Astronomie Erstmals Schwarze Löcher in Kugelsternhaufen entdeckt
Noch nie konnten Forscher ein Schwarzes Loch in einem Kugelsternhaufen der Milchstraße nachweisen. Nun haben sie gleich zwei gefunden – das widerspricht gängiger Theorie.
© Benjamin de Bivort

Diese Darstellung zeigt zwei schwarze Löcher im Kugelsternhaufen M22.
Astronomen haben erstmals Schwarze Löcher in einem Kugelsternhaufen unserer Milchstraße entdeckt. In dem Sternhaufen mit der Katalognummer M22 stieß ein internationales Forscherteam gleich auf zwei Schwarze Löcher mit jeweils 10 bis 20 Mal soviel Masse wie unsere Sonne.
Die Entdeckung sei überraschend, berichtet eine Forschergruppe um Laura Chomiuk von der Michigan State University im britischen Magazin Nature. Denn der gängigen Vorstellung der Astronomen zufolge dürfte nur ein einziges Schwarzes Loch im Zentrum eines Kugelsternhaufens existieren. Bis zur aktuellen Studie wurde freilich noch kein einziges Schwarzes Loch in einem Kugelsternhaufen der Milchstraße gefunden.
"Es sollte nur einen Überlebenden geben", sagte der Wissenschaftler Jay Strader in einer Mitteilung des US-Nationalen Radioastronomieobservatoriums NRAO. "Die Entdeckung von zwei Schwarzen Löchern statt einem in einem Kugelsternhaufen verändert definitiv das Bild."
- Was sind schwarze Löcher?
-
Vor fast 100 Jahren wurde eine Theorie entwickelt, die schwarze Löcher erstmals auf eine vernünftige, mathematische Basis stellte. In den sechziger und siebziger Jahren ergaben Berechnungen wichtige theoretische Erkenntnisse über Schwarze Löcher.
Heute wird davon ausgegangen, dass schwarze Löcher so dicht und reich an Masse sind, dass nicht einmal das Licht ihnen zu entkommen vermag.
So stürzen auch Staub und Gase aus dem Zentrum einer Galaxie geradezu in ein schwarzes Loch hinein und setzen dabei Energie frei. Man spricht vom Aktiven Galaktischen Kern (AGN). Dieser ist es auch, der die schwarzen Löcher auf Bildern als grelle Lichtpunkte erscheinen lässt.
Schwarze Löcher an sich sind unsichtbar. Man kann nur anhand der Auswirkung auf ihre Umgebung auf ihre Existenz schließen.
- Typen
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Es gibt zwei Typen von schwarzen Löchern: Die stellaren schwarzen Löcher und die supermassereichen oder auch supermassiven schwarzen Löcher.
Stellare Schwarze Löcher sind eine Folge der Sternentwicklung. Explodiert ein Stern am Ende seines Lebens als Supernova, kann der übrig bleibende Sternenrest zu einem schwarzen Loch kollabieren. Diese schwarzen Löcher haben geschätzt acht bis 15 Mal die Masse unserer Sonne.
Der Ursprung supermassiver Schwarzer Löcher ist bislang unbekannt. Fakt ist nur, dass diese Millionen bis Milliarden Mal schwerer sind als unsere Sonne und nach heutigen Wissensstand nahezu in jeder Galaxie vorkommen.
- Raum und Zeit
Schwarze Löcher rufen eine enorme Krümmung von Raum und Zeit in ihrer Umgebung hervor. Diese Krümmung ist so gigantisch, dass Strahlung und Teilchen, die dem Schwarzen Loch zu nahe kommen, für immer verschwinden.
Kugelsternhaufen gehören zu den ältesten Gebilden des Universums. Sie versammeln zigtausende Sonnen und erreichen mit bis zu 13 Milliarden Jahren fast das Alter des Universums (13,7 Milliarden Jahre). Schwarze Löcher entstehen, wenn ausgebrannte, extrem massereiche Sterne am Ende ihrer Existenz unter ihrer eigenen Schwerkraft in sich zusammenstürzen. Der gängigen Theorie zufolge bewegen sich Schwarze Löcher in Kugelsternhaufen ins Zentrum, um von dort durch Wechselwirkungen mit anderen Schwarzen Löchern aus dem Sternhaufen "hinauskatapultiert" zu werden.
- Datum 03.10.2012 - 19:27 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
- Kommentare 53
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Bin schon gespannt wie das zu erklären ist;-) Beruhigend ist, dass wir doch nach wie vor noch kaum eine Vorstellung davon haben wie das Universum tatsächlich beschaffen ist. Es gibt noch viel zu berechnen und zu spekulieren! ..und am Ende kam dann alles doch ganz anders!
sondern einfach nur energiereich.
sondern einfach nur energiereich."
...
Werter Mitforist "istnichtwahr", es ist wahr dass die Masse und Energie, sagen wir mal so, zwei Zustände des gleichen Dings sind.
sondern einfach nur energiereich."
...
Werter Mitforist "istnichtwahr", es ist wahr dass die Masse und Energie, sagen wir mal so, zwei Zustände des gleichen Dings sind.
Wieso sollten denn nicht zwei schwarze Löcher in einem Kugelsternhaufen existieren? Solange nicht eins davon das andere dominiert wüßte ich nichts, was gegen eine "friedliche" Koexistenz sprechen würde. Hier handelt es sich doch um kleine stellare schwarze Löcher, die sicherlich in einiger Entfernung zueinander stehen, oder!?
>>Der gängigen Theorie zufolge sollten sie sich in Kugelsternhaufen ins Zentrum bewegen und von dort durch Wechselwirkungen mit anderen Schwarzen Löchern hinauskatapultiert werden. "Es sollte an sich nur einen Überlebenden geben", so Chomiuks Hochschulkollege Jay Strader: "Die Entdeckung verändert definitiv das Bild."<<
>>Der gängigen Theorie zufolge sollten sie sich in Kugelsternhaufen ins Zentrum bewegen und von dort durch Wechselwirkungen mit anderen Schwarzen Löchern hinauskatapultiert werden. "Es sollte an sich nur einen Überlebenden geben", so Chomiuks Hochschulkollege Jay Strader: "Die Entdeckung verändert definitiv das Bild."<<
sondern einfach nur energiereich."
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Werter Mitforist "istnichtwahr", es ist wahr dass die Masse und Energie, sagen wir mal so, zwei Zustände des gleichen Dings sind.
mit denen der Kosmos berechnet wird, erinnern mich mehr und mehr an die Epizykeln der spätptolomäischen Theorie (der dann Kopernikus und Kepler den Garaus machten) ... insbesondere die multidimensionalen Stringtheorieformeln.
Das ist natürlich tollste Mathematik, aber wie schon beim heliozentrischen Weltbild warte ich darauf, dass einer kommt, der mit einer nüchternen Perspektivenverschiebung plötzlich alles ganz anders erscheinen lässt - viel ungewohnter und viel simpler zugleich.
Warum also nicht zwei black holes?
Ob Kosmologie oder Elementarteilchenphysik.
Zur Zeit regiert Ptolemäus das Bild der Wissenschaft.
Ich bin überzeugt, dass Gott nichts von Formeln und Mathematik brauchte, um die Welt zu entwerfen.
Selbstorganisation einfachster Bausteine nach einfachsten Regeln kann grenzenlose Komplexität erzeugen.
Dass diese durch Mathematik beschrieben werden kann, ist nicht verwunderlich. Mathematik kann alles beschreiben, das Regeln hat, sogar dann, wenn die Grundregeln im Dunklen liegen.
sind - aufbauend auf der Robertson-Walker-Metrik, welche die einzige ist, die die von 2dF und SDSS gefundene Homogenität und Isotropie des Universums widerspiegelt - die Friedmann-Gleichungen, welche sich aus den oben genannten Bedingungen aus den Einstein'schen Feldgleichungen ableiten lassen.
Hier werden noch die Zustandsfunktionen für Dunkle Materie (aus den Messungen für Rotation von Galaxien und den Gravitationslinseneffekt von Galaxienhaufen) und die für Dunkle Energie (aus dem Entfernungsmodul für Typ Ia Supernovae) benötigt.
Viel einfacher geht es nicht.
Ob Kosmologie oder Elementarteilchenphysik.
Zur Zeit regiert Ptolemäus das Bild der Wissenschaft.
Ich bin überzeugt, dass Gott nichts von Formeln und Mathematik brauchte, um die Welt zu entwerfen.
Selbstorganisation einfachster Bausteine nach einfachsten Regeln kann grenzenlose Komplexität erzeugen.
Dass diese durch Mathematik beschrieben werden kann, ist nicht verwunderlich. Mathematik kann alles beschreiben, das Regeln hat, sogar dann, wenn die Grundregeln im Dunklen liegen.
sind - aufbauend auf der Robertson-Walker-Metrik, welche die einzige ist, die die von 2dF und SDSS gefundene Homogenität und Isotropie des Universums widerspiegelt - die Friedmann-Gleichungen, welche sich aus den oben genannten Bedingungen aus den Einstein'schen Feldgleichungen ableiten lassen.
Hier werden noch die Zustandsfunktionen für Dunkle Materie (aus den Messungen für Rotation von Galaxien und den Gravitationslinseneffekt von Galaxienhaufen) und die für Dunkle Energie (aus dem Entfernungsmodul für Typ Ia Supernovae) benötigt.
Viel einfacher geht es nicht.
>>Der gängigen Theorie zufolge sollten sie sich in Kugelsternhaufen ins Zentrum bewegen und von dort durch Wechselwirkungen mit anderen Schwarzen Löchern hinauskatapultiert werden. "Es sollte an sich nur einen Überlebenden geben", so Chomiuks Hochschulkollege Jay Strader: "Die Entdeckung verändert definitiv das Bild."<<
Wir sollten uns darüber wirklich keinen großen "Kopp" machen, denn das Standartmodell wackelt an allen Ecken und Enden - und wird wohl über kurz oder lang einer "neuen Physik" weichen müssen...
Werter KlausFuchs,
Ihr Zitat hatte ich auch schon gelesen, aber das sind keine Erklärungen, sondern einfach nur Behauptungen. Wie gesagt, die Entfernung zwischen den beiden schwarzen Löchern würde mich z.B. interessieren. Oder eine detailiertere Erklärung, warum die Astronomen bisher anders dachten.
Mir ist natürlich bewußt, daß solch ein Artikel nicht haarklein die mathematischen Gleichungen wiedergeben kann und soll, die zu der bisherigen falschen Annahme führten. Dafür ist ZeitOnline natürlich nicht das richtige Medium und die Leserschaft nicht genug im Thema, mich eingeschlossen. Aber ein paar mehr Fakten und "wissenschaftliche" Erklärungen hätte ich mir schon gewünscht. dpa halt.
Ansonsten finde ich die hier stattfindende Diskusson sehr unterhaltsam und anregend. Und wie immer prallen sogenannte Wissenschaft und Philosophie (oder besser Ethik) aufeinander. Aber das macht ja nichts. Im Gegenteil.
Wir sollten uns darüber wirklich keinen großen "Kopp" machen, denn das Standartmodell wackelt an allen Ecken und Enden - und wird wohl über kurz oder lang einer "neuen Physik" weichen müssen...
Werter KlausFuchs,
Ihr Zitat hatte ich auch schon gelesen, aber das sind keine Erklärungen, sondern einfach nur Behauptungen. Wie gesagt, die Entfernung zwischen den beiden schwarzen Löchern würde mich z.B. interessieren. Oder eine detailiertere Erklärung, warum die Astronomen bisher anders dachten.
Mir ist natürlich bewußt, daß solch ein Artikel nicht haarklein die mathematischen Gleichungen wiedergeben kann und soll, die zu der bisherigen falschen Annahme führten. Dafür ist ZeitOnline natürlich nicht das richtige Medium und die Leserschaft nicht genug im Thema, mich eingeschlossen. Aber ein paar mehr Fakten und "wissenschaftliche" Erklärungen hätte ich mir schon gewünscht. dpa halt.
Ansonsten finde ich die hier stattfindende Diskusson sehr unterhaltsam und anregend. Und wie immer prallen sogenannte Wissenschaft und Philosophie (oder besser Ethik) aufeinander. Aber das macht ja nichts. Im Gegenteil.
die Menschen nichts anderes zu tun haben, als sich gegenseitig auszurauben, zu töten und anderes dummes Zeug zu machen, beweist die Natur einmal mehr, was sie noch an Überraschungen für uns bereit hält. Meine Hochachtung gilt für die fleissigen Wissenschaftler, die solche Dinge finden und für uns "Dummen" aufbereiten.
Immer wenn ich Überschriften zu Artikeln aus der Astronomie lese, dreht sich mir der Magen um. Vielleicht sollte man um der Astronomie willen einmal nicht von Sternen und schwarzen Löchern schreiben - sondern von wissenschaftlichen Ideologien, Dogmen, Maßstäben. Vermutlich wüssten wir dann nicht mehr wohin mit den vielen Urknällen. Aber ich glaube rein wissenschaftstheoretisch gibt es für die Astronomie ein bald größeres Problem zu lösen als das Universum.
dann bliebe uns eine Menge Unfug erspart...
Sie schrieben:
Aber ich glaube rein wissenschaftstheoretisch gibt es für die Astronomie ein bald größeres Problem zu lösen als das Universum.
Bitte, was ist denn das "größere" Problem ?
PA
dann bliebe uns eine Menge Unfug erspart...
Sie schrieben:
Aber ich glaube rein wissenschaftstheoretisch gibt es für die Astronomie ein bald größeres Problem zu lösen als das Universum.
Bitte, was ist denn das "größere" Problem ?
PA
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