Beobachtungswarten in Aktjubinsk im nördlichen Kasachstan sowie im zentralrussischen Salessowo hätten den Druck des Gesteinsbrockens beim Flug durch die Lufthülle der Erde gemessen. Dabei empfingen die Stationen Schallwellen niedriger Frequenz (Infraschall), erklärte Hartmann. Er ist sich recht sicher, dass der Himmelskörper über dem Ural diese Wellen auslöste: "Es waren starke Signale. Man kann sie zeitlich zuordnen."

Auch Thilo Elsner, Leiter der Sternwarte Bochum, wurde von dem schweren Unfall in Russland überrascht. Die meisten Meteoriten verglühen als Sternschnuppen und kommen gar nicht bis zum Erdboden, sagte er. An ein vergleichbares Meteroiten-Unglück kann er sich nicht erinnern. "Seit Beginn der Raumfahrt hat es meines Wissens keine Ereignisse mit solchen Folgen gegeben." Anders als Hüttemeister will er nicht ausschließen, dass doch Weltraumschrott dahinter steckt.

Generell sind Meteoriten-Einschläge nichts Ungewöhnliches. Meistens fallen die außerirdischen Bruchstücke aber über dem Meer oder unbewohntem Gebiet herab. "Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand von einem solchen Objekt getroffen wird, ist sehr, sehr gering", sagte DLR-Forscher Manfred Gaida.

Für den Ernstfall, in dem ein größerer Himmelskörper als der Ural-Meteoroid die Erde trifft, entwickeln Astronomen schon heute Abwehrsysteme. Doch bislang lassen sich selbst große Brocken, die eine Dicke von rund 50 Metern haben, nicht sicher im All erspähen. Von Asteroiden dieser Größe im näheren Umfeld der Erde kennt man heute vermutlich nur die Hälfte.

Einer davon ist der Asteroid 2012 DA14, der am Freitagabend vorbeikommt, rund 28.000 Kilometer über der Erde. In astronomischen Einheiten gedacht verfehlt er uns nur um Haaresbreite.