Auszeichnung Wer erhält den Nobelpreis für Chemie?
Ein letztes Mal Aufregung unter Forschern in diesem Jahr: In Stockholm werden der oder die Nobelpreisträger für Chemie verkündet. Seien Sie per Livestream dabei.
Gegen 11:45 Uhr gibt das Nobelkomitee der Königlich-Schwedischen Akademie der Wissenschaften in Stockholm bekannt, wer die höchste Auszeichnung in der Kategorie Chemie bekommt. Bereits am Montag und Dienstag wurde verkündet, wer mit dem Medizinnobelpreis und der Auszeichnung für Physik in diesem Jahr am 10. Dezember ausgezeichnet wird. Das ist der Todestag des Preisstifters Alfred Nobel.
Jedes Jahr erreichen zwischen 200 und 300 Kandidatenvorschläge die verschiedenen Jurymitglieder der einzelnen Kategorien – Medizin, Physik, Chemie, Frieden, Literatur und Wirtschaft. Denn für den Nobelpreis muss man nominiert werden – von einem früheren Preisträger selbst, einem Lehrstuhlinhaber aus dem jeweiligen Fachgebiet in Skandinavien oder einem Akademiker, den das Nobelkomitee für würdig befindet.
Verliehen werden die Preise seit 1901. Sie gehen auf das Testament des Großindustriellen und Wissenschaftlers Alfred Nobel zurück. Der Erfinder des Dynamits stiftete den Großteil seines Vermögens für die Auszeichnungen, die seinen Namen tragen. Er wollte damit die wichtigsten Entdeckungen, Erfindungen, Fortschritte, literarischen Werke und Friedensbemühungen einzelner Personen würdigen lassen.
Die Auszeichnung für Ökonomie ist umstritten, weil sie nicht wie die anderen Nobelpreise auf das Testament zurückgeht, sondern erst 1968 von der Schwedischen Reichsbank gestiftet wurde. Mit dem Preis wurden meist amerikanische Wirtschaftswissenschaftler geehrt Bisher war nur eine Frau unter den Preisträgern: Elinor Ostrom.
- Nobelpreise
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Mit der Stiftung der Nobelpreise wollte der schwedische Forscher und Großindustrielle Alfred Nobel (1833-1896) einen Konflikt lösen, der sein Leben bestimmte: Der Erfinder des Dynamits konnte nicht verwinden, dass seine Entdeckung für den Krieg genutzt wurde.
Der engagierte Pazifist vermachte sein Vermögen schließlich einer Stiftung. Die Zinsen daraus sollten Preise für jene finanzieren, die "im vorhergehenden Jahr der Menschheit den größten Nutzen erwiesen haben".
Die Nobeljurys sind hingegen dazu übergegangen, Jahre, wenn nicht Jahrzehnte abzuwarten, um die Preise zu verleihen. Begründet wird dies damit, dass oft nicht so rasch klar ist, ob eine Leistung tatsächlich von derart großer Bedeutung ist, um sie mit einem Nobelpreis zu ehren.
- Dotierung und Verleihung
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Ihr Weg zur Medaille
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Die Preise werden seit 1901 vergeben. Die Dotierung stieg von anfangs 150.800 schwedischen Kronen in den vergangenen Jahren auf 10 Millionen Kronen (rund 1 Million Euro). Ab 2012 reduziert sich die Summe allerdings um 20 Prozent, um auch künftig die Aufgaben der Stiftung finanzieren zu können. Damit ist der Preis nun mit 8 Millionen Kronen dotiert, umgerechnet rund 940.000 Euro.
Bis zu drei Menschen können sich einen wissenschaftlichen Preis teilen. Der Friedensnobelpreis wird auch an Organisationen verliehen.
Am Todestag Alfred Nobels, dem 10. Dezember, werden die Preise feierlich verliehen. Die Geehrten erhalten eine Urkunde und die goldene Medaille mit dem Konterfei des Stifters. Zusätzlich füllen sich die Konten der Ausgezeichneten mit dem Preisgeld, das versteuert werden muss. Gibt es mehrere Preisträger in einer Kategorie, wird es aufgeteilt.
- Preisregen
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Neben den eigentlichen Nobelpreisen wird seit 1969 eine Ehrung für Wirtschaftswissenschaften im Gedenken an Alfred Nobel verliehen. Sie wurde 1968 von der Schwedischen Reichsbank gestiftet.
Seit 1980 vergibt die "Stiftung zur Auszeichnung richtiger Lebensführung" (Right Livelihood Award Foundation) die Right Livelihood Awards, die oft als Alternative Nobelpreise bezeichnet werden.
Die Preisträger für Physik und Chemie werden immer von der Königlich-Schwedischen Akademie der Wissenschaften, die der Medizin vom Karolinska-Institut in Stockholm und die Literaturpreisträger von der Königlich-Schwedischen Akademie der Künste ausgewählt.
Die Friedenspreisträger bestimmt ein Ausschuss des norwegischen Parlaments in Oslo.
- Bekanntgabe 2012
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Traditionell werden jedes Jahr im Oktober zunächst die Geehrten in der Kategorie Medizin bekanntgegeben, gefolgt von Physik, Chemie, Literatur, Frieden und den Preisträgern der Auszeichnung der Schwedischen Reichsbank zu Ehren Alfred Nobels.
Die Termine 2012 im Überblick:
Montag, 08.10.2012, gegen 11:30 Uhr: Bekanntgabe der Medizinnobelpreisträger
Dienstag, 09.10.2012, gegen 11:45 Uhr: Bekanntgabe der Physiknobelpreisträger
Mittwoch, 10.10.2012, gegen 11:45 Uhr: Bekanntgabe der Chemienobelpreisträger
Donnerstag, 11.10.2012, gegen 13:00 Uhr: Bekanntgabe des Literaturnobelpreisträgers
Freitag, 12.10.2012, gegen 11:00 Uhr: Bekanntgabe der Friedensnobelpreisträger
Montag, 15.10.2012, gegen 13:00 Uhr: Bekanntgabe der Wirtschaftsnobelpreisträger
Insgesamt erhielten bis 2011 nur 44 Frauen Nobelpreise. Seit 1901 wurden 823 Personen und 20 Organisationen ausgezeichnet. Manche erhielten den Preis mehrfach. So bekam zum Beispiel die Forscherin Marie Curie sowohl den Physik- als auch den Chemienobelpreis. Linus Pauling wurde die Auszeichnung in Chemie und Frieden verliehen. Am häufigsten wurde das Internationale Rote Kreuz geehrt. Drei Mal erhielt es den Friedensnobelpreis.
2011 erhielt der Israeli Daniel Shechtman den Nobelpreis für Chemie. Der Materialforscher entdeckte 1982 die Quasikristalle, molekulare Strukturen, deren Existenz viele Wissenschaftler bis dahin für unmöglich hielten. Mit Shechtman ehrte die Nobeljury einen Forscher, der gegen alle Widerstände auf seinen Ergebnissen beharrte. Sie stellten sich letztlich als richtig heraus und Shechtman revolutionierte das Verständnis von Feststoffen.
Die Nobelstiftung berichtet auch auf Twitter und Facebook über die Preisträger.
- Datum 11.10.2012 - 09:55 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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