Cern : Forscher schalten Teilchenbeschleuniger für zwei Jahre ab

Die Forschungseinrichtung Cern wird heruntergefahren. Der weltgrößte Teilchenbeschleuniger braucht eine Generalüberholung. 2015 sollen die Experimente weitergehen.

Die europäische Großforschungseinrichtung Cern in Genf unterzieht den weltgrößten Teilchenbeschleuniger einer Generalüberholung: Am Donnerstagmorgen hat das Cern damit begonnen, den Beschleuniger herunterzufahren. Am Samstag soll er komplett abgeschaltet sein, wie das Forschungszentrum mitteilte.

Im Large Hadron Collider (LHC) genannten Beschleuniger wurden Protonen bei hohen Geschwindigkeiten zur Kollision gebracht, um die Geschehnisse beim sogenannten Urknall zu reproduzieren. Die Forscher wiesen damit vergangenes Jahr mit 99,9 Prozent Sicherheit das bislang nur hypothetisch bekannte Elementarteilchen Higgs-Boson nach.

Ohne das sogenannte Gottesteilchen würden nach Ansicht der Theoretiker Menschen und aus Atomen zusammengesetzte Materie im Universum nicht existieren.

Der 26,6 Kilometer lange, ringförmige Beschleuniger war drei Jahre lang pausenlos in Betrieb. Der deutsche Physiker Rolf-Dieter Heuer, Generaldirektor des Cern, ist zufrieden mit dem LHC: "Die Maschine, die Experimente, die Computersysteme und die gesamte Infrastruktur funktionierten perfekt. Und wir haben eine große wissenschaftliche Entdeckung in der Tasche", sagte er.

Die Forscher wollen den Teilchenbeschleuniger modernisieren und die Energiezufuhr erhöhen. Danach sollen die Experimente weitergehen. 2015 soll der Beschleuniger wieder hochgefahren werden. Bis dahin werten die Physiker die bereits angehäuften Datenberge aus, deren Umfang etwa 700 Jahre hochauflösender Filmdokumente entspricht.

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