EvolutionDer letzte Affe auf dem Weg zum Menschen

Haben Forscher mit "Australopithecus sediba" den direkten Vorfahren der Gattung Homo entdeckt? Neue Details lassen das vermuten. Doch der Streit geht weiter. von 

Skelett des Australopithecus sediba

Skelett des Australopithecus sediba  |  © Lee Berger / Universität Witwatersrand

Ist es ein Mensch? Ist es ein Affe? Vor fünf Jahren entdeckte der Anthropologe Lee Berger in der südafrikanischen Malapa-Höhle Knochenreste, die er weder der einen noch der anderen Art eindeutig zuordnen konnte. Die Form der Beckenknochen sprach für die aufrechte Haltung eines Menschen. Doch die langen und kräftigen Armknochen erinnerten an die eines Schimpansen. Berger taufte das Wesen Australopithecus sediba und berichtete 2011 im Fachmagazin Science, er habe womöglich die lange gesuchte Übergangsspezies gefunden.

Damals war das nur eine vage Vermutung, doch jetzt, zwei Jahre später, sind sich Berger und andere Forscher sicher: Bei dem rund zwei Millionen Jahre alten Fossil muss es sich um die letzte Affenart vor den ersten Menschen gehandelt haben. "Dieses Wesen war ein unwahrscheinliches Mosaik aus menschlichen und affenähnlichen Attributen", sagt Peter Schmid von der Universität Zürich. Er ist einer von zahlreichen Autoren, die nun zusammen sechs Studien veröffentlicht haben, ebenfalls in Science. Sie beschreiben detailliert, wie der Hominide aussah, sich bewegte und aß. Ja, sogar wie er lächelte, konnten sie rekonstruieren.

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Ein wichtiges Merkmal zur Unterscheidung von Affenarten und ersten Menschen ist das Gebiss. Unter den Knochen und Zahnresten des Skeletts von Malapa fanden sich Schneidezähne, ähnlich zu denen heutiger Menschen. Die Backenzähne passten eher zu Australopithecus africanus, der noch zu den früheren Vertretern der Gattung der Affen zählt.

Affenmensch mit wackeligem Gang

Auch der Brustkorb sei ein Mix, schreiben die Forscher. Der obere Teil sei deutlich zu schmal für einen Menschen, der untere jedoch weniger ausgeweitet als bei den meisten Affen. Ebenso die Beine: Die kräftigen Oberschenkelknochen sprechen für das affentypische Hangeln und Klettern. "Wir gehen davon aus, dass diese Art häufig auf Bäume und auf schroffe Felshänge geklettert ist", sagt Berger. Die Sprunggelenke und Knie zeigten jedoch eindeutig, dass Australopithecus sediba schon aufrecht und auf zwei Beinen laufen konnte, eine charakteristische Fähigkeit der Gattung Homo.

Lydia Klöckner
Lydia Klöckner

Lydia Klöckner ist freie Autorin für das Ressort Wissen bei ZEIT ONLINE und das ZEIT Wissen-Magazin. Ihre Profilseite finden Sie hier.

"Das dürfte ziemlich seltsam ausgesehen haben", sagt Schmid. Vermutlich lief der Affe mit komplett ausgestreckten Beinen und musste sich für jeden Schritt ein Stück weit um die eigene Achse drehen. Zudem lege der Aufbau seiner Füße nahe, dass er beim Gehen von außen nach innen abgerollt sei. Ein moderner Mensch würde sich bei solchen Verrenkungen wohl die Hüfte, die Knöchel und die Knie zerren.

Elegant und geschmeidig wie die ersten Frühmenschen schritt Australopithecus sediba also wohl nicht durch sein Revier. Dennoch sei er mehr Mensch als alle anderen Australopithecen, die man heute kennt, meint Berger.

Ob der Fund aus der Malapa-Höhle wirklich vom direkten Vorfahren des Menschen zeugt, darüber streiten Fachleute schon seit der Entdeckung der Knochen im Jahr 2009. Bislang galt Lucy, ein Skelett der Spezies Australopithecus afarensis, als Mutter der Gattung Homo. Nicht ohne Grund wurde sie auch als "afrikanische Eva" bezeichnet. "Berger schubst Lucy von ihrem Thron", kommentiert Science-Autorin Ann Gibbons in einem Begleitartikel. "Das ist radikal."

Leserkommentare
    • welll
    • 11. April 2013 20:22 Uhr

    "Die ersten Vertreter der Gattung Homo [...] seien schon mehrere Jahrhunderte vor .... "

    Wirklich Jahrhunderte oder doch eher Jahrhundertausende ?

    3 Leserempfehlungen
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    Redaktion

    Lieber User,

    Sie haben Recht, ich habe das korrigiert. Vielen Dank für den Hinweis.

    Beste Grüße,
    Lydia Klöckner

  1. Lucy wird wohl kaum die "Mutter der Gattung Homo" gewesen sein, ebenso wenig wie das Individuum von Australopithecus sediba, dass Berger und seine Kollegen beschreiben (und falls, durch enormen Zufall, doch, wird das niemals zu beweisen sein).

    Allenfalls ist zu diskutieren ob der erste Vertreter der Gattung Homo ein Nachfahre eines A. afarensis oder eines A. sediba war. "Dazwischen" kommt wahrscheinlich auch noch A. africanus. Und auch darüber dürfte man sich noch sehr lange trefflich streiten...

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  2. Es ist erstaunlich mit welchem Eifer der Mensch nach einem Beweis sucht, dass er vom Tier abstammt. Wenn er mit dem gleichen Eifer seine göttliche Herkunft erforschen würde, hätte man es mit dem ewigen Leben zu tun. So bleibt ihm wirklich nur der ewige Tod.

    5 Leserempfehlungen
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    wenn Sie ihre kuriose Gedankenkonstruktion etwas detaillierter ausführen könnten. So ist das jedenfalls nicht verständlich.

    Markus L. hat Recht. Die Evolutionstheorie ist eine lückenhafte und ausgesprochen unglaubwürdige Theorie. Sie geht davon aus, das Information, nicht nur DNA-Codes, sondern auch die komplette 'Grammatik' sowie das Lese- und Schreibsystem, das DNA auslesen, kreieren bzw. in lebensfähige Formen umwandeln kann, aus Zufall entstanden ist. Sie geht davon aus, dass sich dieses perfekt-komplexe Grundsystem des Lebens graduell, Schritt für Schritt entwickelt hat, obwohl sich seine Komponenten in ihrer jeweiligen Funktion gegenseitig vorraussetzen und eine graduelle Entwicklung daher ausschließen. Ohne Geist entsteht nichts aus dem Chaos. Die faszinierenden inneren Interdependezen selbst der einfachsten Lebensformen entstehen nicht aus zufälliger Zusammenwürfelung von Molekülen. Und dennoch wollen wir das unbedingt glauben, bis dahin, dass wir jeden, der von einem Schöpfergott spricht - dem Geist als Grundbedingung allen Lebens -, als unseriös verspotten. Ist das nicht selbst unseriös? Wie können wir aus wissenschaftlichem Interesse heraus die Möglichkeit, dass der Geist zuerst war, kategorisch ablehnen? Das hat nichts mit Wissenschaft zu tun, sondern mit einem Paradigma, dass wir wie ein Brett vor dem Kopf mit uns herumtragen (habe es selbst lang genug herumgetragen). Liebe Leute, Gott ist wahr und er ist da, ob wirs glauben oder nicht. Und die Suche nach ihm ist allemal lohnend! Ich kann sie jedem aufrichtigst ans Herz legen. Denn wie die Bibel sagt: Wer sucht, der findet.

    • PGMN
    • 12. April 2013 0:25 Uhr

    ... mit gleichem Eifer?
    Die "göttliche Herkunft" des Menschen wird seit der Entstehung des Glaubens an das Übernatürliche "erforscht". Das sind ein paar zehntausend Jahre länger als die 150, seit der die Idee der Evolution durch natürliche Selektion in den Fokus der Wissenschaft gelangt ist. Und auch heute gibt es mit Sicherheit mehr "Spiritualisten", die sich dieser "Fachrichtung" widmen als Biologen sich der Evolution widmen. Am "Eifer" kann es also nicht liegen, dass da die Ergebnisse bzgl. des ewigen Lebens etwas auf sich warten lassen.
    Aber was solls. Geben wir der Sache eben nochmal zehntausend Jahre. Aber so wie die Fakten liegen, würde ich jede Wette eingehen, dass wir dann immer noch nicht nur vom Affen abstammen, sondern sogar immer noch Affen sein werden.

    • LexiK
    • 12. April 2013 8:56 Uhr

    "... vom Tier abstammt"?

    Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich weder eine Pflanze, noch ein Pilz bin. Und da weitere Reiche des Lebens bisher nicht bekannt sind, bleiben wohl nur Tiere übrig. Göttliche Herkünfte verschiedener Arten gibt es in Legenden vieler Kulturen dieser Welt. Und nur da.
    Die Evolutionstheorie ist eines der wenigen Modelle, die auf Beobachtung basieren. Und sie ist unter diesen Modellen das schlüssigste.

    ... würde ich mir beim Internet-Kommentariat auch wünschen. Stattdessen findet man hier jeden Tag aufs neue bestätigt, dass der Mensch doch bloß ein Primat ist.

    Der geforderte Eifer im Suchen nach der göttlichen Herkunft des Menschen verrauscht schon seit einem Nimmerleinstag im Nebel und wird das auch immer weiter bleiben,weil es außer dem Glauben daran keine Belege geben kann

    Ich finde es immer wieder erstaunlich, dass Gläubige es als abartig betrachten, dass wir ein Tier sind, gleichzeitig aber nichts gegen die Idee haben, dass der Mensch angeblich aus Dreck geschaffen wurde.
    Evolution ist ein Fakt. Für kaum eine andere Theorie gibt es so viele handfeste Beweise. Unser Chromosom #2, die Tatsache, dass wir mit Menschenaffen 98% des genetischen Materials teilen, endogene Retroviren, Atavismen, Fossilien, die Zucht von Tieren würde ohne Evolution nicht funktionieren... Die Liste ist quasi endlos.
    Wie sieht es mit Beweisen für Kreationismus aus? Ganz einfach: Es gibt keine. Und das was Gläubige als Beweise handeln entpuppt sich permanent als logischer Fehlschluss. Religion an sich ist nichts anderes als ein giganzisches argumentum ad ignorantiam.

  3. wenn Sie ihre kuriose Gedankenkonstruktion etwas detaillierter ausführen könnten. So ist das jedenfalls nicht verständlich.

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    Antwort auf "Glaube, Liebe, Affe"
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    markus.L vertritt offenbar die Auffassung, daß die Evolutionstherorie Unsinn sei und der heutige Mensch, so wie er ist, von Gott geschaffen wurde - Lehmmanschen mit Atemeinhauchung, oder so. Zugleich vertritt er wohl die Auffassung, daß Menschen, die diese Schöpfungsgeschichte nicht glauben, von diesem Gott deswegen der ewigen Verdammnis übergeben werden.

  4. Nun, sagen wir es mal so:
    Der auf diesem Planeten herumtappende nackte Affe (Desmond Morris) erforscht seit Jahrtausenden seine göttliche Herkunft. Herausgekommen ist bis jetzt, dass er ein nackter Affe ist.

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  5. markus.L vertritt offenbar die Auffassung, daß die Evolutionstherorie Unsinn sei und der heutige Mensch, so wie er ist, von Gott geschaffen wurde - Lehmmanschen mit Atemeinhauchung, oder so. Zugleich vertritt er wohl die Auffassung, daß Menschen, die diese Schöpfungsgeschichte nicht glauben, von diesem Gott deswegen der ewigen Verdammnis übergeben werden.

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    Hat er das irgendwo geschrieben oder warum sind Sie sich dessen so sicher? Kennen Sie seinen Hintergrund? Vermutlich haben Sie hellseherische Fähigkeiten. Erworben bei der Evolution? Und nun können Sie gerne mutmaßen, was ich denn "offenbar" vertrete...

    Ich kenne zwar Markus T. nicht, aber gehe stark davon aus, dass er Christ ist, wie ich auch. Darum erlaube ich mir, Ihre Schlussfolgerung in einer Sache zu korregieren: Man erleidet keine ewige Verdammnis, weil man nicht an den Schöpfungsbericht des 1. Buch Moses glaubt. Man erleidet sie, weil wir unheilige Menschen nicht ewig in der Gnade eines heiligen Gottes leben können. Ewige Verdammnis heist so viel wie: Gott zieht sich zurück. Aber da das Christentum eine frohe Botschaft hat, hört es bei dieser Feststellung nicht auf: Vom Tod erretten kann allein der persönliche Glaube an den Herrn Jesus Christus und sein Opfertod am Kreuz für uns. So existentiell ist das Evangelium und jeder muss entscheiden, ob er das will oder nicht. Ich hoffe, dass dadurch der Kommentar von Markus T. besser verständlich wird.

  6. Hat er das irgendwo geschrieben oder warum sind Sie sich dessen so sicher? Kennen Sie seinen Hintergrund? Vermutlich haben Sie hellseherische Fähigkeiten. Erworben bei der Evolution? Und nun können Sie gerne mutmaßen, was ich denn "offenbar" vertrete...

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    Antwort auf "Kreationismus"
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    • Plor
    • 12. April 2013 0:24 Uhr

    "Es ist erstaunlich mit welchem Eifer der Mensch nach einem Beweis sucht, dass er vom Tier abstammt."

    Mit dem Wort "Eifer" in Verbindung mit der Bewertung "erstaunlich" wird dieser Eifer syntaktisch in Frage gestellt, womit auch der folgende Nebensatz zumindest eine Relativierung erhält. Dies allein ist vielleicht noch nicht evident genug, wird aber durch den folgenden Satz konkretisiert:

    " Wenn er mit dem gleichen Eifer seine göttliche Herkunft erforschen würde"

    Im Gegensatz zum vorherigen Satz wird hier auf die relativierende Nebensatz-Konstruktion verzichtet. Stattdessen wird das "Göttliche" attributiv zur "Herkunft" gestellt, wodurch es einem analytischen Urteil gleichkommt (Im Kontrast zur Synthese im vorangegangenen Satz). Damit wird die Verknüpfung von göttlich und Herkunft als gegeben vorausgesetzt. Mit der hohen Wahrscheinlichkeit einer christlich-europäischen Sozialisation des Kommentierenden und der damit verbundenen religiösen Sozialisation durch einen personifizierten Gott darf dann auch durchaus von einem kreationistischen Weltbild (Gott als personifizierte Herkunft und damit als Schöpfer) ausgegangen werden.

    Ihr merkwürdig empörter Einwand verliert seine Berechtigung, wenn man den Text des Foristen als Basis für eine Mutmaßung über eine kreationistische Orientierung nimmt. Oder anders gesagt: Ähmmm ja, man braucht keine hellseherischen Fähigkeiten, um das da raus zu lesen.

    Wo haben Sie denn rausgelesen, daß ich mir "sicher" bin? Gut, ich hätte besser "anscheinend" anstelle von "offenbar" geschrieben. Ansonsten hat Plor dankenswerterweise schon alles gesagt.

  7. Markus L. hat Recht. Die Evolutionstheorie ist eine lückenhafte und ausgesprochen unglaubwürdige Theorie. Sie geht davon aus, das Information, nicht nur DNA-Codes, sondern auch die komplette 'Grammatik' sowie das Lese- und Schreibsystem, das DNA auslesen, kreieren bzw. in lebensfähige Formen umwandeln kann, aus Zufall entstanden ist. Sie geht davon aus, dass sich dieses perfekt-komplexe Grundsystem des Lebens graduell, Schritt für Schritt entwickelt hat, obwohl sich seine Komponenten in ihrer jeweiligen Funktion gegenseitig vorraussetzen und eine graduelle Entwicklung daher ausschließen. Ohne Geist entsteht nichts aus dem Chaos. Die faszinierenden inneren Interdependezen selbst der einfachsten Lebensformen entstehen nicht aus zufälliger Zusammenwürfelung von Molekülen. Und dennoch wollen wir das unbedingt glauben, bis dahin, dass wir jeden, der von einem Schöpfergott spricht - dem Geist als Grundbedingung allen Lebens -, als unseriös verspotten. Ist das nicht selbst unseriös? Wie können wir aus wissenschaftlichem Interesse heraus die Möglichkeit, dass der Geist zuerst war, kategorisch ablehnen? Das hat nichts mit Wissenschaft zu tun, sondern mit einem Paradigma, dass wir wie ein Brett vor dem Kopf mit uns herumtragen (habe es selbst lang genug herumgetragen). Liebe Leute, Gott ist wahr und er ist da, ob wirs glauben oder nicht. Und die Suche nach ihm ist allemal lohnend! Ich kann sie jedem aufrichtigst ans Herz legen. Denn wie die Bibel sagt: Wer sucht, der findet.

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    • PGMN
    • 12. April 2013 0:34 Uhr

    "obwohl sich seine Komponenten in ihrer jeweiligen Funktion gegenseitig vorraussetzen und eine graduelle Entwicklung daher ausschließen"

    Das ist eine Behauptung, die von unseriösen Quacksalbern immer wieder herausgekramt wird, obwohl sie in den letzten 50 Jahren immer und immer wieder (sogar vor Gericht) widerlegt wurde.

    "Ohne Geist entsteht nichts aus dem Chaos."

    Das ist eine unseriöse Behauptung. Jeder Versuch, sie zu beweisen, nicht nur naturwissenschaftlich (da sowieso), sondern auch in der Philosophie, fusst auf logischen Fehlschlüssen (schlagen Sie "begging the question" nach)

    "Wie können wir aus wissenschaftlichem Interesse heraus die Möglichkeit, dass der Geist zuerst war, kategorisch ablehnen?"

    Das tun wir nicht. Aber warum wollen Sie diese Möglichkeit unbedingt, quasi kathegorisch, in die Diskussion hineinpressen, obwohl sie schlicht nicht gebraucht wird?

    "... dass wir jeden, der von einem Schöpfergott spricht - dem Geist als Grundbedingung allen Lebens -, als unseriös verspotten. Ist das nicht selbst unseriös?"

    Es wird niemand allein deshalb als unseriös verspottet, weil er an einen Schöpfergott glaubt. Als unseriös verspottet wird der, der unseriös ist, oder schlicht keine Ahnung hat, wovon er spricht. Und ich habe den starken Verdacht, dass eines davon auf Sie zutrifft.

    Und mit Bibelpropaganda machen Sie sich keine Freunde. Das ist ein Rat, den ich Ihnen aufrichtig ans Herz lege.

    • Plor
    • 12. April 2013 0:37 Uhr

    "Sie geht davon aus, dass sich dieses perfekt-komplexe Grundsystem des Lebens graduell, Schritt für Schritt entwickelt hat, obwohl sich seine Komponenten in ihrer jeweiligen Funktion gegenseitig vorraussetzen und eine graduelle Entwicklung daher ausschließen."

    -Die Evolutionstheorie geht nicht davon aus, dass es sich um ein perfektes Grundsystem handelt. Der Begriff der Perfektion ist in diesem Zusammenhang ein metaphysischer Begriff und wird wenn dann von der Kreationistenseite benutzt. Betrachtet man biologische Systeme oder die Welt als solche, stellt man allerdings ziemlich schnell fest, dass diese biologisch alles andere als perfekt ist, dass Mutation und Genese oft genug Abweichungen produzieren, die sich als nicht funktionabel herausstellen.
    -Was sie ansonsten ansprechen, scheint mir der Gedanke der irreduzibierblen Komplexität zu sein. Hier sind IDler bis dato einen Beweis für die tatsächliche Existenz eines solchen Phänomens schuldig geblieben, im Gegenteil sogar wurde von Evolutionsbiologen anhand verschiedener biologischer Systeme mehrfach nachgewiesen, dass deren Elemente sich in ihrer Funktion keineswegs gegenseitig voraussetzen und in genetischen Prozessen auch einzeln entstehen und sich verändern können.

    Ihr Argument, das Grundsystem sei zu komplex um zufällig entstanden zu sein ist sehr eigenartig.
    Denn wenn es einen Gott geben würde, wäre er unendlich mal komplexer und soll dennoch aus dem Nichts entstanden sein.

    Kleiner Tipp zur Bibel: Sie ist nur eine Sammlung alter philosophischer Schriften. Unvollständig und niemand hat sich seit ~2 Jahrtausenden die Mühe gemacht die fehlerhaften Stellen zu aktualisieren ;)

    Götter entstehen grundsätzlich aus Wissenslücken. Beide werden uns wohl noch ewig begleiten.

    • pappel
    • 12. April 2013 10:13 Uhr

    Bei allem Respekt vor anderen Meinungen, bitte ich Sie innigst das Zufallsargument nicht in den Ring zu werfen. Die Einzigen die von Zufall sprechen sind Kreationisten und Menschen die an eine Gottheit glauben die das Leben erschaffen hat. Die Evolution beruht auf anderen Mechanismen.
    Liebe Grüße

    Wenn dieser Geist für das Leben notwendig ist, wo kam er dann her?
    "Gott ist wahr und er ist da"
    Um es ganz klar zu sagen: Beweisen Sie es. Wenn Sie keine Beweise für Ihren unsichtbaren Freund bringen können, dann können Sie es mir nicht übel nehmen, dass ich Sie als einen Spinner ansehe. An einen Spinner, der noch nie in seinem Leben ein Buch gelesen hat, das auch tatsächlich auf Fakten beruht und nicht nur auf Fantastereien, die sich vor 2000 Jahren ein bekiffter Irrer in einem Zelt ausgedacht hat.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Affe | Evolution | Frühmensch | Schimpanse | Sprunggelenk
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