Verkehrsforschung: Stauforscher tricksen den "Störfaktor Mensch" aus
Kopf aus, Technik an – aus Sicht von Wissenschaftlern wäre das die beste Strategie, Engpässe auf Straßen zu vermeiden.
© Frank Leonhardt/DPA

Stau auf der Autobahn
Detektoren am Straßenrand, Induktionsschleifen in der Fahrbahn, spezielle Fahrzeugflotten und Staumelder – zäh fließender Verkehr hat heutzutage kaum eine Chance, nicht erkannt zu werden. Trotzdem herrscht in deutschen Innenstädten und auf Autobahnen immer wieder Stillstand.
Zwar gibt es inzwischen Navigationsgeräte, die in Echtzeit vor Staus warnen und Umleitungen empfehlen. Doch nicht jeder hört auf die sanfte Stimme aus dem Off. Viele Autofahrer meinen, sie wüssten es besser.
Um das Vertrauen in die Technik zu verbessern, arbeiten Stauforscher an präziseren Warnsystemen, die einkalkulieren, wie der Autofahrer tickt. Michael Schreckenberg von der Universität Duisburg-Essen setzt auf die möglichst genaue Vorhersage der Fahrzeit. "Wann komme ich an meinem Ziel an? Das ist doch das, was ich wissen will", sagt der Mitentwickler des Nagel-Schreckenberg-Modells, einer Simulationsmethode für Staus.
- Stauforschung
Stauforschung beruht auf Daten, die von stationären Detektoren und inzwischen auch verstärkt durch vom Fahrzeug gesendete Informationen basieren. "Auf dieser Grundlage wird die Verkehrslage sowie die Dynamik der Staus geschätzt", sagt der Verkehrsdymaniker Martin Treiber. Das geschieht anhand von Verkehrsflussmodellen, für die es zwei unterschiedliche Philosophien gibt: Makroskopische Modelle beschreiben den Verkehrsfluss als "Fluss" mit Variablen wie Verkehrsdichte und Verkehrsstärke. "Mikroskopische" Modelle hingegen beschreiben die Bewegungen und das Verhalten der einzelnen Fahrer.
- Ursachen von Stau
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Laut Martin Treiber sind drei "Zutaten" für einen Stau erforderlich:
1. Ein hohes Verkehrsaufkommen auf der Straße
2. Eine Engstelle oder Störstelle auf der Straße. Das kann eine Baustelle, ein Unfall – auch auf der Gegenfahrbahn, Autobahnkreuze, Kurven, Steigungen oder etwa eine verringerte Anzahl an Fahrstreifen sein.
3. Störungen im Verkehsfluss selbst - Gegenmaßnahmen
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"Kennt man die Ursachen des Staus, lassen sich daraus zugleich Ansatzpunkte für die Verkehrsoptimierung ableiten", sagt Treiber.
Demnach ist es sinnvoll, antizyklisches Fahrverhalten zu fördern oder das Verkehrsmittel zu wechseln. Weitere Instrumente, um Staus zu vermeiden, sind gleitende Arbeitszeiten, verschiedene Anfangszeiten für Schulferien oder die Einführung einer zeitabhängigen City-Maut. "Ziel ist es, den Verkehsfluss räumlich, zeitlich und in seiner inneren Struktur so weit wie möglich zu homogenisieren", sagt Treiber. Dabei können auch technische Maßnahmen helfen, wie etwa variable Tempolimits.
Solche Modelle simulieren das wahrscheinlichste Verhalten der Autofahrer in allen möglichen Situationen. Für jeden Autofahrer-Typen sind Verhaltensmuster programmiert. "Der Mainstream verhält sich unauffällig, aber es gibt eine Minderheit, die nahezu ständig auf dem Gaspedal steht oder oft die Spur wechselt – und diese Minderheit kann Staus verursachen", sagt Schreckenberg.
Beschleunigen, abbremsen, Spur wechseln, all diese Handlungsmöglichkeiten bezieht das Modell ein. Es berücksichtigt sogar, ob der einzelne Fahrer davon ausgeht, dass der Vordermann gleich bremsen oder beschleunigen wird. Besonders häufig bilden sich Staus an Autobahn-Auffahrten, wo der Verkehr nicht steht, aber zäh fließt. "Seit diesem Jahr können unsere Simulationen auch das abbilden", berichtet Schreckenberg.
Wie eine solche Simulation in der Realität aussieht, zeigt ein Verkehrsprojekt für die Autobahnen in NRW, das inzwischen seit 1998 läuft. 20.000 bis 200.000 Menschen rufen täglich die Seite der Verkehrsprognose ab, die das Team des Forschers programmiert hat. Dort können sich Autofahrer neben aktuellen Baustellen und Engpässen auch anzeigen lassen, wo in 30 oder 60 Minuten aller Voraussicht nach ein Stau entstehen wird. "Derzeit arbeiten wir daran, diese Simulation auch über das Handy abrufbar zu machen, und an einer weiteren Version für LKW-Verkehr", sagt Schreckenberg.







Ich war selbst von dem fehlenden Rechtsfahrgebot in den USA begeistert. Dann wurde mir aber klar, dass es dort nur funktioniert, weil die Straßen dort 5-6 Spuren haben und man immer eine freie Spur zum Vorbeifahren findet. Bei zwei Spuren kann es aber nicht funktionieren, da die Straße dann regelmäßig verstopft wäre.
Auch in den USA wird man auf den überregionalen Autobahnen, die nur zwei Spuren haben, durch Schilder aufgefordert, rechts zu fahren.
Kopf aus - tolle Idee. Wie wäre es mit Benutzung des Kopfes? Angepaßtes Fahren beinhaltet das Suchen nach alternativen leereren Wegen, das Abstand halten und das Ausnutzen von unterschiedlichen Geschwindigkeiten auf parallelen Bahnen.
Gerade am Finden von alternativen leeren Wegen hapert es aber regelmäßig, wie in dem Artikel geschildert wird. Woher wollen Sie wissen, welche der möglichen alternativen Routen gerade frei sind? Da hilft der Kopf weniger als ein intelligent programmiertes Navi.
Und das Nutzen der unterschiedlichen Geschwindigkeiten auf den verschiedenen Spuren, auch bekannt als Fahrspurspringen, gehört zu den Verhaltensweisen, die Staus verursachen oder schlimmer machen.
In Sachen Abstandhalten haben Sie aber recht. Wer dem Vordermann immer bis auf die Stoßstange fährt, verschärft damit Staus, wer Platz lässt, entschärft sie, zumindest tendenziell. Abstandhalten ist allerdings insofern problematisch, als sich sofort jemand in den gehaltenen Abstand reindrängelt, sobald ein Auto dort reinpasst.
Gerade am Finden von alternativen leeren Wegen hapert es aber regelmäßig, wie in dem Artikel geschildert wird. Woher wollen Sie wissen, welche der möglichen alternativen Routen gerade frei sind? Da hilft der Kopf weniger als ein intelligent programmiertes Navi.
Und das Nutzen der unterschiedlichen Geschwindigkeiten auf den verschiedenen Spuren, auch bekannt als Fahrspurspringen, gehört zu den Verhaltensweisen, die Staus verursachen oder schlimmer machen.
In Sachen Abstandhalten haben Sie aber recht. Wer dem Vordermann immer bis auf die Stoßstange fährt, verschärft damit Staus, wer Platz lässt, entschärft sie, zumindest tendenziell. Abstandhalten ist allerdings insofern problematisch, als sich sofort jemand in den gehaltenen Abstand reindrängelt, sobald ein Auto dort reinpasst.
Oftmals würde es auch helfen, wenn die Autobahnen über eine oder zwei Spuren mehr verfügen.
Und was ist an dieser Lösung jetzt einfach? Der Ausbau einer Autobahn wird nicht mal eben erledigt, sondern erfordert mitunter jahrelange Überlegung und Planung.
Mal abgesehen von den zusätzlich Kosten. Ein Kilometer Autobahn kostet ja schon ein paar Millionen €.
Evtl wäre es in diesem Zusammenhang wirklich günstiger, Tempolimits einzuführen? ...
"Durch die Geschwindigkeitsbegrenzung werden weniger Unfälle verursacht, so dass der Verkehr insgesamt besser fließt und auch indirekt weniger Treibstoff verbraucht wird"
http://www.pro-und-kontra...
Zwar nicht auf der Realisierungsebene (wie Sie zu Recht schreiben), als viel mehr auf der Denk-Ebene:
Einfach weiter so, nur nicht umdenken, könnte liebgewonnene Gewohnheiten gefährden.
Mal abgesehen von den zusätzlich Kosten. Ein Kilometer Autobahn kostet ja schon ein paar Millionen €.
Evtl wäre es in diesem Zusammenhang wirklich günstiger, Tempolimits einzuführen? ...
"Durch die Geschwindigkeitsbegrenzung werden weniger Unfälle verursacht, so dass der Verkehr insgesamt besser fließt und auch indirekt weniger Treibstoff verbraucht wird"
http://www.pro-und-kontra...
Zwar nicht auf der Realisierungsebene (wie Sie zu Recht schreiben), als viel mehr auf der Denk-Ebene:
Einfach weiter so, nur nicht umdenken, könnte liebgewonnene Gewohnheiten gefährden.
. . .A 40 in Betrieb. Und? Halten sich die Leute an den Rot/Grün Rythmus, ensteht ein Stau auf den Zufahrten bis hin zu den innerstädtischen Strasse. Also, der Stau wird nur verlagert. Ich weiß auch gar nicht was dieses Thema immer diskutiert wird. Wenn ich im Individualvekehr so fahren soll, das alle das gleiche machen, nun, wo habe ich das schon jetzt? In der Eisenbahn, da sitze ich drin und das Verkehrsmittel wird geleitet. Individualverkehr und totale Verhaltenskontrolle, das geht nicht zusammen.
Mal abgesehen von den zusätzlich Kosten. Ein Kilometer Autobahn kostet ja schon ein paar Millionen €.
Evtl wäre es in diesem Zusammenhang wirklich günstiger, Tempolimits einzuführen? ...
"Durch die Geschwindigkeitsbegrenzung werden weniger Unfälle verursacht, so dass der Verkehr insgesamt besser fließt und auch indirekt weniger Treibstoff verbraucht wird"
http://www.pro-und-kontra...
Ein mehr an Spuren vermeidet keine Staus!
siehe
http://www.inrix.com/scor...
http://www.zukunft-mobili...
Dieser Gedanke ist ein gern gemachter Fehler nach dem Motto "Viel hilft viel", aber wie bei fast allen ähnlich gelagerten Problemen hilft das hier meist nicht.
Ein generelles Tempolimit würde da schon mehr helfen.
Ich habe Ihre Quellen durchgelesen aber in keiner einen Hinweis darauf gefunden, der Ihren Standpunkt untermauern würde.
Die Freigabe des Standstreifens bei viel Verkehr auf der Ostumgehung München sowie der Ausbau auf 8 Spuren vorm Kreuz München Nord (und der weitere Ausbau des Standstreifens der aktuell erfolgt) zeigen, dass mehr Spuren zu flüssigerem Verkehrsverlauf führen.
Es mag vielleicht überraschen, aber mehr Fahrbahnen können mehr Fahrzeuge transportieren. Die meisten Staus entstehen durch den Berufsverkehr wenn viele Leute gleichzeitig die Straßen nutzen und durch Baustellen.
Die Unfälle mit Totalsperren, wo zusätzliche Fahrbahnen keinen Vorteil bringen, sind nur ein kleiner Teil.
... zumindest hier in Amsterdam wo seit 1-2 Jahren die Standspur zeitweise als Fahrspur freigegeben ist. Die Staus sind seither deutlich zurückgegangen.
Ich habe Ihre Quellen durchgelesen aber in keiner einen Hinweis darauf gefunden, der Ihren Standpunkt untermauern würde.
Die Freigabe des Standstreifens bei viel Verkehr auf der Ostumgehung München sowie der Ausbau auf 8 Spuren vorm Kreuz München Nord (und der weitere Ausbau des Standstreifens der aktuell erfolgt) zeigen, dass mehr Spuren zu flüssigerem Verkehrsverlauf führen.
Es mag vielleicht überraschen, aber mehr Fahrbahnen können mehr Fahrzeuge transportieren. Die meisten Staus entstehen durch den Berufsverkehr wenn viele Leute gleichzeitig die Straßen nutzen und durch Baustellen.
Die Unfälle mit Totalsperren, wo zusätzliche Fahrbahnen keinen Vorteil bringen, sind nur ein kleiner Teil.
... zumindest hier in Amsterdam wo seit 1-2 Jahren die Standspur zeitweise als Fahrspur freigegeben ist. Die Staus sind seither deutlich zurückgegangen.
.. führt schon jetzt dazu, dass im Gotthard-Strassentunnel je Monat im Schnitt ca. 2 Autofahrer mitten im Tunnel wenden (absolut verboten und eigentlich auch unverantwortlich), weil ihnen ihr Navigationsgerät das so gesagt hat. Je 'intelligenter' das Auto wird, desto dämlicher die Fahrer.
Wie verhindert oder reduziert man Staus? Grundsätzlich: Massenmobilität ist nur mit Massenverkehrsmittel sinnvoll zu bewältigen - Bus und Bahn. Weniger (unnötiger) Individualverkahr auf den Strassen führt automatisch zu weniger Staus.
Zwar nicht auf der Realisierungsebene (wie Sie zu Recht schreiben), als viel mehr auf der Denk-Ebene:
Einfach weiter so, nur nicht umdenken, könnte liebgewonnene Gewohnheiten gefährden.
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