Laborschließung in NiedersachsenIdeologien dürfen nicht Schule machen

Gentechniklabore für Schüler sollen geschlossen werden, weil Politiker sie für unethisch halten. Eine bildungsfeindliche Entscheidung, kommentiert Kai Kupferschmidt. von 

Desoxyribonukleinsäure. Das Wort rollt nicht gerade von der Zunge und auch die Politik hat ihre liebe Mühe mit dem Molekül. Ob Stammzellen, grüne Gentechnik, Präimplantationsdiagnostik: Immer geht es darum, das Erbgutmolekül auszulesen, abzuändern, umzuformen. Und immer wird es kontrovers. Vielleicht kommt das Molekül deswegen so selten in Sonntagsreden vor.

Bildung dagegen kommt ständig in Sonntagsreden vor. Deutschland habe kaum Rohstoffe, heißt es dann, außer den Gedanken der Menschen. Die Schüler müssten fit werden für den Wettkampf mit China, Indien und anderen aufstrebenden Wirtschaftsmächten. Dann muss der Politiker noch sagen: "Fachkräftemangel" und "Zukunftstechnologien" und "Innovation". Fertig ist die Sonntagsrede.

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In Hannover haben das ein paar Menschen wörtlich genommen und 2006 ein interessantes Projekt gestartet, "HannoverGen". An vier Schulen in Niedersachsen wurden Labors eingerichtet, die von den Schülern dieser und anderer Schulen genutzt werden können. Sie können dort ihr eigenes Erbgut isolieren oder überprüfen, ob in den Cornflakes, die sie zum Frühstück gegessen haben, gentechnisch veränderter Mais enthalten war.

So lernen Oberstufenschüler die Grundlagen einer Zukunftstechnologie kennen. Vielleicht werden sie sogar einmal Fachkräfte. Vor allem aber lernen sie, was Desoxyribonukleinsäure eigentlich ist, das Molekül, das Menschen nutzen, um Mordfälle aufzuklären, Lebensmittel zu überprüfen, Krebs gezielt zu bekämpfen und Pflanzen wie Mais resistent zu machen gegen manche Pflanzenschutzmittel.

Das alles heißt nicht, dass diese Schüler nachher irgendetwas davon gut finden. Aber sie wissen, worüber sie reden. Das ist ja das Tolle an Bildung: Sie erlaubt es dem Menschen, eine eigene Meinung zu vertreten ohne sich zum Deppen zu machen.

Das hat offenbar ganz gut funktioniert. Die Rückmeldungen von Lehrern und Schülern waren positiv. Die Landesregierung, die das Projekt zu 97 Prozent bezahlte, war zufrieden. "HannoverGen" sollte auf 100 Schulen ausgedehnt werden. 2011 wurde das Projekt als "Ort der Ideen" ausgezeichnet.

Dann kamen die Wahlen und nun sieht alles ganz anders aus. Im Abschnitt "Gentechnikfreies Niedersachsen" heißt es im Koalitionsvertrag lapidar: "Das Projekt HannoverGEN wird beendet." Das heißt: Nicht nur die Felder sollen gentechnikfrei sein, auch die Gedanken der Schüler.

Natürlich, die Gentechnikgegner treibt die (nicht unberechtigte Sorge) um, dass Menschen, die sich intensiv mit den Grundlagen der Genetik auseinandergesetzt haben und schon einmal Erbgut aus ihrem Essen isoliert haben, nicht ganz so empfänglich sind für Schreckensszenarien. Das ist das andere Tolle an Bildung: Sie lässt Menschen merken, wenn jemand eine vorgefasste Meinung mit vorgeschobenen Argumenten begründet.

Also haben sich die Politiker in Niedersachsen gegen die Bildung entschieden. Man könnte auch sagen: Die neue Landesregierung bevorzugt Deppen. Ideologie statt Aufklärung. Diktat statt Diskussion. Als Argumente führen sie an, die Unterrichtsmaterialien seien nicht ausgewogen. Außerdem kämen drei Prozent der Finanzierung von der Industrie. "Reklame für genmanipuliertes Essen in Schulkantinen" hat der neue grüne Landwirtschaftsminister Christian Meyer das genannt.

Schulleiter und Schüler sehen das anders. Mit Unterschriftenaktionen versuchen sie, das Projekt zu retten. Man muss sich das einmal auf der Zunge zergehen lassen: Da versuchen also Lehrer und Schüler gegen den Widerstand der Politik, Erfahrungen machen zu dürfen mit einer Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts.

Nicht jede Unterrichtsstunde über den Holocaust produziert Antisemiten. Und nicht jeder Schüler, der einmal im Genlabor gestanden hat, wird deshalb später bei Monsanto arbeiten. Vielleicht landet er in der Rechtsmedizin, in der Lebensmittelsicherheit oder im Umweltschutz. Vielleicht wird er sogar Politiker. Schaden würde das nicht. Denn viele von ihnen wissen erschreckend wenig über Wissenschaft. Vielleicht kommt die Desoxyribonukleinsäure auch deswegen so selten in Sonntagsreden vor.

Erschienen im Tagesspiegel

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Leserkommentare
  1. Die Schüler sollen nicht forschen, sondern glauben was man ihnen erzählt.
    Zum Beispiel von einer ausschliesslich ökologisch orientierten Wirtschaft,
    der Notwendigkeit von Migration, egal woher, sowie einer gerechten Welt ohne persönliche Leistung.

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  2. So ist es richtiger. Und leider hält sich auch der Autor nicht daran. Denn neben der nüchternen Information, dass in Niedersachsen ein von vornherein befristetes Schulprojekt einfach ausläuft und nicht verlängert wird, wäre es gut gewesen, sachlich sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

    Dann hätte sich der Autor selbst und den Lesern so einen Absatz erspart:

    "Also haben sich die Politiker in Niedersachsen gegen die Bildung entschieden. Man könnte auch sagen: Die neue Landesregierung bevorzugt Deppen. Ideologie statt Aufklärung. Diktat statt Diskussion."

    Noch stärker trägt der Autor dann zum Schluss auf:
    "Nicht jede Unterrichtsstunde über den Holocaust produziert Antisemiten."

    Das ist so richtig daneben. Da bleibt man nahezu sprachlos und empört zurück.

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    Durch die generelle "Anti-Haltung" bezüglich der Naturwissenschaften macht die Grünen für mich eine unwählbare Partei.
    Das Parteiprogramm der Grünen strotzt in diesem Zusammenhang regelrecht vor Verboten und Diktaten, über was überhaupt geforscht und aufgeklärt werden darf und was nicht.

    Zwischen den Zeilen steht da nämlich: Atomphysik, Chemie, Biologie = Böse.

    Ein Moratorium des Projektes "HannoverGen", welches in erster Linie aufklärt, war da nur eine Frage der Zeit unter dieser Landesregierung.

    Ich empfehle hier mal die Unterstützung folgender Petition:
    http://scienceblogs.de/as...

    und so bleibt bei diesem Artikel bei mir vor allem Polemik haften.Die Kernzitate haben Sie bereits genannt. Es ist aus diesem Grund sehr interessant, was eigentlich die Gegner dazu sagen:
    http://www.greenpeace.de/...

    hier eine ProHannoverGenBemerkung aus einem Blog:http://scienceblogs.de/as...

    Hier die Studie, die sich gegen HannoverGen wendet:http://www.abl-ev.de/file...

    Hier das Statement der Uni Hannover zum Thema und zur Gegenstudie:http://www.genetik.uni-ha...

    Wenn man sich mit all dem beschäftigt, so mag der Autor in einigen Punkten recht haben, aber die Art des Vortrages ist wenig förderlich.

  3. In den USA wird die Evolution aus dem Unterricht verbannt, hier ist es eben die Molekularbiologie.

    Wissen und Ideologie vertragen sich selten.

    19 Leserempfehlungen
  4. Durch die generelle "Anti-Haltung" bezüglich der Naturwissenschaften macht die Grünen für mich eine unwählbare Partei.
    Das Parteiprogramm der Grünen strotzt in diesem Zusammenhang regelrecht vor Verboten und Diktaten, über was überhaupt geforscht und aufgeklärt werden darf und was nicht.

    Zwischen den Zeilen steht da nämlich: Atomphysik, Chemie, Biologie = Böse.

    Ein Moratorium des Projektes "HannoverGen", welches in erster Linie aufklärt, war da nur eine Frage der Zeit unter dieser Landesregierung.

    Ich empfehle hier mal die Unterstützung folgender Petition:
    http://scienceblogs.de/as...

    22 Leserempfehlungen
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    • Otto2
    • 07. März 2013 14:38 Uhr

    Die katholische Kirche ist gegen Empfängnisverhütung und die Regierung in Ns. gegen Forschung in der Gentechnologie.
    Beide Positionen sind nicht durchsetzbar. Jede neue Erkenntnis in der Forschung auf jedem x-beliebigen Gebiet wird immer angewendet werden, wenn es Menschen gibt, die daran ein (meist wirtschaftliches) Interesse haben.
    Wer der Meinung ist, dass man das Forschen auf diesem Gebiet durch Unterbindung von entsprechendem Wissenserwerb bei jungen Leuten verhindern kann, ist zum Scheitern verurteilt. Außerdem ist der gewählte Weg in Ns., selbst wenn man die Ziele der dortigem Regierung teilt, ungeeignet - im Klartext, er ist dämlich.

    Gleichzeitig gibt es eine Förderung der Parawissenschaften. Eine Ministerin der Grünen in NRW setzte die Förderung von Esoterik auf die wissenschaftliche Agenda:
    "NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) hat sich mehrfach für mehr Homöopathie eingesetzt. Sie wünscht sich eine andere Forschung zur Homoöpathie und setzt sich auch dafür ein, dass es entsprechende Studiengänge an den Hochschulen in NRW gibt."

  5. Die Ideologie Gentechnik hat keine Zukunft, weil die Leute, die das studieren werden später keine Arbeit finden, weil wenns noch nicht erkannt haben, ist Gentechnik in dieser Gesellschaft nicht willkommen.

    So betrachten manche diese Technik mit Atomtechnik, in dem Sinne, dass sie keine Probleme löst sondern schafft. Die Gentechnik wird seit Jahren eben nicht dazu eingesetzt, Erbgut zu reparieren, sondern im Pflanzenreich sehen wir, dass nur zusätzliche Probleme geschaffen werden.
    Für ein nachhaltiges Wachstum ist diese Entscheidung also zu begrüßen

    Wenns erlaubt sei, ein Hinweis. Nur weil die Suche nach dem Heureka einiger Wissenschaftler Tatsache ist, darf der Kurs der Wissenschaft nicht unkontrolliert ablaufen . Denn, hinter jeder "Forderung nach Tun" steckt viel mehr eine ideologie, als in der Vermeidungshaltung von mit den Forderungen einhergehenden Konsequenzen.

    Sie verdrehen die Tatsache einer Ideo-logie!

    4 Leserempfehlungen
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    "Die Ideologie Gentechnik hat keine Zukunft, weil die Leute, die das studieren werden später keine Arbeit finden, weil wenns noch nicht erkannt haben, ist Gentechnik in dieser Gesellschaft nicht willkommen."

    In der Gesellschaft sind gentechnisch hergestellte Medikamente wie Insulin und Antibiotika nicht willkommen? Das sehen Zuckerkranke und Infizierte bekanntlich anders.

    Auch der Aufschrei der Hausfrauen, welche seit den 80er Jahren gentechnisch hergestellte Enzyme in Waschmitteln verwenden, ist meiner Meinung nach ausgeblieben.

    Diese Liste ließe sich lang fortsetzen.

    Dass es tatsächlich Menschen gibt in diesem Land, welche der Meinung sind, bei Gentechnik handelte es sich nur um Verfahren bei Nutzpflanzen, zeigt nur, wie dringend solche Projekte an den Schulen gebraucht werden.

    • Caracs
    • 06. März 2013 20:14 Uhr

    "Die Ideologie Gentechnik hat keine Zukunft, weil die Leute, die das studieren werden später keine Arbeit finden, weil wenns noch nicht erkannt haben, ist Gentechnik in dieser Gesellschaft nicht willkommen."

    Es mag sein, dass speziell die grüne Gentechnik ein Imageproblem in Deutschland und Europa hat, aber keine Angst, solange Sie "Bio" kaufen, wird auch dieser Kelch an Ihnen vorübergehen. Die grüne Gentechnik wird nicht die Wohlstandsprobleme Europas lösen, sie wird viel größere Erfolge feiern. Genetisch manipulierte dürre- oder salzresistente Kulturpflanzen könnten dazu beitragen Afrika, China, Indien, Brasilien zu ernähren. Sie müssen es ja nicht essen, für Sie ist es nicht gedacht. Solange Sie sich das subventionierte Gemüse vom Bauer nebenan leisten können.

    Die Politik hat in dieser Sache große Fehler begangen: Keiner feiert, dass endlich Unternehmen eine soziale Verantwortung wahrnehmen den Bildungsbereich fördern. Vertrauen in die Lehrer, eventuell risikoverharmlosende Lektüre für Kinder zu durchschauen - Fehlanzeige.

    Greift die Fortschrittsfeindlichkeit der "Grünen" weiterhin so um sich, hat sich der Forschungsstandort Deutschland abgeschafft, andere Länder werden deutlich mehr Know-How haben als wir, und als Genetiker muss man sich nicht die Feindseligkeit in Deutschland gefallen lassen. Da kann man auch in China forschen, ohne dass ein Versuchsfeld zu einem bürokratischen Alptraum wird, und von einem Mob aus Aktivisten zerstört wird.

    • PGMN
    • 06. März 2013 22:23 Uhr

    ... unter Ideologie? Sie nennen die Gentechnik eine "Ideologie", oder die "Atomenergie". Demzufolge wäre auch die Gravitation eine Ideologie, oder die Flugzeugtechnik.
    Nun unterstelle ich einmal, dass Sie dieser Beobachtung widersprechen würden. Aber weshalb ist die Gentechnik für sie eine Ideologie? Sehen Sie die Möglichkeit, das Genom eines Lebewesens zu verändern als Weltanschauung?
    In dem Fall müssten Sie darauf hingewiesen werden, dass es nicht vom Standpunkt abhängt, ob Genome verändert werden können, sondern dass es objektiv möglich ist. Genauso ist es objektiv möglich, Energie aus Uran zu gewinnen. Das hängt schlicht nicht von der Ansicht des Einzelnen ab.
    Die Ideologie kommt erst ins Spiel, wenn man sich die Frage stellt, ob es erwünscht ist, Genome zu ändern oder Energie aus der Atomkraft zu beziehen. Die entsprechende Ideologie sollte (nach einer anderen Ideologie, die sich Rationalismus nennt), sollte allerdings nicht dazu führen, ob man jungen Menschen das Wissen, dass die Veränderung eines Genoms möglich ist, und wie es gemacht wird, vorenthält.

    Warum also stellen Sie die Gentechnik als Ideologie hin? Könnten ideologische Gründe dahinter stecken?

    • etiam
    • 07. März 2013 8:08 Uhr

    Wissen sie aus dem Stand, was Northern blot, PCR oder ein Fragmentlängenpolymorphismus oder eine Restriktionsendonuklease ist?
    Nein, vermute ich - dann können sie sich zu den hier geschilderten Versuchen nicht einmal im Ansatz ein Bild machen!
    Und genau darüber handelt dieser Artikel: Dass man sich ohne Bildung keine unabhängige Meinung bilden kann, sondern nur nachplappern.
    Wenn man diese Frage den Grünen Protagonisten der Anti-gentechnik Bewegung stellt, dann erntet man eben auch nur Fragezeichen - die pendeln aus, ob etwas gut oder böse ist und wissen nicht einmal den Unterschied zwischen aus der Medizin nicht mehr wegzudenkenden diagnostischen gentechnischen Verfahren (wie eben PCR) und den ethisch völlig anders zu bewertenden gentechnischen Veränderungen an lebenden Organismen.
    Aber wenn ich einer dieser Grünen oder Sie wäre, würde ich auch verbieten lassen, dass Schüler über Gentechnik mehr lernen als ich selber weiß. Sonst könnte am Ende von einer großen Masse bloßgestellt werden, dass ich keine fundierte Meinung sondern lediglich eine unfundierte Ideologie vertrete.

    • bayert
    • 07. März 2013 14:35 Uhr

    wird durch DNS-Analysen nachgewiesen. Auch die Forensik ist ohne Gen-Technologie nicht mehr denkbar. Pharmazie wurde schon beschrieben.

    • d5rag
    • 09. März 2013 18:03 Uhr

    ..Marke "Die LinksGrünen wollen uns was verbieten!"

    Daß dieses Projekt allerdings nicht aus Liebe zur Forschung aufgelegt wurde, sondern den Interessen einer gewissen Lobby entsprechend mit manipulativem Lehrmaterial ausgestattet wurde, passt durchaus zu der Beurteilung "Ideologie Gentechnik". Auch die Behauptung, Gentechnik würde die weltweite Ernährung sicherstellen, ist so nicht zutreffend. Die gesamte Welt liesse sich schon lange mit dem vorhandenem Wissensstand ernähren, wenn es darum ginge.
    Es stimmt allerdings, daß Konzerne Erfolg dabei haben, lokale Abhängigkeiten zu schaffen, etwa wenn Bauern gezwungen sind, nur noch bei Ihnen Saatgut zu kaufen. Oder wenn ihnen das Pendant zur "Raubkopie" unterstellt wird, weil patentiertes Saatgut sich auf ihren Feldern breitmacht.
    Gern hätte ich auch gewusst, was es zu feiern gibt, wenn afrikanische Kleinbauern zuerst dank subventionierte EU-Importe verarmen und dann noch von Konzernen abhängig gemacht werden sollen (außer man ist Shareholder).

    Während ich den beteiligten Unternehmen schlicht skrupellose Geldgier unterstelle, fällt mir bei Zeitgenossen, die ihnen das Wort reden, auch nur der Begriff "Ideologie-gesteuert" ein. Nichts anderes ist nämlich das konsequente Ausblenden der negativen Folgen der Gentechnik-Anwendung(!), sei es hier oder anderswo.
    Die Grünen taugen da nicht als Gegner, es ist vielmehr der selbstproklamierte Anspruch an wissenschaftlichem Interesse, der zuerst niedergestreckt wird.

  6. ... steht nirgendswo geschrieben, aber soviel ZEIT muss sein, sonst kann man das ganze unter Boulevard einordnen, hat dann aber nichts mehr mit neutraler Beobachtung zu tun.

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    ZEIT und ZEIT Onlineleser sollte wissen, in welchem Bundesland welche Regierung sitzt, vor allem da erst vor kurzem gewählt wurde und dies auch im Artikel erwähnt wird.

  7. Im Koalitionsvertrag steht tatsächlich wortwörtlich "Gentechnikfreies Niedersachsen"?
    Wenn die Ersteller dieses Koalitionsvertrages tatsächlich so intellektbefreit sind, dann wundert mich gar nichts mehr.
    Immerhin wird Gentechnik verwendet:

    - um transgene Tiere herzustellen, welche zur medizinischen Forschung verwendet werden.

    - Hunderte von Medikamenten werden inzwischen per Gentechnik hergestellt. Das bekannteste: Insulin.

    - daneben noch industrielle Anwendung etc. etc.

    Müssen jetzt alle Forschungseinrichtungen und alle pharmazeutischen Firmen in Niedersachsen schließen? Alle Betriebe verboten, welche gentechnische Verfahren nutzen? Immerhin soll ja Niedersachen gentechnikfrei sein, nicht wahr!

    Ich fasse es einfach nicht.

    "Die neue Landesregierung bevorzugt Deppen."
    Besser kann man es nicht formulieren. Die Damen und Herren möchten halt gerne unter sich bleiben.

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    • bayert
    • 07. März 2013 14:38 Uhr

    Unter Landwirtschaft: S.74. Als vermutlich auf die Landwirtschaft bezogen. HannoverGEN zählt aber dazu "Das Projekt HannoverGEN wird beendet"

    http://www.gruene-nieders...

    Zu Kommentar 7: Zitat:".... um transgene Tiere herzustellen, welche zur medizinischen Forschung verwendet werden."
    Ausgerechnet das zählen Sie (sogar an erster Stelle) zu den wunderbaren Vorteilen der Gentechnik !

  8. "Die Ideologie Gentechnik hat keine Zukunft, weil die Leute, die das studieren werden später keine Arbeit finden, weil wenns noch nicht erkannt haben, ist Gentechnik in dieser Gesellschaft nicht willkommen."

    In der Gesellschaft sind gentechnisch hergestellte Medikamente wie Insulin und Antibiotika nicht willkommen? Das sehen Zuckerkranke und Infizierte bekanntlich anders.

    Auch der Aufschrei der Hausfrauen, welche seit den 80er Jahren gentechnisch hergestellte Enzyme in Waschmitteln verwenden, ist meiner Meinung nach ausgeblieben.

    Diese Liste ließe sich lang fortsetzen.

    Dass es tatsächlich Menschen gibt in diesem Land, welche der Meinung sind, bei Gentechnik handelte es sich nur um Verfahren bei Nutzpflanzen, zeigt nur, wie dringend solche Projekte an den Schulen gebraucht werden.

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