"Curiosity"-MissionAuf dem Mars gab es Voraussetzungen für Leben

Die Mars-Sonde "Curiosity" hat auf dem Roten Planeten die chemischen Bausteine des Lebens aufgespürt. Laut Forschern könnte es einmal Leben auf dem Mars gegeben haben.

Felsengestein auf dem Mars, fotografiert von der Marssonde Curiosity

Felsengestein auf dem Mars, fotografiert von der Marssonde Curiosity  |  © Reuters/NASA/JPL-Caltech/Cornell/MSSS

Auf dem Mars haben nach Informationen der Nasa einst die Voraussetzungen für mikrobielles Leben geherrscht. Der Forschungsroboter Curiosity stieß demnach in einer auf dem Roten Planeten genommenen Gesteinsprobe auf die chemischen Bausteine des Lebens. Damit haben die Forscher erstmals ein potenzielles Lebensumfeld außerhalb der Erde nachgewiesen.

Kernfrage der Mars-Mission ist, ob der Planet eine bewohnbare Umwelt gehabt haben könnte. "Nach allem, was wir wissen, lautet die Antwort Ja", sagte Nasa-Wissenschaftler Michael Meyer. Ob es tatsächlich einmal Leben auf dem Mars gegeben hat, ist aber weiter unklar.

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Curiosity hatte Sedimentgestein in einer Gegend des Mars untersucht, in der die Nasa-Wissenschaftler einen früheren Fluss oder See vermuteten. Bei der Analyse in seinem integrierten Labor fand der Roboter unter anderem Sauerstoff-, Kohlenstoff- und Wasserstoffverbindungen sowie Stickstoff, Phosphor und Schwefel. Die Bodenprobe ergab, dass das einst die Felsen umspülende Wasser einen relativ neutralen pH-Wert hatte – also weder zu säurehaltig noch zu seifig war.

"Wir haben eine bewohnbare Umwelt gefunden, die so gutartig und dem Leben förderlich ist, dass dieses Wasser vermutlich sogar trinkbar gewesen wäre, wäre man zu dieser Zeit dort gewesen", sagte der leitende Wissenschaftler John Grotzinger. Die Existenz von Wasser auf dem Mars liege aber sehr lange zurück – wahrscheinlich mindestens drei Milliarden Jahre. Vor wenigen Tagen hatte Curiosity bereits Kohlenstoff-Moleküle entdeckt. Die Forscher waren aber nicht sicher, ob der Fund wirklich vom Mars kommt. Curiosity könnte ihn auch eingeschleppt haben. 

Rover Curiosity

Das Mars Science Laboratory (MSL) ist die erste astrobiologische Mission seit Viking in den 1970er Jahren. Mit ihr unternimmt Marsrover Curiosity seit August 2012 auf dem Roten Planeten Forschungsfahrten.

Infografik: Curiosity
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Klicken Sie auf das Bild, um die Infografik als PDF herunterzuladen.  |  © Aurel Märki

Gut drei Meter misst das Geländefahrzeug in Länge und Breite, zwei in der Höhe – damit ist er fast so groß wie ein Kleinwagen. 900 Kilogramm bringt der Rover auf die Waage. Damit ist er doppelt so lang und fünf Mal so schwer wie seine Kollegen Spirit und Opportunity aus dem Jahr 2003.

Zudem ist das fahrende Labor weitaus besser ausgestattet: Zehn wissenschaftliche Instrumente hat Curiosity an Bord, darunter das Probenanalyse-Modul SAM und das Chemielabor CheMin.

Via einer UHF-Antenne werden Daten an die Erde übertragen. Auch kann die Mars-Odyssey-Sonde der Nasa als Relais verwendet werden.

Die Energie zum Fahren und Forschen liefert wie schon bei Viking ein Radioisotopen-Generator. So ist der Rover auch ohne Sonne funktionstüchtig.

Planet Mars

Der Mars gilt zwar als erdähnlich. Doch der Rote Planet ist bei Weitem nicht so einladend wie unser Heimatplanet. Die dünne Atmosphäre des Himmelskörpers besteht zu etwa 95 Prozent aus CO2, dazu kommen Stickstoff, Sauerstoff und Argon.

Seine Oberfläche ist trocken, felsig, kalt, die Durchschnittstemperatur liegt bei minus 63 Grad Celsius. Zudem schwankt die Temperatur stark und beeinflusst das Wetter. So treten im Frühjahr oft heftige Staubstürme auf, die große Teile der Marsoberfläche verhüllen.

Aufgrund der längeren Umlaufdauer um die Sonne – der Planet ist im Durchschnitt rund 230 Millionen Kilometer von ihr entfernt, die Erde im Vergleich rund 150 Millionen Kilometer – dauert ein Marsjahr 687 Erdentage. Ein Marstag wiederum dauert 24 Stunden und 37 Minuten.

Video: Die Mission

 Diese Animation stammt vom Jet Propulsion Laboratory der Raumfahrtbehörde Nasa.

 Forscher hatten schon vor Jahren Anzeichen von Wasser auf dem Mars entdeckt. Der Nachweis von H2O gelang aber bisher nicht eindeutig.

Ihre bisherigen Ergebnisse wollen die Forscher nun durch weitere Bodenproben untermauern. Curiosity war im vergangenen August nach einer mehr als achtmonatigen Reise durchs All auf dem Mars gelandet. Die 2,5 Milliarden Dollar teure Mission ist auf einen Zeitraum von zwei Jahren angelegt.

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Leserkommentare
  1. ...chemischen Bausteine des Lebens im Sonnensystem?
    Gibts die auch auf Venus, dem Mond, in Asteroiden, Meteore?

  2. klingt nach einer dieser typischen Nasa-Erfolgsmeldungen mit mäßiger Substanz, die in periodischen Abständen herausgegeben werden.

    Lese Astronomie-Berichte aber trotzdem gern. Bitte mehr von Mars, Exoplaneten und Co.

    3 Leserempfehlungen
  3. aber intelligente Lebensformen wurden bis dato nicht entdeckt.

    Das US Raumprogramm dient einzig unt allein der miltärischen Nutzung, zur hälfte finanziert durch Europa. Mögliche Mikrobakterien mögen wissenschaftlich interessant sein, aber sie stehen in keinem Verhältnis zu dem ganzen aufwand. Es sei denn natürlih man möchte im All die Überhand behalten.

    Eine Leserempfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Nebula
    • 13. März 2013 10:46 Uhr

    Sie haben wohl zu viele Hollywood Filme gesehen. Mit ihrem Kommentar disqualifizieren Sie sich selbst, sorry. Es gibt natürlich Leute die sich nur dafür interessieren, was in ihrem Kiez passiert, dennoch sollten Sie respektieren, dass es auch Leute gibt, die über den Tellerrand hinaus blicken wollen.
    Wenn ich daran denke wie viel Geld für unsinnige Prunkbauten oder die Rettung von Banken aufgebracht werden kann, halte ich die Ausgaben von 2,5Mrd Dollar für mehr als gerechtfertigt.

    "Mögliche Mikrobakterien mögen wissenschaftlich interessant sein, aber sie stehen in keinem Verhältnis zu dem ganzen aufwand."

    Und wer legt fest, ab wann Aufwand und wissenschaftlicher Nutzen in einem vernünftigen Verhältnis stehen? Der allwissende Zeit-Online - Kommentator?

    Wäre der wissenschaftliche Nutzen in der Menschheitsgeschichte immer von Laien beurteilt worden, würde wir heute noch in Höhlen hausen.

    "Das US Raumprogramm dient einzig unt allein der miltärischen Nutzung, zur hälfte finanziert durch Europa. Mögliche Mikrobakterien mögen wissenschaftlich interessant sein, aber sie stehen in keinem Verhältnis zu dem ganzen aufwand. Es sei denn natürlich man möchte im All die Überhand behalten."

    Und das haben Sie woher? David Letterman? Hollywood? Bild-Zeitung?

    Ich weiß zwar nicht wie Sie gestrickt sind, ich für meinen Teil aber würde schon ganz gerne Wissen, was auf anderen Planeten mal so los war bzw. los ist.

    Wenn Sie das für "Geldverschwendung" halten, bitteschön, aber überlegen Sie mal: BER oder S21 kosten ein vielfaches davon und bringen an Wissen - na raten Sie mal - rein gar nichts! Das nenne ich Geldverschwendung!

    Ich bin dafür, mehr Gelder in die Weltraumforschung zu stecken.
    Einfach spannend, dieses Thema. Und es bringt Neuentwicklungen in der Technik mit sich. Auch für den Otto-Normalverbraucher. BER, S21 und wie der ganze Schrott heisst, nicht.

    Mfg

    K-F

    ... für eine bewohnbare Welt jenseits der Erde und Ihnen fällt nur eine dümmliche Verschwörungstheorie ein?

    Spooky...

    • xy1
    • 13. März 2013 12:44 Uhr

    Für Sie gilt:
    wachsam sein und keine - auch nicht die geringste - Gelegenheit verpassen den USA ans Bein zu pinkeln.

  4. der Mars ist das Ebenbild der Erde nachdem wir mit ihr fertig sind. Auf der Erde war dann auch einmal Leben möglich.

    2 Leserempfehlungen
    • Nebula
    • 13. März 2013 10:46 Uhr

    Sie haben wohl zu viele Hollywood Filme gesehen. Mit ihrem Kommentar disqualifizieren Sie sich selbst, sorry. Es gibt natürlich Leute die sich nur dafür interessieren, was in ihrem Kiez passiert, dennoch sollten Sie respektieren, dass es auch Leute gibt, die über den Tellerrand hinaus blicken wollen.
    Wenn ich daran denke wie viel Geld für unsinnige Prunkbauten oder die Rettung von Banken aufgebracht werden kann, halte ich die Ausgaben von 2,5Mrd Dollar für mehr als gerechtfertigt.

    7 Leserempfehlungen
    Antwort auf "In den USA auch"
  5. "Mögliche Mikrobakterien mögen wissenschaftlich interessant sein, aber sie stehen in keinem Verhältnis zu dem ganzen aufwand."

    Und wer legt fest, ab wann Aufwand und wissenschaftlicher Nutzen in einem vernünftigen Verhältnis stehen? Der allwissende Zeit-Online - Kommentator?

    Wäre der wissenschaftliche Nutzen in der Menschheitsgeschichte immer von Laien beurteilt worden, würde wir heute noch in Höhlen hausen.

    12 Leserempfehlungen
    Antwort auf "In den USA auch"
  6. Ein Forist sagt: Der Aufwand lohnt sich nicht. Ein Gegenredner sagt: Kommen Sie mal runter, Sie bestimmen das nicht. Im Grunde sagt er damit ja: Der Aufwand lohnt sich. Ich sage: Kommen Sie mal runter, Sie bestimmen das auch nicht.
    Kleines Gedankenspiel, ich hoffe, es wird nicht gelöscht.

    Zum Artikel: Die Nasa gibt immer mal wieder solche Meldungen raus und suggeriert: Wir haben Leben im All gefunden. Beim zweiten Lesen stellt sich heraus: Heiße Luft. Das geht schon so seit 40 Jahren. Gähn. Höchstwahrscheinlich gibt es irgendwo Leben im All, das ist viel plausibler als das Gegenteil. Und nu? Was ändert sich?

    Eine Leserempfehlung
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    wird, wird die Wahrscheinlichkeit für weiteres Intelligentes Leben im All, immer höher. Und die Wahrscheinlichkeit für die Existenz eines Gottes, immer geringer.

    Neben allen sonstigen Verschwörungstheorien, geht es auch um die Beantwortung der Frage: Woher kommen wir - Wohin gehen wir!

    Sind sie nicht Neugierig?

  7. Schade, daß manche Zeitgenossen ihre natürliche Neugier und Begeisterunsgfähigkeit verloren zu haben scheinen, und gedanklich lieber in ihrem eigenen Kosmos kleinlicher Befindlichkeiten existieren.
    Doch zum Thema Lebensbausteine in unserem Sonnensystem. Natürlich gibt es noch weitere Orte, die theoretisch die Voraussetzungen für organsiches Leben bieten, und die natürlich deswegen ganz besonders im Focus der Beobachtung stehen, so zum Beispiel der Saturnmond Titan, dessen Atmosphäre neben Sauerstoff enthält.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, tst
  • Schlagworte Nasa | Mars | Planet | Roboter | Umwelt | Wasser
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