Der in der Lebensmittelbranche entdeckte Betrug mit Pferdefleisch beschäftigt nun auch den Lebensmittelriesen Nestlé. Lebensmittelprüfer hätten Pferde-DNA in zwei Nudel-Produkten nachgewiesen, teilte der Schweizer Konzern mit. Ein deutsches Unternehmen habe das Fleisch geliefert. Nestlé habe die in Italien und Spanien verkauften Sorten Buitoni-Rindfleischravioli und -Rindfleischtortellini sofort vom Markt genommen.

Der Anteil von Pferdefleisch lag den Angaben nach über einem Prozent. Auch ein in Frankreich hergestelltes Tiefkühl-Fleischprodukt von Nestlé soll aus dem Verkehr gezogen werden. Es handelt sich um eine Fertig-Lasagne, die der Konzern für Gastronomiebetriebe herstellt.

Der Konzern entschuldigte sich bei seinen Kunden und kündigte an, als Konsequenz höhere Standards einzuführen und die Rückverfolgbarkeit der Zutaten zu verbessern. Eine Gesundheitsgefährdung gehe von den falsch deklarierten Produkten aber nicht aus, hieß es.

Millionen Fertiggerichte in ganz Europa betroffen

Spuren von Pferdefleisch sind mittlerweile in Millionen Fertiggerichten nachgewiesen worden. In Deutschland betroffen waren Produkte aus dem Sortiment der Supermarktketten Edeka, Aldi Süd, Kaiser's Tengelmann, Lidl und bei dem Tiefkühl-Heimlieferservice Eismann. Entdeckt wurde Pferdefleisch in Tiefkühl-Lasagne-Produkten, teils aber auch in Ravioli, Tortelloni oder Dosen-Gulasch.

Auch Lidl Schweiz teilte mit, bei eigenen Untersuchungen der Artikel Combino Penne Bolognese des deutschen Herstellers Copack aus Bremerhaven und Coquette Ravioli Bolognese des französischen Herstellers William Saurin sei Pferdefleisch festgestellt worden. Die Produkte seien "im Sinne des vorbeugenden Verbraucherschutzes" aus dem Verkauf genommen worden.

Die Verbraucherschutzminister von Bund und Ländern hatten sich als Konsequenz aus dem Lebensmittel-Skandal am Montag auf einen Zehn-Punkte-Aktionsplan geeinigt. Die Minister streben unter anderem europaweite Herkunftsbezeichnungen für Fleischprodukte an.