galaxien  jedoch aneinander und vereint die Sternensysteme schließlich. Daher werden sich die Andromeda-Galaxie und die Milchstraße in vier Milliarden Jahren zunächst gegenseitig durchqueren und nach weiteren zwei Milliarden Jahren erneut treffen, um zu einer elliptischen Großgalaxie zu verschmelzen. Unser Sonnensystem werde dabei voraussichtlich an einen völlig anderen Platz weiter am Rand der verschmolzenen Galaxie katapultiert. Vermutlich werde auch eine etwas kleinere Galaxie, der Dreiecksnebel, von dem verschmolzenen Paar eingesogen.

Während des Aufpralls sollte sich auch der irdische Nachthimmel dramatisch ändern, führten die Forscher aus. Das schwache Band der Milchstraße sollte zunächst durch die immer größer werdende Andromeda-Spiralgalaxie ergänzt werden. Künftige Betrachter dürften sich auf ein Feuerwerk der Sternentstehung freuen, das in den aufgewirbelten Gas- und Staubmassen zündet.

Ob allerdings Menschen dem Schauspiel beiwohnen können, ist mehr als fraglich. Astronomen prophezeien etwa das Ende unserer Sonne in gut vier bis fünf Milliarden Jahren. Wenn der Stern ausgebrannt ist, versiegen auch auf der Erde die Bedingungen für Leben.

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Leserkommentare
  1. In rund vier Milliarden Jahren sollen unsere Galaxie mit der Andromeda-Galaxie verschmelzen. Im gleichwertigen Zeitraum beginnt das Ende unserer Sonne. Stellt sich also die Frage. ob die Erde jene Verschmelzung überhaupt noch miterleben kann, oder ob sie nicht bereits Opfer des Zerfalls unseres Sterns geworden ist? Feststehen dürfte jedenfalls, auch wenn unser Planet Teil dieser Verschmelzung zweier Galaxien ist, dass der Mensch dieses Schauspiel nicht miterleben wird. Der Mensch wird wohl als weitest entwickelte Spezies in die Geschichte eingehen, deren Lebensbestand mit zu den kürzesten gehören wird. Viel kürzer als jene Lebenwesen, die zu Zeiten der Dinosaurier herrschten. Deren Lebensspanne betrug als Spezies rund 30. Mio. Jahren. Unsere hingehend gerade einmal 500.000 Jahre.

    Also wird jenes Phänomen ohne den Menschen stattfinden.

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    ... woher nehmen Sie die Information, dass

    - der Mensch am weitesten entwickelt war/ist?

    - der Mensch nach 500.000 Jahren untergeht?

    Lassen Sie uns teilhaben an Ihrem "Wissen". Ich gehe bisher davon aus, dass der Mensch die Verschmelzung der beiden Galaxien mitwerleben wird. Warum auch nicht?

    in die Geschichte eingehen"

    Weitest entwickelt?

    Können Sie sich nicht vorstellen, daß es - wo auch immer - eine Spezies gibt oder in den nächsten Mrd Jahren geben wird, die sich nicht gegenseitig und andere Spezies aus niedrigsten Motiven totschlägt, foltert und mißhandelt?

    Könnte mit Entwicklungsdefiziten des Menschen endlos fortfahren, ist aber o.T. und dann löscht Herr Stockrahm/die Redaktion meinen Kommentar.

    k.

    Bei Anliegen wurden per Email beantwortet.

    >Der Mensch wird wohl als weitest entwickelte Spezies in die Geschichte eingehen.

    Ich würde mal ganz ketzerisch behaupten, dass alle Lebewesen, die zur jetzigen Zeit leben gleich weit entwickelt sind, da alle (vermutet) den gleichen Ursprung aufweisen und gemäß der Evolutionstheorie bis heute auf der Erfolgswelle der "Übelebenden und sich fortpflanzenden" reiten. Soviel zumindest zur Theorie.

    Wenn ich schon differenzieren, bewerten und orakeln müsste, würde ich eine Lebensform mit möglichst wenig Abhängigkeiten an andere Lebensformen und seiner Umwelt dem Menschen vorziehen; vielleicht eher ein simples Bakterium (à la GFAJ-1, Thermus aquaticus oder so).

    • suebe
    • 01. Juni 2012 15:32 Uhr

    haben wir ja noch etwas Zeit, es früher zu schaffen durch eigenes Handeln.

    • Asura
    • 01. Juni 2012 15:35 Uhr

    irgendeine Art von intergalaktischem Raumschiffantrieb zu entwickeln oder wir sind ohnehin schon längst ausgestorben.

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    was nutzen uns die besten antriebe, wenn wir im all verstrahlt werden (gamma, alpha oder betastrahlung z.b.) und wenn das problem gelöst ist, wo will man dan hin? selbst mit lichtgeschwindigkeit sind die nächsten terestrischen planeten frustrierend weit weg ... ohne das prinzip der raumkrümmung würd das eh nie was.

    Und selbst wenn das von meinem Vorposter angesprochene Antriebsproblem gelöst und so dafür gesorgt würde, dass unsere Nachkommen irgendwo außerhalb dieses Sonnensystems geboren werden und überleben können, werden diese in 4 Milliarden Jahre wohl kaum Menschen sein. Die Erde ist nur ein paar hundert Millionen Jahre älter, das Leben auf ihr nach allem, was man so weiß, sogar etwas jünger. Sie sehen selbst, was sich alles an Pilzen, Bakterien, Tieren (u.a. einer Affenart, die sich selbst den hochtrabenden Namen Homo Sapiens gegeben hat), Pflanzen usw. in dieser Zeit aus ein paar vermutlich ganz primitiven Ur-Zellen entwickelt hat. Falls die Evolution also nicht in Rente geht, werden unsere Nachkommen in 4 Milliarden Jahren- so es sie denn gibt - mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mit uns nicht viel gemein haben (und untereiander auch ganz schön unterschiedlich sein). ;)

  2. 4. Panik

    da bricht bei mir die wilde Panik aus, Klimawandel, Stürme , Vulkane, Erdbeben, Supernovas und vieles mehr, jetzt auch noch in ein paar Jahren ein galaxieller Auffahrunfall.
    Wo bleibt Gottes schützende Hand ?

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    wenn Sie den Artikel aufmerksam gelesen haben, wird Ihnen nicht entgangen sein, dass dort nicht steht, ein Zusammenstoß hätte gigantischen Sternzusammenstöße und riesige Explosionen zur Folge. Die beiden Galaxien verschmelzen miteinander und werden sich voraussichtlich neu ordnen. Würde dann die Sonne noch scheinen, würde das Leben auf der Erde es sicherlich noch miterleben. Außerdem: 4 Milliarden Jahre sind für Sie "ein paar"? Wer sind Sie? Gott (den Sie völlig unnötig mit ins Boot holen und es so aussehen lassen als wäre mit diesen Fakten jeder Glaube an Gott wiederlegt)?
    Schönen Abend noch.

    Sie erkennen sie nicht? Genau sie leitet es; aus Verschmelzen entsteht neues Leben - mit jeder Menge Energie.

  3. ... woher nehmen Sie die Information, dass

    - der Mensch am weitesten entwickelt war/ist?

    - der Mensch nach 500.000 Jahren untergeht?

    Lassen Sie uns teilhaben an Ihrem "Wissen". Ich gehe bisher davon aus, dass der Mensch die Verschmelzung der beiden Galaxien mitwerleben wird. Warum auch nicht?

    Eine Leserempfehlung
  4. mit der Eigentumswohnung.

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    • docere
    • 01. Juni 2012 16:05 Uhr

    für die kommende Saison holen ich mir aber trotzdem.
    Ich habe seit Tagen schon so ein komisches Gefühl, dass irgendwie alles Näher kommt.
    Ich werde das mal beobachten

    ... können sie sich aber ruhigen gewissens noch kaufen ;-)

  5. Im Jahr ca 4.000.000.2012 nach Wissenschaft mit Hubble oder haben etwa doch die Mayas recht? Man muss nur vom Cirawert genau 4.000.000.000 abziehen.

    Die Wetten laufen ziemlich genau bis zum 22.12.2012. Danach kann man entweder nicht mehr wetten oder alles ist möglich.

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    die den Weltuntergang am 21. Dezember prognostizieren, sondern geldgeile Panikmacher aus der Jetztzeit, die Katastrophenbücher verkaufen wollen. Und leider finden sie immer noch Zulauf.

    • keibe
    • 01. Juni 2012 23:17 Uhr

    Und nach dem 22.12.2012 wissen Sie dann, welch mildtätigem Zweck Ihre Weltuntergangsprophezeiung zugute kommen wird: meinem Konto :-)

    Aber unabhängig davon werden Sie dann den Inhalt meines Kontos nicht haben wollen. .)

  6. in die Geschichte eingehen"

    Weitest entwickelt?

    Können Sie sich nicht vorstellen, daß es - wo auch immer - eine Spezies gibt oder in den nächsten Mrd Jahren geben wird, die sich nicht gegenseitig und andere Spezies aus niedrigsten Motiven totschlägt, foltert und mißhandelt?

    Könnte mit Entwicklungsdefiziten des Menschen endlos fortfahren, ist aber o.T. und dann löscht Herr Stockrahm/die Redaktion meinen Kommentar.

    k.

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    Ihre ethische Bewertung menschlichen Handelns hat nichts mit den relevanten Faktoren für menschliches überleben zu tun.
    Auch unmoralische Wesen können jahr Millionen überdauern.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Nasa | Andromeda-Galaxie | Feuerwerk | Galaxie | Hubble | Milchstraße
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