Astronomie : Die Kruste des Mondes ist ramponierter als gedacht

Die Zwillingssonden Grail haben unterirdische Kanäle auf dem Mond entdeckt. Zudem besteht die Kruste des Trabanten durch unzählige Einschläge aus pulverisiertem Gestein.
Die Zwillingssonden der Grail-Mission haben eine detaillierte Karte des Gravitationsfeldes des Mondes erstellt. © Nasa/JPL-Caltech

Die Mondkruste ist bis zu 43 Kilometer dick und von tiefen unsichtbaren Magma-Kanälen durchzogen. Das zeigen Beobachtungen der Mondmission Grail der US-Raumfahrtbehörde Nasa . Die insgesamt mindestens 5.300 Kilometer langen erstarrten Einschlüsse seien vermutlich entstanden, als der junge Mond sich ausgedehnt habe, schreiben Forscher um Jeffrey Andrews-Hanna von Colorados Hochschule für Bergbau in Golden ( USA ) im Magazin Science .

Die unterirdischen Kanäle machten sich in den Messdaten durch ihre größere Schwerkraft bemerkbar. Grail (Gravity Recovery and Interior Laboratory) vermisst seit vergangenem Jahr detailliert die Gravitation des Erdtrabanten . Die Mission besteht aus zwei Sonden, die den Mond umkreisen. Die Zwillingssonden messen Schwankungen im Abstand zwischen ihnen, die durch die leicht unterschiedliche Schwerkraft der überflogenen Mondregionen ausgelöst werden. Auf diese Weise lassen sich unterschiedliche Oberflächenmerkmale wie zum Beispiele Krater oder Berge ebenso sichtbar machen wie Masse-Schwankungen unterhalb der Mondoberfläche.

Insgesamt 22 schnurgerade Kanäle voll erstarrten Magmas haben die Sonden nun unter der Kruste entdeckt. Sie haben eine größere Dichte als der umliegende Mondboden und sorgen dort, wo sie verlaufen, für eine höhere Schwerkraft dort. Vermutlich seien die Einschlüsse über vier Milliarden Jahre alt. Sie erlauben nun erstmals einen Blick in die frühe Phase der Mondentwicklung.

Die kilometertiefen Formationen seien der erste Beleg für die Theorie, dass der Radius des jungen Mondes sich zunächst um 0,6 bis 4,9 Kilometer thermisch ausgedehnt habe, bevor er sich später moderat zusammenzog. Die Spuren der Entwicklung des jungen Mondes wurden von ungezählten kosmischen Einschlägen von der Oberfläche gewischt, daher war diese Phase bislang der Beobachtung nicht zugänglich.

Die Mondkruste selbst ist deutlich weniger massiv als gedacht, wie die Grail-Daten ebenfalls zeigen. Die obere Mondkruste wiegt demnach rund 2,5 Tonnen pro Kubikmeter, das sind 300 bis 400 Kilogramm weniger als angenommen.

Vermutlich ist die Kruste des Erdtrabanten mit insgesamt zwölf Prozent poröser als gedacht, schreiben Forscher um Mark Wieczorek von der Pariser Sorbonne ebenfalls in Science . Den Messungen zufolge ist die Mondkruste 34 bis 43 Kilometer dick. Das entspricht in etwa der Dicke der kontinentalen Erdkruste. Allerdings hatten die Wissenschaftler erwartet, dass sie viel breiter sei. Nun sei klar, dass unter vielen tiefen Kratern auf der Oberfläche kaum noch festes Gestein liege. Frühe Einschläge von Asteroiden haben die äußere Gesteinshülle des Erdtrabanten an diesen Stellen praktisch ausgehöhlt.

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Kommentare

6 Kommentare Kommentieren

Allerdings

"Vermutlich ist die Kruste des Erdtrabanten mit insgesamt zwölf Prozent poröser als gedacht"

Seit wann ist Prozent die Maßeinheit für Porosität?

"Frühe Einschläge von Asteroiden haben die äußere Gesteinshülle des Erdtrabanten an diesen Stellen praktisch ausgehöhlt"

Wie jetzt, "die Hülle ausgehöhlt"? Wie kann man eine Hülle aushöhlen?

"Die Mondkruste ist bis zu 43 Kilometer dick"

Wenn das eine "Kruste" ist, dann ist der Mond darunter wohl flüssig, oder wie?

"Allerdings hatten die Wissenschaftler erwartet, dass die Kruste viel breiter sei"

So, so! Heute hat es 2m geschneit -- 2m nebeneinander!