ExoplanetForscher entdecken erdgroßen Planeten in Nachbarsonnensystem

Seit dem 19. Jahrhundert suchen Forscher Planeten im Sonnensystem Alpha Centauri – jetzt haben sie einen gefunden. Er ist etwa erdgroß, aber zu heiß, um auf ihm zu leben. von dpa und dapd

In dieser Darstellung des Sonnensystems Alpha Centauri umkreist ein Planet den Stern Alpha Centauri B.

In dieser Darstellung des Sonnensystems Alpha Centauri umkreist ein Planet den Stern Alpha Centauri B.  |  © L. Calcada/ESO/dapd

Ein europäisches Astronomenteam hat einen erdgroßen Planeten außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt. Der Planet ist der kleinste, der jemals bei einem sonnenähnlichen Stern gesichtet wurde, wie die Europäische Südsternwarte ESO in Garching bei München mitteilte.

Leben ist auf dem Planeten allerdings nicht möglich – er umkreist seinen Stern fast 40 Mal dichter als die Erde die Sonne, sodass seine Oberfläche die Konsistenz flüssiger Lava haben könnte. Die Forscher um Xavier Dumusque vom Observatorium Genf stellen ihre Beobachtung im britischen Magazin Nature vor.

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Der Planet befindet sich im 4,3 Lichtjahre entfernten Nachbarsystem Alpha Centauri. Es besteht aus insgesamt drei Sternen. Alpha Centauri A und B bilden ein enges Doppelsternsystem, das in größerer Entfernung von Proxima Centauri umkreist wird. Alpha Centauri B ähnelt in Masse und Strahlung unserer Sonne.

Berechnung der Masse

Um die Masse der fernen Himmelskörper zu bestimmen, nutzen die Astronomen die "Radialgeschwindigkeitsmethode". Kreist ein Exoplanet um seinen Mutterstern, dann hat das Tandem einen Rotationspunkt, der nicht mit dem Mittelpunkt des Sterns identisch ist.

Deshalb scheint der Stern für einen Beobachter auf der Erde zu taumeln. Kommt er uns näher, werden die von ihm ausgesendeten Lichtwellen gestaucht, entfernt er sich, werden sie gestreckt. Diese Veränderungen können gemessen und daraus die Masse des Exoplaneten berechnet werden.

Das funktioniert aber nur für Himmelskörper, die größer als unsere Erde sind.

Größe und Dichte

Die Größe der fernen Objekte wird mithilfe der "Transitmethode" ermittelt. Sie basiert auf der minimalen Verdunklung, die eintritt, wenn sich Exoplaneten zwischen ihren Mutterstern und einen Beobachter schieben. Letztere sind oft Weltraumteleskope wie Corot oder Kepler. Während Corot maximal ein halbes Jahr in die gleiche Richtung schaut und dabei eher Planeten mit kurzen Umlaufzeiten aufspürt, blickt Kepler bis zu vier Jahre in ein und dieselbe Himmelsregion und findet so auch Planeten mit längeren Umlaufzeiten.

Aber auch dieses Verfahren hat seine Grenzen. Ein Planet wie Jupiter würde das Licht eines sonnengroßen Sterns um nur ein Prozent verdunkeln. Der Effekt eines erdgroßen Planeten wäre noch hundertmal kleiner.

Aus der Masse und der Größe der Exoplaneten kann die Dichte berechnet werden. Die wiederum gibt Hinweise darauf, ob der ferne Himmelskörper aus Gas, Eis oder Fels besteht. (nes)

Seit dem 19. Jahrhundert spekulierten Astronomen über Planeten im System Alpha Centauri, teilt die ESO mit. Mit dem Spezialinstrument Harps an einem ESO-Teleskop in Chile wurden die Forscher nun fündig .

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Leserkommentare
    • Azenion
    • 17. Oktober 2012 7:55 Uhr

    Proxima Centauri liegt doch nicht außerhalb unserer Galaxie!

    8 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Das wissen aber dpa und dapd nicht. Und wenn man unreflektiert Agenturmeldungen abdruckt, verbreitet sich das Unwissen wie von selbst.

    Ach, diese Kleinigkeiten! Journalisten haben besseres zu tun.

    Redaktion

    Liebe Leser,

    im ersten Absatz war der Begriff Galaxie wie Sie zu recht bemerken, falsch gewählt. Leider wurde der Fehler der Nachrichtenagentur zunächst nicht korrigiert. Nun ist richtigerweise von Sonnensystem die Rede. Vielen Dank für den Hinweis

    • Nibbla
    • 17. Oktober 2012 8:17 Uhr

    Empfehlung an alle die Civ mögen.
    Dem Vorredner schließ ich mich an.
    Galaxie und Sonnensystem sollte man nicht verwechseln ^^

    Vlt sollte der Autor mehr Alpha Centrauri schauen :-P
    http://www.br.de/fernsehe...

    2 Leserempfehlungen
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    • Nibbla
    • 17. Oktober 2012 8:18 Uhr

    wurde grad verbessert. Leider kann man nicht editieren

    • Nibbla
    • 17. Oktober 2012 8:18 Uhr

    wurde grad verbessert. Leider kann man nicht editieren

    • Ymir
    • 17. Oktober 2012 9:10 Uhr

    <...hat einen erdgroßen Planeten außerhalb unserer Galaxie entdeckt...>

    Richtig muss es lauten: ...ausserhalb unseres Sonnensystems...

    5 Leserempfehlungen
  1. Hallo liebe Redaktion, der Fehler mit der Galaxis ist immer noch da und der Rest ist leider auch nicht so pralle. Entweder mehr Fakten oder dann lieber gar nichts bringen, so ähnelt das ganze mehr einem Artikel in der Schülerzeitung.

    Das könnt ihr doch besser!!!!

    Eine Leserempfehlung
    • Ymir
    • 17. Oktober 2012 9:15 Uhr

    …betrieben mit den derzeit schnellsten von Menschenhand gebauten Flugkörpern (Sonde „New Horizons”, 16 km/s), würde immer noch reichlich 80.000 Jahre dauern.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • gpue
    • 17. Oktober 2012 10:54 Uhr

    Die Reise würde aber "nur" etwa 31000 Jahre dauern, wenn man bedenkt, dass die Fluchtgeschwindigkeit aus dem Sonnensystem mindestens 42km/s beträgt. Unter dieser Geschwindigkeit braucht man gar nicht erst loszureisen.

  2. und ohne krassen Fehler.

    Eine Leserempfehlung
  3. Das wissen aber dpa und dapd nicht. Und wenn man unreflektiert Agenturmeldungen abdruckt, verbreitet sich das Unwissen wie von selbst.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dapd, dpa
  • Schlagworte Planet | Sonne | Sonnensystem | Stern | Chile | Exoplanet
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