PerseidenWolkenlose Nacht für Sternschnuppen-Spektakel

Sonntag zwischen zwei und fünf Uhr ist am Nachthimmel der Perseidenstrom gut zu sehen. Wohl in ganz Deutschland bleibt der Blick auf die glühenden Meteore ungetrübt.

Der Perseidenstrom, aufgenommen über der Region Gzhel nahe Moskau im Jahr 2005

Der Perseidenstrom, aufgenommen über der Region Gzhel nahe Moskau im Jahr 2005

In der Nacht zu Sonntag lohnt der Blick zum Firmament. Wie jedes Jahr schleudert der Komet Swift-Tuttle auf seiner Bahn um die Sonne unzählige Staubteilchen zur Erde. Dringen die Partikel des Schweifs in die Atmosphäre ein, leuchtet der Nachthimmel.

Zigtausende Sternschnuppen werden herabregnen. Wer an Stoßgebete und Wunscherfüllung glaubt, darf sich besonders in den frühen Sonntagmorgenstunden mehrfach ausprobieren. Meteorologen sagen eine sternenklare Nacht für ganz Deutschland voraus.

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Während des Maximums zwischen zwei und fünf Uhr seien bis zu 120 Meteore pro Stunde am Himmel zu erwarten, sagte Otto Guthier von der Vereinigung der Sternfreunde. "Grund dafür ist, dass der Radiant – der Punkt am Himmel, aus dem diese Sternschnuppen scheinbar austreten – sich zu diesem Zeitpunkt genau über uns befindet", erklärt der Vorsitzende des größten Vereins von Amateur-Astronomen in Deutschland. Am besten sei der Blick gen Osten zum Himmelsgewölbe, rät Guthier.

Asteroid

Asteroiden sind kleine Gesteinsobjekte, die sich auf einer Umlaufbahn um die Sonne bewegen. Ihr Name – astēr ("Stern") mit der Endung eides ("ähnlich") –  umschreibt, dass sie wie Sterne erscheinen, weil sie so klein wirken.

Zusammen mit den Meteoroiden und Kometen zählen die Asteroiden zu den Kleinkörpern des Sonnensystems. Kleinkörper umkreisen die Sonne, besitzen aber keine Kugelgestalt. Ihre Masse und Gravitation ist zu gering, um diese Form zu bilden.

Der Großteil der Asteroiden unseres Sonnensystems befindet sich im sogenannten Asteroidengürtel, einer Ansammlung von Asteroiden und Zwergplaneten zwischen den Planetenbahnen von Mars und Jupiter.

Meteoroid

Kleinkörper, die ein paar Millimeter bis hin zu mehreren Metern groß sind, werden als Meteoroiden bezeichnet. 

Sie sind zwar kleiner als Asteroiden, aber eine klare Unterscheidung – etwa über die chemische Zusammensetzung oder die Größe – gibt es nicht.

Sie können auf unterschiedlichen Wegen entstehen: Entweder löst sie die Gravitation von Planeten aus einem Asteroidengürtel oder der Sonnenwind schlägt sie aus Kometenkernen heraus. Außerdem können Meteoroiden durch den Zusammenprall von zwei Asteroiden beziehungsweise durch den Aufprall eines Asteroiden auf einem Planeten entstehen.

Meteor

Sobald sie in die Erdatmosphäre eindringen, nennt man Meteoroide Meteore oder im Volksmund Sternschnuppen.

Generell umfasst der Begriff alle Leucht- und Wettererscheinungen in der Erdatmosphäre. Die Meteorkunde befasst sich mit Meteoren; nicht zu verwechseln mit Meteorologie, die sich der Beobachtung und Beschreibung von Wetter und Klima widmet.

Meteore sind zudem all jene Meteoroiden, die in die Erdatmosphäre eindringen, aber nicht auf der Erde aufschlagen. Das Leuchten der Meteore entsteht durch die Aufladung der Luftteilchen, wenn der Meteoroid durch die Atmosphäre rast.

Meteorit

Wenn ein Meteoroid auf die Erde prallt – statt nur die Erdamosphäre zu durchqueren – wird er als Meteorit bezeichnet.

Meteoriten sind aus verschiedenen Mineralen zusammengesetzt und werden zu den Gesteinen gezählt.

Chondrite bilden die größte Klasse an Meteoriten und sind nach den kleinen Silikatkügelchen in ihrem Inneren, den Chondren, benannt. Außerdem bestehen sie aus den Mineralen Olivin, Pyroxen und Plagioklas.

Altersbestimmungen haben ergeben, dass sie bereits in der Frühzeit des Sonnensystems entstanden sind, vor 4,5 Milliarden Jahren. Damit sind sie die ältesten Steine des Sonnensystems. Weil ihre Zusammensetzung außerdem weitestgehend der des ursprünglichen solaren Nebels entspricht, werden sie auch undifferenzierte Meteoriten genannt.

Komet

Schweifsterne oder Kometen sind Kleinkörper in unserem Sonnensystem. Ihre Zusammensetzung unterscheidet sie von Asteroiden. Während die aus Gestein bestehen, sind Kometen zusätzlich aus gefrorenem Gasen und Wasser zusammengesetzt, weswegen sie auch "schmutzige Schneebälle" genannt werden.

Kometen sind zeitgleich mit dem übrigen Sonnensystem entstanden und umkreisen die Sonne in der Oortschen Wolke oder im Kuiper-Gürtel. Durch die Anziehungskraft vorbeiziehender Sterne oder großer Planeten werden vereinzelt Eis-Gesteins-Brocken aus ihrer eigentlichen Bahn gerissen und in das Innere des Planetensystems gelenkt.

Je näher der Eisbrocken dabei der Sonne kommt, geht das Eis vom gefrorenen Zustand direkt in den gasförmigen Zustand über, ohne sich zwischendurch zu verflüssigen. Dabei werden die zuvor im Eis gefangenen Partikel frei und bilden mit dem entstandenen Gas eine rund 100.000 Kilometer große Wolkeum den Brocken – die so genannte Koma. Durch den Sonnenwind wird die Wolke in die Länge gezogen, sodass ein Kometenschweif von bis zu 100 Millionen Kilometern Länge entsteht.

Planet

Planeten unterscheiden sich von Sternen dadurch, dass sie selbst kein Licht erzeugen, sondern nur das von anderen Sternen – wie etwa der Sonne – reflektieren. Wie Asteroiden auch umkreisen Planeten die Sonne und haben aufgrund ihrer höheren Masse aber die Gestalt einer Kugel ausgebildet.

Außerdem sind Planeten die einzigen Objekte auf ihrer Umlaufbahn, weil sie sie durch ihre Gravitation freigeräumt haben.

Stern

Sterne sind kugelige Gasriesen, die von sich aus Licht aussenden. In ihrem Inneren sind Temperatur und Druck hoch genug, dass über längere Zeit eine Kernfusion stattfinden kann. Dabei verschmelzen Wasserstoffatome zu Helium, wobei unheimlich viel Energie frei wird.

In einer sternklaren Nacht kann das menschliche Auge rund 5.500 Sterne erkennen. Sie haben unterschiedliche Größe, Temperatur, Leuchtkraft und Lebensdauer.

Die leuchtenden Meteore von Swift-Tuttle sind als Perseiden bekannt, weil es scheint, als strömten sie direkt aus dem Sternbild Perseus heraus. "Für Menschen, die die Perseiden beobachten wollen, ist das Wetter einfach grandios", sagte Dorothea Paetzold vom Deutschen Wetterdienst. Ein nahezu wolkenloser Himmel verspreche klare Sicht. "Das Wochenende wird überwiegend sonnig, daher ist das Wetter auch nachts vielversprechend. Die Temperaturen liegen Samstagnacht zwischen 12 und 14 Grad."

Meteore sind nur wenige Millimeter große Brocken. Die extrem schnellen Teilchen treffen mit einer Geschwindigkeit von mehr als 200.000 Stundenkilometern auf die Erdatmosphäre. Luftpartikel bremsen die Meteore ab, die sich durch die Reibung so stark aufheizen, dass sie verglühen und als Sternschnuppen ihre Spuren am Himmel hinterlassen. Selbst größere Feuerkugeln, sogenannte Boliden, können in der Nacht zu Sonntag ihren Schweif ziehen.

Im Schnitt kollidieren täglich rund 100 Tonnen außerirdisches Material mit der Schutzhülle der Erde, nimmt man alle Meteorströme über das Jahr verteilt zusammen. Viele Sternschnuppen lösen sich übrigens nicht völlig in Luft auf. Ein kleiner Teil des Staubs lässt in hohen nördlichen Breitengraden im Sommer auch die Wolken am Nachthimmel leuchten. In einem Streifen zwischen Berlin und Oslo erstarren die Teilchen bei eisigen Lufttemperaturen von bis zu minus 150 Grad. Dabei bilden sich unzählige Eiskristalle, die von den Sonnenstrahlen getroffen den Himmel rötlich färben.

 
Leserkommentare
  1. So geht die Nacht schneller rum

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    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ich habe vor lauter Nackenschmerzen aufgeben müssen.

    Ich habe vor lauter Nackenschmerzen aufgeben müssen.

  2. Ich habe vor lauter Nackenschmerzen aufgeben müssen.

    Antwort auf "Nachtschwärmer"
    • SuR_LK
    • 12.08.2012 um 4:39 Uhr

    nicht einfach, aber es waren zumindest mehr als ich Wünsche hatte. Merkt man mal wieder wieviel Lichtemissionen es selbst in einer Kleinstadt wie meiner gibt die einem das Sternegucken erschweren, aber konnte doch einige Schnuppen erblicken, auch wenn es immer nur sehr kurze Schauspiele waren.

    • Ryyyk
    • 12.08.2012 um 5:49 Uhr

    und rauf auf Hügel und Feld, so boten sich mir neben einem wunderbar klarem Sternhimmel um die 100 Sternschnuppen.

  3. Liebe Redaktion, das ist doch nur eine langbelichtete Aufnahme, welche die normalen Sternbewegungen um den Polarstern zeigt.

    Perseiden sehen anders aus, gibt es dan nix ordentliches im Archiv??

    Ansonsten lohnt es auch noch heute abend, heute morgen waren einige Boliden dabei, wie immer ein beeindruckens Feuerwerk, allerdings war es recht kühl.

    Eine Leserempfehlung

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Kommentare 5
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