Paläontologie: Ein Saurier ist aus der Zeit gefallen
In der Sammlung des Naturkundemuseums in Stuttgart sind Überreste eines Fischsauriers aufgetaucht. Der stammt aus einer Zeit, aus der man bisher keine Fossilien hatte.
Das präparierte Skelett eines Fischsauriers, der in der Hondelager Juramulde bei Braunschweig freigelegt wurde.
Bei Präparationsarbeiten haben deutsche Forscher eine Fischsaurierart aus einer Zeit vor rund 170 bis 175 Millionen Jahren identifiziert. Die Überraschung: Bisher gab es aus jenem Zeitalter gar keine Saurierfunde.
Das versteinerte Fischsaurier-Skelett stamme aus einer Tongrube bei Heiningen im Kreis Göppingen und sei im Jahr 1975 bei einer Grabung geborgen worden, teilte das Staatliche Museum für Naturkunde in Stuttgart mit. "Der Saurier ist auch ungewöhnlich groß", sagte der Paläontologe und Saurierexperte des Museums, Rainer Schoch. Unter anderem hätten die Präparatoren den Schädel des etwa sechs Meter langen Meerestieres freigelegt.
Jahrelang habe der Fund nach den Grabungen in den Sammlungen des Museums geschlummert. Bei aktuellen Forschungsarbeiten sei der Fischsaurier nun erstmals genauer untersucht worden. "Der wissenschaftliche Wert des Fossils ist international bedeutend", meinen die Forscher. Die Heininger Tongrube sei die einzige Fundstelle von Meeresechsen aus dem besagten Zeitfenster weltweit.
- Zeitalter
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Die Saurier entwickelten sich nach neuesten Erkenntnissen vor etwa 243 Millionen Jahren im Mesozoikum (Erdmittelalter). Es wird in drei Perioden unterteilt: Die Trias, der Jura und die Kreide. Die Trias, in dem fast die gesamte Landmasse im Superkontinent Pangea zusammengefasst war, bezeichnet die Zeit von 251 Millionen bis 200 Millionen Jahre. Auf die Trias folgte der Jura von 200 bis 145 Millionen Jahren, in dem der Urkontinent auseinander brach und sich langsam in die heutigen Kontinente aufteilte.
Infografik
Warum starben die Dinosaurier aus? Klicken Sie auf das Bild, um die Infografik als PDF herunterzuladen.
Anschließend folgte die Zeit der Kreide vor 145 bis 65 Millionen Jahren. Mit dem Ende der Kreide wurden fast alle Saurier ausgerottet. Da man die Vögel als Nachfahren einer Gruppe der Saurier ansieht, sind sie jedoch streng genommen nicht vollständig ausgestorben.
Von den Reptilien, die damals auf der Erde vorkamen, überlebten zum Beispiel die Krokodile, Schlangen, Eidechsen und die Schildkröten.
Die Pflanzenwelt veränderte sich während dieser Zeit dramatisch. Von einstigen Landschaften mit Nadelwäldern und Ginkobäumen wandelte sich das Bild in der Kreidezeit zu Laubwäldern und Buschlandschaften. Dafür verantwortlich war die Entwicklung der Blütenpflanzen in der frühen Kreidezeit.
- Systematik
Zu den Sauriern zählt man die Saurischia (Echsenbeckendinosaurier), zu denen die meist fleischfressenden Theropoden und die zumeist pflanzenfressenden Sauropoden gehören, sowie die Ornithischia (Vogelbeckendinosaurier), deren Gruppe hauptsächlich Pflanzenfresser umfasst. Die meist in Büchern abgebildeten Meeressaurier und Flugsaurier gehören systematisch nicht zu den Dinosauriern.
- Erscheinungsbild
Über das Aussehen der Saurier sind die Wissenschaftler sich größtenteils einig. Die Rekonstruktionen aus versteinerten Knochen und Hautfetzen lassen ein ziemlich genaues Bild der damaligen Bewohner entstehen. Allerdings gibt es keine Sicherheit über mögliche Haare, Federn und Farbe. Neueste Erkenntnisse lassen vermuten, dass viele Arten Borsten oder Federn besaßen, die teilweise interessante Färbungen aufwiesen. Pigmentzellen wurden in Borsten- und Federversteinerungen gefunden.
- Verhalten
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Über die Physiologie, das Verhalten und die Entwicklung kann meist nur spekuliert werden. Hier müssen sich die Wissenschaftler häufig auf Vergleiche mit heutigen Tierarten verlassen. Eine strittige Frage war, ob die Saurier wechselwarme Tiere waren oder nicht. Nach Vergleichen der Anatomie und der aufrechten Körperhaltung der Saurier, die den der warmblütigen Säugetiere und Vögel entspricht, gehen die meisten Forscher davon aus, dass die Saurier aktiv ihre Körpertemperatur über der Umgebungstemperatur halten konnten. Ihre aufrechte Haltung sei ein Indiz für eine Anpassung an dauerhaftes Laufen, was nur mit einer erhöhten Stoffwechselrate zu bewerkstelligen gewesen wäre.
Ob die Saurier Herdentiere waren, lässt sich ebenfalls nicht eindeutig feststellen. Wissenschaftler vermuten, dass die großen Räuber eher Einzelgänger waren, Pflanzenfresser sich lieber in größeren Gruppen aufhielten, um sich gegenseitig Schutz zu bieten. Es gibt aber auch Hinweise, dass kleinere Raubsaurier in Gruppen gejagt haben könnten.
Brutpflege betrieben aber offenbar die wenigsten der Ur-Echsen. Paläontologen entdeckten zwar Nester mit versteinerten Eiern, fanden aber keine Belege dafür, dass sie von den adulten Tieren betreut wurden.
- Aussterben
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Zum Aussterben der Saurier gibt es mehrere Theorien. Eine geht davon aus, dass ein großer Asteroid die Erde traf und die Folgen das Schicksal der Urzeittiere besiegelte. Die Tiere, die nicht sofort starben, fielen der Veränderung des Klimas zum Opfer.
Einer anderen Theorie zufolge hätte der Ausbruch mehrerer Vulkane das weltweite Klima so stark verändert, dass die Saurier nicht mehr überlebensfähig waren. Durch die Verdunkelung der Atmosphäre durch Staub und Asche könnte auch die Nahrung der Pflanzenfresser verschwunden sein. Die Fleichfresser verhungerten ohne ihre Beutetiere.
Eine weitere Theorie besagt, dass eine weltweite Epidemie die Saurier auslöschte. Diese These ist allerdings stark umstritten, da ein solches Virus für praktisch alle Arten fatale Folgen hätte haben müssen.
Auch die Säugetiere könnten zum Aussterben der Saurier beigetragen haben, indem sie in Koonkurrenz um die Nahrung traten und somit die ökologische Nische der Saurier besetzte. Das vermehrte Auftreten von Blütenplanzen könnte die Nahrung verknappt haben. Daher könnten die Saurier trotz üppigen Nahrungsangebot verhungert sein.
Die letzten drei Theorien sind allerdings als einzige Ursache sehr umstritten. Mehrere Gründe könnten auch zusammen verantwortlich sein. Dies ist anzunehmen, denn die Saurier hatten bereits die gesamte Erde und viele verschiedene Lebensräume besiedelt und sich angepasst.
- Rekorde
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Die Urechsen haben erstaunliche Eigenschaften besessen. Der größte unter ihnen, der Argentinosaurus, war an die 45 Meter lang und wog bis zu 80 Tonnen.
Die Schnellsten, zu denen auch der Ornithomimus gehört, erreichten möglicherweise Geschwindigkeiten von mehr als 60 Stundenkilometern.
Die längsten Krallen hatte der Deinocheirus mit etwa 30 Zentimetern. Von ihm gibt es allerdings kein komplettes Skelett. Nur die vorderen Extremitäten sind als Fossilien gefunden worden.
Das größte bekannte Saurierei gehört der Spezies Hypselosaurus. Es war bis zu 30 Zentimeter groß.
Einer der besten gepanzerten Saurier war der berühmte Triceratops, ein etwa neun Meter langer Vierbeiner mit einem Kopf, auf dem eine Knochenplatte und drei Hörner saßen.
Fischsaurier (Ichthyosaurier) waren delfinähnliche Meeresechsen. Der Fund der neuen Art schließe eine weltweite Lücke und widerlege frühere Vorstellungen, nach denen die großen Fischsaurier bereits früher ausgestorben seien. Ergebnisse der Analysen will das Museum in einer Woche vorstellen.








Die Angaben im obigen Text sind zum Teil widersprüchlich. Zuerst heißt es "Nach bisheriger Forschungsmeinung sollte es in jenem Zeitalter [vor ca. 170 Millionen Jahren] gar keine Saurier geben.", dann heißt es, dass die Saurier sich vor etwa 243 Millionen Jahren entwickelten und gegen Ende der Kreidezeit ausstarben (im Text steht etwas unglücklich "wurden... ausgerottet").
Ganz zum Schluss erfahren wir, man sei davon ausgegangen, _große Fischsaurier_ seien bereits früher ausgestorben, was wohl die Bedeutung des Fundes erklärt, aber keineswegs die erste Aussage des Artikels über "gar keine Saurier".
.. aber das klingt nicht so sensationell.
Natürlich hat nie ein Forscher geglaubt, Ichthyosaurier seien am Ende des Unterjura ausgestorben und zu Beginn des Oberjura mysteriös wieder auferstanden. Man hatte halt bisher keine Fossilien aus dem Mitteljura gefunden. Diese Nachweislücke wurde nun geschlossen (oder: deutlich verkleinert). Vermutlich hat man dabei gleich eine neue Gattung und Art entdeckt und kann die Entwicklungslinien ein bißchen besser verstehen.
Liebe Leser,
Sie haben Recht – das war missverständlich ausgedrückt. Nun habe ich die entsprechenden Passagen geändert, so dass klar wird, dass man nicht dachte, es habe in jener Zeit keine Saurier gegeben.
Ich bin ja mittlerweile gut zeit-online konditioniert worden und sollte mir die "kritische" Frage wohl verkneifen, aber sei es drum:
Sagt man da wirklich korrekt "Fischsaurier"?
Soweit ich weiß, sind das Luftatmer ohne Kiemen, somit wohl eher Reptilien, oder?
Nicht alles was schwimmt ist ein Fisch, nicht alles was löscht ein Radiergummi.
(Ojeh, wie konnt ich nur...)
Viele Saurier werden einfach nach ihren Besonderheiten benannt.
Heißt im Fall des "Fischsauriers" er sieht rekonstruiert einem Fisch sehr ähnlich und die daraus entsprechende Bezeichnung wurde gewählt.
Ichthyos (griechisch) = Fisch
Aber trotzdem gut mitgedacht ;) Im Prinzip sehen sie auch eher aus wie Delphine, was den Namen noch unsinniger machen würde....
Viele Saurier werden einfach nach ihren Besonderheiten benannt.
Heißt im Fall des "Fischsauriers" er sieht rekonstruiert einem Fisch sehr ähnlich und die daraus entsprechende Bezeichnung wurde gewählt.
Ichthyos (griechisch) = Fisch
Aber trotzdem gut mitgedacht ;) Im Prinzip sehen sie auch eher aus wie Delphine, was den Namen noch unsinniger machen würde....
Viele Saurier werden einfach nach ihren Besonderheiten benannt.
Heißt im Fall des "Fischsauriers" er sieht rekonstruiert einem Fisch sehr ähnlich und die daraus entsprechende Bezeichnung wurde gewählt.
Ichthyos (griechisch) = Fisch
Aber trotzdem gut mitgedacht ;) Im Prinzip sehen sie auch eher aus wie Delphine, was den Namen noch unsinniger machen würde....
und jetzt hab ich auch noch nen Fehler gemacht.
Es ist natürlich Ichthys, der Fisch!
und jetzt hab ich auch noch nen Fehler gemacht.
Es ist natürlich Ichthys, der Fisch!
und jetzt hab ich auch noch nen Fehler gemacht.
Es ist natürlich Ichthys, der Fisch!
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