RobotermissionCuriosity findet organische Verbindungen auf dem Mars

Das Marsgefährt Curiosity hat Kohlenstoff-Moleküle auf dem Roten Planeten entdeckt. Allerdings ist noch völlig offen, woher die möglichen Grundbausteine für Leben kommen. von AFP und dpa

Im Oktober hat Curiosity mit seinem Schaufelarm diese beiden Löcher gegraben. Im Sand fand der Roboter nun wohl Kohlenstoff-Verbindungen.

Im Oktober hat Curiosity mit seinem Schaufelarm diese beiden Löcher gegraben. Im Sand fand der Roboter nun wohl Kohlenstoff-Verbindungen.  |  © Nasa/JPL-Caltech/MSSS

In Bodenproben vom Mars hat der Rover Curiosity erstmals seit seiner Landung im August organische Moleküle entdeckt. Die Kohlenstoffverbindungen sind wichtige Hinweise darauf, ob Leben auf dem Roten Planeten prinzipiell möglich wäre, etwa in Form von Mikroben und Kleinstorganismen. Kohlenstoff ist auf der Erde der wichtigste Baustein aller Lebewesen. Doch noch ist nicht einmal ganz klar, woher die Moleküle stammen, die das Gefährt mit Sand vom Marsboden aufgeschaufelt und in seinem Bauch getestet hat.

Es sei durchaus möglich, dass der Roboter die Verbindungen selbst von der Erde mitgebracht hat. Die US-Weltraumbehörde Nasa warnt daher vor vorschnellen Schlüssen und übertriebenen Erwartungen . Mit zahlreichen Tests müsse Curiuosity nun weiter nach dem Ursprung der Moleküle fahnden. Die Untersuchungen könnten sich noch hinziehen. 

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Entdeckt hat das fahrende Labor die Kohlenstoffverbindungen mit seinem Messgerät Sam, das Bodenproben erhitzt und analysiert. Die Proben stammen von einer Stelle namens Rocknest im Gale-Krater, wo Curiosity gelandet war. Fünf Bodenproben, die aus feinerem und grobkörnigerem Sand sowie Staub bestehen, hatte der Rover mit seinem Roboterarm dort aufgesammelt. Das Team um Curiosity, dass den Rover von der Erde aus steuert, seine Daten empfängt und auswertet, habe versucht, "ganz normalen Mars-Boden" zu finden, sagte der Projektleiter John Grotzinger. Curiosity habe die Proben mit allen ihm zur Verfügung stehenden Instrumenten untersucht.

Rover Curiosity

Das Mars Science Laboratory (MSL) ist die erste astrobiologische Mission seit Viking in den 1970er Jahren. Mit ihr unternimmt Marsrover Curiosity seit August 2012 auf dem Roten Planeten Forschungsfahrten.

Infografik: Curiosity
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Klicken Sie auf das Bild, um die Infografik als PDF herunterzuladen.  |  © Aurel Märki

Gut drei Meter misst das Geländefahrzeug in Länge und Breite, zwei in der Höhe – damit ist er fast so groß wie ein Kleinwagen. 900 Kilogramm bringt der Rover auf die Waage. Damit ist er doppelt so lang und fünf Mal so schwer wie seine Kollegen Spirit und Opportunity aus dem Jahr 2003.

Zudem ist das fahrende Labor weitaus besser ausgestattet: Zehn wissenschaftliche Instrumente hat Curiosity an Bord, darunter das Probenanalyse-Modul SAM und das Chemielabor CheMin.

Via einer UHF-Antenne werden Daten an die Erde übertragen. Auch kann die Mars-Odyssey-Sonde der Nasa als Relais verwendet werden.

Die Energie zum Fahren und Forschen liefert wie schon bei Viking ein Radioisotopen-Generator. So ist der Rover auch ohne Sonne funktionstüchtig.

Planet Mars

Der Mars gilt zwar als erdähnlich. Doch der Rote Planet ist bei Weitem nicht so einladend wie unser Heimatplanet. Die dünne Atmosphäre des Himmelskörpers besteht zu etwa 95 Prozent aus CO2, dazu kommen Stickstoff, Sauerstoff und Argon.

Seine Oberfläche ist trocken, felsig, kalt, die Durchschnittstemperatur liegt bei minus 63 Grad Celsius. Zudem schwankt die Temperatur stark und beeinflusst das Wetter. So treten im Frühjahr oft heftige Staubstürme auf, die große Teile der Marsoberfläche verhüllen.

Aufgrund der längeren Umlaufdauer um die Sonne – der Planet ist im Durchschnitt rund 230 Millionen Kilometer von ihr entfernt, die Erde im Vergleich rund 150 Millionen Kilometer – dauert ein Marsjahr 687 Erdentage. Ein Marstag wiederum dauert 24 Stunden und 37 Minuten.

Video: Die Mission

 Diese Animation stammt vom Jet Propulsion Laboratory der Raumfahrtbehörde Nasa.

Die Analyse förderte neben Sauerstoff- und Chlormolekülen unter anderem eben einfache Kohlenstoffverbindungen zutage. Der Nasa-Wissenschaftler Michael Meyer sprach von einem "beispiellosen Einblick in die chemische Vielfalt der Gegend". Neben der Frage, ob die Elemente vom Mars stammen, muss noch geklärt werden, ob es sich bei den Molekülen um "biologisches Material" handelt.

Curiosity war im August nach einer mehr als achtmonatigen Reise durchs All auf dem Mars gelandet. Die 2,5 Milliarden Dollar teure Mission der US-Raumfahrtbehörde Nasa ist auf einen Zeitraum von zwei Jahren angelegt. Der Forschungsroboter soll nach Spuren von Leben auf dem Roten Planeten suchen.

Nun steht für den Rover schon die nächste Aufgabe an: Noch vor Weihnachten soll Curiosity mit seinem Bohrer den Boden des Mars untersuchen. Für Anfang nächsten Jahres ist dann die Fahrt zum eigentlichen Ziel, einem Berg namens Mount Sharp , geplant.

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Leserkommentare
    • Gerry10
    • 04. Dezember 2012 12:07 Uhr

    Nur weil sich bis jetzt niemand gemeldet hat, heisst ja nicht das sie nicht da sind.
    Vielleicht sind wir auch nur uninteressant oder geistig noch nicht in der Lage.
    David Bowie hat es treffend gesungen:
    "There's a star man waiting in the sky,
    he'd like to come and meet us,
    but he thinks he'd blow our minds"

    :-)

    3 Leserempfehlungen
  1. Wird in jedem Stern produziert. Manche Sterne der Kategorie weiße Zwerge bestehen fast ausschließlich aus Kohlenstoff.
    Selbst organische Verbindungen bilden sich unter einer Vielzahl verschiedener Bedingungen spontan ohne irgendeine Beziehung zu Leben.

    Dies sind einfach Null-Nachrichten für die Begeisterung von Unwissenden und politische Rechtfertigung für ausgegebenes Geld. Vielleicht gibt es ja noch wirkliche Entdeckungen von Curiosity. Aber da muss man halt warten.

    Natürlich hat aber auch leeres Geschwätz gesellschaftliche Funktion.

    2 Leserempfehlungen
  2. Persönlich glaube ich, dass Leben im Universum allgegenwärtig ist und sich überall dort, wo es eine Möglichkeit gibt, festsetzt und entwickelt. Wenn man nur unsere Erde als einzig möglichen Ort für Leben annimmt, muss man schon staunen, unter welchen "unmöglichen" Bedingungen Leben vorkommt.
    Nur weil man sich etwas nicht vorstellen kann, heißt das noch lange nicht, dass es nicht möglich wäre. Wenn man dann noch die im wahrsten Sinn des Wortes unzähligen Planeten im Universum als gegeben annimmt, ist es ziemlich unlogisch zu glauben, dass es nur bei uns Leben gibt..

    Eine Leserempfehlung

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, nf
  • Schlagworte Nasa | Rover | Mars | Planet | Roboter | Sharp
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