AstronomieHubble blickt so tief ins All wie nie zuvor

Neue Aufnahmen des Hubble-Teleskops zeigen frühe Galaxien. Die Sternhaufen leuchten zehn Milliarden Mal schwächer als Himmelskörper, die mit bloßem Auge zu sehen sind. von dpa

Dieses Bild von 2009 zeigt das Hubble Ultra Deep Field. Das neue eXtreme Deep Field ist praktisch ein detaillierterer Ausschnitt aus diesem Bild.

Dieses zeigt das Hubble Ultra Deep Field. Das neue eXtreme Deep Field ist praktisch eine detaillierterer Ausschnitt aus diesem Bild.  |  © Nasa; Esa; University of California, Santa Cruz; Leiden University; HUDF09 Team

Das Weltraumteleskop Hubble hat den bislang tiefsten Blick ins Weltall geworfen: Die Langzeitbelichtung mit dem Namen Hubble eXtreme Deep Field (XDF) enthüllt rund 5.500 Galaxien in einer Entfernung von bis zu 13,2 Milliarden Lichtjahren, wie Wissenschaftler der amerikanischen Weltraumbehörde Nasa mitteilten. Ein Lichtjahr ist die Strecke, die das Licht in einem Jahr zurücklegt, und entspricht knapp zehn Billionen Kilometern.

"Das XDF ist die tiefste Himmelsaufnahme, die je erzielt wurde, und enthüllt die schwächsten und fernsten Galaxien, die je beobachtet wurden", sagt Garth Illingworth von der Universität von Kalifornien in Santa Cruz . "XDF ermöglicht uns, weiter zurück in der Zeit zu spähen als jemals zuvor."

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Das XDF ist ein Ausschnitt aus dem Hubble Ultra Deep Field (UDF) der Jahre 2003 und 2004 aus dem südlichen Sternbild Fornax. Für die neue Aufnahme hatte das Teleskop einen winzigen Himmelsbereich, der nur ein Bruchteil so groß ist wie der Vollmond, in den vergangenen zehn Jahren insgesamt etwa 555 Stunden lang beobachtet. Auf diese Weise wurden noch Galaxien sichtbar, die zehn Milliarden Mal schwächer leuchten als Himmelskörper, die mit dem bloßen Auge zu sehen sind.

Die fernste Galaxie in der Aufnahme stammt aus einer Zeit, als das Universum erst 450 Millionen Jahre alt war. Inzwischen sind seit dem Urknall bereits 13.700 Millionen Jahre vergangen.

Das aus 2.000 Einzelaufnahmen zusammengesetzte Bild enthält die Geschichte der Galaxienentwicklung fast seit dem Urknall bis heute. Sowohl die uralten, winzigen Saaten der heutigen majestätischen Spiralgalaxien sind darauf zu sehen als auch alte, rote Galaxien, die kaum noch neue Sterne produzieren.

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Leserkommentare
  1. die es vielleicht schon gar nicht mehr gibt.

    Di Lichtgeschwindigkeit kann Träume schaffen.

    • Rychard
    • 26. September 2012 18:44 Uhr

    Hubble. Wenn wir ganz genau hinschauen, liegt der Ursprung nicht weit hinter uns sondern tief in uns ..

  2. Ein Blick auf dieses Bild zeigt mir, dass sich der Mensch für wichtiger hält, als er eigentlich ist.

    Eine Leserempfehlung
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    • xpeten
    • 27. September 2012 0:07 Uhr

    dann wären wir alle ein großes Stück weiter.

    Gruß an die Anhänger von Geschichten, die den Menschen als Krone der Schöpfung präsentieren - und natürlich auch an die, die glauben, die Welt sei nicht älter als 6000 Jahre.

    • keibe
    • 26. September 2012 20:13 Uhr

    sind Demut und Ehrfurcht die ersten Gefühle, die mich packen. Wie klein wir doch sind.

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    • WABler
    • 26. September 2012 22:31 Uhr

    . . . haben Sie alles Wesentliche gesagt.
    Demut und Ehrfurcht vor allen und allem.
    Das fehlt in dieser großen, weiten und eigentlich so wunderbaren Welt.

    • AFX
    • 27. September 2012 10:34 Uhr

    Neil deGrasse Tyson entgegnet auf das "sich-klein-fühlen-gefühl":

    “I look up at the night sky, and I know that, yes, we are part of this Universe, we are in this Universe, but perhaps more important than both of those facts is that the Universe is in us. When I reflect on that fact, I look up — many people feel small, because they’re small and the Universe is big, BUT I FEEL BIG, because my atoms came from those stars.”

    finde ich sehr gut.

    • WABler
    • 26. September 2012 22:31 Uhr

    . . . haben Sie alles Wesentliche gesagt.
    Demut und Ehrfurcht vor allen und allem.
    Das fehlt in dieser großen, weiten und eigentlich so wunderbaren Welt.

    • xpeten
    • 27. September 2012 0:07 Uhr

    dann wären wir alle ein großes Stück weiter.

    Gruß an die Anhänger von Geschichten, die den Menschen als Krone der Schöpfung präsentieren - und natürlich auch an die, die glauben, die Welt sei nicht älter als 6000 Jahre.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Das Universum"
  3. Bei der Lektüre fragt man sich, um welche winzigen Staaten es denn auf den Bildern gehen soll. Wahrscheinlich sind eher Stadien oder Zustände (engl. states) gemeint.

    Polyglotte Grüße,

    Sphinxfutter

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Hallo Sphinxfutter,

    manchmal liest man schneller, als die Augen mitkommen. Ich hatte zunächst auch "Staaten" gelesen, war iritiert, habe nochmal nachgelesen und gesehen: Es ist von "Saaten" die Rede.
    Also kein Übersetzungsfehler ;)

    Grüße,
    1848_Karl

  4. Hallo Sphinxfutter,

    manchmal liest man schneller, als die Augen mitkommen. Ich hatte zunächst auch "Staaten" gelesen, war iritiert, habe nochmal nachgelesen und gesehen: Es ist von "Saaten" die Rede.
    Also kein Übersetzungsfehler ;)

    Grüße,
    1848_Karl

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Nasa | Galaxie | Hubble | Urknall | Weltall | Weltraumteleskop
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