TscheljabinskForscher finden Meteoriten-Krater im Tschebarkul-See

In Tscheljabinsk geht die Suche nach Meteoritenteilen weiter. Taucher haben auf dem Grund eines Sees Krater entdeckt. Dort vermuten Forscher nun größere Trümmerteile.

Knapp zwei Wochen nach dem Meteoriteneinschlag in Russland haben Taucher auf dem Grund des Tschebarkul-Sees Krater entdeckt. Sie hoffen nun, dort größere Trümmer des Himmelskörpers zu finden, sagte eine Sprecherin der Stadt Tschebarkul. Bisher hatten Forscher nur kleinere Fragmente unweit des Sees gefunden.

Eine etwa drei Meter dicke Schlammschicht am Boden erschwere aber die Suche. Ein Team um den Experten Viktor Grochowski aus Jekaterinburg will nun zu dem See aufbrechen, um den Meteoritenteilen nachzuspüren. Sie planen, den Boden des Sees mit Spezialgeräten abzutasten.

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Eine erste Suche am 16. Februar hatten die Taucher erfolglos abgebrochen. Nach dem Meteoriteneinschlag war ein kreisrundes, mehrere Meter großes Loch im Eis des Sees entdeckt worden. Seitdem gehen die Forscher davon aus, dass sich der größte Teil des Himmelskörpers am Grund des See befindet.

Himmelskörper: Asteroid

Asteroiden sind kleine Gesteinsobjekte, die sich auf einer Umlaufbahn um die Sonne bewegen. Ihr Name – astēr ("Stern") mit der Endung eides ("ähnlich") –  umschreibt, dass sie wie Sterne erscheinen, weil sie so klein wirken.

Zusammen mit den Meteoroiden und Kometen zählen die Asteroiden zu den Kleinkörpern des Sonnensystems. Kleinkörper umkreisen die Sonne, besitzen aber keine Kugelgestalt. Ihre Masse und Gravitation ist zu gering, um diese Form zu bilden.

Der Großteil der Asteroiden unseres Sonnensystems befindet sich im sogenannten Asteroidengürtel, einer Ansammlung von Asteroiden und Zwergplaneten zwischen den Planetenbahnen von Mars und Jupiter.

Meteoroid

Kleinkörper, die ein paar Millimeter bis hin zu mehreren Metern groß sind, werden als Meteoroiden bezeichnet. 

Sie sind zwar kleiner als Asteroiden, aber eine klare Unterscheidung – etwa über die chemische Zusammensetzung oder die Größe – gibt es nicht.

Sie können auf unterschiedlichen Wegen entstehen: Entweder löst sie die Gravitation von Planeten aus einem Asteroidengürtel oder der Sonnenwind schlägt sie aus Kometenkernen heraus. Außerdem können Meteoroiden durch den Zusammenprall von zwei Asteroiden beziehungsweise durch den Aufprall eines Asteroiden auf einem Planeten entstehen.

Meteor

Sobald sie in die Erdatmosphäre eindringen, nennt man Meteoroide Meteore oder im Volksmund Sternschnuppen.

Generell umfasst der Begriff alle Leucht- und Wettererscheinungen in der Erdatmosphäre. Die Meteorkunde befasst sich mit Meteoren; nicht zu verwechseln mit Meteorologie, die sich der Beobachtung und Beschreibung von Wetter und Klima widmet.

Meteore sind zudem all jene Meteoroiden, die in die Erdatmosphäre eindringen, aber nicht auf der Erde aufschlagen. Das Leuchten der Meteore entsteht durch die Aufladung der Luftteilchen, wenn der Meteoroid durch die Atmosphäre rast.

Meteorit

Wenn ein Meteoroid auf die Erde prallt – statt nur die Erdamosphäre zu durchqueren – wird er als Meteorit bezeichnet.

Meteoriten sind aus verschiedenen Mineralen zusammengesetzt und werden zu den Gesteinen gezählt.

Chondrite bilden die größte Klasse an Meteoriten und sind nach den kleinen Silikatkügelchen in ihrem Inneren, den Chondren, benannt. Außerdem bestehen sie aus den Mineralen Olivin, Pyroxen und Plagioklas.

Altersbestimmungen haben ergeben, dass sie bereits in der Frühzeit des Sonnensystems entstanden sind, vor 4,5 Milliarden Jahren. Damit sind sie die ältesten Steine des Sonnensystems. Weil ihre Zusammensetzung außerdem weitestgehend der des ursprünglichen solaren Nebels entspricht, werden sie auch undifferenzierte Meteoriten genannt.

Komet

Schweifsterne oder Kometen sind Kleinkörper in unserem Sonnensystem. Ihre Zusammensetzung unterscheidet sie von Asteroiden. Während die aus Gestein bestehen, sind Kometen zusätzlich aus gefrorenem Gasen und Wasser zusammengesetzt, weswegen sie auch "schmutzige Schneebälle" genannt werden.

Kometen sind zeitgleich mit dem übrigen Sonnensystem entstanden und umkreisen die Sonne in der Oortschen Wolke oder im Kuiper-Gürtel. Durch die Anziehungskraft vorbeiziehender Sterne oder großer Planeten werden vereinzelt Eis-Gesteins-Brocken aus ihrer eigentlichen Bahn gerissen und in das Innere des Planetensystems gelenkt.

Je näher der Eisbrocken dabei der Sonne kommt, geht das Eis vom gefrorenen Zustand direkt in den gasförmigen Zustand über, ohne sich zwischendurch zu verflüssigen. Dabei werden die zuvor im Eis gefangenen Partikel frei und bilden mit dem entstandenen Gas eine rund 100.000 Kilometer große Wolkeum den Brocken – die so genannte Koma. Durch den Sonnenwind wird die Wolke in die Länge gezogen, sodass ein Kometenschweif von bis zu 100 Millionen Kilometern Länge entsteht.

Planet

Planeten unterscheiden sich von Sternen dadurch, dass sie selbst kein Licht erzeugen, sondern nur das von anderen Sternen – wie etwa der Sonne – reflektieren. Wie Asteroiden auch umkreisen Planeten die Sonne und haben aufgrund ihrer höheren Masse aber die Gestalt einer Kugel ausgebildet.

Außerdem sind Planeten die einzigen Objekte auf ihrer Umlaufbahn, weil sie sie durch ihre Gravitation freigeräumt haben.

Stern

Sterne sind kugelige Gasriesen, die von sich aus Licht aussenden. In ihrem Inneren sind Temperatur und Druck hoch genug, dass über längere Zeit eine Kernfusion stattfinden kann. Dabei verschmelzen Wasserstoffatome zu Helium, wobei unheimlich viel Energie frei wird.

In einer sternklaren Nacht kann das menschliche Auge rund 5.500 Sterne erkennen. Sie haben unterschiedliche Größe, Temperatur, Leuchtkraft und Lebensdauer.

Der Meteorit war am 15. Februar über der mehr als eine Million Einwohner zählenden Stadt Tscheljabinsk und der gleichnamigen Region mit einem grellen Blitz und einer Druckwelle explodiert. Dabei zersprangen unter anderem zahlreiche Fensterscheiben. Fast 5.000 Gebäude wurden beschädigt. Berstendes Glas verletzte etwa 1.500 Menschen.

Die Forscher aus der Uralstadt Jekaterinburg hatten nach dem Einschlag mehrere Fundstücke von Landexpeditionen präsentiert, das größte wiegt ein Kilogramm.

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Leserkommentare
    • scoty
    • 27. Februar 2013 20:45 Uhr

    Auktion läuft noch Noch 1 Tag und 18 Stunden und ein 2,9 Gramm Meteorit hat 48 Gebote und der jetzige Preis 195 Euro.

    Habe mal aus Spass bei ebay " Meteorit Ural " eingegeben und 10 Treffer ( Auktione ) gefunden und die Gesamtzahl der Gebote bei allen Auktionen beträgt zur Zeit 190.
    Bei allen Auktionen ist anstatt Tschebarkul "Chebarkul" angegeben aber seltsam ist das bei allen Artikeln der Standort "Finnland" ist .

    Eine Leserempfehlung
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    Erstaunlich wie perfekt rund dieses Einschlagsloch ist. Auch da habe gewisse Zweifel an der Echtheit.

  1. Erstaunlich wie perfekt rund dieses Einschlagsloch ist. Auch da habe gewisse Zweifel an der Echtheit.

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    bekommen Sie bei entsprechender Geschwindigkeit schon mit recht geringer Masse hin.

    Wirklich erstaunlich ist allerdings, dass hier ein Zusammenhalt eines Stücks Steinmeteorit nach dem Kontakt mit der Eisfläche noch erwartet wird.....

    Denn ein Festkörper der noch genügend Restimpuls hat, wie in Beitrag 3 schon angedeutet, um den festen Seegrund noch umzuformen, der verursacht ein "etwas" größeres Loch im Eis!

    Beste Grüße CM

  2. Was, bitte schön, wollen die da am Grund eines Sees finden? Wenn da ein Krater ist, dann doch garantiert nicht von dem jüngsten Meteor. Denn ein Meteoritenstück, das groß genug ist, einen Krater am Seegrund zu schlagen, erzeugt doch nicht nur ein 5 Meter großes Loch in der Eisdecke! Das bringt den ganzen See in Wallung, und danach ist die Eisdecke des Sees komplett zertrümmert.

    Hier wird nicht mehr gemacht, als Forschungsgelder abzugreifen.

    Jag

    2 Leserempfehlungen
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    • Muhme
    • 28. Februar 2013 14:05 Uhr

    Wenn ich die Entscheidung treffen könnte, wo und wie viel Geld investiert wird, dann würde ich es in Bildung stecken. Dann gäbe es auch weniger Menschen wie Sie einer sind, die über ihren eigenen Tellerrand nicht hinaus blicken können.
    Da das aber keine Option ist bzw. die Elite der verschiedensten Staaten die Bildung als unwichtig erachtet und damit Menschen wie Sie einer sind heranzüchten möchte, ist es mir lieber, wenn Geld abgegriffen wird für angeblich "sinnfreie Forschung", als damit die Banken weiter zu füttern.

    Sehen Sie, es ist nun mal so: jene Wissenschaft, die stets bemüht ist, die Scheiße aufzusammeln, die durch die Wirtschaft produziert wird, bekommen die Gelder gestrichen. Und jene, die einen feuchten Dreck um Mitmenschen und Umwelt geben, die bekommen für ihre Fehler noch Geld in den Hintern geschoben.

    Nehmen Sie die Geschichte vom verlorenen Sohn. Die Wirtschaft ist so ein verlorener Sohn. Und den mochte ich noch nie, diesen Taugenichts. Soll Gott doch urteilen, wer am Ende einen Platz an seiner Seite bekommt. Der Staat soll bitte das tun, was für das Volk richtig ist. Und nicht für die Lobbykratie und deren Anzugträger.

    • Muhme
    • 28. Februar 2013 14:05 Uhr

    Wenn ich die Entscheidung treffen könnte, wo und wie viel Geld investiert wird, dann würde ich es in Bildung stecken. Dann gäbe es auch weniger Menschen wie Sie einer sind, die über ihren eigenen Tellerrand nicht hinaus blicken können.
    Da das aber keine Option ist bzw. die Elite der verschiedensten Staaten die Bildung als unwichtig erachtet und damit Menschen wie Sie einer sind heranzüchten möchte, ist es mir lieber, wenn Geld abgegriffen wird für angeblich "sinnfreie Forschung", als damit die Banken weiter zu füttern.

    Sehen Sie, es ist nun mal so: jene Wissenschaft, die stets bemüht ist, die Scheiße aufzusammeln, die durch die Wirtschaft produziert wird, bekommen die Gelder gestrichen. Und jene, die einen feuchten Dreck um Mitmenschen und Umwelt geben, die bekommen für ihre Fehler noch Geld in den Hintern geschoben.

    Nehmen Sie die Geschichte vom verlorenen Sohn. Die Wirtschaft ist so ein verlorener Sohn. Und den mochte ich noch nie, diesen Taugenichts. Soll Gott doch urteilen, wer am Ende einen Platz an seiner Seite bekommt. Der Staat soll bitte das tun, was für das Volk richtig ist. Und nicht für die Lobbykratie und deren Anzugträger.

  3. bekommen Sie bei entsprechender Geschwindigkeit schon mit recht geringer Masse hin.

    Wirklich erstaunlich ist allerdings, dass hier ein Zusammenhalt eines Stücks Steinmeteorit nach dem Kontakt mit der Eisfläche noch erwartet wird.....

    Denn ein Festkörper der noch genügend Restimpuls hat, wie in Beitrag 3 schon angedeutet, um den festen Seegrund noch umzuformen, der verursacht ein "etwas" größeres Loch im Eis!

    Beste Grüße CM

    Eine Leserempfehlung
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    • Muhme
    • 28. Februar 2013 14:52 Uhr

    Gibt es schon offizielle Daten anhand dessen Sie das so pauschal anzweifeln können? Wie viele Faktoren/Parameter sind Ihnen denn bekannt, woraus Sie ableiten können, dass das Loch größer sein müsste etc pp?

    Und wie fest ist der Seegrund? Ist das nicht ein bisschen schwierig zu beurteilen?

    Beste Grüße,
    ein wissbegieriger Hinterfragender

    • Muhme
    • 28. Februar 2013 14:52 Uhr

    Gibt es schon offizielle Daten anhand dessen Sie das so pauschal anzweifeln können? Wie viele Faktoren/Parameter sind Ihnen denn bekannt, woraus Sie ableiten können, dass das Loch größer sein müsste etc pp?

    Und wie fest ist der Seegrund? Ist das nicht ein bisschen schwierig zu beurteilen?

    Beste Grüße,
    ein wissbegieriger Hinterfragender

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    an der Eisoberfläche gibt einige Anhaltspunkte.

    Zudem ist eine gewisse Gesteinsfestigkeit erforderlich um bei hoher Aufprallgeschwindigkeit den Übergang Luft-Eis-Wasser mechanisch zu überleben.

    Zudem, wenn tatsächlich 3 m "Schlamm" über dem festen Seeboden anstehen so werden davon, ein Eindringen bis in diese Tiefe vorausgesetzt, mit dem beim Zurückströmen der Flüssigkeit gebildeten "Wasserhammer" erheblich Schlammanteile bis weit über die Oberkante der Eisdecke befördert.

    Das ist hier so nicht erkennbar, daher sind erhebliche Zweifel angebracht.

    Mal sehen ob die Geophysik denn noch einen passenden "Störkörper" finden wird......erwarte ich so nicht.

    Beste Grüße CM

  4. an der Eisoberfläche gibt einige Anhaltspunkte.

    Zudem ist eine gewisse Gesteinsfestigkeit erforderlich um bei hoher Aufprallgeschwindigkeit den Übergang Luft-Eis-Wasser mechanisch zu überleben.

    Zudem, wenn tatsächlich 3 m "Schlamm" über dem festen Seeboden anstehen so werden davon, ein Eindringen bis in diese Tiefe vorausgesetzt, mit dem beim Zurückströmen der Flüssigkeit gebildeten "Wasserhammer" erheblich Schlammanteile bis weit über die Oberkante der Eisdecke befördert.

    Das ist hier so nicht erkennbar, daher sind erhebliche Zweifel angebracht.

    Mal sehen ob die Geophysik denn noch einen passenden "Störkörper" finden wird......erwarte ich so nicht.

    Beste Grüße CM

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    • ztc77
    • 28. Februar 2013 16:14 Uhr

    Es ist schon ein bemerkenswerter Zufall, dass der Meteorit genau in einen vereisten See gefallen ist, und das auch noch so langsam, dass das Wasser mitsamt dem darüberliegenden Eis nicht übergeschwappt ist. Was wir bisher kennen gelernt haben, war doch, dass nicht nur Wasser, sondern sogar sehr viel festere Erde wie eine Art Flüssigkeit aufgewirbelt und kraterförmig umgeschichtet wurde.

    Da vermutet man schnell im Meteoriten ein denkendes Wesen. Weil es wusste, dass ihm hohe Temperatur schadet, lenkte es seinen Sturz in einen eisbedeckten See. Damit das kühlende Wasser nicht komplett wegschwappte, bremste es rechtzeitig ab. Weil Menschen ihren Gott nicht sehen dürfen, versteckte es sich im Sediment.

    Nur der scheidende Papst weiß, warum Gott als Meteorit auf die Erde kam..

    2 Leserempfehlungen

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, tst
  • Schlagworte Region | Russland | Jekaterinburg
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