Die zweite Fundstelle mit vier größeren Hügeln und einem dreiseitigen Plateau. © Angela Micol/Google Earth

Luftaufnahmen in Google Earth könnten bislang unbekannte Pyramiden in Ägypten zeigen. Eine der pyramidenförmigen Strukturen der ersten Fundstelle misst in der Breite rund 42 Meter und ist von drei kleineren Hügeln umgeben, deren Anordnung an das Gizeh-Plateau erinnert.

Der zweite Komplex, den die Archäologin Angela Micol gefunden haben will, umfasst vier Hügel, wovon zwei ungefähr 76 Meter lange Seiten haben. Die beiden kleineren Strukturen haben eine Seitenlänge von rund 30 Metern. Dazu kommt eine große Struktur mit einem dreieckigen Grundriss. Die genauen Koordinaten der möglichen Bauten hat Micol bisher nicht genannt.

Die Archäologin wertet schon seit mehr als zehn Jahren Luftbilder auf der Suche nach Hinweisen auf menschliche Bauwerke aus. Die neuen Pyramidenstrukturen sollen Ägyptologen bislang nicht bekannt sein, sagt Micol.

Eine der beiden Fundstellen zeigt eine Pyramidenstruktur mit einer Seitenlänge von ca. 42 Metern. © Angela Micol/Google Earth

Den Pyramidenexperten Nabil Swelim erinnern die kleineren Pyramiden von ihrer Größe her an vergleichbare Funde aus der 13. Dynastie (etwa 1785 bis 1680 vor Christus), heißt es im Blog Archaeology News Network .

Die Erkenntnisse aus der Luftbild-Archäologie müssen nun durch Infrarot-Satellitenaufnahmen und später durch Ausgrabungsarbeiten am Boden verifiziert werden. Doch das kann dauern: Viele der dokumentierten Stellen müssen erst aufwendig gemeldet und die weitere Vorgehensweise mit den Behörden geklärt werden.

Die Entdeckerin versucht deshalb, Fördermittel zu erhalten, um eine Dokumentation über die Fundstellen zu finanzieren. Auf ihrer Website Googleearthanomalies.com hat Angela Micol einige ihrer Funde gesammelt.

Neben der Hauptstruktur sind drei kleinere Hügel auszumachen, die in einer Reihe erscheinen. © Angela Micol/Google Earth

Es ist nicht das erste Mal, dass Pyramiden über Luftbildaufnahmen entdeckt wurden. Die BBC berichtet, dass die US-Ägyptologin Sarah Parcak von der Universität von Alabama schon einmal 17 bislang unbekannte Strukturen ausfindig gemacht hat . Allerdings sind die Methoden von Parcak, die Satellitenbilder auswertete, nicht unumstritten.

Der Ägyptologe Zahi Hawass , ehemaliger Minister für Altertumsgüter in Ägypten, sagte, dass man ohne direkten Beweis nicht von Pyramidenfunden sprechen könne. Seine Skepsis wiegt deshalb schwer, da Hawass selbst für seine medienwirksamen Auftritte und die Präsentation archäologischer Sensationsfunde bekannt ist.

Erschienen bei golem.de