LebensmittelPferdefleisch-Betrug erreicht Nestlé

Der weltgrößte Lebensmittelkonzern hat in Produkten Pferde-DNA entdeckt. Ursache ist aus Deutschland geliefertes Fleisch. Nestlé rief in mehreren Ländern Waren zurück.

Firmenlogo von Nestlé

Firmenlogo von Nestlé  |  © Fabrice Coffrini/AFP/Getty Images

Der in der Lebensmittelbranche entdeckte Betrug mit Pferdefleisch beschäftigt nun auch den Lebensmittelriesen Nestlé. Lebensmittelprüfer hätten Pferde-DNA in zwei Nudel-Produkten nachgewiesen, teilte der Schweizer Konzern mit. Ein deutsches Unternehmen habe das Fleisch geliefert. Nestlé habe die in Italien und Spanien verkauften Sorten Buitoni-Rindfleischravioli und -Rindfleischtortellini sofort vom Markt genommen.

Der Anteil von Pferdefleisch lag den Angaben nach über einem Prozent. Auch ein in Frankreich hergestelltes Tiefkühl-Fleischprodukt von Nestlé soll aus dem Verkehr gezogen werden. Es handelt sich um eine Fertig-Lasagne, die der Konzern für Gastronomiebetriebe herstellt.

Anzeige

Der Konzern entschuldigte sich bei seinen Kunden und kündigte an, als Konsequenz höhere Standards einzuführen und die Rückverfolgbarkeit der Zutaten zu verbessern. Eine Gesundheitsgefährdung gehe von den falsch deklarierten Produkten aber nicht aus, hieß es.

Millionen Fertiggerichte in ganz Europa betroffen

Spuren von Pferdefleisch sind mittlerweile in Millionen Fertiggerichten nachgewiesen worden. In Deutschland betroffen waren Produkte aus dem Sortiment der Supermarktketten Edeka, Aldi Süd, Kaiser's Tengelmann, Lidl und bei dem Tiefkühl-Heimlieferservice Eismann. Entdeckt wurde Pferdefleisch in Tiefkühl-Lasagne-Produkten, teils aber auch in Ravioli, Tortelloni oder Dosen-Gulasch.

Auch Lidl Schweiz teilte mit, bei eigenen Untersuchungen der Artikel Combino Penne Bolognese des deutschen Herstellers Copack aus Bremerhaven und Coquette Ravioli Bolognese des französischen Herstellers William Saurin sei Pferdefleisch festgestellt worden. Die Produkte seien "im Sinne des vorbeugenden Verbraucherschutzes" aus dem Verkauf genommen worden.

Die Verbraucherschutzminister von Bund und Ländern hatten sich als Konsequenz aus dem Lebensmittel-Skandal am Montag auf einen Zehn-Punkte-Aktionsplan geeinigt. Die Minister streben unter anderem europaweite Herkunftsbezeichnungen für Fleischprodukte an.


 

Zur Startseite
 
Leserkommentare
    • Gerry10
    • 19. Februar 2013 7:15 Uhr

    ...um die Ecke positiv auswirkt.
    Vielleicht könnte ZO da mal was schreiben...

    4 Leserempfehlungen
  1. Entfernt. Kein konstruktiver Kommentar. Die Redaktion/kvk

    2 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Entfernt. Kein konstruktiver Kommentar. Die Redaktion/kvk

  2. Entfernt. Kein konstruktiver Kommentar. Die Redaktion/kvk

  3. Entfernt. Kein konstruktiver Kommentar. Die Redaktion/kvk

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "[...] "
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Premiumprodukte von der Fleischpanscherei betroffen sind, halte ich schon in der Diskussion für nicht ganz unwichtig, zumal in vielen Beiträgen von Zeit- sowie Kommentarautoren vor allem kritisch auf Billigprodukte und die damit verbundene Kaufmentalität hingewiesen wird.
    In diesem Sinne auch mein Verweis auf die Schulmensen, sind doch die Schulen, die beim Schulessen in der Regel nicht ohne Zuschüsse auskommen, zunehmend zum strikten Sparen angehalten.

  4. ..eine der größten kriminellen Unternehmen weltweit. Ein Milliardengeschäft für multinationale Konzerne, für das deren Lobbyisten in Brüssel jahrelang gekämpft haben.

    21 Leserempfehlungen
  5. und vor allem teurer als Schwein und Rind? Also bei unserem Pferdemetzger hier ist Fleisch und Wurst enorm teuer, da es keine Massenproduktion gibt. Da es aber auch keine Antibiotika- und Wachstumshormonbehandlung für das Fleisch gibt ist das bei uns so etwas wie Luxusware, die aber eben sehr gut schmeckt und wesentlich weniger chemisch belastet ist als Schwein und Rind.

    2 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • H.v.T.
    • 19. Februar 2013 8:02 Uhr

    Im Prinzip richtig, aber wie immer kommte es darauf an, woher das Fleisch, also auch Pferdefleisch stammt.

    Es scheint mir auch weniger ein Problem von Pferdefleisch zu sein, als mehr die Herkunft und der kaum kontrollierte europaweite Handel.

    Das wird wohl auch der Grund der großen Verbreitung sein, offenbar gibt es eben doch die Massenproduktion.
    Ausgewiesene Pferdefleischspezialitäten müssen teurer sein, sonst kann man sie nicht so gut als Spezialitäten anbieten.

  6. das Pferdefleisch ist wahrscheinlich gesünder als Rindfleisch, billiger in der Produktion und schmeckt besser(siehe lecker Pferdewürstchen vom Weihnachtsmarkt) Es gibt also nur Gewinner. Immer müssen die Deutschen rummeckern. Nur diesen süßlichen Beigeschmack vom Menschenfleisch weg zu bekommen, war schwierig. Aber dank modernen Wissenschaft wurde auch das Problem gelöst, kostengünstig. Prost!(Würg!)

    3 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ... zumindest in Anführungszeichen, denn böse meine ich das nicht. Aber: ihre Vorstellung ist naiv. Glauben sie etwa, die Hersteller dieser Waren möchten ihnen unbemerkt etwas Gutes tun und würden in altruistischer Manier höhere Kosten dafür in Kauf nehmen?

    Sie können mit Sicherheit davon ausgehen, daß es sich nicht um hochwertiges, teures Pferdefleisch handelt, sondern um Fleisch daß aufgrund von Medikamentengaben o.Ä. nicht zu Lebensmitteln verwertet werden darf.

    Die Rechnung ist simpel: solche Tiere müssen irgendwann teuer eingeschläfert werden (kostet Geld). Verkauft man solche Tiere dagegen illegal als Nahrungsmittel, bekommt man Geld. Einfache Rechnung.

    erwiesener Maßen wurden ja keine Schadstoffe in der Pferdefleisch verseuchten Pampe gefunden, also sauber. Kein Argument. Und natürlich will die freie Wirtschaft nicht altruistisch(was für ein schönes Wort) handeln. Bitte meine Ironie nicht ernst nehmen. Bitte konzentrierter kritisieren. Danke,-)

    Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich beim Thema. Danke. Die Redaktion/kvk

    • sneug
    • 19. Februar 2013 16:05 Uhr

    sind definitionssache! medikamente (antibiotika, hormone etc.) finden sich mutmaßlich in vielen bis allen fleischspeisen/sorten zu sehr geringem preis. wenn sie nun davon ausgehen, dass erstens die kontrollen für billiges fleisch ernsthaft durchgeführt werden und zweitens das verwendete pferdefleisch eine astreine qualität aufwies, würde ich das als durchaus naiv bezeichnen! think twice!

  7. So wie ich es verstehe sind alle Gerichte gesundheitlich unbedenklich und erfüllen jeglich Anforderungen. Werden diese nun weggeworfen?
    Haben die Tiere inklusive Pferde nun für den Müll gelitten?

    2 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ich würde vorschlagen, bevor man diese Produkte vernichtet, sollten die Hersteller diese Waren den Tafeln zur Verfügung stellen. Pferdefleisch ist eine Delikatesse. Ich verstehe die ganze Aufregung nicht ?

    • hairy
    • 19. Februar 2013 10:57 Uhr

    Fuer was ein Tier gelitten hat, ist total egal. Es macht fuer das keinen Unterschied, ob wir es essen oder es verrottet. Dass es gelitten hat, ist das Problem.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, Reuters, sk
  • Schlagworte Aldi | Lidl | Betrug | Edeka | Fleisch | Pferdefleisch
Service