Nasa-WeltraumforschungCuriosity gelingt Testfahrt auf dem Mars

Einmal im Kreis, ein Stück vor, ein Stück zurück: Curiosity hat seine ersten Meter auf dem Mars zurückgelegt. Die Nasa zeigte sich erleichtert über den gelungenen Test. von afp und dpa

Reifenspuren auf dem Mars nach einer Curiosity-Testfahrt

Reifenspuren auf dem Mars nach einer Curiosity-Testfahrt  |  © NASA/JPL/Handout/Reuters

Der Rover Curiosity ist erstmals ein kleines Stück über den Mars gefahren. Er bewegte sich mehrere Meter von seinem Landeplatz im Krater Gale weg, teilte die Nasa mit. Curiosity sei bei dem Test sowohl vorwärts als auch rückwärts gefahren und habe sich gedreht. Die US-Weltraumbehörde Nasa veröffentlichte ein Foto, das seine Spuren im Marsstaub zeigte.

Die zeigte sich erleichtert über den bestandenen Test. "Das könnte für uns gar keine größere Bedeutung haben", sagte Nasa-Manager Pete Theisinger. "Wir haben einen Rover gebaut, aber wenn der Rover nicht fahren kann, haben wir nichts erreicht."

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Die ganze Aktion habe ungefähr eine Viertelstunde gedauert – allerdings hauptsächlich wegen der vielen Fotos , die Curiosity zur ständigen Überprüfung der Räder und der Umgebung knipste. "Gefahren ist der Rover wahrscheinlich vier bis fünf Minuten", sagte Nasa-Ingenieur Matt Heverly. Jetzt befindet sich der Forschungsroboter etwa sechs Meter von seinem ursprünglichen Landeplatz entfernt.

Landeplatz heißt jetzt "Bradbury Landing"

Dem Landeplatz von Curiosity gab die Nasa den Namen "Bradbury Landing". Der US-Science-Fiction-Schriftsteller Ray Bradbury war Anfang Juni im Alter von 91 Jahren gestorben . In seiner Erzählung Mars-Chroniken aus dem Jahr 1950 schilderte er Versuche von Menschen, den Mars zu kolonisieren.

Vor wenigen Tagen hatte die Wetterstation von Curiosity ihre Messungen begonnen . Seit der Landung lag die Lufttemperatur auf dem Mars Nasa-Angaben zufolge zwischen minus 2 und minus 75 Grad Celsius. Die Bodentemperaturen bewegten sich vom Nachmittag bis zur Morgendämmerung zwischen 3 und minus 91 Grad Celsius.

Rover Curiosity

Das Mars Science Laboratory (MSL) ist die erste astrobiologische Mission seit Viking in den 1970er Jahren. Mit ihr unternimmt Marsrover Curiosity seit August 2012 auf dem Roten Planeten Forschungsfahrten.

Infografik: Curiosity
Klicken Sie auf das Bild, um die Infografik als PDF herunterzuladen.

Klicken Sie auf das Bild, um die Infografik als PDF herunterzuladen.  |  © Aurel Märki

Gut drei Meter misst das Geländefahrzeug in Länge und Breite, zwei in der Höhe – damit ist er fast so groß wie ein Kleinwagen. 900 Kilogramm bringt der Rover auf die Waage. Damit ist er doppelt so lang und fünf Mal so schwer wie seine Kollegen Spirit und Opportunity aus dem Jahr 2003.

Zudem ist das fahrende Labor weitaus besser ausgestattet: Zehn wissenschaftliche Instrumente hat Curiosity an Bord, darunter das Probenanalyse-Modul SAM und das Chemielabor CheMin.

Via einer UHF-Antenne werden Daten an die Erde übertragen. Auch kann die Mars-Odyssey-Sonde der Nasa als Relais verwendet werden.

Die Energie zum Fahren und Forschen liefert wie schon bei Viking ein Radioisotopen-Generator. So ist der Rover auch ohne Sonne funktionstüchtig.

Planet Mars

Der Mars gilt zwar als erdähnlich. Doch der Rote Planet ist bei Weitem nicht so einladend wie unser Heimatplanet. Die dünne Atmosphäre des Himmelskörpers besteht zu etwa 95 Prozent aus CO2, dazu kommen Stickstoff, Sauerstoff und Argon.

Seine Oberfläche ist trocken, felsig, kalt, die Durchschnittstemperatur liegt bei minus 63 Grad Celsius. Zudem schwankt die Temperatur stark und beeinflusst das Wetter. So treten im Frühjahr oft heftige Staubstürme auf, die große Teile der Marsoberfläche verhüllen.

Aufgrund der längeren Umlaufdauer um die Sonne – der Planet ist im Durchschnitt rund 230 Millionen Kilometer von ihr entfernt, die Erde im Vergleich rund 150 Millionen Kilometer – dauert ein Marsjahr 687 Erdentage. Ein Marstag wiederum dauert 24 Stunden und 37 Minuten.

Video: Die Mission

 Diese Animation stammt vom Jet Propulsion Laboratory der Raumfahrtbehörde Nasa.

Bei weiteren Tests der Instrumente musste die Nasa einen Misserfolg melden: Eines der beiden Windmessgeräte des Rovers funktioniert nicht mehr. Die Messung von Richtung und Stärke des Windes wird nach Nasa-Angaben nun schwieriger, aber weiter möglich sein.

Curiosity war Anfang August auf dem roten Planeten gelandet . Der 900 Kilogramm schwere Erkundungsroboter von der Größe eines Autos soll nach Hinweisen suchen, dass es früher Leben auf dem Mars gegeben haben könnte. Die 2,5 Milliarden Dollar teure Mission ist auf einen Zeitraum von zwei Jahren angelegt. 

Curiosity-Fotos vom Mars (Nasa)

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Leserkommentare
  1. sind mir lieber als jeder Euro für den Kampf gegen vermeintlichen Terror.

    Und selbst wenn der Rover sich mal im Kreis dreht ... er zeigt damit wahrscheinlich nur Verbundenheit zur Erdpolitik.

    Alles gute dem tapferen Gerät und den Wissenschaftlern am Pult. Wenn ihr noch andere Spuren findet, dann bitte wieder melden.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa
  • Schlagworte Mars | Nasa | Rover | Test | Alter | Auto
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