Medizinethik"Kinder kann man nicht erzwingen"

Die Reproduktionsmedizin suggeriert absolute Machbarkeit. Das ist falsch, sagt Medizinethiker Giovanni Maio. Manchmal ist es besser, Kinderlosigkeit zu akzeptieren. von 

Giovanni Maio

Giovanni Maio  |  © privat

ZEIT ONLINE: Herr Maio, wieso wünschen sich Menschen Kinder?

Giovanni Maio: Der Kinderwunsch ist eine Grundempfindung, für die man nicht einfach rationale Gründe angeben kann. Man kann nicht so tun als wäre die Entscheidung für oder gegen Kinder vergleichbar mit einer Entscheidung für oder gegen Aktien. Es wäre sogar gefährlich, das Kinderkriegen begründen zu sollen, weil man damit suggerieren würde, es müsse sich irgendwie rechnen, Kinder zu bekommen. Wir sollten den Wunsch nach Kindern als Empfindung stehenlassen und nicht danach trachten, rationale Interessensgründe dafür zu konstruieren.

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Ungewollt kinderlos

Wer Kinder will, hat kein Problem? Mehr als sechs Millionen Menschen in Deutschland haben keinen Nachwuchs, obwohl sie ihn sich wünschen. Doch darüber reden will fast niemand. Ungewollte Kinderlosigkeit ist ein so intimes Thema, das nur schwer öffentlich zu diskutieren ist.  

ZEIT ONLINE schildert in einer Themenwoche, wie Menschen mit Unfruchtbarkeit und ihren Folgen umgehen. Wie ist es zu erklären, dass das Problem größer wird? Welche medizinischen Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Und was müsste die Gesellschaft tun, um den Betroffenen zu helfen?

Die Themenwoche

Editorial: Schicksal ungewollt kinderlos

Infografik: Wenn das Wunschkind ausbleibt

FAQ: Was tun bei ungewollter Kinderlosigkeit?

Männer ohne Kinder: Schweißer, Autonarr, unfruchtbar

Kinderwunsch: Als wäre jemand gestorben

Künstliche Befruchtung: Zu arm zum Kinderkriegen

Ungewollt kinderlos: Für die Männer Vitamine, für die Frauen Yoga

Samenbank: Spender Nummer 4.077

Samenspende: "Ich bin froh, nicht mit diesem Mann verwandt zu sein"

Medizinethiker: "Kinder kann man nicht erzwingen"

Regenbogenfamilien: Vater, Vater, Mutter, Mutter, Kind, Kind

Ungewollt kinderlos: Ist halt so

Leserartikel

Haben Sie persönliche Erfahrungen mit dem Thema Kinderlosigkeit gemacht? Helfen Sie zum Beispiel als Arzt Paaren, ihren Kinderwunsch zu erfüllen? Dann würden wir uns freuen, wenn Sie davon in einem Leserartikel berichten, gerne auch anonym.

Bisher erschienene Leserartikel zur Themenwoche:

Ungewollt kinderlos: Aus Angst nicht mehr schwanger

Unfruchtbare Liebe: Traumfrau ohne Eierstöcke

Ungewollt kinderlos: Marathon bis zur Schwangerschaft

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ZEIT ONLINE: Doch: Der Biologe würde von Evolution und Arterhaltung sprechen. Der Mediziner würde den Kinderwunsch auf die Wirkung von Hormonen zurückführen.

Maio: Und doch sind beide Erklärungsversuche reduktionistisch. Der Mensch ist weder alleiniges Resultat seiner Evolution, noch ist er Marionette seiner Hormone. Das, was der Mensch ist, lässt sich mit Naturwissenschaft allein nicht erklären. Schon während meines Medizinstudiums habe ich es als großes Defizit empfunden, dass Wissenschaftler den Menschen als Summe seiner biologischen Bestandteile betrachten und nicht als eine Ganzheit, die über das wissenschaftlich Beschreibbare hinausgeht.

ZEIT ONLINE: Die Medizin kann heute vielen Paaren ihren Kinderwunsch erfüllen. Hat sich dadurch unsere Art, über Kinder zu denken, verändert?

Maio: Ja, und leider nicht unbedingt ins Positive. Wir sehen Kinder nicht mehr als eine Gabe, über die man staunt und sich freut, sondern als Resultat eines Herstellungsprozesses. Gerade durch die technischen Verfahren der Reproduktionsmedizin wird suggeriert, wir könnten Kinder schlichtweg machen und sie nach unseren Vorlieben planen, bestellen und auch wieder abbestellen.

Der technische Zugang führt auf diese Weise ein asymmetrisches Herrschaftsdenken über das ungeborene Leben ein. Damit geht die Grundhaltung des Annehmen-Könnens und des Sich-Überraschen-Lassens verloren.

Stattdessen erklären wir die Kinder zu einem Projekt der Eltern, wir planen sie minutiös ein wie ein bestellbares Produkt, damit sie eine ganz bestimmte Funktion erfüllen: Sie sollen uns glücklich machen. Sicher ist das ein verständlicher Wunsch, aber wir dürfen nicht vergessen, dass Kinder erst einmal für sich da sind und nicht für uns. Kindern muss man Raum geben, damit sie zu sich finden, weil sie in sich wertvoll sind und keinem Zweck dienen müssen. Sie sind kein Instrument, sondern sie sind aus sich selbst gut und sinnvoll.

ZEIT ONLINE: Kinderlose Paare sollten sich also einfach mit ihrem Schicksal abfinden?

Sechs Millionen Deutsche sind ungewollt kinderlos. Wie gehen sie mit dieser Lebenskrise um? Alle Beiträge zum Thema finden Sie hier.

Sechs Millionen Deutsche sind ungewollt kinderlos. Wie gehen sie mit dieser Lebenskrise um? Alle Beiträge zum Thema finden Sie hier.  |  © Miriola Dzik/Photocase

Maio: Überhaupt nicht. Mir geht es nicht um eine kategorische Ablehnung von Technik. Das wäre töricht und widersinnig. Ich kritisiere lediglich die mit der Technik oft mitschwingende Vision der absoluten Machbarkeit. Implizit vermitteln weite Teile der Reproduktionsmedizin die Botschaft: "Ihr wollt ein Kind? Kein Problem, wir machen es möglich!" Aber Kinder kann man nicht erzwingen.

Dieses Zelebrieren der Machbarkeit ist für die Paare gefährlich, weil sie sich auf diese Weise komplett versteifen auf die rein technische Lösung und dadurch in eine Abhängigkeit hineingeraten, aus der sie sich nur schwer befreien können. Das führt dazu, dass man manchmal eben Kinder um jeden Preis bekommen möchte und übersieht, dass die Reproduktionstechniken auch Probleme mit sich bringen.

Leserkommentare
  1. Wie hoch ist der statistische Anteil von Neugeborenen mit einem Defekt,
    bei "erzwungenen" Schwangerschaften und bei Normalschwangerschaften?

    Wie sieht die Statistik aus, wenn die Kinder 10 Jahre alt sind ?

    4 Leserempfehlungen
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    • Keiner
    • 12. April 2013 18:10 Uhr

    Im Fernsehen (3sat nano oder quarks und co?) war mal ein Bericht über diese Fragestellung. Man hat nun aufgrund der Dauer des Einsatzes genug Daten zum Auswerten, weil die Kinder auch bis 12 Jahre alt waren.

    Fazit:
    Ja, die Zahl der genetischen Fehler hat leicht zugenommen bei Techniken wie Invitro. Aber: Die Zunahme war gering und die Fehler fielen nicht auf und wirkten sich auch nicht aus.

    Der Bericht endete mit: Für belastbares Datenmaterial mit braucht es noch mehr Daten (die im Laufe der Jahre dann kommen werden).

  2. Ich habe nie geglaubt, dass eine ICSI zum Erfolg führen muss und das wurde mir auch nie so vermittelt. Es war nur eindeutig die einzige Möglichkeit, überhaupt schwanger zu werden. Zum Glück hat es beim 3. Versuch geklappt, am 17.07.2013 soll es soweit sein :-)
    Wir haben als Paar wirklich alle Gemütszustände mehrfach durchlebt, bis hin zur finalen Trauer und den Fragen, wie es weitergehen soll. Den ersten Schritt zum Leben ohne Kind haben wir schon vor dem ersten Versuch gemacht, den letzten dann vor dem 3. Versuch. Dass es geklappt hat, ändert nichts daran. Ich habe eine Patenschaft für eine alleinerziehende Mutter mit 2 Kindern in einem Kölner Brennpunktviertel übernommen. Hausaufgabenbetreuung, Freizeitgestaltung, Unterstützung der Mutter. Das, was ich zu geben habe (an Empathie, Zeit und Kraft) musste ich sinnvoll kanalisieren. Wie gesagt, ich habe das angefangen und werde es auch mit Baby weiterführen. Mit so einer aktiven Patenschaft kann man viel für Kinder erreichen. Und das war mir wichtig: Kindern eine Zukunft geben.

    Allen Betroffenen viel Kraft, Glück und ein gesundes Kind oder einen guten Weg ohne (eigene) Kinder.

    13 Leserempfehlungen
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    Das ist ein wenig off topic, aber da ich an einem 17.07. geboren bin, weiß ich, dass das ein prima Datum ist! :-)
    Glückwunsch

  3. Zu 95% kann ich dem Artikel zustimmen - aber beim letzten Satz möchte ich laut aufschreien vor Wut.
    Wenn ich mal aus einem anderen Artikel der Tehemnwoche zitieren darf:
    "Wissenschaftler schätzen, dass einer von 100 unerfüllten Kinderwünschen psychisch bedingt ist"
    Da möchte ich den letzten Satz des Artikels doch bitte abändern in: ganz selten kündigt sich bei entsprechender Gelassenheit doch noch ein eigenes Kind an.
    Es gibt schießlich ausreichend Studien darüber, dass Entspannung und Abstand die Schwangerschaftsraten NICHT verbessern!

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    Ich stimme Ihnen völlig zu, @rolchen. Und ich würde mich nicht so ärgern, wenn der Satz "Entspannt euch einfach!" nicht ganz weit vorne bei den Top Ten der sinnlosen Ratschläge dabei wäre. Gleich nach "Dann adoptiert doch einfach."

  4. Ich stimme Ihnen völlig zu, @rolchen. Und ich würde mich nicht so ärgern, wenn der Satz "Entspannt euch einfach!" nicht ganz weit vorne bei den Top Ten der sinnlosen Ratschläge dabei wäre. Gleich nach "Dann adoptiert doch einfach."

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    @LenaRöhler: richtig. Vor allem weil "da gibt es doch heutzutage medizinische Möglichkeiten" auch in die Top Ten der sinnlosen Ratschläge gehört, und das wird ja in dem Interview klar dargelegt als falsche Erwartung.

  5. @LenaRöhler: richtig. Vor allem weil "da gibt es doch heutzutage medizinische Möglichkeiten" auch in die Top Ten der sinnlosen Ratschläge gehört, und das wird ja in dem Interview klar dargelegt als falsche Erwartung.

    5 Leserempfehlungen
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    Wie ja in dem Interview auch zu recht kritisiert wird. Wie sich grade die eitlen Gockel, die es auch unter Repromedizinern gibt, in der Presse immer als "Babymacher" inszenieren, vermittelt der Öffentlichkeit ein völlig falsches Bild von der Reproduktionsmedizin. Und gegen dieses "Allmachtsanspruchsimage" eineiger weniger muss man sich als geoutetes Paar auch immer mal wieder abgrenzen. Als wenn die Sache selbst nicht schon anstrengend genug wäre.
    Es geht ja nicht um "Designerbabys" oder sowas, sondern um Wahrscheinlichkeiten. Wie ich schonmal sagte: Eine Art Lotterieschein, nur dass den manche eben schon in der Tasche haben und andere erst zum Kiosk müssen.
    Ich finde dass kommt in dem leider altmodischen Wort "Kindersegen" so schön zum Ausdruck. Es ist nichts, was man erwerben oder sich verdienen könnte und hat mit unserer hiesigen Vorstellung von Gerechtigkeit überhaupt nichts zu tun. Aber wir haben vielleicht einfach verlernt in den Kategorien "Glück" und "Unglück" zu denken. Und zwar weit über dieses Thema hinaus.

  6. scheint genauso ein Urbedürfnis zu sein wie der Kinderwunsch.

    Ich sehe in manchen Techniken der Reproduktionsmedizin hier unauflösbare Widersprüche.
    Der Anonymitätswunsch von Samenzellspendern zum Beispiel kollidiert mit dem Wunsch und Recht des so gezeugten Kindes auf Kenntnis, wer die biologischen Eltern sind.
    Da gibt es keinen Mittelweg oder Kompromiss, sondern nur eine Entscheidung für oder wider. Und die ist diesen Februar ergangen. Für das Persönlichkeitsrecht des Kindes, den Namen der biologischen Eltern zu erfahren.
    Gleiches gälte für Eizellspenden, die aus mir nicht bekannten Gründen in D nicht erlaubt sind.

    Die reine Fokussierung auf die technischen Möglichkeiten ist dann in der Tat verkürzend.

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    Vielfach entspringt dieser Wunsch doch nicht einer generellen Verweigerungshaltung, sondern der Angst, dass hier Menschen durch die Rechtsprechung völlig unabhängig von den sozialen Beziehungen füreinander haftbar gemacht werden könnten, und zwar auch die Kinder zum Pfelegunterhalt für einen Menschen, der nicht ihr Papa ist. Ich traue das dem Amtsschimmel durchaus zu, bei Geld wird der blind.
    Wenn klar ist, die juristische Vaterschaft eines Empängers kann nicht zugunsten des Spenders angefochten werden, dann würden sich viele Anonymitätswünsche in Luft auflösen.
    Viele Konflikte eskalieren ja erst unter diesem Damoklesschwert.

  7. Zum einen sagt er, man darf das nicht reduzieren auf das Wissenschaftliche (Hormone, Evolution -> Wunsch nach Vermehrung), andererseits scheint er plötzlich dann davon zu sprechen, dass für Kinder aus Samenspenden die genetische Herkunft wichtig ist.

    Dann noch dieses Pseudo-Esoterische "Wir sind durch unsre Psyche daran selbst Schuld"... er sollte das mal meiner Bekannten sagen, die einen Kinderwunsch hat und ihr Mann leider kaum genetisch "gute" Spermien produziert. Damit ist sogar die künstliche Befruchtung bei beiden äußerst schwierig - mit der Psyche hat es nichts zu tun, aber vielleicht ist er eher der Typ, der dadurch der Frau die Schuld geben will, die nach der künstlichen Befruchtung evtl. durch die Angespanntheit eben durch eine Fehlgeburt belastet wird.
    Es ist schon eine Frechheit so etwas indirekt zu unterstellen. Dazu noch der letzte Satz, dass nicht selten dann doch ein Kind kommt. Blöd nur, wenn das Genmaterial so defekt ist bei einem Partner (die Gründe spielen hier keine Rolle), dass ein Embryo bei "normaler" Entstehung mit hoher Wahrscheinlichkeit selbst von dem Körper abgetötet wird, da nicht lebensfähig.

    Es ist schon unglaublich, wie manche Menschen anderen sagen, wie es "richtig" ist - Medizinethiker - laut Wikipedia, der gegen(!) die Präimplantationsdiagnostik stimmt im Ethikrat. Mir sagt das schon alles. Darf ich raten: Er glaubt sicher auch noch an den lieben Gott.

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    Deswegen ist das Interview ja auch so gut.
    Er thematisiert auch den "Machbarkeits- und Schuldzuweisungsdruck" den Kinderlose durchaus als real vorhanden wahrnehmen. Und zwar sogar unabhängig ob zufällig oder willentlich ohne Kinder. Das kann im krassen Gegensatz zu den gegeben organischen Bedingungen des einzelnen stehen und somit durch einen Wunsch nach Rechtfertigung ein Leiden an der INfertilität erst auslösen.
    Soll er denn leugnen, dass es ein Bündel von Ursachen (organischen, psychische, soziale, angeborene und erworbene) gibt, die bedingen können, dass Infertilität als Unglück empfunden wird? Das ist ein in seiner Gesamtheit noch sehr schlecht erforschtes Phänomen, obwohl das Unglück so alt ist wie die Menschheit (vielleicht sogar älter, wenn ich z.B. an das Verhalten von Caniden denke).
    Das Gebiet ist in sich schon voller Widersprüche. Da wäre ich doch sehr enttäuscht gewesen, wenn er sich hier auf irgendeine völlig eindeutige Position zurückgezogen hätte.

    "andererseits scheint er plötzlich dann davon zu sprechen, dass für Kinder aus Samenspenden die genetische Herkunft wichtig ist."

    Den Fall gab es ja neulich erst, als eine junge Frau, Tochter eines Samenspenders, per Gerichtsklage das Recht erstritten hat,den Namen erfahren zu dürfen.
    Es gibt hier noch mehrere Artikel, in denen darüber gestritten wird, warum das denn nun soooo wichtig sei, den Erzeuger zu kennen, wenn man doch einen sozialen / juristischen Vater hat.
    Aber das Bedürfnis, seine herkunft zu kennen, ist eben nicht rational begründbar.
    Deswegen sehe ich in der Aussage von Maio keinen Widerspruch.Für die KINDER ist es wichtig, nicht für die Medizin oder Wissenschaft.

    Danke, Yuninae. Und danke, MrWho. Ich gehe ganz mit Ihnen.

    Ich finde eine ganze Reihe Unhaltbares in diesem Interview. Besonders auf der ersten Seite. Und der letzte Satz natürlich ist widersinnig. Vermischt mit einigen sehr richtigen Aussagen auf der 2. Seite ist die Aussage des Herrn Maio besonders gefährlich. Weil, die machen ihn glaubwürdig. Als guter Rhetoriker weiß Herr Maio das auch. Für mich ist dieser Artikel nur Propaganda gegen die Reproduktionsmedizin.

    Dass man Kinder nicht erzwingen kann, wissen wir alle. Man kann aber durchaus die Möglichkeiten nutzen, die sich medizinisch bieten. Genau wie man bei Krankheiten alle medizinischen Möglichkeiten nutzen darf, aber auch die Heilung nicht erzwingen kann.

    Wenn es dann doch nichts mit dem Wunschkind geworden ist, kann man ja immer noch psychotherapieren.

    Zitat Maio: "Wir sehen Kinder nicht mehr als eine Gabe, über die man staunt und sich freut, sondern als Resultat eines Herstellungsprozesses." - Was für ein langer Bart. Das ist eine typische Aussage gottesgläubiger Gegner der Reproduktionsmedizin. Ich habe meine Kinder auch durch deren Hilfe. Ich habe sie noch nie als Resultat eines Herstellungsprozesses gesehen.

    "asymmetrisches Herrschaftsdenken über das ungeborene Leben" - Kann es sein, dass Herr Maio ein asymmetrisches Herrschaftsdenken über ungewollt Kinderlose hat???

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