Verkehrspsychologie : Staus vermeiden wie die Ameisen

Nachts losfahren, Umleitungen wählen, aufs Navi hören – all das hilft nicht, wenn alle das Gleiche tun. Stauforscher lernen von Insekten, wie es besser geht.
Eine Ameisenstraße auf einem Ast, aufgenommen im Regenwald von Costa Rica

Es sind 25 Grad im Schatten – durch die flirrende Luft über dem heißen Asphalt der A7 verschwimmen hinter Windschutzscheiben gepresste Badehandtücher, Kühltaschen und Schwimmtiere zu einer bunten Fata Morgana. Seit Stunden stehen all die Menschen, die jetzt zum Ferienanfang in den Urlaub wollen, im Stau.

Zur gleichen Zeit auf einer Ameisenstraße: Perfekt fließendes Krabbeln, mehrspurig, in entgegengesetzte Richtungen – ohne nennenswerte Unfälle oder Verzögerungen. Was können Ameisen, was der Mensch nicht kann? Sie sind weniger egoistisch, sagen Forscher. Und das ist die beste Strategie gegen Staus.

Denn die entstehen immer dann, wenn Autofahrer nur an sich denken, und nicht daran, ob andere ihretwegen bremsen müssen: Zu schnell über die Autobahn rasen, sich beim Spurwechsel in eine zu enge Lücke drängeln – all das sind Faktoren, die den nachfolgenden Verkehr stören.

"Ursache für den Egoismus im Straßenverkehr ist ein klassischer Ressourcenkonflikt", sagt Verkehrspsychologe Bernhard Schlag, Professor an der TU Dresden. Wenn man zusehen kann, wie immer mehr Autofahrer die Ressource Straße beanspruchen, überlegt der Mensch automatisch, wie er dennoch möglichst viel davon für sich nutzen kann. "Es ist in solchen Situationen schwierig, von einem Menschen zu fordern, das Wohl der Gesamtheit der Autofahrer über sein eigenes zu stellen", sagt Schlag.

Unterwegs mit 100 Ameisen pro Minute

Auf der Ameisenstraße herrschen andere Gesetze. Die Insekten agieren nicht eigennützig, sondern leben eine Art Volksegoismus, der sie kooperativ handeln lässt : Jede einzelne Ameise steigert die Überlebenschancen der ganzen Kolonie, wenn sie zum Beispiel eine Futterquelle ausfindig macht.

Noch dazu sind Ameisen flinke Arbeiter: Die Autobahnen der Roten Waldameisen , der Blattschneiderameisen und der Wanderameisen haben einen Durchsatz von mehr als 100 Ameisen pro Minute.

Ein französisches Forscherteam fand sogar heraus, dass Ameisenstraßen effizienter werden, je voller sie sind – auf den Autobahnen der Menschen kaum vorstellbar. Der Vorteil der Insekten: Sie bewegen sich nicht in Blechkisten isoliert voneinander fort, sondern sie kommunizieren über Berührungen und vor allem über chemische Signale. Mithilfe von Pheromonen markieren sie nicht nur den besten Weg zu einer Futterquelle, sondern tauschen sich auch über deren Größe aus. Dazu "sprechen" sie sogar mit den Ameisen, die im Gegenverkehr unterwegs sind.

Dieses Prinzip wollen Stauforscher sich für den Straßenverkehr abgucken, indem sie bislang teilnahmslose Fahrzeuge miteinander vernetzen. So soll zukünftig ein entgegenkommendes Auto dem eigenen Auto "erzählen" können, dass man geradewegs auf einen Stau zufährt. Das Echtzeit-Frühwarnsystem könnte Autofahrer animieren, vorausschauender zu fahren, um eine Stauwelle zu vermeiden.

Aber würden Fahrer auch auf die Botschaften hören, die ihnen ihr Auto sendet? Schon jetzt gibt es Navigationssysteme, die Staus in ihre Routenplanung einbeziehen – trotzdem kommt es noch immer zu Engpässen auf den Straßen.

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Kommentare

59 Kommentare Seite 1 von 5 Kommentieren

von den Ameisen zu lernen,

klappt nicht. Die Tierchen bewegen sich mit ziemlich gleicher Geschwindigkeit und halten zu den Nachbarn einen kleinen, aber ausreichenden Abstand, sodaß kleine Geschwindigkeitsänderungen nicht zum stopp, und somit zum Stau führen.
Das haben die in ihrer Entwicklung gelernt.
Der homo mobiles schafft das in seinem Auto nicht.
Etwas Luft (Bewegungsspielraum)zum Vordermann zu lassen, wird als Platzverschwendung empfunden, die es sofot zu beseitigen gilt.
Vollbremsung. Stau.

Nachfolgender Verkehr.

"Zu schnell über die Autobahn rasen, sich beim Spurwechsel in eine zu enge Lücke drängeln – all das sind Faktoren, die den nachfolgenden Verkehr stören."

Ich muss sagen, mir erschließt es sich nicht so ganz, warum schnelles fahren den nachfolgenden Verkehr stört. Meinetwegen stört schnelles fahren den Verkehr davor, weil man, wenn man mit 120 fährt vielleicht mal genauer nach hinten sehen muss, bevor man auf die linke Spur wechselt, aber was hat das mit dem nachfolgenden Verkehr zu tun?

Grundsätzlich richtig, allerdings...

gibt es dafür nicht oftmals drei Spuren? Wenn sich der Langsamfahrer bei 100-120 daran halten würde nur auf die mittlere zu gehen, wenn er einen LKW überholt (diese evtl komplett von der Straße verbannen zu können wäre zwar super, aber unrealistisch) - die schnelleren dementsprechend mittig und zum überholen für die sehr schnellen die linke frei wäre gäbe es das Problem nicht. Natürlich muss(!) man sich beim überwechseln dann der Geschwindigkeit der Spur anpassen. Das sind aber dann nicht die schnellfahrer, die das Problem verursachen, sondern der Egoismus der langsameren, die ohne sich über den Rückwärtigen Verkehr zu informieren einfach auf die mittige oder gar linke Spur fahren und damit nachfolgende mehr ausbremsen, als sie es selbst tun würden, wenn sie nochmals für 30sekunden mit um einen faktor von 1/10 verringerte Geschwindigkeit hinter einem vorrausfahrenden bleiben würden. Denn diese Egoistischen Aktionen gefährend die Straße mehr und produzieren damit einhergehend mehr Staus (wenn man die Baustellen mal außer acht lässt) - als das Schnellfahren, dazu trägt auch schon die Konzentration bei, die i.d.r bei schnellerfahrenden größer ist als bei langsamfahrenderen.

Und ...

wenn es ein Tempolimit von 130 km/h auf deutschen Autobahnen gäbe, an das sich alle Verkehrsteilnehmer hielten, würden wir nicht nur Staus reduzieren, sondern wesentlich zur Verminderung von CO2 beitragen und zusätzlich noch teuren Kraftstoff sparen.

Außerdem würden Unfälle aufgrund von Raserei der Vergangenheit angehören. Jetzt werden zwar wieder alle "vernünftigen Schnellfahrer" aufstöhnen, denn die Unfallversursacher sind natürlich die Kleinwagenfahrer, die sich erlauben mit 130 km/h eine LKW zu überholen.

Würde man aber nur mal die deutschen Autobahnen mit einem Supermarkt vergleichen, müsste man sich vorstellen, dass eine Person mit einem Einkaufswagen von hinten angerannt kommt und "Platz da" brüllt. Wer würde diesen Einkäufer für gesund halten?
Umhüllt von Lack, Leder, Blech und Glas halten sich unsere Raser aber für die Träger aller Rechte schlechthin. Ein bemerkenswertes Phänomen.

Ansichtssache

Was Egoismus ist, ist hier klar Ansichtssache. Ich verstehe viele Mittelspurfahrer, da es m.V. keinen Sinn macht, alle paar hundert Meter einen LKW zu überholen, dann wieder zurück auf die linke Spur, eine Minute später wieder überhole etc.
I.d.R. schafft man es auch gar nicht, da man, gibt man einmal den "Platz" in der mittleren Spur auf, von der LKW Spur ungern wieder zurück auf die Mittlere gelassen wird.

Ich sehe da aber auch kein Problem, da nach meiner Erfahrung das Gro der Leute eh ca 130-150 fährt. Streß gibts nur, wenn eine kleine Minderheit querschießt und zu schnell randonnert.

Egoismus sollte man sinnvollerweise allen Straßenbenutzern

gleichermaßen unterstellen, von diesem Problem handelt der Artikel ja. Tatsache bleibt, dass bei höheren Geschwindigkeiten weniger Autos auf die Straße passen, weil alle individuell gesteuert sind und daher einen größen Abstand benötigen als langsamere Fahrzeuge.
Will man mehr Fahrzeuge auf die Straße bringen, muss man die Geschwindigkeit für alle reduzieren.
Das aber wiederum scheitert am Egoismus, der nicht bereit ist, für das Kollektiv den zeitweiligen individuellen Vorteil höherer Geschwindigkeit zu opfern.

Volle Zustimmung

Genau das predige ich auch seit Jahren.
Mit diesem Fahrstil realisiere ich mit meinem 11 Jahre alten 1,6l-Benziner-Golf auf der BAB übrigens einen Verbrauch von 5,5l/100km und komme bestens entspannt und nicht wirklich später als die Raser an.
Gegen Ihre Ausführungen gibt es m.M. KEIN EINZIGES sachliches Argument - leider aber mächtige sozioökonomische Faktoren: die Oberklassepiloten könnten dann ja nicht ihren Status dokumentieren. Und der Umstand, dass die 2011 in D zugelassenen Neuwagen im Durchschnitt (!) ca. 136 PS hatten, spricht Bände.
Nein, es kann mir niemand weismachen, dass Schnellfahren auf der Autobahn vernünftig ist.

Tempolimit

Genau das ist das Problem. Es gibt nicht einen vernünftigen Grund gegen ein Tempolimit. Im Gegenteil sehr viele Gründe gegen diese deutsche Raserei: Hoher CO2-Ausstoß, hoher Kraftstoffverbrauch, erhöhte Unfallzahl durch Raserei und Drängelei, erhöhtes Stauaufkommen.

Ein erbärmliches Alleinstellungsmerkmal in Europa. Selbst eine vernunftbegabte und von Natur aus mit gemindertem Testosterongehalt ausgestattete (?) Frau an der Führung dieser Regierung vermag sich nicht gegen die Übermacht der Autokonzerne und vermeintlichen Schutzvereine der Autofahrer durchzusetzen.
Sicher ginge es zu weit, einem Unternehmer den Bau eines PKW mit 150 KW zu verbieten. Aber man kann entsprechende Rahmenbedingungen schaffen, damit solche Fahrzeuge nur noch gekauft werden, wenn zu viel Geld mit zu schlichtem Gemüt gepaart ist.

Auf Deutschen Straßen nichts neues

Zitat:"Das sind aber dann nicht die schnellfahrer, die das Problem verursachen, sondern der Egoismus der langsameren, die ohne sich über den Rückwärtigen Verkehr zu informieren einfach auf die mittige oder gar linke Spur fahren "
--
Sie machen sich etwas vor.

In Ihrem Beispiel ist eindeutig der "Schnellfahrer" der Egoist, weil er nicht der Verkehrssituation angepasst (der dichter Verkehr) fährt. An die StVO hält sich der "Schnellfahrer" in dieser Situation deshalb übrigens auch nicht.

Bei dem üblichen dichten Verkehr auf der Autobahn ist es teilweise nicht möglich, mit z.B. 120 einen LKW zu überholen, ohne einen "Schnellfahrer" zu "behindern".

Woher nehmen Sie die Chuzpe Langsamfahrern "Egoismus" zu unterstellen? Woher nehmen Sie das Recht, durch Raserei andere zu behindern, die aus vernünftigen Gründen nicht "Schnellfahrer" sind, z.B. Gründe wie Benzinsparen oder an die Verkehrssituation angepasst zu fahren? Vielleicht packt der Kleinwagen auch keine höhere Geschwindigkeit? Da wird die Deutsche Autobahn ganz schnell zur Hölle.

Um es klarzustellen: ich hasse notorische Mittelspur- und Linksspurfahrer, die vom Spurwechseln überfordert sind. Ich kann aber der Situation auf der Straße angepasst fahren und glaube nicht, dass ich mit 200 irgendwie mehr Rechte habe als ein Kleinwagenfahrer.

Ergänzung zum Egoismus

zitat:"Das sind aber dann nicht die schnellfahrer, die das Problem verursachen, sondern der Egoismus der langsameren, die ohne sich über den Rückwärtigen Verkehr zu informieren einfach auf die mittige oder gar linke Spur fahren und damit nachfolgende mehr ausbremsen, als sie es selbst tun würden, "
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Natürlich gibt es Fahrfehler (ein Grund mehr, angepasst zu fahren), die Regel ist dieses Verhalten sicher nicht.

Sie beschweren sich über die langsameren, die nicht auf den nachfolgenden Verkehr achten und "einfach" auf eine Überholspur wechseln.

Die Regel ist dieses Verhalten nicht, warum erkennen Sie nicht rechtzeitig, dass da jemand überholen möchte und passen Ihre Geschwindigkeit der Situation an.
Wer ist der Egoist?

Ich muss auf der Autobahn nur selten bremsen, obwohl ich gerne schnell fahre. Sie sind zu schnell, wenn Sie die Situation nicht erfassen.

Unrealistisch

"Wenn sich der Langsamfahrer bei 100-120 daran halten würde nur auf die mittlere zu gehen, wenn er einen LKW überholt..."

Unrealistisch. Wenn Sie sich einmal in die Lastwagenkolonne rechts eingefädelt haben, werden Sie minutenlang nicht wieder rauskommen, weil die auf der linken Spur "die Reihen dicht geschlossen" halten und den Teufel tun werden, Sie wieder rauszulassen.

Wenn die Autobahn frei ist, gibt's keinen Stau

Der Stau kommt erst ab einer gewissen Verkehrsdichte, bei der sich die Schockwelle ausbreiten kann. Und dann ist der Versuch, Tempo 200 zu fahren, eben der Verursacher der Schockwelle. Oder ein LKW, der den anderen überholt, weil er 2km/h schneller fährt. Das Prinzip ist immer das gleiche: Irgendein egoistisches Arschloch denkt, dass ihm die Autobahn gehört, und sorgt dafür, dass andere abbremsen müssen. Und es gibt eine Menge egoistischer Arschlöcher auf den Straßen, siehe dieses 60 Jahre alte Video mit Goofy:

http://www.youtube.com/wa...

Kein Leben rechts der Mittelspur

Wenn sich auf einer dreispurigen Autobahn alles, was schneller fahren will, auf der linken Spur vorbeischieben muss (und das ist häufig nicht die Minderheit), weil die Mittelspur mal wieder vollgestopft ist mit 110-130 kmh fahrenden Autos, während der nächste LKW auf der rechten Spur noch 400m voraus ist (wie z.B. vor Kaiserslautern täglich zu erleben), bringen Sie dafür Verständnis auf?
Tut mir leid, ich nicht!

Gibt es in Deutschland nicht so etwas wie ein Rechtsfahr-Gebot?

Gibt es nicht auch sowas wie eine Richtgeschwindigkeit?

Ich fahre auch gerne mal 200 km/h bin aber aus ökonomischen Gründen meist eher mit 130 km/h unterwegs, da mir der Mehrverbrauch das Ganze einfach nicht wert ist, und kenne somit beide Seiten:

Wenn ich mit einer Geschwindigkeit weit über der Richtgeschwindigkeit unterwegs bin, dann muss ich damit rechnen, dass die Mehrzahl der anderen Verkehrsteilnehmer entsprechend langsamer ist und dementsprechend vorausschauend fahren. Gerade auf dreispurigen Autobahnen ist dies (wenn man nicht gerade zur Rushhour unterwegs ist) durchaus möglich. Auf einer zweispurigen ist dies oft noch einfacher, da ich im Zweifel bei jedem PKW davon ausgehe, dass der einen vorausfahrenden LKW irgendwann überholen wird. Im Zweifel einfach ein bisschen mehr Gas geben, so dass man noch vorher vorbeikommt, oder den Fuß vom Gas nehmen, dann schafft man es meist ohne starkes abbremsen.
Wenn ich hingen nur 130 fahre, dann versuche ich meist die linke Spur zu meiden, was bei dreispurigen leider nur solange gut geht, bis wieder zwei LKW zum Elefantenrennen ansetzen. Wenn aber dann jemand auf der linken Spur (der ja so schnell unterwegs sein will) es nicht schafft, soweit Gas zu geben, dass er mich noch überholt hat, bevor ich dem LKW hinten drauf knalle, dann muss er eben damit leben, dass er abbremsen muss.

Natürlich!

hat damit ja aber nichts zu tun.
(Das Rechtsfahrgebot gilt übrigens auch für die, die 180 und schneller fahren.)

Wenn aber, wie in ihrem Beispiel in 400m ein LKW auf der mittleren Spur fährt, dann kann ich ohne weiteres bereits auf die linke Spur wechseln. Ist erstens nicht verboten und zweitens vernünftiger, als dicht an den Brummi heranzufahren und dann entweder hektisch doch noch zu wechseln oder stark zu bremsen.

Wäre Tempo 120, dann hätte es übrigens keine größere Auswirkung für Sie auf der linken Spur mit ebenfalls 120.

Sie wollen aber schneller fahren, stimmts?
Lassen Sie mich raten: weil Sie sich sonst in Ihrer Freiheit bschränkt fühlen

Sie werden es wohl nicht glauben,

aber ich fahre auch bei 180 auf der rechten Spur, wenn möglich. Warum geht das also bei so vielen langsamer Fahrenden nicht? Und dass man 400m vor einem lansameren Fahrzeug bereits nach links zieht, lehrt mit größter Sicherheit kein einziger Fahrlehrer in Deutschland. U.a. SO entstehen Staus!

Das Problem ist, dass in Deutschland Fahrer, deren Vorstellungskraft über die 130 auf dem Tacho hinausgeht, in Diskussionen als halbirre Geschwindigkeitsjunkies abgestempelt werden, während der Fahrstil von Senioren (die z.B. das überwältigende Gros aller Geisterfahrer stellen) und ängstlichen Fahrer(INNEN) anscheinend zur Norm auf der Straße erhoben werden sollen.

Wozu gibt es eigentlich eine Fahrausbildung, wenn deren Vorgaben später ja ohnehin keine zu Rolle spielen scheinen?

Mittelspurfahrer

Es gibt mittlerweile eine ganze Menge von Leuten, die bei dreispurigen Autobahnen grundsätzlich auf der Mittelspur herumdüsen, egal ob auf der Rechten ein Fahrzeug ist oder nicht. Die Geschwindigkeit dieser Fahrzeuge kann auch durchaus bei 80km/h liegen.

Es gab früher mal eine Kriechspur, die für langsamen LKW. Das gibt es schon lange nicht mehr und sollte auch aus dem Unterrichtsmaterialien verschwunden sein. Daran kann es also nicht liegen.

Diese Clowns führen das Vorhaben, durch Erhöhung der Fahrspuren auf den Autobahnen auch den Fahrzeugdurchsatz zu erhöhen, ad absurdum.

Naja, okay.

Dass die folgenden Autos bremsen müssen, heißt ja, dass der GEschwindigkeitsunterschied nicht allzu groß ist (die überholten sind ja direkt hinter mir). Und die Autos, die ich gerade überholt habe müssten hinter dem langsameren Wagen auch ohne mich abbremsen, vorher hat sich eigentlich nur die Reihenfolge geändert.

Ich denke, ob schnell fahren zu einem Stau führt, das hängt immer von der Verkehrssituation ab. Wenn man natürlich unnötig bei einer vollen AUtobahn überholt, dann führt es auch zu behinderungen für die, die dann auf der rechten Spur fahren (müssen) (funnytoads Beispiel), wenn aber viele AUtos eine Reihe von LKWs überholen, dann ist es eher problematisch dies mir 110 zu tun, als wenn man zügig mit 160 vorbei fährt, da man sonst eben diese schnell fahrenden Autos behindert, es kommt zu der typischen Situation, die man im Video sehen kann.

Ich bin kein Stauwissenschaftler, aber das scheint mir Sinn zu ergeben.... ;)

"Wobei Sie aber möglicherweise annehmen, Sicherheitsabstand 5m bei Tempo 200 wäre auch okay. Das führt dann aber zu diesen langwierigen beidseitigen Autobahnsperrungen."

Unnötige Unterstellung. So etwas passiert vornehmlich (Ihnen), wenn man/Sie auf penetrante Art und Weise links vor sich hinträumt(-en). Das führt genauso zu Staus und nervt.

Ich habe vor vielen Jahren schon mal ...

... vorgeschlagen, nur noch LINKE Fahrstreifen anzubauen, die rechten braucht ja sowieso niemand mehr.
Im übrigen stellt man bei den Kommentaren viel "Meinung" fest, aber wenig Wissen.
Meinen bescheidenen Feststellungen zufolge kranken sämtliche Untersuchungen und Behauptungen, welche Geschwindigkeit denn nun "sinnvoll" sei, an einem fehlenden Parameter: Dem Fahrer. Es scheint so zu sein, dass das Gefühl der Sicherheit und die Einschätzung, was der nötige Sicherheitsabstand sei, von der Differenzgeschwindigkeit der Fahrzeuge herrührt. Ob bei 60, 80 oder 120, wenn alle gleich schnell fahren, ist der Abstand nur noch "Pimmel" und es wird in Lücken eingeschwenkt, die nur unwesentlich länger als das Fahrzeug sind. Wenn man auf diese Weise den "vorschriftsmäßigen" Sicherheitsabstand vernichtet, passen natürlich mehr Fahrzeuge auf den Kilometer Strecke. In solchen Situationen macht es aber schon was aus, ob man einen Schaltgetriebe im Auto hat oder einen Wandlerautomat. Nimmt der eine den Fuß leicht vom Gas, bremst sich das Auto leicht ab, ohne dass die Bremslichter leuchten. Nimmt der Automatikfahrer den Fuß vom Gas, segelt das Fahrzeug fast unvermindert weiter, er muss den Fuß leicht auf die Bremse setzen, das Bremslicht leuchtet ... aber nicht etwa analog, wie sich die Geschwindigkeit ändert, sondern digital - ein-aus.

Schön und gut ....

... von den Ameisen zu lernen.

Wenn aber der deutsche Staat dafür sorgen würde, dass man den öffentlichen Personennah- und Fernverkehr flächendeckend, effizient und günstig nutzen könnte, bräuchte man sich weniger Gedanken über völlig verstopfte Autobahnen zu machen.

Die Realität ist aber, dass die privatisierte Bahn unrentable Strecken, besonders in ländlichen Gegenden, einfach stilllegt und für einer Familie mit drei Kindern chancenlos teuer für z.B die Urlaubsreise ist. Hier ist das Auto immer noch unschlagbar, auch wenn man zwei Stunden im Stau steht.