Planet HD 40307 gNeu entdeckte Super-Erde könnte Voraussetzungen für Leben bieten

Eine Super-Erde fasziniert die Forscher. Auf dem Planeten HD 40307 g könnten erdähnliche Bedingungen und ideale Voraussetzungen für das Entstehen von Leben herrschen. von afp und dpa

Ein internationales Astronomen-Team hat Hinweise auf eine möglicherweise bewohnbare Super-Erde in der Nachbarschaft unseres Sonnensystems entdeckt. Bei einer Zwergsonne im Sternbild Maler (Pictor) am Südhimmel stießen die Forscher auf Spuren von drei bislang unbekannten Planeten. Sollte sich dieser Fund durch weitere Beobachtungen bestätigen, würde der äußerste von ihnen seinen Stern in der sogenannten bewohnbaren Zone umkreisen, wo Wasser flüssig wäre, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt Astronomy & Astrophysics . Konkrete Hinweise auf Leben haben sie nicht gefunden.

Die Gruppe um Mikko Tuomi von der Universität von Hertfordshire und Guillem Anglada-Escudé von der Universität Göttingen hatte Beobachtungen des Sterns mit der Katalognummer HD 40307 neu analysiert. Bei dem Zwergstern waren bereits drei Planeten nachgewiesen worden, die alle in die Klasse der sogenannten Super-Erden fallen. So bezeichnen Astronomen Planeten, die mehr Masse haben als die Erde, aber weniger als der leichteste Gasplanet unseres Sonnensystem, der Uranus. Bei Super-Erden muss es sich allerdings nicht zwangsläufig um Gesteinsplaneten wie die Erde handeln.

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Die ersten drei Planeten von HD 40307 waren im Licht des Sterns entdeckt worden. Die Planeten zerren mit ihrer Schwerkraft an dem Stern und lassen ihn dadurch rhythmisch hin- und herschwanken. Dadurch schwankt auch die Lichtfarbe des Sterns ganz leicht im selben Rhythmus. Dieser sogenannte Dopplereffekt lässt sich im Alltag an Schallwellen beobachten: So klingt das Martinshorn eines Feuerwehrautos heller, solange dies sich nähert. Entfernt es sich, klingt das Horn dunkler.

In der neuen Analyse stießen die Forscher auf zusätzliche rhythmische Schwankungen, die von drei weiteren Planeten ausgelöst werden könnten. Damit hätte das System insgesamt sechs Planeten. Alle bis auf einen umkreisen ihren Stern jedoch sehr viel dichter als die Erde die Sonne, damit ist es auf ihnen für Leben, wie wir es kennen, zu heiß. Der äußerste Planeten-Kandidat jedoch ist etwas weiter von seinem Stern entfernt als die Erde von der Sonne und liegt damit in der bewohnbaren Zone.

Für ein erdähnliches Klima müsst es ein Gesteinsplanet sein

"Der Stern HD 40307 ist ein völlig ruhiger alter Zwergstern", sagte Anglada-Escudé. Daher gebe es keinen Grund dafür, dass ein solcher Planet nicht ein erdähnliches Klima aufrechterhalten sollte. Voraussetzung wäre allerdings, dass er ein Gesteinsplanet ist. Mit mindestens der siebenfachen Erdmasse könnte es sich auch um eine kleine Ausgabe des Gasplaneten Neptun handeln, schreiben die Wissenschaftler.

Dennoch empfehle sich der neu entdeckte Planeten-Kandidat als Beobachtungsziel künftiger Weltraumteleskope. Denn mit einer Entfernung von nur rund 41 Lichtjahren gehört sein Heimatstern zur kosmischen Nachbarschaft unserer Sonne. Damit, so glauben die Forscher, ist das System nah genug, um den möglichen äußersten Planeten mit Weltraumteleskopen der nächsten Generation direkt ablichten zu können.

Bislang haben Astronomen mehr als 800 sogenannter Exoplaneten bei anderen Sternen entdeckt, darunter eine Handvoll potenziell bewohnbarer Super-Erden. Hinweise auf Leben sind noch bei keinem davon gefunden worden.

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Leserkommentare
  1. das ist ja ein Katzensprung, und bei dem wäre, könnte und hätte im Artikel wäre es zweckmäßig, könnte man heute mit Überlichtgeschwindigkeit reisen, und hätte unseren Kindeskindern schon morgen bei der Rückkehr erzählt, was er dort gesehen hat.

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  2. Und die willkommene Alternative
    zum artbedrohenden Klimawandel.
    Wenn die alternativen Energien erst in Deutschland
    losgelassen werden, sind die 41 Lichtjahre ein Klacks.

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  3. 3. Schade

    7-fache Erdmasse? Also alles was größer ist als eine Amöbe wird von seinem eigenen Gewicht zerquetscht. Und ich dachte wir hätten endlich E.T. gefunden!

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    F = G*M*m/r²

    d.h. bei 7 facher Erdmasse M und 2,7 fachem Erdradius r wäre das Gewicht F der Probemasse m (z.B. Mensch) dem auf der Erde identisch. Leider konnte der betreffende Planetenradius noch nicht bestimmt werden...

    auf die Masse an. Gut möglich, dass das Ding sich in einer ordentlichen Geschwindigkeit dreht und die Zentrifugalkräfte zumindest am Äquator der Schwerkraft hinreichend entgegenwirken.

    • Rend
    • 08. November 2012 20:45 Uhr

    Also, das einzige was auf eine "Erde" hindeutet, ist die Entfernung von ihm zu seiner Sonne. Ansonsten weiss man nichts über ihn. Das Ding kann aus allem möglichen bestehen, Wasserstoff, Helium, Methan, Katzenstreu... aber ein Gesteinsplanet mit der 7fachen Erdmasse? Ich glaub nicht, dass sowas möglich ist.

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  4. 5. Newton

    F = G*M*m/r²

    d.h. bei 7 facher Erdmasse M und 2,7 fachem Erdradius r wäre das Gewicht F der Probemasse m (z.B. Mensch) dem auf der Erde identisch. Leider konnte der betreffende Planetenradius noch nicht bestimmt werden...

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    Antwort auf "Schade"
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    M = rho * V_kugel.

    Dann können Sie überprüfen, ob Sie die 7-fache Erdmasse in den 2,7-fachen Radius bekommen bei konstanter Dichte. Oder um wieviel die Dichte variieren muss.

  5. auf die Masse an. Gut möglich, dass das Ding sich in einer ordentlichen Geschwindigkeit dreht und die Zentrifugalkräfte zumindest am Äquator der Schwerkraft hinreichend entgegenwirken.

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    Mit F = m*r*Omega² müsste der Planet aber wahnsinnig schnell rotieren um das Gewicht der Probemasse m auszugleichen (am Äquator). Dann gäbe es auch ein Wahnsinnswetter dort.

  6. Ganz schöner Pessimismus bei den Vorkommentatoren.
    Ja, 41 Lichtjahre sind eine Menge, und viele würden heute sagen, Irrsinn, aber Anfang des 20 Jh. haben die Leute auch gesagt "Eine Maschine die schneller ist als ein Mensch, du musst verrückt sein."

    oder "Ein Schiff ohne Segel, angetrieben durch Feuer im Rumpf? Mit solchem Teufelswerk lass ich mich nicht ein."

    Wir können nicht von dem IST-Zustand ausgehen, sondern auch mal darüber nachdenken, das sich die Wissenschaft nicht doch vielleicht etwas weiterentwickelt.

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    • Rend
    • 08. November 2012 21:33 Uhr

    Sonnensegel, damit würde man von der Theorie her auf ein paar Prozent der Lichtgeschwindigkeit kommen. Aber das ganze ist bisher nur Theorie und die Größenverhältnisse wären noch ziemlich heftig.
    Ich bezweifle nicht, dass wir irgendwann mal dort raus kommen. Ich bezweifle nur, dass das Ding da bewohnbar sein soll, mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht.

    • vino87
    • 08. November 2012 22:50 Uhr

    ...die physikalischen Gesetze bleiben aber immer noch die gleichen. Für eine derart hohe Geschwindigkeit ist eine entsprechende Energie durchgehend bereitzustellen. Mit einem 9V-Block würd ich da nicht anfangen...

    Sicher, irgendwann wird es möglich sein durch den gefalteten Raum zu flutschen. Schließlich hat sich das Universum ja auch innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums auf annähernd die Größe ausgedehnt die es heute hat. Die "mächtige Wissenschaft" kann einen solchen Prozess, der ja in Geschwindigkeiten ablaufen muss, die schneller sind, als alles was die Lichtpolizei erlaubt, nicht erklären. Tut aber so, als ob. Sie fotografiert Galaxien, die aus den ersten paar hundert Millionen Jahren nach etwas stammen, dass sie uns unter dem Begriff Urknall verkauft, sagt uns aber nicht dass es all ihren Theorien zufolge eigentlich gar nicht sein kann, das wir jetzt "hier" sind, wo wir sind und dieses lahme Licht uns erst heute erreicht. Soviel zu dem was sich mächtige Wissenschaft nennt.
    Vielleicht wird sich den Menschen eine solche Option eröffnen. Vielleicht werden wir solche Entfernungen auch rein körperlich irgendwann durchmessen. Aber die Wissenschaft, da bin ich mir ganz sicher wird dann nicht mehr das sein was wir heute darunter verstehen. Nicht mehr so mächtig. Eher demütig. Sonst wird die Gattung Mensch diesen Schritt der Evolution nicht erreichen.
    Ich denke nämlich, was Wissenschaft aktuell entwickelt, sind eher Vorstellungen, die auch unser alltäglichen Leben heute schon so unerträglich machen. Die Vorstellung zum Beispiel: Wenn wir noch eine Erde haben, dann können wir die auf der wir jetzt leben ja ohne Probleme verbrauchen. Das ist die Macht der Wissenschaft. Die geht zu Ende

  7. Mit F = m*r*Omega² müsste der Planet aber wahnsinnig schnell rotieren um das Gewicht der Probemasse m auszugleichen (am Äquator). Dann gäbe es auch ein Wahnsinnswetter dort.

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    Antwort auf "Es kommt ja nicht nur"

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, sk
  • Schlagworte Klima | Nachbarschaft | Planet | Sonne | Sonnensystem | Stern
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