Einschlag in Russland: Der Meteoroid kam aus dem Nichts
War es Weltraumschrott oder ein US-Waffentest? Warum hat keiner den Meteoroiden kommen sehen? Forscher untersuchen Spuren, die der Himmelskörper in Russland hinterließ.
© Viktoria Gorbunova/ITAR-TASS/dpa

Meteore am Himmel über Russland am 15. Februar
Meteore haben das Zeug zur Legende, das zeigte schon die Explosion im Tunguska-Tal im Jahr 1908. An jenem 30. Juni um kurz nach 7 Uhr erhellte ein gigantischer Blitz den Himmel über der ostsibirischen Taiga. Noch in 800 Kilometer Entfernung soll ein dumpfer Knall zu hören gewesen sein. Zeitzeugen berichteten von mehreren Explosionen. Bis heute ist unklar, was dort vor mehr als 100 Jahren explodierte.
Haben Außerirdische uns das Leben gerettet?
Eine der schönsten Theorien dazu kramte der russische Hobbywissenschaftler Juri Labwin im Jahr 2004 hervor: Außerirdische hätten an jenem historischen Tag einen Meteor kurz vor dem Aufprall auf der Erde abgeschossen, um die menschliche Zivilisation vor dem Untergang zu bewahren. Labwin behauptete, auf einer Exkursion ins Tunguska-Tal Teile ihres Raumschiffs entdeckt zu haben.
Und diesmal? Erste Verschwörungstheorien gibt es schon. So verneint der Chef der russischen Liberaldemokratischen Partei Wladimir Schirinowski, dass die Meteorite, die am Freitagmorgen in seinem Land einschlugen und viele Hundert Menschen verletzten, von einem natürlichen Himmelskörper stammen. Er verdächtigt vielmehr die USA, im All über Russland Waffen zu testen.
Der Gesteinsregen als Folge einer Panne der U.S. Army? Wissenschaftler glauben das nicht. Sie halten die Einschläge in Russland weder für menschengemacht, noch für Vorboten des 45 Meter großen Asteroiden namens 2012 DA14, dessen Vorbeiflug in nur 28.000 Kilometer Entfernung für Freitagabend unserer Zeit erwartet wird. "Das ist etwas völlig anderes", sagte ein Sprecher der Europäischen Raumfahrtagentur Esa. "Flugbahn und Ort des Einschlages sprechen dagegen."
Warum wurde nicht gewarnt?
Könnte es herabstürzender Weltraumschrott gewesen sein, der über Russland verglühte? Theoretisch ja, sagt die Bochumer Astronomin Susanne Hüttemeister. Vergangene Woche sei in Teilen Deutschlands am Abendhimmel das Verglühen einer Sojus-Raketenoberstufe zu beobachten gewesen. Der von Augenzeugen gefilmte Feuerball über dem Ural sei aber eher natürlichen Ursprungs. "Wenn Weltraumschrott verglüht, sieht das anders aus", sagte Hüttemeister. Schrott-Teile in Erdnähe würden außerdem überwacht. "Man weiß, wenn ein solches Teil in die Atmosphäre eintritt." In diesem Fall wusste niemand im Voraus Bescheid.

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Der Meteoroid über Russland war vermutlich natürlichen Ursprungs, aber einfach zu klein, um vorher entdeckt zu werden, sagt Christian Gritzner, Planetenforscher am Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum. Erst ab einem Durchmesser von 45 bis 50 Metern könnten Teleskope solche Himmelskörper aus mehreren Millionen Metern Entfernung kommen sehen. "Der in Russland war aber schätzungsweise ein oder zwei Meter dick – also winzig", sagte Gritzner ZEIT ONLINE.
Trotzdem war der Himmelskörper groß genug, dass seine Splitter am Boden Schäden anrichteten. Nahe dem See Tschbarkul wurde ein frisch geschlagener sechs Meter breiter Krater entdeckt. Dass nicht noch größere Brocken auf die Erde prallten, liegt daran, dass der Großteil des Himmelskörpers verglühte, während er durch die Atmosphäre stürzte.
Erst in diesem Moment des Atmosphären-Eintritts kam er überhaupt in den messbaren Bereich von Astronomen. Deutsche Forscher haben seine Spuren ausgewertet. "Wir haben jetzt Daten verschiedener Stationen vorliegen", sagte Gernot Hartmann von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe der Nachrichtenagentur dpa.







Liebe Leser.
So ein Mist - jetzt habe ich mit derartiger Akribie in dem Artikel zwischen den drei Varianten der Himmelskörper unterschieden, und an jeder Stelle genaustens darauf geachtet, ob er gerade noch im All ist (dann heißt er Meteoroid), ob er schon als Sternschnuppe durch die Atmosphäre fliegt (dann ist Meteor richtig) oder schon als Splitter auf der Erde angekommen ist (Meteorit), dass mir das O aus Meteoroid verloren gegangen ist... Das haben wir nun geändert.
Für alle noch immer Verwirrten: Die Unterscheidung, ob es mit D oder T geschrieben wird, ist korrekt (siehe Infobox). Mit D heißt "fliegt noch im Weltall", mit T heißt "ist auf der Erde angekommen" - alles dazwischen ist eine Sternschnuppe.
In diesem Sinne gute Nacht. Gleich fliegt ja auch noch der Asteroid - mit D – an der Erde vorbei. Aber das ist ein anderes Thema.
Kompromiss:"dat Dingen" :-)
Kompromiss:"dat Dingen" :-)
Es ist überhaupt nicht komisch, dass es keine große Einschlagstelle gibt. Kleine Einschlagstellen wurden ja bereits gefunden, so gibt es Bilder eines kreisrunden Lochs in der Eisdecke eines Sees. Und große Einschlagstellen gibt es nicht, weil der Meteorit in der Atmosphäre verglüht ist. Bei einem Tempo von 30 km/s steckt in jedem Kilo des Meteoriten die Energie von über 100 Kilo TNT!
Wenn man sich die Filme vom Eintreffen des Meteoriten anschaut, sieht man ja, dass er erst leicht glimmt (da ist er noch in hohen Luftschichten, so dass er kaum aufgeheizt wird), dann plötzlich extrem hell wird (genau in diesen Sekunden verglüht er!) und dann wieder dunkler wird (da fliegen kleine Bruchstücke weiter, die das Glück hatten, aerodynamisch so geformt zu sein, dass sie sich gerade nicht hoch genug aufheizten, um zu verdampfen). Und man sieht, dass die Flugbahn NICHT bis zum Boden führt, sondern deutlich höher endet.
Fazit: Kein größerer Teil des Meteoriten hat es bis zum Erdboden geschafft. Der ist in der Luft komplett verglüht. Nur kleine Teile haben es zum Boden geschafft. In Form von Staub wird der Meteorit über die nächsten Monate verteilt runterrieseln. Bis dahin macht der Staub das Wetter etwas kälter und in den nächsten Tagen die Sonnenauf- und Untergänge über Russland auch deutlich dramatischer.
Jag
um uns gegen derartige Dinge technisch zu erwehren müssten wir Menschen zusammenarbeiten...
Aber wir haben ja viel wichtigere Dinge, mit denen man sich beschäftigen kann wie zum Beispiel die katholische Kirche,Taliban,Neonazis,Linksextremisten und machthungrige Wirtschaftler.
Der Mensch ist einfach zu dumm, um über den Tellerrand seines Planeten hinauszuschauen.Dann muss man auch nicht weinen, wenn ein Asteroid dann irgendwann mal einschlägt.
Immerhin kann man dann sagen,dass man sich ein Leben lang mit der Religion beschäftigt hat....wem das dann hilft der kann sich glücklich schätzen
In dem Sinne
gute Nacht
Schreibt er sich denn jetzt Meteorit oder Meteorid ???
wie in Asteroit ;-)
SJohnson hat mit Antwort 6 es sehr richtig ausgedrückt - und in der Infobox ist es ja auch zu lesen: Der Himmelskörper heißt Meteoroid - die Splitter, die auf die Erde getroffen sind, heißen Meteoriten.
Ihre Nachrichtenredaktion.
wie in Asteroit ;-)
SJohnson hat mit Antwort 6 es sehr richtig ausgedrückt - und in der Infobox ist es ja auch zu lesen: Der Himmelskörper heißt Meteoroid - die Splitter, die auf die Erde getroffen sind, heißen Meteoriten.
Ihre Nachrichtenredaktion.
Ich glaube, das ist der erste Artikel zu dem Thema, der gut recherchiert und nicht "angstmachend" geschrieben ist. Die Märchenschnulze als Intro sei mal dahingestellt.
"An ein vergleichbares Meteroiten-Unglück kann er sich nicht erinnern. "Seit Beginn der Raumfahrt hat es meines Wissens keine Ereignisse mit solchen Folgen gegeben.""
Danke dafür, in anderen Zeitungen (selbst in der SZ) wird beispielsweise der Chiemgaueinschlag für reißerische Zeilen ("Es ist der für den Menschen wohl bislang folgenschwerste Meteoriten-Einschlag eines Gesteinskörpers auf der Erde") ignoriert.
Hut ab, weiter so!
wie in Asteroit ;-)
Meteorid nennt man ihn, solange er nicht den Boden erreicht. Wenn der Meteorid aber nicht in der Atmosphäre verglüht und auf die Erde aufknallt, nennt man ihn Meteorit.
solange sie nicht abstürzen... :)
... als es noch keine bösen Russen und Amerikaner gab, glaubten Leute, auf den Glutflitzern ritten(!) Teufel. Deshalb heute noch -riten, solange die Dinger oben sind.
(Dies als Eselsbrücke oder hinreichende Bockleiter).
solange sie nicht abstürzen... :)
... als es noch keine bösen Russen und Amerikaner gab, glaubten Leute, auf den Glutflitzern ritten(!) Teufel. Deshalb heute noch -riten, solange die Dinger oben sind.
(Dies als Eselsbrücke oder hinreichende Bockleiter).
Dies ist weitestgehend auszuschließen da die Masse des Objekts und Geschwindigkeit dafür zu hoch gewesen ist. Ein Satellit o.ä. wäre nicht so tief in die Atmosphäre eingetaucht und schon früher zu großen Teilen verglüht, bzw. zerborsten. Als Vergleich können Sie sich z.B. das Video der Columbia Katastrophe ansehen. Das Space-Shuttle ist außer der ISS das größte Menschen gemachte Objekt im Orbit gewesen, demnach muss alles was jetzt unkontrolliert abstürzen könnte kleiner sein.
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