Fotos aus Jerusalem : Google digitalisiert 2.000 Jahre alte Schriftrollen

In der israelischen Altertumsbehörde werden Fragmente der Qumran-Schriftrollen vom Toten Meer abfotografiert und digitalisiert. Wir zeigen Bilder aus dem Fotolabor.

Mehr als 17.000 Fragmente gilt es zu ordnen: Forscher der israelischen Altertumsbehörde fotografieren die teilweise winzigen Pergamentstückchen der Qumran-Rollen in Jerusalem ab. Ziel ist es, einen Fingerabdruck der Fragmente zu entnehmen, sodass passende Stücke zusammengefügt und vorhandenen Dokumenten zugeordnet werden können. Hilfe bekommt die Behörde vom Internetkonzern Google. Alles soll für das Internet aufbereitet und öffentlich zugänglich gemacht werden. Die Texte werden transkribiert, übersetzt und mit Literaturhinweisen versehen.

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Kommentare

8 Kommentare Kommentieren

kostenlos wie lange????

klingt sehr dem allgemeinwohl dienlich-
das dachte man ja auch bei den ersten aktionen zum kopieren alter bücher überall-

wenn ich es richtg sehe,darf man dafür aber jetzt ordentlich bezahlen-
so preiswert ist wohl selten ein verlag an seine rechte gekommen

wie sehen denn die verträge aus? sollen die schriften auf dauer kostenlos zugänglich sein?

Immer schön weiter so mit solchen Kommentaren ("Kulturraub")...

denn so wird sicher gestellt, dass sich die Menschen im Nahen Osten in 2000 Jahren immer noch die Köppe einhauen werden.

Es ist schlimm, dass 2000 Jahre alte Schriftrollen nun für solche Parolen herhalten müssen, die darüber hinaus jeder rationalen Grundlage entbehren. Ihre Parole ist für mich das Gegenteil von Kultur (sic!).

Die Qumran-Rollen dürften inzwischen gemeinfrei sein.

Wenigstens bis zur nächsten Urheberrechtsreform.

Gemeinfreies kann bei Google einfach runter geladen werden. Das gibt's sonst nur noch auf Community-Seiten. Die E-Books liegen als Pdf vor, in denen die Scans als Pixelgrafiken drin sind, oder als Epub mit dem je nach Vorlagenqualität manchmal sehr verbesserungswürdigem Text der OCR.

Die Books-Seite von Google ist für schnelle Recherchen extrem hilfreich. Wer kurze Phrasen und deren nächstes textuelles Umfeld sucht, findet wohl keine bessere und umfangreichere freie Suchmaschine. Die Zugänglichkeit der Europeana ist dagegen ein Witz.

Bei den Google-Projekten gefällt mir aber immer noch das Art-Project (http://www.googleartproje...) am besten. Dort sind Bilder von inzwischen 184 Museen versammelt. Viele der Bilder in einer Auflösung, wie man sie als normaler Besucher nicht mal im Museum genießen hat.

Papyrus und die Zeugnisse für die Säulen unserer Kultur

Papyrus, die Zeugnisse für unsere Säulen der Kultur und Weltgeschichte. Sie bergen immer noch Geheimnisse und lohnen entschlüsselt zu werden, egal was es an Mühsal kostet und Jahre.

Vieles schlummert noch in Höhlen, Archiven der Kirchen und Museen samt privater Sammler, und dann heisst es irgendwann mal - die Bücher der Weltreligionen haben doch recht.....

Die Patina der Rollen ist auch ein Hauch unseres eigenen Seins....