Roboter-MissionCuriosity fotografiert Flussbett-Spuren auf dem Mars

Erstmals gibt es hochauflösende Bilder eines ausgetrockneten Flussbetts auf dem Roten Planeten. Der Roboter Curiosity fand Steine, die einst fließendes Wasser formte. von dpa

In einem ausgetrockneten Flussbett auf dem Mars fotografierte Curiosity rotbraune Kieselsteine.

In einem ausgetrockneten Flussbett auf dem Mars fotografierte Curiosity rotbraune Kieselsteine.  |  © NASA/JPL-Caltech/MSSS

Das Marsgefährt Curiosity hat seine neueste Entdeckung zur Erde gefunkt: Auf dem staubigen Boden des Roten Planeten hat der Rover ein ausgetrocknetes Flussbett und vom Wasser geformte Kiesel gefunden. Die runden und eckigen Steine – manche so klein wie ein Sandkorn, andere so groß wie ein Golfball – seien zu großen mehrlagigen Brocken zusammengekittet, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit.

Zwar hätten schon frühere Marsmissionen Anzeichen für Wasser auf dem Mars entdeckt, diese Fotos seien aber die ersten ihrer Art . Wissenschaftler untersuchten die Aufnahmen der zwei einzeln stehenden Steine im Gale-Krater, die Curiosity während der ersten 40 Tage nach der Landung gemacht habe.

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Die Größe der Kiesel lasse darauf schließen, "dass das Wasser des Flusses ungefähr einen Meter pro Sekunde zurückgelegt hat und etwa knöchel- bis hüfttief war", sagte William Dietrich , Forscher an der University of California in Berkeley, der sich gemeinsam mit anderen um die Auswertung der wissenschaftlichen Experimente des Rovers kümmert. "Wir sehen hier zum ersten Mal von Wasser transportierte Kiesel auf dem Mars. Bisher haben wir nur über die Größe des Flussbetts spekuliert, jetzt können wir Beobachtungen machen."

Die runde Form der Steine lasse darauf schließen, dass die Kiesel vom Wasser über einen langen Weg hinweg transportiert worden seien, teilte die Nasa mit. "Und die Größen lassen die Deutung zu, dass sie nicht vom Wind transportiert worden sind. Es war Wasser", sagte die ebenfalls an der Curiosity-Mission beteiligte Wissenschaftlerin Rebecca Williams . Der Rover solle die Steine noch weiter untersuchen.

Rover Curiosity

Das Mars Science Laboratory (MSL) ist die erste astrobiologische Mission seit Viking in den 1970er Jahren. Mit ihr unternimmt Marsrover Curiosity seit August 2012 auf dem Roten Planeten Forschungsfahrten.

Infografik: Curiosity
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Klicken Sie auf das Bild, um die Infografik als PDF herunterzuladen.  |  © Aurel Märki

Gut drei Meter misst das Geländefahrzeug in Länge und Breite, zwei in der Höhe – damit ist er fast so groß wie ein Kleinwagen. 900 Kilogramm bringt der Rover auf die Waage. Damit ist er doppelt so lang und fünf Mal so schwer wie seine Kollegen Spirit und Opportunity aus dem Jahr 2003.

Zudem ist das fahrende Labor weitaus besser ausgestattet: Zehn wissenschaftliche Instrumente hat Curiosity an Bord, darunter das Probenanalyse-Modul SAM und das Chemielabor CheMin.

Via einer UHF-Antenne werden Daten an die Erde übertragen. Auch kann die Mars-Odyssey-Sonde der Nasa als Relais verwendet werden.

Die Energie zum Fahren und Forschen liefert wie schon bei Viking ein Radioisotopen-Generator. So ist der Rover auch ohne Sonne funktionstüchtig.

Planet Mars

Der Mars gilt zwar als erdähnlich. Doch der Rote Planet ist bei Weitem nicht so einladend wie unser Heimatplanet. Die dünne Atmosphäre des Himmelskörpers besteht zu etwa 95 Prozent aus CO2, dazu kommen Stickstoff, Sauerstoff und Argon.

Seine Oberfläche ist trocken, felsig, kalt, die Durchschnittstemperatur liegt bei minus 63 Grad Celsius. Zudem schwankt die Temperatur stark und beeinflusst das Wetter. So treten im Frühjahr oft heftige Staubstürme auf, die große Teile der Marsoberfläche verhüllen.

Aufgrund der längeren Umlaufdauer um die Sonne – der Planet ist im Durchschnitt rund 230 Millionen Kilometer von ihr entfernt, die Erde im Vergleich rund 150 Millionen Kilometer – dauert ein Marsjahr 687 Erdentage. Ein Marstag wiederum dauert 24 Stunden und 37 Minuten.

Video: Die Mission

 Diese Animation stammt vom Jet Propulsion Laboratory der Raumfahrtbehörde Nasa.

Curiosity, die bislang teuerste und technisch fortgeschrittenste Mission dieser Art, war vor etwa zwei Monaten auf dem Mars gelandet und soll dort nach Spuren von Leben suchen. Die jetzt fotografierten Flussbettkiesel seien "die Versicherung, dass wir schon unsere erste potenziell einst bewohnbare Umgebung gefunden haben", sagte Nasa-Manager John Grotzinger .

Trotzdem werde der Rover weiter zu den anvisierten Forschungszielen fahren: zunächst zu einer Stelle auf dem Mars namens Glenelg und dann zu einem hohen Berg im Gale-Krater . Die Curiosity-Mission ist auf rund zwei Jahre angelegt.

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Leserkommentare
    • dëfr
    • 28. September 2012 14:34 Uhr

    aber warum muss es immer ausgerechnet Wasser sein, kann bei den vorherrschenden Temperaturen von bis zu -133°C nicht irgendeine andere Flüssigkeit da geflossen sein?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Früher als da Wasser geflossen ist, war es nicht so kalt.
    damals hatte der mars noch eine atmosphäre.
    aber aufgrund seiner geringen masse hat dieser, seine atmosphäre verloren.

  1. 2. -133..

    Früher als da Wasser geflossen ist, war es nicht so kalt.
    damals hatte der mars noch eine atmosphäre.
    aber aufgrund seiner geringen masse hat dieser, seine atmosphäre verloren.

    Eine Leserempfehlung
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    • mugu1
    • 30. September 2012 8:15 Uhr

    "damals hatte der mars noch eine atmosphäre.
    aber aufgrund seiner geringen masse hat dieser, seine atmosphäre verloren."

    Das stimmt so nicht. Richtig ist, dass der Mark ursprünglich noch eine dichtere Atmosphäre besaß, diese aber aufgrund verschiedener Faktoren (Zusammenspiel u.a. von fehlendem Magnetfeld und Sonnenwind), verloren hat und heute nur noch eine sehr dünne Atmosphöre besitzt.

    Ich empfehle folgenden Artikel (da ich nicht weiß, wie man einen Link setzt, also manuell):

    Raumfahrer.net Die Marsatmosphäre: Vom Sonnenwind verweht

  2. Wer braucht da noch Kaffee?

  3. 4. Pfff!

    Wurde doch alles schon längst bewiesen:

    http://pete.com/files/pho...

    mit solidarischem Gruß,
    besorgter_mitbuerger

    • amun_st
    • 29. September 2012 16:43 Uhr

    ... war das noch nicht alles, was mit dieser teuren Forschungsaktion zu Tage befördert wird.
    Denn: das Wissen als solches ist nicht neu, nur detaillierter.
    Aber das rechtfertig bislang nicht den Kostenaufwand.

    Ich will Wasser sehen, am besten noch gute Erde, ein paar Tiere und dann das Ergbenis, dass Leben auf dem Mars möglich war.
    Und auch dann sind wir nicht wirklich schlauer, oder?

    • mugu1
    • 30. September 2012 8:15 Uhr

    "damals hatte der mars noch eine atmosphäre.
    aber aufgrund seiner geringen masse hat dieser, seine atmosphäre verloren."

    Das stimmt so nicht. Richtig ist, dass der Mark ursprünglich noch eine dichtere Atmosphäre besaß, diese aber aufgrund verschiedener Faktoren (Zusammenspiel u.a. von fehlendem Magnetfeld und Sonnenwind), verloren hat und heute nur noch eine sehr dünne Atmosphöre besitzt.

    Ich empfehle folgenden Artikel (da ich nicht weiß, wie man einen Link setzt, also manuell):

    Raumfahrer.net Die Marsatmosphäre: Vom Sonnenwind verweht

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "-133.."

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Mars | Nasa | Rover | Berg | Planet | Versicherung
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