Foto der Milchstraße84 Millionen Sterne zum Reinzoomen

Astronomen haben ein gigantisches Bild unserer Milchstraße veröffentlicht. Es zeigt die Galaxie in nie zuvor erreichten Ausmaßen: in aufgelöst rund neun Gigapixeln. von dpa

Gigantisches Ausmaß: eine aus Tausenden Einzelfotos zusammengefügte Aufnahme unserer Milchstraße.

Gigantisches Ausmaß: eine aus Tausenden Einzelfotos zusammengefügte Aufnahme unserer Milchstraße.  |  © ESO/VVV Consortium

Forschern der Europäischen Südsternwarte Eso ist die größte Aufnahme der Milchstraße gelungen , die je von der Erde aus gemacht wurde. Die Wissenschaftler erzeugten ein neun Gigapixel großes Bild mit mehr als 84 Millionen Sternen – einen derartigen Sternkatalog aus dem zentralen Bereich unserer Galaxie hat es noch nicht gegeben. Er erfasse mehr als zehn Mal so viele Sterne wie alle vorangegangenen Studien, teilte die Eso in Garching bei München mit.

Würde man das Bild in der im Buchdruck üblichen Auflösung drucken, wäre es neun Meter lang und sieben Meter hoch. Es zeige den zentralen Bereich der Milchstraße, in dem sich auch das seinerzeit von Eso-Forschern entdeckte Schwarze Loch befindet, sagte der Astronom Lars Lindberg Christensen.

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Das Erstellen des Bildes sei technisch eine "Riesenherausforderung" gewesen. Die Aufnahme bilde etwa 30 von insgesamt 360 Grad der Milchstraße rundum ab, die insgesamt rund 200 Milliarden Sterne umfasst. Die Daten müssten nun ausgewertet werden. Auf der Eso-Website können Besucher durch die Aufnahme navigieren und hineinzoomen .

"Untersucht man die Myriaden von Sternen in der Umgebung des galaktischen Zentrums im Detail, dann kann man nicht nur etwas über die Entstehung und Entwicklung unserer Milchstraße lernen, sondern über Spiralgalaxien ganz allgemein", sagte der Erstautor der neuen Studie, Roberto Saito, in Chile .

Namensherkunft

Der Name für Milchstraße lautet in der Fachwelt Galaxis. Er ist vom altgriechischen galaxias abgeleitet, und das wiederum von gala (= Milch).

Der Sage nach habe Zeus seinen Sohn Herakles, den er mit der sterblichen Frau Alkmene gezeugt hatte, an der Brust seiner göttlichen Frau Hera trinken lassen, als sie schlief. Herakles sollte so göttliche Kräfte erhalten. Doch der Kleine saugte so ungestüm, dass Hera erwachte und das Kind voller Abscheu von sich stieß. Dabei wurde ein Strahl ihrer göttlichen Milch über den Himmel verspritzt.

Milchstraße in Zahlen

Durchmesser: 100.000 Lichtjahre

Dicke: 3.000 bis 16.000 (Bulge) Lichtjahre

Masse (sichtbar): rund 3,6 mal 10 hoch 41 Kilogramm

Sterne: rund 100 bis 300 Milliarden

Interstellare Materie: 600 Millionen bis einige Milliarden Sonnenmassen

Durchmesser des Halos: rund 165.000 Lichtjahre

Dunkle Materie: rund 1 Billion Sonnenmassen

Abstand der Sonne: 25.000 bis 28.000 Lichtjahre vom galaktischen Zentrum

Umlaufzeit um das Zentrum: 220 bis 240 Millionen Jahre

Ein internationales Astronomenteam hatte die Aufnahme mit Hilfe des VISTA-Infrarotdurchmusterungsteleskops in der chilenischen Atacama-Wüste erstellt. Es befindet sich am Paranal-Observatorium, wo auch das bekannte Eso-Teleskop VLT (Very Large Telescope) steht.

Die Infrarottechnik habe den Blick durch die dichten Staubwolken erleichtert, die das sichtbare Licht abschwächen. "Für einen direkten Blick in das Herz unserer Galaxis müssen wir im nahen Infrarot beobachten", sagte Dante Minniti von der Pontificia Universidad Catolica de Chile, einer der Autoren der Studie. "Infrarotstrahlung wird von dem kosmischen Staub deutlich weniger stark beeinträchtigt."

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Leserkommentare
    • xNCx
    • 24. Oktober 2012 21:14 Uhr

    vielen Dank, für diesen interessanten Einblick.

    • Rychard
    • 24. Oktober 2012 22:40 Uhr

    zu viel für das Internet. Der ESO Server ist überlastet ..

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    • timego
    • 24. Oktober 2012 22:45 Uhr

    merke ich auch gerade, schade

    • timego
    • 24. Oktober 2012 22:45 Uhr

    merke ich auch gerade, schade

    Antwort auf "Ein paar Sterne .."
  1. gibts das irgendwo zum download. Ich will ein 9 Gigapixel Bild haben

  2. Solche Bilder sollen vor jeder UNO Sitzung gezeigt werden.

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    • Ymir
    • 25. Oktober 2012 8:41 Uhr

    in die uns umgebende interstellare Materie zu tun?

    Die Auflösung der Kleingeistig- und Feindlichkeit im Angesicht des unvorstellbar großen, uns mehrere Skalierungen transzendierenden, Gesamtgefüge.

    Schade nur, dass Selbstselektionseffekte dafür Sorge tragen, dass überwiegend äußerst selbsteingenommene, macht-, geld- und ruhmsüchtige Menschen Politiker Menschen werden, Idealisten eher etwas seltener (wenn sies dann durchhalten).

    Da müsste man uns schon mit Laserwaffen aus Alpha-Centauri angreifen, damit es stattdessen heißt: "Homo alieni lupus est" ;)

    • Ortrun
    • 25. Oktober 2012 8:07 Uhr

    @4 Ja gibt es hier: http://www.eso.org/public...

    Allerdings hat das Full Size Origianl 24.6 Gigabyte :-)
    Aber es gibt auch kleinere Versionen (unten rchts auf der o.g. Seite)

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    • Rychard
    • 26. Oktober 2012 7:22 Uhr

    schläft das Netz. 24GB ist für mein Rechnerlein etwas viel. Das 10k tiff ist beeindruckend genug und langt für die Zimmerdecke ..

    • Ymir
    • 25. Oktober 2012 8:41 Uhr

    in die uns umgebende interstellare Materie zu tun?

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    der werte User spielt darauf an, dass dies Demut vor der Natur evozieren würde. Und dass die Damen und Herren an einem Strang ziehen, um zukünftigen Generationen die Möglichkeit zu geben den Kram gründlich zu erforschen oder gar zu bereisen.

  3. der werte User spielt darauf an, dass dies Demut vor der Natur evozieren würde. Und dass die Damen und Herren an einem Strang ziehen, um zukünftigen Generationen die Möglichkeit zu geben den Kram gründlich zu erforschen oder gar zu bereisen.

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    • R_IP
    • 25. Oktober 2012 9:31 Uhr

    Demut vor der Natur und den wachsenden Aufgaben, denen die Menschen heute gegenüberstehen, erreicht man nicht durch den Blick durch ein Teleskop und das betrachten eines bunten Sternenbildchens. Die Politik wird auf der Erde gemacht und hat sich mit den hier gegebenen Problemen zu befassen. Insofern kann ich die Euphorie derjenigen, die auch beim Anblick der Bilder der Marssonde ins schwärmen geraten und sich in ihrem zivilisatorischen Fortschrittsoptimismus bestätigt fühlen kaum nachvollziehen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Milchstraße | Stern | Studie | Chile
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