Die US-Weltraumbehörde Nasa will 2019 mit einen ferngesteuerten Raumschiff einen kleinen Asteroiden einfangen und ihn in der Nähe des Mondes parken, um an ihm zu forschen und zu üben. Das berichtet die Huffington Post und beruft sich dabei auf US-Senator Bill Nelson.

Demzufolge soll ein 500 Tonnen schwerer Asteroid mit einem Durchmesser von knapp 7,5 Metern eingefangen werden. Zwei Jahre später würden vier Astronauten mit Hilfe einer Orion-Raumkapsel auf dem Felsbrocken abgesetzt werden. So sollen Aufenthalte und Spaziergänge im Weltraum geprobt werden – zum Beispiel für künftige Marsmissionen.

Laut Nelson hat US-Präsident Barack Obama ein Startgeld von 100 Millionen Dollar für die Mission eingeplant. Dieses Geld würde zunächst für die Suche nach einem geeigneten Asteroiden verwendet werden. "Es ist ein wirklich cleveres Konzept" sagte Nelson. "Finde den idealen Kandidaten. Fange ihn per Roboter und bring ihn zurück." Die Gesamtkosten für das Projekt sind noch unklar. Der Raumfahrtexperte Louis Friedman rechnet mit etwa 2,5 Milliarden Dollar.

Asteroidenjagd mit dem Beutel

So könnte das Abschleppen eines Asteroiden aussehen: Eine Sonde schluckt einen kleinen Brocken von etwa sieben Metern Durchmesser. © Rick Sternbach/Keck Institute for Space Studies

Robert Braun vom Georgia Institute of Technology sagte der Post, es wäre das erste Mal in der Menschheitsgeschichte, dass ein nichtirdisches Objekt dieser Größe kontrolliert würde. Es sei eine großartige Kombination menschlicher und roboter-assistierter Leistungsfähigkeit.

Donald Yeomans, der bei der Nasa das Programm für erdnahe Objekte leitet, sagte, dass es zwar Tausende Asteroiden mit den gewünschten Maßen gebe, den richtigen zu finden aber dennoch nicht einfach sei. Sobald der passende Brocken eingefangen sei, müsste dieser zunächst von seiner Rotation befreit werden. Dazu werde der Asteroid in einem Beutel eingepackt und seiner Rotation durch Antriebsmodule entgegengewirkt.

Ein solcher Asteroid sei für die Erde ungefährlich, sagte Yeomans. Sollte der Brocken versehentlich in die Erdatmosphäre gelangen, würde er verglühen. Der gefangene Felsen wäre beispielsweise wesentlich kleiner als der Meteorit, der über Russland zu Erde gegangen war und Hunderte Menschen verletzt hatte.

Vielmehr würde die Forschung an dem Asteroiden helfen, gefährliche Meteoriten in der Zukunft von der Erde fernzuhalten, sagte Senator Nelson.