Salzbergwerk : Asse als Lager für Atommüll völlig ungeeignet

Der Untersuchungsausschuss zu Asse stellt Politik, Atomwirtschaft und Wissenschaft ein schlechtes Zeugnis aus: Die Probleme waren bekannt, wurden aber ignoriert.
Ein Hinweisschild mit der Aufschrift "Bundesamt für Strahlenschutz - Schachtanlage Asse" hängt am Eingangstor zum Atommüllendlager Asse. © Jens Schlueter/dapd

Das marode Salzbergwerk Asse hätte nie zur Lagerung von Atommüll genutzt werden dürfen. Zu diesem Schluss kommt der niedersächsische Untersuchungsausschuss nach mehr als dreijähriger Arbeit in seinem Abschlussbericht.

Politik, Atomwirtschaft und Wissenschaft hätten kritische Stimmen seit den sechziger Jahren beiseite geschoben, um das Endlagerproblem zu lösen und die Eignung von Salzstöcken nachzuweisen. Das gefährliche Eindringen von Wasser in die Asse sei bekannt gewesen, aber ignoriert worden.

Alle Landtagsfraktionen in Hannover pochen nun auf eine Bergung des Mülls. 126.000 Atommüllfässer lagern heute in dem Salzbergwerk . Die Entsorgungskommission des Bundes zweifelt daran , dass eine Bergung und ein Transport der Atomfässer möglich sei. Denn das Bergwerk drohe einzustürzen und mit Wasser vollzulaufen.

Auch bei der Vorstellung des Abschlussberichts sagte der SPD-Abgeordnete Detlef Tanke, die Ermittlungen hätten gezeigt, dass Wassereinbrüche in Salz nicht auszuschließen seien. "Wie jetzt in Gorleben wurde damals bei der Asse behauptet, dass ein Absaufen nicht möglich ist." Bei der anstehenden Endlagersuche solle gewährleistet werden, dass die Abfälle rückholbar bleiben, sagte Tanke.

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Kommentare

46 Kommentare Seite 1 von 9 Kommentieren

Atomstrom ist nur dann billig

wenn der Steuerzahler auch die Förderung der Forschung, den Bau der Anlagen, die Beschaffung und Bearbeitung des spaltbaren Materials bezahlt; mit der Bezahlung der Endlagerung ist es da gar nicht getan - aber das Problem stellt sich ja erst seit den 80ern, davor ist das Zeug einfach in die Nordsee und den Atlantik gekippt worden.

Billig am Atomstrom war bislang nur die Art und Weise wie die Bevölkerung über die wahren Kosten hinter dem (Salz-)Berg(-werk) gehalten wurde!

Genau

ich nehme sie mal in Schutz, die Frau Merkel. Auf irgend jemanden, und wenn es die Wissenschaftsseite ist, muss sie sich ja verlassen. Sie ist Physikerin und keine Geologin. Und A-Strom konnte sie, aus auf der hand liegenden Gründen, noch nie leiden. In älteren Artikeln, auch in anderen Zeitungen/Publikationen wurde ja bereits vermerkt, dass die Kommunalpolitiker samt wissenschaftlicher Experten nicht die Wahrheit an den Tag legten. Hier wiederhole ich mich leider nochmals. Es war die Gier nach Fördermitteln und das Versprechen für vermeintlich sichere Arbeitsplätze. Sehr, sehr verantwortungslos und kurzsichtig.

Gorleben

Und in 10 Jahren lesen wir das gleiche über Gorleben. Natürlich weiß man heute auch schon von den Warnungen, doch sind unsere Repräsentanten wahre Meister im Versenken von Steuergeld für Lobbyunternehmen.

Dass die Länder und Kommunen kein Geld mehr haben um in Schulen herunterhängende Kabel (mit eigenen Augen in der Schulzeit gesehen) wieder an seinen angestammten Platz imMauerwerk zurückzuversetzen ist echt zweitrangig. Immerhin hat noch niemand die systemrelevanz von Kommunen und Schulen nachweisen können. Auch der Planet ist in seiner derzeitigen Form offensichtlich nicht systemrelevant...

Es lebe die Postdemokratie?