UniversumAstronomen entdecken größte Struktur im Kosmos

Ein vier Milliarden Lichtjahre langes Gebilde haben amerikanische Forscher im Weltall entdeckt. Die Quasar-Gruppe stellt eine Grundannahme der modernen Kosmologie infrage.

So stellt sich ein Künstler einen Quasar vor: Der Kern einer Galaxie wird von einem Schwarzen Loch in seinem Zentrum angetrieben, dass Masse anzieht und um sich herum sammelt.

So stellt sich ein Künstler einen Quasar vor: Der Kern einer Galaxie wird von einem Schwarzen Loch in seinem Zentrum angetrieben, dass Masse anzieht und um sich herum sammelt.   |  © ESO/M. Kornmesser

Als Astronomen im Weltall zum ersten Mal einen Quasar entdeckten, dachten sie, es sei ein Stern. Extrem hell und punktförmig sehen die ungewöhnlichen Himmelskörper im Teleskop aus. Doch in Wahrheit handelt es sich dabei um uralte Galaxiekerne, die noch aus der Jugendzeit des Universums stammen. Jetzt haben amerikanische Astronomen eine Quasar-Gruppe entdeckt, die größer ist als jedes bislang erspähte Gebilde im Weltall. 

Die 73 Quasare erstrecken sich über eine Länge von vier Milliarden Lichtjahren, berichten der Astronom Roger Clowes von der Universität von Zentrallancashire und seine Mitarbeiter im Magazin Monthly Notices of the Royal Astronomical Society (MNRAS). Ein Lichtjahr entspricht knapp zehn Billionen Kilometern – Dimensionen, die Menschen sich kaum vorstellen können. Zum Vergleich: Unsere Milchstraße ist von der Nachbargalaxie Andromeda nur etwa zweieinhalb Millionen Lichtjahre entfernt.

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"Das ist sehr aufregend, weil es unserem gegenwärtigen Verständnis von der Skala des Universums widerspricht", sagte Clowes der Nachrichtenagentur dpa. Denn die moderne Weltraumforschung fußt auf dem Kosmologischen Prinzip, demzufolge das All auf einer ausreichend großen Skala überall gleich aussieht.

Doch so uniform scheint das Universum den neuen Erkenntnissen zufolge nicht zu sein. Schließlich ist das entdeckte Gebilde weitaus größer als andere Strukturen in dieser Entfernung. Nach dem Kosmologischen Prinzip – welches allerdings auch nur eine Theorie darstellt – sollte es keine Struktur von mehr als etwa 1,2 Milliarden Lichtjahren Größe geben. Clowes und seine Kollegen wollen nun nach weiteren Beispielen für "zu große" Strukturen im Universum suchen.

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Leserkommentare
    • shinya
    • 11. Januar 2013 17:40 Uhr

    Der Andromeda-Nebel ist 2,5 Millionen Lichtjahre entfernt, nicht 2,5 LJ. Außerdem steht im Header 4 Millionen, im Text 4 Milliarden LJ.

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    Redaktion

    Liebe/r Shinya,

    Sie haben natürlich Recht, wir haben die Fehler korrigiert. Herzlichen Dank für den Hinweis.

    Grüße aus der Redaktion, Sybille Klormann

    • Moika
    • 11. Januar 2013 19:41 Uhr

    Nun sind Sie mal nicht so "kleinlich", das gesamte Standardmodell steht doch - fast so wie die amerikanische Finanzpolitik - direkt am Rand der Klippe.

    Ein kleiner Stoß...

    • Rend
    • 11. Januar 2013 21:32 Uhr

    "Zweieinhalb Lichtjahre" Hahaha, wow das ist wirklich mal was, noch vor Alpha Centauri, da wären wir dann "drin" in Andromeda, bzw. die in uns.
    Aber hey, das gäb zumindest einen sagenhaften Nachthimmel.
    Also das war zumindest mal sehr amüsant.

    Ist dieses neue Gebilde jetzt sowas wie ein Filament? Wie die Great Wall zum Beispiel?

  1. Im Text steht es handele sich um ein 4 Milliarden Lichtjahre langes Objekt. Im Subtitel unter der Überschrift ist von einem Gebilde von 4 Millionen Lichtjahren Länge die Rede. Ich kann mir beide Entfernungen nicht im Geringsten vorstellen, dennoch spüre ich einen feinen Unterschied zwischen Milliarden und Millionen.

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    Redaktion

    Liebe/r Notensafe,

    Sie haben natürlich Recht, wir haben die Fehler korrigiert. Herzlichen Dank für den Hinweis.

    Grüße aus der Redaktion, Sybille Klormann

  2. 3. Bitte

    dass Masse anzieht und um sich herum sammelt

    das Masse anzieht und um sich herum sammelt

    !

    2 Leserempfehlungen
  3. naja 2,5 LJ zur Andromeda-galaxie wäre fast nur ein katzensprung. Selbst der nächste Stern (Alpha Centauri) ist weiter weg 4 bis 3,5 LJ je nach lage... aber es sei vergeben... glaube auch das es 4 mio LJ sind, weil 4 mrd LJ wären ja schon fast 5% des Universums. (nach heutiger Schätzung dehnt sich das universum wohl auf 80 mrd LJ aus, aber das muss nicht sein, da es vielleicht Regionen gibt, deren Licht uns noch gar nicht errecht hat)

    zum thema:
    Auch wenn uns diese Informationen wohl in den nächsten 10000 Jahren noch keinen Nutzen bringen wird, werden solche Informationen immer den Menschlichen Geist beflügeln über sich zu gehen. Bitte um detailliertere Berichte.

    4 Leserempfehlungen
  4. ... aber das kennen wir ja aus der Geschichte nur zu genüge; Galilei sei da als bekanntes Beispiel genannt. Sie sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht.

    Ich denke aber gerade im Zuge der digitalen Revolution wird es keine 50 Jahre mehr dauern, bis auch die etablierteste Wissenschaftsvereinigung anerkannt hat, dass das bisher geläufige Modell des "Urknall"-Universums mit "dunkler Materie", "dunkler Energie", "schwarzen Löchern" sowie der Gravitation als bestimmende Kraft ad acta gelegt wird. Dass anerkannt wird, dass die letzten 100 Jahre eine Menge Zeit und Ressourcen verschwendet wurden - wobei niemandem ein Vorwurf gemacht werden kann, der Mensch irrt sich eben.

    Das Universum ist elektrischer Natur, und mit dem Durchbruch dieser Erkenntnis wird sich die Menschheit mit einem gigantischen Sprung weiterentwickeln. Wir leben in wahrlich spannenden Zeiten!

    2 Leserempfehlungen
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    und mit dem Durchbruch dieser Erkenntnis wird sich die Menschheit mit einem gigantischen Sprung weiterentwickeln. Wir leben in wahrlich spannenden Zeiten!"

    Nein. Das Universum ist biomagnetischer Natur, aber nur Freitagabends.

    und an seinen Grenzen sichert es sich durch Skalarhaubitzen?

  5. Eine Quasar Gruppe? vier Millionen Lichtjahre? uralte Galaxiskerne?
    was denn nun, das ist kein informativer Artikel, etwas mehr Recherche bitte...

    3 Leserempfehlungen
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    • grrzt
    • 12. Januar 2013 0:07 Uhr

    in Wirklichkeit besteht das Universum aus (Tusch, Tätärä) - Griesbrei ;-)

    • Muhme
    • 12. Januar 2013 3:36 Uhr

    Ich habe ein großes Interesse an diesem Gebiet, aber nicht das nötige Fachwissen. Deswegen wäre es wünschenswert, wenn der Artikel etwas mehr liefern würde, als diese allgemeinen nichtssagenden Aussagen. Ich habe das Paper gelesen und ein paar Fragen wurden mir auch beantwortet, aber mit vielen Begriffen, Modellen und Zahlen kann ich nur rudimentär etwas anfangen.

    Vllt wäre es durchaus sinnvoll, den Artikel nochmals zu überarbeiten oder einen weiteren zu schreiben. Einfach mit etwas mehr Details für den interessierten Normalbürger.

  6. 7. Woow !

    Wieder einmal stellen wir fest, wie dünn es um das Wissen der Menschheit bisher bestellt ist.
    Dies sollte uns alle etwas demütiger werden lassen, was den "Stand des Wissens" angeht.

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    Wieder einmal stellen wir fest, dass das Wissen der Menschheit ein klein wenig erweitert wurde. Dies sollte uns alle etwas mutiger werden lassen, was den Fortschritt des Wissens angeht.

  7. Was für eine Struktur soll das sein? Es sind 73 einzelne Quasare, die im riesigen Univesum verteilt sind. Die Quasare sind ja wohl nicht mit einander verbunden, und stellen somit kein "Objekt" dar.
    Wenn ich an zwei entgegengesetzten Enden des Universums zwei ähnliche Galaxien entdecke, dann interpretiere ich da doch keine riesige Struktur hinein.
    Verstehe ich nicht. Aber vielleicht fehlt mir ja das Fachwissen. Astrophysik hatte ich nur zwei Semester.

    4 Leserempfehlungen
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    Das sind 73 Galaxien, welche sich von uns aus gesehen zu einer 4 Mrd. Lj "langen" Struktur zusammengereiht haben. (Für uns ein Blickwinkel von 2°, d.h. 4 scheinbare Monddurchmesser bei einer Rotverschiebung von 1,3 nach Originalpaper). Macht einen durchschnittlichen Abstand von 55 Mio. Lichtjahren von Galaxie zu Galaxie. D.h. schon während 55 Mio. Jahren könnte sich für uns gesehen diese Gesamtstruktur gebildet haben, obwohl das eine Ende dieser Struktur vom anderen Ende gar nichts "wissen" konnte. Dies bei einer durchschnittlichen Quasarphase von 100 Mio. Jahren pro Galaxie.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Milchstraße | Nachrichtenagentur | Society | Stern | Weltall
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