SalzbergwerkAsse als Lager für Atommüll völlig ungeeignet

Der Untersuchungsausschuss zu Asse stellt Politik, Atomwirtschaft und Wissenschaft ein schlechtes Zeugnis aus: Die Probleme waren bekannt, wurden aber ignoriert. von dpa

Ein Hinweisschild mit der Aufschrift "Bundesamt für Strahlenschutz - Schachtanlage Asse" hängt am Eingangstor zum Atommüllendlager Asse.

Ein Hinweisschild mit der Aufschrift "Bundesamt für Strahlenschutz - Schachtanlage Asse" hängt am Eingangstor zum Atommüllendlager Asse.  |  © Jens Schlueter/dapd

Das marode Salzbergwerk Asse hätte nie zur Lagerung von Atommüll genutzt werden dürfen. Zu diesem Schluss kommt der niedersächsische Untersuchungsausschuss nach mehr als dreijähriger Arbeit in seinem Abschlussbericht.

Politik, Atomwirtschaft und Wissenschaft hätten kritische Stimmen seit den sechziger Jahren beiseite geschoben, um das Endlagerproblem zu lösen und die Eignung von Salzstöcken nachzuweisen. Das gefährliche Eindringen von Wasser in die Asse sei bekannt gewesen, aber ignoriert worden.

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Alle Landtagsfraktionen in Hannover pochen nun auf eine Bergung des Mülls. 126.000 Atommüllfässer lagern heute in dem Salzbergwerk . Die Entsorgungskommission des Bundes zweifelt daran , dass eine Bergung und ein Transport der Atomfässer möglich sei. Denn das Bergwerk drohe einzustürzen und mit Wasser vollzulaufen.

Auch bei der Vorstellung des Abschlussberichts sagte der SPD-Abgeordnete Detlef Tanke, die Ermittlungen hätten gezeigt, dass Wassereinbrüche in Salz nicht auszuschließen seien. "Wie jetzt in Gorleben wurde damals bei der Asse behauptet, dass ein Absaufen nicht möglich ist." Bei der anstehenden Endlagersuche solle gewährleistet werden, dass die Abfälle rückholbar bleiben, sagte Tanke.

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Leserkommentare
    • Gerry10
    • 18. Oktober 2012 15:09 Uhr

    Hauptsache Atomstrom war(!) billig.
    Jetzt dürfen sich die Enkel und deren Kinder und deren Kinder und deren Kinder und...um den Dreck kümmern.

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    • Nibbla
    • 18. Oktober 2012 15:18 Uhr

    Solange man den Müll ignoriert und man das Restrisiko auf 0 rundet...

    Aber solange man die konsequent auf Castertransporte im Kreis fahren lässt, braucht man keine Lager :-P
    Und verantwortlich ist niemand...

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    • lcamino
    • 18. Oktober 2012 15:49 Uhr

    wenn der Steuerzahler auch die Förderung der Forschung, den Bau der Anlagen, die Beschaffung und Bearbeitung des spaltbaren Materials bezahlt; mit der Bezahlung der Endlagerung ist es da gar nicht getan - aber das Problem stellt sich ja erst seit den 80ern, davor ist das Zeug einfach in die Nordsee und den Atlantik gekippt worden.

    Billig am Atomstrom war bislang nur die Art und Weise wie die Bevölkerung über die wahren Kosten hinter dem (Salz-)Berg(-werk) gehalten wurde!

    • Mike23
    • 18. Oktober 2012 15:22 Uhr

    Nicht zu vergessen, wer Schuld daran ist: Die CDU im Allgemeinen und die damalige Umweltministerin Dr. A. Merkel im Speziellen!

    ... bevor die "Gutmenschen-Keule" wieder heruasgeholt werden und die ganzen "Rot-Grünen-Hasser" wieder ihre Kommentare abgeben.

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    Frau Merkel trifft sicherlich eine Teilschuld, dass sie Missstände nicht behoben hat aber der Karren wurde schon vor ihr in den Dreck gefahren.

    Was mir sorgen macht ist eine CDU-Aussage, dass Asse die Blaupause für Gorleben wäre.

  1. Und in 10 Jahren lesen wir das gleiche über Gorleben. Natürlich weiß man heute auch schon von den Warnungen, doch sind unsere Repräsentanten wahre Meister im Versenken von Steuergeld für Lobbyunternehmen.

    Dass die Länder und Kommunen kein Geld mehr haben um in Schulen herunterhängende Kabel (mit eigenen Augen in der Schulzeit gesehen) wieder an seinen angestammten Platz imMauerwerk zurückzuversetzen ist echt zweitrangig. Immerhin hat noch niemand die systemrelevanz von Kommunen und Schulen nachweisen können. Auch der Planet ist in seiner derzeitigen Form offensichtlich nicht systemrelevant...

    Es lebe die Postdemokratie?

    11 Leserempfehlungen
    • Deify
    • 18. Oktober 2012 15:22 Uhr

    Aus eben diesem Grunde enstand damals die Protestbewegung, sie wurde diffamiert, belächelt usw. Und wer hatte die größere Weitsicht? Wobei ich zugebe, dass die Umweltzerstörung durch Kohle- und Ölschieferabbau auch nicht das ist, was man sich wünschen kann, aber immerhin nicht diese hohen und ewig andauernden Gefahren nach sich zieht.

    2 Leserempfehlungen
  2. ermittelt überhaupt irgendeine Staatsanwaltschaft. Vermutlich würde staatsanwaltliche Ermittlungen nicht so lange dauern bis auch der letzte Schuldige verstorben ist.

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    Forschungsobjekt; damaliger Bundeskanzler Ludwig Ehrhard, CDU; Regierung aus CDU, CSU und FDP. Politik, Atomwirtschaft und Wissenschaft haben scheints die Probleme, die BEKANNT waren, verlacht. Was ist das für eine Wissenschaft gewesen, die wissenschaftliches Denken offensichtlich nicht zuließ? Was für eine Politik, die gerne bereit war, Probleme nicht zu sehen? Von der Atomwirtschaft will ich gar nicht reden - aber die Helmholtz-Gesellschaft in München ist die Nachfolgerin aller wissenschaftlichen Strahlungsforschungsverantwortung. Warum ließen es diese Wissenschaftler so weit kommen, wie wir heute die ASSE II vorfinden? Was taten sie, um nur die illegalen Ablagerungen dort zu unterbinden - oder ließen sie sie zu? - Wo ist der Generalstaatsanwalt, der es wagt, ohne einen Auftrag der heutigen Bundeskanzlerin diesen Fragen nachzugehen? - Das ändert jedoch nichts an den heutigen Tatsachen; man will die dort lagernde tödliche Fracht nicht mehr herausholen aus Furcht vor dem Zusammenbrechen der ASSE II; bricht sie jedoch zusammen, geht diese Fracht ungehindert und unkontrolliert hinaus. Und keine Wissenschaft der Atomphysik hat eine Lösung anzubieten - die Atomwirtschaft läßt sich gerade von Angela Merkel den Joker zuspielen, Atomkraftwerke auch länger laufen zu lassen. Wahrscheinlich wird dieser anfallende Atommüll dann in den atombombensicheren Bunkern unserer Bundesregierung eingebunkert, oder? - Die Geister, die ich rief ... mehr Unverantwortlichkeit läßt sich kaum denken. -

    • okmijn
    • 18. Oktober 2012 15:24 Uhr

    Es gibt kein sicheres Endlager. Man kann nur so schnell wie möglich aufhören noch mehr zu erzeugen und das vorhandene Material immer wieder umlagern oder akzeptieren, dass es sich verteilt und wir die Erde zu einem etwas stärker strahlenden Planeten gemacht haben.

    7 Leserempfehlungen
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    aber ich weiß leider nicht mehr wo ich es gelesen habe. Vor vielleicht einem halben jahr lass ich, dass Chemiker eine Verfahren entwickelt haben, wie durch chemische Aufbereitung/Reaktionen bzw. der dadurch neu entstehenden Verbindungen der jetzige strahlende Abfall in chemisch ungefährliche und neutrale Substanzen verwandelt werden kann.
    Wie es scheint war es eine Einzelmeldung, die im Schwarzen Loch der Aufmerksamkeit verschwunden ist. Weiß leider nicht inwiefern das möglich ist und zu welchem Preis.
    Auf jeden Fall darf kein neuer A-Müll hinzu kommen.

  3. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/fk.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, sk
  • Schlagworte Atommüll | Wissenschaft | Arbeit | Ass | Ermittlung | Müll
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