Deutschland – Land der Denker? Von wegen, wir sind philosophieverdrossen, schreibt Leser S. Dehn. Wir sollten dem tiefgründigen Denken mehr Aufmerksamkeit schenken.
Regelmäßig wird Deutschland das Land der Dichter und Denker genannt. Wie sehr wir uns heute noch für das tiefgründige Denken, also die Philosophie, interessieren, lässt sich leicht in jeder Buchhandlung überprüfen. Nur ein geringer Bruchteil der Bücher, die über den Ladentisch gehen, sind philosophische Werke. Durchschnittliche Romane und Unterhaltungsbücher aller Art verkaufen sich hingegen prächtig. Die Zerstreuungsindustrie boomt, die Denkkultur leidet.
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Dabei bewegt sich kein Mensch außerhalb der Philosophie. Jeder stellt sich Fragen über das Leben, geht von Annahmen aus, die seine Handlungen bestimmen. Täglich greifen die Menschen auf Wahrnehmungen und Beschreibungen zurück, die einzelne Philosophen vorangetrieben haben. Doch wie tiefsinnig ist diese Alltagsphilosophie? Schon Nietzsche wusste, dass für Menschen tiefgründiges Philosophieren zu jeder Zeit unzeitgemäß ist, sie wollen sich nicht mit zu vielen Gedanken belasten. Sie vergessen, dass erst das Denken sie vom Tier unterscheidet, ihr Menschsein bestimmt.
Die Philosophie ist die Basis jeder Wissenschaft. Heideggers provokanter Ausspruch, dass die Naturwissenschaft nicht denkt, trifft den Kern. Die Naturwissenschaft beschreibt Vorgänge: A bewegt sich nach B. Diskutiert sie Methodenfragen, sinniert sie über die Erfassungsmöglichkeiten ihres Gegenstandes oder interpretiert sie die Ergebnisse, greift sie – ob sie will oder nicht – auf die Philosophie zurück. Ohne Philosophie wäre die Naturwissenschaft ein gedankenleerer Beschreibungsapparat.
Doch selbst an Universitäten ist die Philosophie nicht zu Hause – dort wird ihre Geschichte gelehrt, nicht sie selbst. Philosophie benötigt keine Universitäten, sondern Menschen, die sich ernsthaft um das Denken bemühen. Nur wenige wagen diesen Schritt, denn die Resultate sind nicht immer erbaulich.
Wird ein gewohnter Handlungsablauf gestört, bleibt der Mensch stehen und fragt sich, was vor sich geht. Er beginnt zu denken. Die großen Denker haben diese Störungen gesucht und erwirkt. Der Philosoph ist ein potenzieller Störenfried. Nur selten wird ihm Gehör geschenkt, meist wird er ignoriert oder an den Rand gedrängt. Wer hat heute noch den Mut, sich in seinem gewohnten Denken stören zu lassen? Wer wagt es noch Mensch zu sein?






Ich bin davon überzeugt, dass tiefgründige Denker zu allen Zeiten eine Ausnahmeerscheinung waren.
Die meisten Menschen (wie ich sie sehe, mich selbst eingeschlossen) sind damit zufrieden, das Denken anzuwenden, um sich in dieser komplexen Welt zurechtzufinden.
Kenntnisse in den Naturwissenschaften sind dazu ausserordentlich nützlich. (Dasselbe gilt allerdings z.B. auch für juristische Kenntnisse, wenn es darum geht sozial zu interagieren. etc.)
Fragen nach dem Warum und wie es auch noch sein könnte, haben in einer solchen Welt keine integrative Wirkung, so dass der Aufruf, sich mehr mit dem tiefen Denken zu befassen, ungehört bleiben wird.
Einfacher scheint mir der Ansatz, aufbauend auf dem alten Sinnspruch:
"Nimm die Menschen, wie sie sind. Es gibt keine anderen."
sich selbst klar zu machen, dass daraus nicht folgt, dass sich der Einzelne anpassen muss.
Für den einen lebensnaher "Sinnspruch", für den anderen zweifelhafte Volksweisheit als Rechtfertigung zum Nichtdenken.
Wäre das nicht schon eine gute Basis zum Philosophieren?
"Die meisten Menschen sind damit zufrieden, das Denken anzuwenden, um sich in dieser komplexen Welt zurechtzufinden"
Denken? Viele Zeitgenossen bewegen sich doch gleichsam auf Schienen durch die von anderen "vorgedachte Welt" (gilt auch für die Justiz) und übernehmen Gewohnheiten, auf die man lieber verzichten würde, zB aus Bequemlichkeit copy&paste, siehe die bekannt gewordenen "prominenten" Doktorplagiate...
"Ich bin davon überzeugt, dass tiefgründige Denker zu allen Zeiten eine Ausnahmeerscheinung waren."
Das sehe ich ebenso.
Und Spinoza schrieb dazu in unserem Sinne (die Rechtschreibfehler sind von mir):
"Durch gründliches Nachdenken kam ich zu der Einsicht, daß ich, genau betrachtet, sichere Nachteile für ein sicheres Gute aufgeben würde [durch Hinwendung zur Sinnsuche]. Ich merkte nämlich, daß ich in größter Gefahr schwebte und daher gezwungen war, mit aller Kraft ein Heilmittel [Erkenntnis] zu suchen, auch wenn es unerprobt war, wie ein Todkranker, der, ohne Medikamente den sicheren Tod vor Augen, um jeden Preis ein Heilmittel haben will, auch wenn dessen Wirksamkeit noch nicht feststeht, setzt er doch seine ganze Hoffnung darauf.
Die Denkweise der grossen Masse der Menschen bietet aber nicht nur keine Mittel zur Erhaltung unseres Seins, sondern steht im Gegensatz zu ihr.“
Nun, daß sollte uns Massenmenschen nicht vom Philosophieren abhalten, deswegen schließe ich mich dem Plädoyer des Artikels an.
Es gibt schließlich auch andere nicht exakte Wissenschaften, die mit großen Mißerfolg betrieben werden & weniger Erkenntnis und Denkfreude bringen, Finanzexpertentum zum Beispiel…
Für den einen lebensnaher "Sinnspruch", für den anderen zweifelhafte Volksweisheit als Rechtfertigung zum Nichtdenken.
Wäre das nicht schon eine gute Basis zum Philosophieren?
"Die meisten Menschen sind damit zufrieden, das Denken anzuwenden, um sich in dieser komplexen Welt zurechtzufinden"
Denken? Viele Zeitgenossen bewegen sich doch gleichsam auf Schienen durch die von anderen "vorgedachte Welt" (gilt auch für die Justiz) und übernehmen Gewohnheiten, auf die man lieber verzichten würde, zB aus Bequemlichkeit copy&paste, siehe die bekannt gewordenen "prominenten" Doktorplagiate...
"Ich bin davon überzeugt, dass tiefgründige Denker zu allen Zeiten eine Ausnahmeerscheinung waren."
Das sehe ich ebenso.
Und Spinoza schrieb dazu in unserem Sinne (die Rechtschreibfehler sind von mir):
"Durch gründliches Nachdenken kam ich zu der Einsicht, daß ich, genau betrachtet, sichere Nachteile für ein sicheres Gute aufgeben würde [durch Hinwendung zur Sinnsuche]. Ich merkte nämlich, daß ich in größter Gefahr schwebte und daher gezwungen war, mit aller Kraft ein Heilmittel [Erkenntnis] zu suchen, auch wenn es unerprobt war, wie ein Todkranker, der, ohne Medikamente den sicheren Tod vor Augen, um jeden Preis ein Heilmittel haben will, auch wenn dessen Wirksamkeit noch nicht feststeht, setzt er doch seine ganze Hoffnung darauf.
Die Denkweise der grossen Masse der Menschen bietet aber nicht nur keine Mittel zur Erhaltung unseres Seins, sondern steht im Gegensatz zu ihr.“
Nun, daß sollte uns Massenmenschen nicht vom Philosophieren abhalten, deswegen schließe ich mich dem Plädoyer des Artikels an.
Es gibt schließlich auch andere nicht exakte Wissenschaften, die mit großen Mißerfolg betrieben werden & weniger Erkenntnis und Denkfreude bringen, Finanzexpertentum zum Beispiel…
Der Artikel spricht ein Thema an, das auch mir sehr am Herzen liegt. Ich habe Freude daran, tiefgründig zu denken, vermeintlich Selbstverständliches zu hinterfragen, andere Sichtweisen aufzuzeigen und bedauere es sehr, dass die Suche nach Menschen, denen es ähnlich geht, der nach der berühmten Stecknadel im Heuhaufen gleicht.
Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob Deutsche tatsächlich "philosophieverdrossen" sind. Dies sagt ja implizit aus, dass sich in anderen Länden mehr Menschen mit philosophoschen Fragen befassen. Ist das wirklich so?
gibt es z.B. in Frankreich und Italien in der Oberstufe am Gymnasium. Jetzt können Zyniker sagen, dass die Länder (siehe Rating-Agenturen) davon „nichts haben“. Die einzelnen haben von dieser Allgemeinbildung und dem nicht instrumentellen Denken eine Menge und auch die Alltagskultur profitiert.Und was Spitzenwissenschaft betrifft, reicht es, sich über den Stand der Philosophie in Harvard, Yale oder Berkeley zu informieren.
gibt es z.B. in Frankreich und Italien in der Oberstufe am Gymnasium. Jetzt können Zyniker sagen, dass die Länder (siehe Rating-Agenturen) davon „nichts haben“. Die einzelnen haben von dieser Allgemeinbildung und dem nicht instrumentellen Denken eine Menge und auch die Alltagskultur profitiert.Und was Spitzenwissenschaft betrifft, reicht es, sich über den Stand der Philosophie in Harvard, Yale oder Berkeley zu informieren.
Die offiziellen Philosophie ist seit der Abspaltung von der Naturwissenschaft in einer Identifikationskrise, damit komplexbehaftet, damit defizitaer, damit auf Sinnersatzsuche.
Die drueckt sich wie bei jedem Menschen, der derlei nicht reflektiert, sondern nur auf anderes projieziert entsprechend aus.
1. es wird permanent die Vergangenheit bemueht. Das hat der Autor richtig erkannt: Geschichte quoten, aber nicht selbstaendiges Denken und Neues
2. sie faellt ins metaphysische/heilsreligioese zurueck, ins sozialistische. Alle Sozialismen sind aber nur eine fundichristliche Abspaltungsbewegung (daher ja noch alte Bibelkerninhalte: Antizins/Antikapitalismus, Scherendenken/Gleichmacherei, defizitaere Gott-, Fuehrer-, Staats- und Kollektivglaeubigkeit, Antisemitismus/Antizionismus, Katastrophismus usw.
Das hat alles mit selbstaendigen Denken nichts zu tun. Das hat alles mit Denken ueber die Mechanismen der Realitaet nichts zu tun. Das hat alles auch nichts mit neuen Erkenntnissen zu tun.
Philosophen, die menscheln oder moralisieren haber ohnehin nichts mit Denken zu tun. Antikapitalismus hat mit Philosophie rein gar nichts zu tun. Philsophen, denen noch nicht einmal auffaellt, dass der Masstab "Schere zwischen arm und reich" total unsinnig ist (dann waere Albanien menschenfreundlicher als Germany, da ist die Schere naemlich kleiner. China frueher als Millionen Menschen verhungerten, aber mit kleinerer Schere waere besser als heute) ...
"Die offizielle Philosophie ist seit der Abspaltung von der Naturwissenschaft in einer Identifikationskrise, damit komplexbehaftet, damit defizitaer, damit auf Sinnersatzsuche."
Das heisst also, dass das seit den Sophisten so sein soll?
Die Philosophie hat sich nicht von der Naturwissenschaft abgespalten, die Naturwissenschaft wurde nur eine separate Wissenschaft. Da die Philosophie ich in der Folge mit den Methoden der Wissenschaft als Wissenschaft beschäftigt, befindet sie sich auf einem anderen Niveau.
Sie beschäftigt sich nicht mit den Ergebnissen der Wissenschaften, sondern mit den Methoden der Lösungsfindung.
Den Sinn müssen Sie dann schon selbst suchen und nicht die Philosophie an sich.
Im real existierenden Casinokapitalismus besitzt 1 % der Menschheit das meiste Vermögen, während Milliarden Menschen weltweit und auch in den Industrieländern verarmen - für deren Rendite und Zockerspiele.
Viele "Philosophen" der heutigen Zeit sind nichts als Hofschreiber und Lobbyisten, die ewiggestrig eine nicht existente "Gleichmacherei" beklagen.
Statt die absurde und krasse Hierarchie unter Menschen zu verteidigen, könnten wir alle mal die Berechtigung für Sklaverei überdenken, auch die moderne. Warum müssen die einen die Sklaven für die anderen sein? Nur weil deren Ahnen mehr Geld hatten, z. B. Monopolisten waren?
Eine lebensnahe Kritik muss das hinterfragen, was ist.
Z. B. Hans A. Pestalozzi in seinem Buch "Auf die Bäume, ihr Affen":
"Schon bald könnte der uralte Menschheitstraum in Erfüllung gehen, dass Roboter alle idiotischen Tätigkeiten übernehmen. Und uns fällt nichts Besseres ein, als laut darüber zu klagen, dass uns vielleicht die Arbeit ausgehen könnte.
Der Gegensatz zur Hierarchie ist nicht das Chaos, sondern die Autonomie.
Negative Freiheit ist das Gegeneinander. Ich werde letztlich von der Rücksichtlosigkeit des anderen beherrscht. Eine solche Freiheit ist fremdbestimmt.
Dauernd bekommen wir zu hören, dass unsere gegenwärtigen Probleme nur mit weiterem wirtschaftlichen Wachstum zu lösen sind. Wer das sagt, ist entweder ein Dummkopf oder er lügt!"
http://www.youtube.com/wa...
http://www.youtube.com/wa...
Philosophie definiert sich durch die Beschäftigung mit den unbeweisbaren Fragen.
Sobald etwas Beweisbar wird, wird es zur Wissenschaft.
Insofern stürzt die Philosophie nicht durch die Abtrennung von der Wissenschaft in eine Identitätskrise, sondern diese Abtrennung begründet ihre Existenzberechtigung. Und solange auch in der Wissenschaft nicht alles eindeutig beweisbar ist, gibt es auch hier genug Themen, bei denen die Philosophie mitddiskutieren kann.
Von Themen wie Moral und Ethik braucht man da noch gar nicht mal anzufangen.
m.E., Ihre Sicht scheint mir von einer Fragestellung auszugehen, die nur andere (möchte nicht sagen falsche) Antworten zuläßt.
Wenn Sie konstatiieren ...
Philosophen, die menscheln oder moralisieren haben ohnehin nichts mit Denken zu tun. Antikapitalismus hat mit Philosophie rein gar nichts zu tun. Philsophen, denen noch nicht einmal auffaellt, dass der Masstab "Schere zwischen arm und reich" total unsinnig ist. [...]
... dann "verdreht" Ihre Draufsicht, Ihre Fragestellung, die Reihenfolge vom philosophischen Erkenntnisgewinn.
Es ist nicht so, dass Philosophen "menscheln oder moralisieren". Vielmehr ist es so, dass Philosophen das "menscheln oder moralisieren" doch erst zu beschreiben begannen, um daraus definierte Erkentnisse zu formulieren, damit der Mensch überhaupt eine Vorstellung davon bekommt, was "menscheln und moralisieren" ist. Und dieser Werdegang von Erkenntnis ist sowohl politisch neutral, als auch sehr wohl dass, was der Mensch unter Denken versteht.
Was denken Sie darüber?
bzw. Sie als Anhaltspunkt zu nehmen, kann, aber muss nicht mit Einfallslosigkeit zu tun haben. Es heißt lediglich, dass man das Rad nicht immer neu erfinden muss. Nur weil Gedanken alt sind, müssen sie nicht schlecht sein, gleiches gilt für neue Gedanken (und ebenso gilt das auch umgekehrt).
Gerne würde ich von Ihnen wissen, was denn die "Mechanismen der Realität" sind? Ihre Realität? Fakt ist: Wir schaffen uns selbst unsere Realität - Systeme, Gesetze, Zwänge etc. Diese Mechanismen sind also nichts Deterministisches, außer man ist zu faul, sie zu hinterfragen; diesen Eindruck habe ich bei Ihnen.
Die Naturwissenschaften sind allesamt Abspaltungen der Urwissenschaft Philosophie. Die Abspaltung der naturwissenschaftlichen Einzelwissenschaften hat solche undurchdachten verkürzten Meinungen in eingeschränktem naturwissenschaftlichem Vokabular und Denkmustern überhaupt erst möglich gemacht.
Dieses Denken ist bei ihnen so verkürzt, dass sie die Vielfalt der heutigen Philosophie nicht wahrnehmen können bzw. nicht sehen. Übrigens: Die Biologie diskutiert auch noch über Darwin und der Name Einstein ist den heutigen Naturwissenschaften auch nicht fremd.
Natürlich stimmt es, dass die Philosophie als alles überragende Erkenntnis im antiken Sinne ihren Stellenwert verloren hat. Dieser Niedergang begann spätestens in der frühen Neuzeit mit dem Aufkommen der Methode der Verifikation in den neuen Naturwissenschaften.
Doch die Philosophie entwickelte sich weiter als Meta-Wissenschaft, auch und gerade im Dienste der Naturwissenschaften. So musste die Verifikation der heute allgemein anerkannten Falsifierbarkeit von Theorien Platz machen - ein Idee des Philosophen Popper.
Und eben Genanntes ist nur ein kleiner Ausschnitt aus den Fortschritten in der Erkenntnistheorie.
Metaphysisch mit heilsreligiös mit sozialistisch gleichzusetzen, 'gelingt' nur jemandem, der nicht kritisch über Begriffe und die Geschichte reflektiert, also nicht philosophiert.
Was sie als 'Menscheln' oder 'Moralisieren' bezeichnen, ist gerade nicht Philosophie. In der Moralphilosophie geht man reflexiv vor- man erarbeitet normative Gerechtigkeitskonzepte, die den Fragen und Problemen der Zeit Rechnung tragen sollen. Was selbstverständlich durch Einbeziehen der gesellschaftlichen Realität - und ihrer Rezeption und Interpretation - geschieht. Probleme des Zusammenlebens und der Gerechtigkeit existieren in menschlichten Gemeinschaften und Gesellschaften qua ihrer Existenz - es ist der kritische und konstruktive Geist, der versucht, damit umzugehen. Und das ist philosophisch.
"Die offizielle Philosophie ist seit der Abspaltung von der Naturwissenschaft in einer Identifikationskrise, damit komplexbehaftet, damit defizitaer, damit auf Sinnersatzsuche."
Das heisst also, dass das seit den Sophisten so sein soll?
Die Philosophie hat sich nicht von der Naturwissenschaft abgespalten, die Naturwissenschaft wurde nur eine separate Wissenschaft. Da die Philosophie ich in der Folge mit den Methoden der Wissenschaft als Wissenschaft beschäftigt, befindet sie sich auf einem anderen Niveau.
Sie beschäftigt sich nicht mit den Ergebnissen der Wissenschaften, sondern mit den Methoden der Lösungsfindung.
Den Sinn müssen Sie dann schon selbst suchen und nicht die Philosophie an sich.
Im real existierenden Casinokapitalismus besitzt 1 % der Menschheit das meiste Vermögen, während Milliarden Menschen weltweit und auch in den Industrieländern verarmen - für deren Rendite und Zockerspiele.
Viele "Philosophen" der heutigen Zeit sind nichts als Hofschreiber und Lobbyisten, die ewiggestrig eine nicht existente "Gleichmacherei" beklagen.
Statt die absurde und krasse Hierarchie unter Menschen zu verteidigen, könnten wir alle mal die Berechtigung für Sklaverei überdenken, auch die moderne. Warum müssen die einen die Sklaven für die anderen sein? Nur weil deren Ahnen mehr Geld hatten, z. B. Monopolisten waren?
Eine lebensnahe Kritik muss das hinterfragen, was ist.
Z. B. Hans A. Pestalozzi in seinem Buch "Auf die Bäume, ihr Affen":
"Schon bald könnte der uralte Menschheitstraum in Erfüllung gehen, dass Roboter alle idiotischen Tätigkeiten übernehmen. Und uns fällt nichts Besseres ein, als laut darüber zu klagen, dass uns vielleicht die Arbeit ausgehen könnte.
Der Gegensatz zur Hierarchie ist nicht das Chaos, sondern die Autonomie.
Negative Freiheit ist das Gegeneinander. Ich werde letztlich von der Rücksichtlosigkeit des anderen beherrscht. Eine solche Freiheit ist fremdbestimmt.
Dauernd bekommen wir zu hören, dass unsere gegenwärtigen Probleme nur mit weiterem wirtschaftlichen Wachstum zu lösen sind. Wer das sagt, ist entweder ein Dummkopf oder er lügt!"
http://www.youtube.com/wa...
http://www.youtube.com/wa...
Philosophie definiert sich durch die Beschäftigung mit den unbeweisbaren Fragen.
Sobald etwas Beweisbar wird, wird es zur Wissenschaft.
Insofern stürzt die Philosophie nicht durch die Abtrennung von der Wissenschaft in eine Identitätskrise, sondern diese Abtrennung begründet ihre Existenzberechtigung. Und solange auch in der Wissenschaft nicht alles eindeutig beweisbar ist, gibt es auch hier genug Themen, bei denen die Philosophie mitddiskutieren kann.
Von Themen wie Moral und Ethik braucht man da noch gar nicht mal anzufangen.
m.E., Ihre Sicht scheint mir von einer Fragestellung auszugehen, die nur andere (möchte nicht sagen falsche) Antworten zuläßt.
Wenn Sie konstatiieren ...
Philosophen, die menscheln oder moralisieren haben ohnehin nichts mit Denken zu tun. Antikapitalismus hat mit Philosophie rein gar nichts zu tun. Philsophen, denen noch nicht einmal auffaellt, dass der Masstab "Schere zwischen arm und reich" total unsinnig ist. [...]
... dann "verdreht" Ihre Draufsicht, Ihre Fragestellung, die Reihenfolge vom philosophischen Erkenntnisgewinn.
Es ist nicht so, dass Philosophen "menscheln oder moralisieren". Vielmehr ist es so, dass Philosophen das "menscheln oder moralisieren" doch erst zu beschreiben begannen, um daraus definierte Erkentnisse zu formulieren, damit der Mensch überhaupt eine Vorstellung davon bekommt, was "menscheln und moralisieren" ist. Und dieser Werdegang von Erkenntnis ist sowohl politisch neutral, als auch sehr wohl dass, was der Mensch unter Denken versteht.
Was denken Sie darüber?
bzw. Sie als Anhaltspunkt zu nehmen, kann, aber muss nicht mit Einfallslosigkeit zu tun haben. Es heißt lediglich, dass man das Rad nicht immer neu erfinden muss. Nur weil Gedanken alt sind, müssen sie nicht schlecht sein, gleiches gilt für neue Gedanken (und ebenso gilt das auch umgekehrt).
Gerne würde ich von Ihnen wissen, was denn die "Mechanismen der Realität" sind? Ihre Realität? Fakt ist: Wir schaffen uns selbst unsere Realität - Systeme, Gesetze, Zwänge etc. Diese Mechanismen sind also nichts Deterministisches, außer man ist zu faul, sie zu hinterfragen; diesen Eindruck habe ich bei Ihnen.
Die Naturwissenschaften sind allesamt Abspaltungen der Urwissenschaft Philosophie. Die Abspaltung der naturwissenschaftlichen Einzelwissenschaften hat solche undurchdachten verkürzten Meinungen in eingeschränktem naturwissenschaftlichem Vokabular und Denkmustern überhaupt erst möglich gemacht.
Dieses Denken ist bei ihnen so verkürzt, dass sie die Vielfalt der heutigen Philosophie nicht wahrnehmen können bzw. nicht sehen. Übrigens: Die Biologie diskutiert auch noch über Darwin und der Name Einstein ist den heutigen Naturwissenschaften auch nicht fremd.
Natürlich stimmt es, dass die Philosophie als alles überragende Erkenntnis im antiken Sinne ihren Stellenwert verloren hat. Dieser Niedergang begann spätestens in der frühen Neuzeit mit dem Aufkommen der Methode der Verifikation in den neuen Naturwissenschaften.
Doch die Philosophie entwickelte sich weiter als Meta-Wissenschaft, auch und gerade im Dienste der Naturwissenschaften. So musste die Verifikation der heute allgemein anerkannten Falsifierbarkeit von Theorien Platz machen - ein Idee des Philosophen Popper.
Und eben Genanntes ist nur ein kleiner Ausschnitt aus den Fortschritten in der Erkenntnistheorie.
Metaphysisch mit heilsreligiös mit sozialistisch gleichzusetzen, 'gelingt' nur jemandem, der nicht kritisch über Begriffe und die Geschichte reflektiert, also nicht philosophiert.
Was sie als 'Menscheln' oder 'Moralisieren' bezeichnen, ist gerade nicht Philosophie. In der Moralphilosophie geht man reflexiv vor- man erarbeitet normative Gerechtigkeitskonzepte, die den Fragen und Problemen der Zeit Rechnung tragen sollen. Was selbstverständlich durch Einbeziehen der gesellschaftlichen Realität - und ihrer Rezeption und Interpretation - geschieht. Probleme des Zusammenlebens und der Gerechtigkeit existieren in menschlichten Gemeinschaften und Gesellschaften qua ihrer Existenz - es ist der kritische und konstruktive Geist, der versucht, damit umzugehen. Und das ist philosophisch.
"Die Naturwissenschaft beschreibt Vorgänge: A bewegt sich nach B. Diskutiert sie Methodenfragen, sinniert sie über die Erfassungsmöglichkeiten ihres Gegenstandes oder interpretiert sie die Ergebnisse, greift sie – ob sie will oder nicht – auf die Philosophie zurück. Ohne Philosophie wäre die Naturwissenschaft ein gedankenleerer Beschreibungsapparat."
Dieser Aufassung, der ich auch mal gefolgt bin, die aber falsch ist, ist seit dem Aufkommen der Ökologie erst recht nicht mehr zu halten. Das ist gut. Die Pilosophie ergibt sich auch gerade aus den Phänomenen, aus den Paradoxien realen Empfindungen und chemischen Vorgängen. Die naturwissenschaft dient hier der vorteilhaften Präzision.
Aber seit Philosophie scheinbar nur dazu dient, das richtige Leben einzuhauchen und zu beraten und die Ergebnisse verfochten werden, als hinge das Leben der ganzen Welt davon ab, könnte einem die Lust daran gründlich vergehen, dem öffentlichen Diskurs zu folgen.
Ganz abgesehen, dass, mit Verlaub, der ganze Artikel sehr "deutsch" ist in seiner Gegenüberstellung. Es gibt genug Menschen die "sind", nur nicht Ggenstand der Philosophie und wenn, werden sie werden nicht gehört, wenn es nicht die "Richtigen" sind.
"Ohne Philosophie wäre die Naturwissenschaft ein gedankenleerer Beschreibungsapparat.Dieser Aufassung, der ich auch mal gefolgt bin, die aber falsch ist, ist seit dem Aufkommen der Ökologie erst recht nicht mehr zu halten."
Den letzten Satz verstehe ich nicht: warum ist ausgerechnet das Aufkommen der Ökologie für die Widerlung der Ansicht, dass Naturwissenschaft im wesentliche nur beschreibe, verantwortlich?
"Aber seit Philosophie scheinbar nur dazu dient, das richtige Leben einzuhauchen und zu beraten"
Das ist vielleicht das, was viele unter Philosophie verstehen, also eine Art Religionsersatz, hat aber mit dem, was der Philosoph unter Philosophie versteht, nichts zu tun.
Die Philosophie wirft hauptsächlich die richtigen Fragen auf und die Antwort, die oft im transzendenten liegt, muss jeder selbst finden.
"Ohne Philosophie wäre die Naturwissenschaft ein gedankenleerer Beschreibungsapparat."
Philosophie und Naturwissenschaften durchdringen in Wirklichkeit schon immer einander. Sie sind schon immer die zwei Seiten der selben Medaille. Ein tiefgreifend neuer naturwissenschaftlicher Erkenntnisgewinn führt uns zurück zu den Grundfragen der Philosophie.
"Ohne Philosophie wäre die Naturwissenschaft ein gedankenleerer Beschreibungsapparat.Dieser Aufassung, der ich auch mal gefolgt bin, die aber falsch ist, ist seit dem Aufkommen der Ökologie erst recht nicht mehr zu halten."
Den letzten Satz verstehe ich nicht: warum ist ausgerechnet das Aufkommen der Ökologie für die Widerlung der Ansicht, dass Naturwissenschaft im wesentliche nur beschreibe, verantwortlich?
"Aber seit Philosophie scheinbar nur dazu dient, das richtige Leben einzuhauchen und zu beraten"
Das ist vielleicht das, was viele unter Philosophie verstehen, also eine Art Religionsersatz, hat aber mit dem, was der Philosoph unter Philosophie versteht, nichts zu tun.
Die Philosophie wirft hauptsächlich die richtigen Fragen auf und die Antwort, die oft im transzendenten liegt, muss jeder selbst finden.
"Ohne Philosophie wäre die Naturwissenschaft ein gedankenleerer Beschreibungsapparat."
Philosophie und Naturwissenschaften durchdringen in Wirklichkeit schon immer einander. Sie sind schon immer die zwei Seiten der selben Medaille. Ein tiefgreifend neuer naturwissenschaftlicher Erkenntnisgewinn führt uns zurück zu den Grundfragen der Philosophie.
Ihre Sicht ist sicher nicht ganz unzutreffend. Und doch: mit Blick auf die Geschichte zeigt sich, daß auch bereits im 19. Jahrhundert ähnliche, oft wütende Artikel und Texte bezüglich der Unterhaltungsfixierung und Bildungs- und Denkunlust der Gesellschaft verfasst wurden. Es ist kein Problem unserer heutigen Zeit, es war schon immer so.
Modernere Philosophen versuchen dieses Dilemma durch Hinwendung an Naturwissenschaften bzw. eine gewisse interdisziplinaere Herangehensweise (Universalforscher) zu loesen. Oft einhergehend mit einer Vorstellung eines Mediators.
Das waere im Grunde ganz vernuenftig, wird aber sofort schlecht, wenn der Philosoph selbst das menscheln und moralisieren anfaengt. Auch das hat mit Denken nichts zu tun, hat mit Erkenntnissen nichts zu tun. Es hat generell nichts mit Neutralitaet zu tun, die ein echter Philosoph haben sollte - denn sonst kann er ja nicht denken, da er gar nicht ergebnissoffen ist.
Ein moderner Philosoph muss grundsaetzlich also eine naturwissenschaftliche Herangehensweise haben, ansonsten aber generisch genug sein um aufzubereiten, zu vermitteln, aufzuklaeren. Genau das sollte jeder Mensch ohnehin immer mehr anstreben (emanzipiete Individuuen), weshalb es schon richtig ist, dass Menschen an sich denken sollen, dazu ermutigt, das ganze strukturell (auch an Schulen) etabliert, wozu uebrigens auch eine Debattenkultur wie im angloamerikanischen Raum sinnvoll waere - aus anderen Perspektiven heraus argumentieren koennen. Rollenspiele.
"Hauptberufliche" Philosophen wuerde dann der Professionalisierungsgrad unterscheiden, da sie ja mehr Zeit haben sich generisch mit der Verknuepfung von allem zu widmen, aufzuklaeren usw...
Das koennen und tun die meisten, die heute Philosophie studieren nicht. Bestenfalls plappern sie keinen metaphysischen Unsinn nach.
"Es hat generell nichts mit Neutralitaet zu tun, die ein echter Philosoph haben sollte - denn sonst kann er ja nicht denken, da er gar nicht ergebnissoffen ist.
Ein moderner Philosoph muss grundsaetzlich also eine naturwissenschaftliche Herangehensweise haben"
Hier widersprechen Sie sich in zwei aufeinanderfolgenden Sätzen. Die naturwissenschaftliche Herangehensweise ist keinesfalls ergebnisoffen.
Es wird immer eine Theorie verfolgt und dann versucht, diese nachzuweisen. Die Theorie steht allerdings vorher schon fest und wird nicht erst "zufällig" gefunden.
Philosophie ist die Wissenschaft der Wissenschaft und nicht eine Wissenschaft neben anderen.
"Es hat generell nichts mit Neutralitaet zu tun, die ein echter Philosoph haben sollte - denn sonst kann er ja nicht denken, da er gar nicht ergebnissoffen ist.
Ein moderner Philosoph muss grundsaetzlich also eine naturwissenschaftliche Herangehensweise haben"
Hier widersprechen Sie sich in zwei aufeinanderfolgenden Sätzen. Die naturwissenschaftliche Herangehensweise ist keinesfalls ergebnisoffen.
Es wird immer eine Theorie verfolgt und dann versucht, diese nachzuweisen. Die Theorie steht allerdings vorher schon fest und wird nicht erst "zufällig" gefunden.
Philosophie ist die Wissenschaft der Wissenschaft und nicht eine Wissenschaft neben anderen.
"Ohne Philosophie wäre die Naturwissenschaft ein gedankenleerer Beschreibungsapparat.Dieser Aufassung, der ich auch mal gefolgt bin, die aber falsch ist, ist seit dem Aufkommen der Ökologie erst recht nicht mehr zu halten."
Den letzten Satz verstehe ich nicht: warum ist ausgerechnet das Aufkommen der Ökologie für die Widerlung der Ansicht, dass Naturwissenschaft im wesentliche nur beschreibe, verantwortlich?
Weil da zum erstenmal Wissenschaft und Leben sich erfahrbar berührten. Vorher war die Technik an sich Thema, die Naturwissenschaftskritik enzündet sich an sichtbaren Übel wie Atom, Sprengstoff und Waffen, die aber doch dem "Krieg vorbehalten waren. Der Fortschritt selbst war doch nicht in Frage gestellt.
Mit dem Club of Rome, der Atomkraft für friedliche Zwecke und der Umweltverschmutzung waren die negativen Folgen der Technik unmittelbar erfahrbar geworden.
Damit änderte sich das Weltbild und die Diskussion "was darf der Mensch" ging los. Das war der Anfang einer Seinsphilosophie ohne Gott und der Beginn eines neuen Denkens über Natur (leider mit der Technikverteufelung in Deutschland) und der m. E. zu einseitigen Schwerpunktlegung auf die Geisteswissenschaften. In anderen Ländern meine ich, war und ist diese Trennung nicht so strikt.
Weil da zum erstenmal Wissenschaft und Leben sich erfahrbar berührten. Vorher war die Technik an sich Thema, die Naturwissenschaftskritik enzündet sich an sichtbaren Übel wie Atom, Sprengstoff und Waffen, die aber doch dem "Krieg vorbehalten waren. Der Fortschritt selbst war doch nicht in Frage gestellt.
Mit dem Club of Rome, der Atomkraft für friedliche Zwecke und der Umweltverschmutzung waren die negativen Folgen der Technik unmittelbar erfahrbar geworden.
Damit änderte sich das Weltbild und die Diskussion "was darf der Mensch" ging los. Das war der Anfang einer Seinsphilosophie ohne Gott und der Beginn eines neuen Denkens über Natur (leider mit der Technikverteufelung in Deutschland) und der m. E. zu einseitigen Schwerpunktlegung auf die Geisteswissenschaften. In anderen Ländern meine ich, war und ist diese Trennung nicht so strikt.
"Es hat generell nichts mit Neutralitaet zu tun, die ein echter Philosoph haben sollte - denn sonst kann er ja nicht denken, da er gar nicht ergebnissoffen ist.
Ein moderner Philosoph muss grundsaetzlich also eine naturwissenschaftliche Herangehensweise haben"
Hier widersprechen Sie sich in zwei aufeinanderfolgenden Sätzen. Die naturwissenschaftliche Herangehensweise ist keinesfalls ergebnisoffen.
Es wird immer eine Theorie verfolgt und dann versucht, diese nachzuweisen. Die Theorie steht allerdings vorher schon fest und wird nicht erst "zufällig" gefunden.
Philosophie ist die Wissenschaft der Wissenschaft und nicht eine Wissenschaft neben anderen.
Dafür, dass jemand Hypothese und Theorie verwechselt hat?
Und selbst dann stimmt die Argumentation nicht.
Eine Hypothese steht am Anfang jeder naturwissenschaftlichen Frage. Als Ergebnis stehen immer 2 Möglichkeiten offen: Hypothese wird verworfen oder nicht verworfen. Das heisst, jede Untersuchung ist ergebnisoffen.
Auf Basis nicht verworfener _und_ verworfener Hypothese kann dann aus allen vorhandenen Ergebnissen ein Modell kreiert werden. Ein solches Modell nennt man auch Theorie. Und diese steht immer ganz am Ende jeder Naturwissenschaft.
Daher können und werden neue Erkenntnisse immer zu neuen Modellen führen, die die Vorgänge besser beschreiben.
Wer meint, Naturwissenschaft möchte Modelle beweisen, hat nichts verstanden.
Ich teile diese Meinung nicht. Um zu validen Ergebnissen zu gelangen, braucht auch der Philosoph eine Grundlage, um nicht dem hohlen Wähnen anheimzufallen.
Auch in der naturwissenschaftlichen (Grundlagen-) Forschung kommt es vor, dass ein erwartetes Ergebnis nicht eintritt, selbst wenn eine Theorie plausibel erscheint. Diese Bewertung kann immer erst getroffen werden, wenn das Ergebnis als Analysegrundlage verfügbar ist. Alles andere wäre reine Reproduktion.
Ich denke nicht, dass der Widerspruch zwischen Philosophie und Naturwissenschaft besteht, sondern vielmehr zwischen Theorie und Praxis.
Dafür, dass jemand Hypothese und Theorie verwechselt hat?
Und selbst dann stimmt die Argumentation nicht.
Eine Hypothese steht am Anfang jeder naturwissenschaftlichen Frage. Als Ergebnis stehen immer 2 Möglichkeiten offen: Hypothese wird verworfen oder nicht verworfen. Das heisst, jede Untersuchung ist ergebnisoffen.
Auf Basis nicht verworfener _und_ verworfener Hypothese kann dann aus allen vorhandenen Ergebnissen ein Modell kreiert werden. Ein solches Modell nennt man auch Theorie. Und diese steht immer ganz am Ende jeder Naturwissenschaft.
Daher können und werden neue Erkenntnisse immer zu neuen Modellen führen, die die Vorgänge besser beschreiben.
Wer meint, Naturwissenschaft möchte Modelle beweisen, hat nichts verstanden.
Ich teile diese Meinung nicht. Um zu validen Ergebnissen zu gelangen, braucht auch der Philosoph eine Grundlage, um nicht dem hohlen Wähnen anheimzufallen.
Auch in der naturwissenschaftlichen (Grundlagen-) Forschung kommt es vor, dass ein erwartetes Ergebnis nicht eintritt, selbst wenn eine Theorie plausibel erscheint. Diese Bewertung kann immer erst getroffen werden, wenn das Ergebnis als Analysegrundlage verfügbar ist. Alles andere wäre reine Reproduktion.
Ich denke nicht, dass der Widerspruch zwischen Philosophie und Naturwissenschaft besteht, sondern vielmehr zwischen Theorie und Praxis.
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