Abnehmen: Trotz Sport krallt sich der Körper jede Kalorie
Sport macht nicht schlank: Wer in einer Woche 500 Gramm Gewicht loswerden will, muss 56 Kilometer laufen. Bewegung und Körpergewicht pflegen eine lockere Beziehung.
Wer regelmäßig Sport treibt, wird das Problem kennen. Da überwindet man sich, rackert sich im Fitnessstudio oder auf der Aschenbahn ab – und stellt beim nächsten Gang auf die Waage fest, dass alles scheinbar vergebens war. Dabei heißt es doch immer, dass man sich viel bewegen muss, wenn man abnehmen will. Eigentlich ist das eine Binsenweisheit. Aber dass man sich mit Fahrradfahren, Joggen und Gewichtestemmen die Pfunde wirklich abtrainieren kann, ist zweifelhaft.
Studien deuten darauf hin, dass Sport zwar beim Abspecken hilft, jedoch bei Weitem nicht genügt, um tatsächlich das Fett zu schmelzen. Das hat mehrere Gründe. Einer ist der erstaunlich sparsame Energieverbrauch des Körpers in Bewegung. Wer pro Woche 56 Kilometer zügig spazieren geht, nimmt in dieser Zeit gerade einmal 500 Gramm ab, bei 32 Kilometern sind es nach acht Monaten lediglich 3,5 Kilogramm. Diese Zahlen nennt die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention. "Gewicht abnehmen allein durch Sport und körperliche Aktivität ist zeitraubend und mühsam", sagt Herbert Löllgen, Präsident der Gesellschaft. "Wer abnehmen will, muss eine Diät halten, seine Kalorien drastisch reduzieren und zusätzlich regelmäßig sportlich aktiv sein."
Vielleicht hilft es ja, Fett in Muskel zu verwandeln, denn Muskeln verbrauchen auch in Ruhe mehr Kalorien (eigentlich Kilokalorien). Aber der Unterschied ist gering, wie Forscher der New Yorker Columbia-Universität ermittelten. Ein knappes Pfund Muskelmasse verbrennt sechs Kalorien, die gleiche Menge Fett zwei. Wer durch hartes Training knapp fünf Kilogramm Fett durch Muskel ersetzt, kann also am Tag 40 Kalorien zusätzlich verspeisen – einen Teelöffel Butter.
Den allergrößten Teil seiner Existenz verbrachte der Mensch als Jäger und Sammler, als ein Wesen, das rastlos die Savanne durchstreift. Der Bruch des modernen Menschen mit dieser Vergangenheit könnte größer kaum sein. Die Zivilisation hat aus dem Homo movens einen Homo sedens gemacht, ein sesshaftes Bürowesen, das seltene Momente der Bewegung im Fitnessstudio ausführlich plant, ja regelrecht zelebriert. Deshalb liegt es nahe, auch in der Trägheit des Jetztmenschen einen Grund für Übergewicht und Fettleibigkeit zu sehen. Aber diese naheliegende Annahme führt möglicherweise ebenso in die Irre wie der Glaube an Sport als Schlankmacher.
Mehr Nahrung und weniger Kalorienverbrauch?
In Tansania im südöstlichen Afrika lebt das kleine Jäger- und Sammler-Volk der Hadza. Sie verbringen einen großen Teil des Tages damit, auf der Suche nach essbaren Pflanzen und Wild umherzustreifen. Ein Leben wie in der Steinzeit, der ideale Gegenpart zum westlichen Sitzmenschen. Amerikanische Forscher machten die Probe aufs Exempel und stellten überrascht fest, dass die rastlosen Jäger und Sammler annähernd den gleichen Kalorienverbrauch haben wie Menschen in westlichen Industrienationen.
"Die Ergebnisse erhellen, wie kompliziert der Energiehaushalt ist", sagt Herman Pontzer vom Hunter College in New York, einer der beteiligten Wissenschaftler. "Er spiegelt nicht nur einfach die körperliche Aktivität wider, unser Stoffwechselumsatz reflektiert eher unsere gemeinsame evolutionäre Vergangenheit als unsere verschiedenen modernen Lebensstile." Die Zunahme der Fettsucht in den Industrienationen hat aus Sicht der Forscher demnach ihren Grund eher in der vermehrten Nahrungsaufnahme als in geringerem Kalorienverbrauch aufgrund der sitzenden Lebensweise.
Auch andere Untersuchungen belegen, dass Bewegung und Körpergewicht eine eher lockere Beziehung pflegen. Unter Leitung von Timothy Church von der Louisiana State Universität in Baton Rouge erforschten Wissenschaftler, wie sich unterschiedliche "Dosen" von Sport auf das Gewicht auswirken. An der Studie nahmen knapp 500 fettleibige Frauen teil, die in vier Gruppen eingeteilt wurden. Die erste machte gar keinen Sport, die zweite 72 Minuten pro Woche, die dritte 136 und die vierte 194.







Bei der laufenden Fortbewegung sind aber deutlich mehr Muskelgruppen in die Fortbewegung eingebunden.
Deshalb funktioniert die klassische Newtonsche-Physik (Energie ist Newton mal Meter) nicht ganz so einfach.
Genau genommen müsste man jede einzelne Muskelbewegung in Metern mal der einzelnen zu bewegenden Muskelmassen multiplizieren.
Lange Rede kurzer Sinn: Beim Laufen wird deutlich mehr Energie verbrannt als beim schnellen Gehen.
Lerne gerne dazu:-)
Ja umso besser! Vielleicht sollte man dann jetzt nicht die Botschaft ausgeben, "Sport hilft nicht", wie das in dem Artikel so ein Bisschen rüberkommt?
"Richtiger Sport" hilft eben doch _zusammen mit_ Ernährungsumstellung. Alle, die ich kenne, denen es geglückt ist, sehr viel abzunehmen, haben das mit zusätzlich viel Sport geschafft.
Außerdem hilft Bewegung dabei, Diabetes zu vermeiden und hellt die Stimmung auf.
Wenn ich die 100 m jetzt entsprechend schnell laufe, kann ich mich dann den Rest der Woche auf die faule Haut legen und bleibe trotzdem schlank:-D
Lerne gerne dazu:-)
Ja umso besser! Vielleicht sollte man dann jetzt nicht die Botschaft ausgeben, "Sport hilft nicht", wie das in dem Artikel so ein Bisschen rüberkommt?
"Richtiger Sport" hilft eben doch _zusammen mit_ Ernährungsumstellung. Alle, die ich kenne, denen es geglückt ist, sehr viel abzunehmen, haben das mit zusätzlich viel Sport geschafft.
Außerdem hilft Bewegung dabei, Diabetes zu vermeiden und hellt die Stimmung auf.
Wenn ich die 100 m jetzt entsprechend schnell laufe, kann ich mich dann den Rest der Woche auf die faule Haut legen und bleibe trotzdem schlank:-D
ist es nicht sehr überraschend, daß 'spazierengehen' kaum zum abnehmen taugt. schliesslich ist das tier 'homo' für eine gehende, bzw. laufende lebensweise konstruiert und metabolismus und bewegungsapparat sind perfekt darauf abgestimmt, eine energiesparende (wenig kalorien verbrauchende) fortbewegung zu gewährleisten.
wahr ist sicher, daß - abhängig von individuellen faktoren - jeder körper das gleiche nahrungsangebot innerhalb einer gewissen bandbreite unterschiedlich verarbeitet.
wahr ist allerdings auch, daß das nahrungsangebot im durchschnittlichen supermarkt teilweise kaum dem begriff 'lebensmittel' gerecht wird: überzuckerte milchprodukte und säfte, fette wurstprodukte, 'kindgerechte' angebote wie zb nutella-snacks aus fett mit zucker. eigentlich ziemlich pervers. und nicht verwunderlich, daß ein solches nahrungsangebot bei naiven verbrauchern vermehrt zu adipositas führt.
da sollte meiner meinung nach mehr reguliert werden. so wie zb die 'fett-steuer' in dänemark. oder ein schulfach 'ernährung' eingeführt werden!
'der gedanke an ihr gewicht lässt sie niemals los' - das ist mir etwas sehr pathetisch formuliert.
das gewicht zu halten erfordert eine gewisse disziplin + aufmerksamkeit. aber das wird schnell zur routine und zum zähneputzen disziplinieren wir uns schliesslich auch!
ansonsten ist der artikel doch eine sehr gute nachricht für diejenigen, die sich bisher nur aus schlechtem gewissen zum sport zwangen - lasst es + habt stattdessen spaß! :)
...aber ihre Aussage ist nicht völlig richtig. Allerdings halte ich auch die Aussage des Artikels für falsch.
Ihr Fehler ist folgender. Nehmen sie einen Menschen der 5-6 Stunden in der Woche gerade auf einem Stuhl sitzt. Jetzt nehmen sie sich als beispiel wie sie in dieser Zeit schnell laufen.
Es ist dann die differenz des Energieverbrauchs, die aussagt wie effizient Sport ist. Das mehr verbrennen an Energie gegenüber der Tätigkeit X bestimmt die wirkung. Nicht die absolute Zahl.
Der fehler im Artikel ist, das Energieverbrauch im besagten Beispiel = Gewichtsverlust ist. Das es nicht ganz so einfach ist, wird im Artikelm ja selber beschrieben.
Wenn sie also laufen gehen, kann ich ihnen zwar theoretisch ausrechnen wieviel Energie sie dabei verbraucht haben, aber in der Praxis ist das eben kein Gewichtsverlust in Fett.
Das hängt von ihrem Essverhalten ab. Meine Mutter z.B. walkt gerne. Ist aber davor und danach eine kleinigkeit. Die direkte folge ist das sie so einen relativ konstanten Zuckerspiegel hat. Warum soll der Körper die wertvollen Speicherreserven angreifen, wenn er gerade sowiso genug Energie zur Verfügung stehen hat.
Die Aussage des Artikel ist grundlegend absolut richtig. Allerdings hätte ich mir eine stärkere Betonung darauf gewünscht, das Sport beim abnehmen wirklichj Sinnvoll ist. Auch definiert sich Gesundheit nicht nur über das Gewicht und das aussehen. Sondern auch über den Zustand der Muskeln und Gelenke. Beide sind Sport nicht sonderlich abgeneigt ;)
Ich halte meine übergewichtige Schwiegermutter ständig zu mehr Bewegung an. Das werde ich nach der Lektüre dieses Artikels noch einmal überprüfen. So einfach ist es dann wohl doch nicht.
Allerdings nimmt sie "offiziell" nicht mehr Nahrung zu sich, als der Rest der Familie. Oder isst sie heimlich, wenn niemand hinguckt? Wie machen Dicke das?
Die Sache mit den Genen halte ich für Humbug. Wie sollte man nach dieser Logik erklären können, dass heute ein hoher Prozentsatz der Menschen stark übergewichtig ist? Das wäre dann ja gar nicht möglich, ist aber so.
"Die Sache mit den Genen halte ich für Humbug. Wie sollte man nach dieser Logik erklären können, dass heute ein hoher Prozentsatz der Menschen stark übergewichtig ist? Das wäre dann ja gar nicht möglich, ist aber so."
Steht doch im Artikel: Die Gene geben einen Bereich vor indem sich der Koerper normalerweise einpendeln wird. Der ist fuer einen/eine halt bei 55 bis 70 kg, fuer einen/eine andere bei 80 bis 95 kg. Und dann kommt die Ernaehrungsweise ("heute mehr Kalorien als frueher") ins Spiel, wodurch sich heute mehr Leute an der Obergrenze ihres Gewichtsbereiches aufhalten als frueher und dadurch als Uebergewichtig gelten.
Was mich allerdings verwundert: Im Artiel klingt es so, dass es bei manchen Menschen so sein koennte das selbst die Untergrenze des genetisch vorgegebenen Gewichtsbereiches bereits im Uebergewicht liegt. Kann natuerlich sein, wird aber sicher nicht bei der Mehrheit der Fall sein.
"Der ist fuer einen/eine halt bei 55 bis 70 kg, fuer einen/eine andere bei 80 bis 95 kg." Jaja, aber ein Spanne von 15 kilo ist relativ gering, wenn man bedenkt, wieviele Menschen heute extrem fettleibig sind. Da geht es nicht um eine Verscheibung von maximal 7,5 nach oben, sondern teilweise um doppeltes Idealgewicht. Wenn sich alles im genetisch festgelegten Bereich abspielen würde, dürfte es sowas nicht geben.
"Der ist fuer einen/eine halt bei 55 bis 70 kg, fuer einen/eine andere bei 80 bis 95 kg." Jaja, aber ein Spanne von 15 kilo ist relativ gering, wenn man bedenkt, wieviele Menschen heute extrem fettleibig sind. Da geht es nicht um eine Verscheibung von maximal 7,5 nach oben, sondern teilweise um doppeltes Idealgewicht. Wenn sich alles im genetisch festgelegten Bereich abspielen würde, dürfte es sowas nicht geben.
und der ist ein besserer Motivator als ein Tattoo
Lerne gerne dazu:-)
Ja umso besser! Vielleicht sollte man dann jetzt nicht die Botschaft ausgeben, "Sport hilft nicht", wie das in dem Artikel so ein Bisschen rüberkommt?
"Richtiger Sport" hilft eben doch _zusammen mit_ Ernährungsumstellung. Alle, die ich kenne, denen es geglückt ist, sehr viel abzunehmen, haben das mit zusätzlich viel Sport geschafft.
Außerdem hilft Bewegung dabei, Diabetes zu vermeiden und hellt die Stimmung auf.
Wenn ich die 100 m jetzt entsprechend schnell laufe, kann ich mich dann den Rest der Woche auf die faule Haut legen und bleibe trotzdem schlank:-D
"Der ist fuer einen/eine halt bei 55 bis 70 kg, fuer einen/eine andere bei 80 bis 95 kg." Jaja, aber ein Spanne von 15 kilo ist relativ gering, wenn man bedenkt, wieviele Menschen heute extrem fettleibig sind. Da geht es nicht um eine Verscheibung von maximal 7,5 nach oben, sondern teilweise um doppeltes Idealgewicht. Wenn sich alles im genetisch festgelegten Bereich abspielen würde, dürfte es sowas nicht geben.
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