Forscher hoffen auf einen Durchbruch
Aber auch bekannte astronomische Objekte wie etwa Pulsare könnten die überschüssigen Positronen ins Weltall feuern. Die Studie, die das Fachjournal Physical Review Letters veröffentlichten will, liefert laut Cern allerdings Hinweise darauf, dass die Positronen aus allen Richtungen auf die Erde treffen. Das würde man von einem Signal der Dunklen Materie erwarten, da diese gleichmäßig um unsere Galaxie verteilt sein soll.
AMS-02 bestätigt weniger genaue Messungen des Weltraumteleskops Fermi und des Satellitendetektors Pamela. Die Forscher sind sich noch nicht sicher, ob die nun registrierten Positronen wirklich von der Dunklen Materie stammen. "In den nächsten Monaten wird uns AMS endgültig sagen können, ob diese Positronen ein Signal der Dunklen Materie sind, oder ob sie einen anderen Ursprung haben", sagte Ting.
Seit Beginn der Messungen vor knapp zwei Jahren hat der Detektor AMS-02 über 30 Milliarden Teilchen aufgefangen, darunter etwa 400.000 Positronen. Die Suche nach Dunkler Materie findet allerdings nicht nur fernab der Erde statt. In Untergrundlaboren versuchen Forscher, Kollisionen von Dunkle-Materie-Teilchen und Atomkernen nachzuweisen.
Zudem könnte der 27 Kilometer lange Kreisbeschleuniger LHC des Cerns einen wichtigen Beitrag zur Suche liefern. In den Partikelkollisionen unter Genf könnten ab 2015 Dunkle-Materie-Teilchen erzeugt werden, hoffen die Forscher. "Ich bin zuversichtlich, dass wir im Tandem das Dunkle-Materie-Rätsel innerhalb der nächsten paar Jahre lösen können", sagte der Cern-Direktor Rolf-Dieter Heuer.










In dem Artikel geht es um dunkle Materie. Mit schwarzen Löchern hat das nichts zu tun. Nehmen Sie das bitte aus der Überschrift.
Ich dachte immer, dass sich Antiteilchen wie Teilchen verhalten. Demnach müssten die Positronen doch ähnlich wie Elektronen mit unserer Materie wechselwirken; zudem sollten die Positronen mit den Elektronen zu Energie zerstrahlen - komisch, dass man diesen Effekt trotz des "Hereinprasselns" noch nicht bemerkt hatte.
sondern Positronen/Elektronen-Paare entstehen wenn zwei Antimaterieteilchen zusammenstoßen (so zumindest die Theorie). Da es allerdings auch viele andere Phänomene gibt bei denen Positronen entstehen muss man auch messen wo die Positronen herkommen um das unterscheiden zu können.
Da die Positronen, offensichtlich, aus allen Richtungen gleichermaßen kommen ist davon auszugehen, dass ein einzelnes Phänomen die Ursache ist anstatt die Summe vieler unabhängiger Phänomene. Antimaterie könnte eine Erklärung sein. Ist aber alles noch sehr vage...
Wenn sich Positronen wie Elektronen verhalten, dann besitzen sie quasi keine Masse.
Auch der Begriff "Hereinprasseln" darf nicht so wörtlich wie z.B. bei einem Platzregen genommen werden. Es ist also nicht so, dass es hier Positronen regnet, und wegen des Eliminierungseffektes müssten überall Lichtblitze am Himmel sein.
Die Dinger sind echt klein. So gut wie unendlich klein.
sondern Positronen/Elektronen-Paare entstehen wenn zwei Antimaterieteilchen zusammenstoßen (so zumindest die Theorie). Da es allerdings auch viele andere Phänomene gibt bei denen Positronen entstehen muss man auch messen wo die Positronen herkommen um das unterscheiden zu können.
Da die Positronen, offensichtlich, aus allen Richtungen gleichermaßen kommen ist davon auszugehen, dass ein einzelnes Phänomen die Ursache ist anstatt die Summe vieler unabhängiger Phänomene. Antimaterie könnte eine Erklärung sein. Ist aber alles noch sehr vage...
Wenn sich Positronen wie Elektronen verhalten, dann besitzen sie quasi keine Masse.
Auch der Begriff "Hereinprasseln" darf nicht so wörtlich wie z.B. bei einem Platzregen genommen werden. Es ist also nicht so, dass es hier Positronen regnet, und wegen des Eliminierungseffektes müssten überall Lichtblitze am Himmel sein.
Die Dinger sind echt klein. So gut wie unendlich klein.
sondern Positronen/Elektronen-Paare entstehen wenn zwei Antimaterieteilchen zusammenstoßen (so zumindest die Theorie). Da es allerdings auch viele andere Phänomene gibt bei denen Positronen entstehen muss man auch messen wo die Positronen herkommen um das unterscheiden zu können.
Da die Positronen, offensichtlich, aus allen Richtungen gleichermaßen kommen ist davon auszugehen, dass ein einzelnes Phänomen die Ursache ist anstatt die Summe vieler unabhängiger Phänomene. Antimaterie könnte eine Erklärung sein. Ist aber alles noch sehr vage...
Es müsste "Positronen/Elektronen-Paare entstehen wenn zwei *Dunkle-Materie-Teilchen* zusammenstoßen" heißen.
Es müsste "Positronen/Elektronen-Paare entstehen wenn zwei *Dunkle-Materie-Teilchen* zusammenstoßen" heißen.
Es müsste "Positronen/Elektronen-Paare entstehen wenn zwei *Dunkle-Materie-Teilchen* zusammenstoßen" heißen.
Die ISS hat Positronen gemessen. Jene könnten aus dunkler Materie entstehen.
Verstehe ich den Artikel richtig, daß der einzige Bezug dieser Messung auf die dunkle Materie darin liegt, daß die Positronen aus allen Richtungen angeflogen kommen, also gleichmäßig verteilt sein könnten?
Falls dem so ist, scheint mir das alles ein wenig voreilig - das würde nur darauf hindeuten, daß Positronenquellen (oder die Positronen selber) gleichmäßig verteilt sind; die Verbindung zur diffusen dunklen Materie (die ja - so scheint's mir - eher aus Verlegenheit erfunden wurde, um die Theorie den Messungen anzugleichen) scheint mir äußerst wackelig.
Ich bin aber auch kein Fachmann. Vielleicht kann mir einer weiterhelfen?
Von der Messung auf dunkle Materie zu schließen erscheint auch mir etwas voreilig. Zumal hier ja eher die gleichverteilte Messung mit der dunklen Materie begründet wird als umgekehrt. Dann von einem Indiz für oder gar einem Nachweis von dunkle Materie zu sprechen ist wie das Pferd an den Haaren aus dem Sumpf zu ziehen.
Es ist ja wohl der Normalfall, dass die Theorie an die Messergebnisse angepasst wird. Was soll man denn sonst machen? Die Messergebnisse an die Theorie "anpassen", also Messprotokolle fälschen?
In der Vergangenheit wurden zudem laufend neue Partikel postuliert, wenn die Messergebnisse ohne diese nicht erklärt werden konnten: Neutrinos (Messergebnis: Beim Beta-Zerfall gehen Energie- und Impuls-Bilanz nicht auf), Quarks (Messergebnis: Protonen verhalten sich im Gegensatz zu Elektronen bei hohen Energien nicht wie punktförmige Teilchen), Gluonen (Messergebnis: Man "sieht" nie einzelne Quarks) oder Gravitonen (Messergebnis: Zwei sich umkreisende Neutronensterne "tanzen" immer enger umeinander und verschmelzen irgendwann zu einem schwarzen Loch in einem Gamma Ray Burst). Für Gravitonen oder jetzt "dunkle Materie" WIMPs ("weakly interacting massive particles") ist die Evidenzlage halt noch dünn und die Theorie muss u.U. erheblich überarbeitet werden. Für Neutrinos, Quarks und Gluonen ist sie hingegen überwältigend.
Jag
Lieber Leser,
der Autor der Meldung, Robert Gast, ist gerade unterwegs ohne Internetzugang und bat mich, für ihn diese Antwort zu posten:
"Sie haben Recht: Dass die Positronen offenbar aus allen Richtungen und ohne zeitliche Variation die Erde erreichen, ist tatsächlich ein wesentlicher Bestandteil der Neuigkeit. Denn das würde man eher nicht von einem erdnahen Pulsar erwarten, der bisher als eine der plausibelsten Erklärungen für den Positronen-Überschuss galt. Was für eine Verteilung mehrere, quer über die Milchstraße verteilte Pulsare bewirken würden, weiß ich allerdings nicht.
Generell halte ich es für wichtig, dass AMS den Überschuss von Positronen noch einmal mit hoher Präzision bestätigt hat. Sowohl bei Fermi als auch Pamela gab es noch Zweifel, ob das Ergebnis tatsächlich stimmt, da beide Experimente längst nicht so gut Positronen von Elektronen (und Protonen) unterscheiden können, wie das AMS-02 kann.
Spannend ist auch, dass das Positronen-Spektrum ab einer Energie von ca. 300GeV offenbar wieder flacher wird. Die interessante Frage ist, ob man jenseits von einer noch höheren Energie plötzlich nur noch sehr wenige Positronen findet – das würde man erwarten, wenn die Positronen tatsächlich von der Dunklen Materie herrühren. AMS-02 kann das vermutlich mit mehr Daten beantworten."
Von der Messung auf dunkle Materie zu schließen erscheint auch mir etwas voreilig. Zumal hier ja eher die gleichverteilte Messung mit der dunklen Materie begründet wird als umgekehrt. Dann von einem Indiz für oder gar einem Nachweis von dunkle Materie zu sprechen ist wie das Pferd an den Haaren aus dem Sumpf zu ziehen.
Es ist ja wohl der Normalfall, dass die Theorie an die Messergebnisse angepasst wird. Was soll man denn sonst machen? Die Messergebnisse an die Theorie "anpassen", also Messprotokolle fälschen?
In der Vergangenheit wurden zudem laufend neue Partikel postuliert, wenn die Messergebnisse ohne diese nicht erklärt werden konnten: Neutrinos (Messergebnis: Beim Beta-Zerfall gehen Energie- und Impuls-Bilanz nicht auf), Quarks (Messergebnis: Protonen verhalten sich im Gegensatz zu Elektronen bei hohen Energien nicht wie punktförmige Teilchen), Gluonen (Messergebnis: Man "sieht" nie einzelne Quarks) oder Gravitonen (Messergebnis: Zwei sich umkreisende Neutronensterne "tanzen" immer enger umeinander und verschmelzen irgendwann zu einem schwarzen Loch in einem Gamma Ray Burst). Für Gravitonen oder jetzt "dunkle Materie" WIMPs ("weakly interacting massive particles") ist die Evidenzlage halt noch dünn und die Theorie muss u.U. erheblich überarbeitet werden. Für Neutrinos, Quarks und Gluonen ist sie hingegen überwältigend.
Jag
Lieber Leser,
der Autor der Meldung, Robert Gast, ist gerade unterwegs ohne Internetzugang und bat mich, für ihn diese Antwort zu posten:
"Sie haben Recht: Dass die Positronen offenbar aus allen Richtungen und ohne zeitliche Variation die Erde erreichen, ist tatsächlich ein wesentlicher Bestandteil der Neuigkeit. Denn das würde man eher nicht von einem erdnahen Pulsar erwarten, der bisher als eine der plausibelsten Erklärungen für den Positronen-Überschuss galt. Was für eine Verteilung mehrere, quer über die Milchstraße verteilte Pulsare bewirken würden, weiß ich allerdings nicht.
Generell halte ich es für wichtig, dass AMS den Überschuss von Positronen noch einmal mit hoher Präzision bestätigt hat. Sowohl bei Fermi als auch Pamela gab es noch Zweifel, ob das Ergebnis tatsächlich stimmt, da beide Experimente längst nicht so gut Positronen von Elektronen (und Protonen) unterscheiden können, wie das AMS-02 kann.
Spannend ist auch, dass das Positronen-Spektrum ab einer Energie von ca. 300GeV offenbar wieder flacher wird. Die interessante Frage ist, ob man jenseits von einer noch höheren Energie plötzlich nur noch sehr wenige Positronen findet – das würde man erwarten, wenn die Positronen tatsächlich von der Dunklen Materie herrühren. AMS-02 kann das vermutlich mit mehr Daten beantworten."
Ich bin keine Fachfrau. Mich würde es nur wundern, wenn diese Positronen seit Urzeiten aus allen Raumrichtungen auf die Erde prasseln und man hätte sie erst jetzt dedektiert. Die Positronen müssten doch wenigstens so reaktionsfreudig wie die Elektronen sein - aber wie schon gesagt, ich bin Laie.
war ja auch schon länger bekannt, nur war bisher nicht bekannt aus welchen Richtungen sie kommen. Dass sie tatsächlich aus allen Raumrichtungen gleichermaßen kommen wurde erst durch dieses Experiment bestimmt. DAS ist das neue.
war ja auch schon länger bekannt, nur war bisher nicht bekannt aus welchen Richtungen sie kommen. Dass sie tatsächlich aus allen Raumrichtungen gleichermaßen kommen wurde erst durch dieses Experiment bestimmt. DAS ist das neue.
Von der Messung auf dunkle Materie zu schließen erscheint auch mir etwas voreilig. Zumal hier ja eher die gleichverteilte Messung mit der dunklen Materie begründet wird als umgekehrt. Dann von einem Indiz für oder gar einem Nachweis von dunkle Materie zu sprechen ist wie das Pferd an den Haaren aus dem Sumpf zu ziehen.
war ja auch schon länger bekannt, nur war bisher nicht bekannt aus welchen Richtungen sie kommen. Dass sie tatsächlich aus allen Raumrichtungen gleichermaßen kommen wurde erst durch dieses Experiment bestimmt. DAS ist das neue.
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