EU-DrogenberichtViele neue Designerdrogen erreichen Europa

Noch nie wurden so viele neue Drogenarten entwickelt wie im vergangenen Jahr. Nach Angaben der EU wandelt sich der europäische Drogenmarkt dadurch grundlegend.

In Europa breiten sich neue Designerdrogen immer schneller aus: 2012 seien in der Europäischen Union 73 bis dahin unbekannte, künstlich hergestellte Rauschmittel entdeckt worden, teilte die EU-Drogenbeobachtungsstelle EBDD mit. Das sei die höchste Zahl neuer Drogen, die je in einem Jahr neu gemeldet worden ist, schreibt die EBDD in ihrem Jahresbericht.

2008 waren der Stelle noch 13 neue Substanzen gemeldet worden, danach stieg die Zahl synthetischer Drogen rapide: von 24 neuen Substanzen im Jahr 2009 auf 41 im Jahr 2010 und 49 im Jahr 2011.

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Die neuen Drogen führen demnach zu einem grundlegenden Wandel auf dem europäischen Drogenmarkt, denn immer mehr würden sie auch über das Internet vertrieben. Viele der Substanzen, die häufig in China und Indien hergestellt werden, sind offiziell nicht verboten und werden als sogenannte Legal Highs verkauft. Sie werden in großen Mengen nach Europa importiert und hier vertrieben. Dadurch sei ein offener Markt für neue Drogen entstanden, der sich besonders schwer kontrollieren lasse, hieß es von der EBDD.

Seit der Einrichtung eines Frühwarnsystems im Jahr 1997 wurden EBDD und Europol inzwischen fast 300 neue Drogen gemeldet.

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Leserkommentare
  1. Hat Frau Maria Juana gesagt...

    7 Leserempfehlungen
  2. Irgendwie denke ich mir immer, wenn ein Drogenbericht veröffentlicht wird, dass die restriktive Drogenpolitik zu nichts führt außer zu Schwarzmärkten und Ausweichstoffen (Vgl Ethertrinker). Prinzipiell wäre es ratsam Substanzen, welche seit 50-100 Jahren (bei Naturstoffen noch länger) der Medizin, Forschung und Menschheit bekannt sind, frei zu geben.

    Meine Erfahrung ist, dass es "sogar" bei legalen Drogen sehr schnell einen 'Schwarzmarkt' gibt wie in der Nachkriegszeit.
    Als ich ne Zeit lang in Norwegen gelebt habe, gab es in den Aufzügen der Universität bzw der Studentenwohnheime jede Menge Abreisszettelchen von Leuten, die von einer Reise aus der EU kamen ->ne Stange Zigaretten und zwei Flaschen Schnaps. IdR war die Dutyfree Ware für 1.5-2.0x Preis innerhalb von 10 Minuten schon verkauft.

    An sich fände ich eine Legalisierung ganz sinnvoll, allerdings würden bei den dann legalen Substanzen die soziale Kontrolle fehlen.
    Sprich: wer sich Mittags 2 Bier reinzieht wird eher von Freunden gefragt ob alles i.O. ist, als jmd der Mittags ne Tüte raucht oder sich vor der Arbeit ne Nase zieht. Da der Umgang mit diesen Substanzen per se illegal ist und daher geächtet ist. So spielt es, glaube ich, z.Zt keine Rolle ob man nun schon mittags kifft oder gemütlich Abends nach der Arbeit.

    Die Frage die sich mir am Ende immer stellt ist:
    Wie kann man eine Legalisierung durchführen ohne, dass es zu hemmungslosen Konsum kommt? (Vgl: Alkoholkonsum wenn Norweger im Ausland sind ;)

    8 Leserempfehlungen
    • snoek
    • 28. Mai 2013 14:11 Uhr
    3. .....

    Jede dieser Meldungen wird von unserer Regierung konsequent ignoriert. Und den Konsumenten ist es auch egal. Man wusste nie, was da eigentlich drin war, wenn man ein bisschen Speed oder Pillen gekauft hat. Und es war auch nicht wichtig, solange man gut drauf kam. Auch wenn man schräg drauf kam war das kein Anlass das Zeug wegzuwerfen. Die Party muss ja weitergehen.

    Eine Legalisierung von Gras, die ich begrüßte, würde da nur bedingt Abhilfe schaffen. Denn hier geht es ja um Partydrogen. Gras wird auf Technoparties nicht so sehr genommen, eher hinterher. Seit dem neuen Nichtrauchergesetz hier in NRW kann man sowieso in keinem Club mehr kiffen.

    Speed ist auch beliebt, um den Arbeitsalltag durchzustehen. Auch hier ist eine Substitution durch Gras unrealistisch. Wie man der Entwicklung hier zu immer gefährlicheren, synthetischen, unbekannten Drogen entgegen wirken will? Ich habe keine Ahnung! So wie unsere Regierung keine hätte, wenn sie sich für Drogenberichte interessieren würde.

    4 Leserempfehlungen
    • deDude
    • 28. Mai 2013 14:18 Uhr

    ... man verbietet unter staatlicher Kontrolle gebrannten Whiskey und öffnete Kriminellen so Tür und Tor für Bereicherung durch Alkoholschmuggel und Schwarzbrennerei.

    Als ob bei einer Legalisierung von Drogen morgen oder übermorgen das Abendland untergehen würde weil die Menschen lethargisch nach ihrer nächsten Dosis schreien.

    7 Leserempfehlungen
  3. Mein Name ist mal wieder Programm

    "2012 seien in der Europäischen Union 73 bis dahin unbekannte, künstlich hergestellte Rauschmittel entdeckt worden"

    Unbekannt ist da garnichts. Dem Gesetz vielleicht unbekannt, ja, aber chemisch gesehen ist da nichts neues dran.
    Das Problem ist die Gesetzgebung, welche nur einzelne Stoffe verbietet, beispielsweise 'N-Methylamphetamin'. Aber nicht etwa das '4-Fluormethylamphetamin'. Wenn das verboten wird, nunja, dann substituiert man eben an der 3-Position statt 4. Oder mann nimmt ein ein anderes Halogen und braut offe verbietet, beispielsweise 'N-Methylamphetamin'. Aber nicht etwa das '4-Brommethylamphetamin'.
    Das Gesetz sieht sowas eben sofort wieder als völlig neue Erfindung an, wohingegen alle diese Stoffe bereits zur Untersuchung von NMR Spektren und anderen physik. Eigenschaften hergestellt worden sind. Gibt tausende von Papers/Artikel über substituierte Phenethylamine und synthetische Cannabinoide.
    Es gibt ganze Lehrstühle an Unis die sich damit beschäftigen, dort geht es vor allem um den palliativen/medizinischen Einsatz, natürlich auch um die ganze Neurochemie.
    Arbeitsgruppe Hoffman Liste: http://en.wikipedia.org/w...
    Alexandros Makriyannis: http://en.wikipedia.org/w...

    Oder der bekannteste, Alexander Shulgin:
    "Er ist bekannt für seine jahrzehntelange Arbeit in der systematischen Entwicklung von synthetischen Halluzinogenen"
    http://de.wikipedia.org/w...

    5 Leserempfehlungen
    • yato
    • 28. Mai 2013 15:02 Uhr

    Es gibt keine Haschischtoten
    ...wogegen es 2010 weltweit sechs Millionen Nikotin-Tote gab. (laut American Cancer Society)
    Allein in Deutschland sind es jährlich ca. 110000 Nikotintote und 40000 Alkhoholtote (laut WHO). 2008 haben sich in Deutschland 23000 Kinder ins Krankenhaus gesoffen.

    Das gefährlichere ist erlaubt und das ungefährlichere ist verboten. Britische Forscher haben eine neue Drogen-Gefährlichkeits-Rangliste vorgestellt, Alkohol liegt auf Platz eins. (Prohibition bringt nichts.)
    Jeder Häftling kostet dem Steuerzahler ca. 3000 Euro im Monat und jeder 2. Häftling im Land sitzt wegen Drogen.
    Die Kriminalisierung vom "Sündenbock Cannabis" ist argumentativ untragbar, Willkür und ein Justizskandal! Erklärbar mit Lobbyinteressen und der Ignoranz des Systems. Zigarettenkonzerne, Winzer Brauereien und vor allem die Mafia weltweit profitiert von ihrem Verkaufsmonopol und interveniert wie in Californien gegen die Legalisierung. Der "Krieg gegen die Drogen" ist verloren und sinnlos wie Honneckers Mauer. Es sterben mehr Leute an der Prohibition als an den illegalen Drogen selber. Z. B. Mexiko ist deshalb sogar ein "Failed State".
    Die Daten liegen offen und eine scheinbar zivilisierte und demokratische Gesellschaft scheint unfähig ihr absurdes Handeln zu korrigieren. In aufgeklärten Ländern sollten wir die Fähigkeit zur Einsicht von Irrtümern nutzen und Drogen wie in Tschechien, Portugal, Holland etc. legalisieren und gleichzeitig die Werbung für ALLE Drogen verbieten!

    6 Leserempfehlungen
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    Die vollumfängliche Freigabe aller denkbaren Rauschmittel?

    Gemordet wird auch seit Jahrtausenden, obwohl es verboten ist. Wären Sie deshalb auch für eine Straffreiheit bei Mord und Totschlag? Ihrer Logik nach müßten Sie es jedenfalls sein... Oder ist es da etwas anderes?

  4. Die vollumfängliche Freigabe aller denkbaren Rauschmittel?

    Gemordet wird auch seit Jahrtausenden, obwohl es verboten ist. Wären Sie deshalb auch für eine Straffreiheit bei Mord und Totschlag? Ihrer Logik nach müßten Sie es jedenfalls sein... Oder ist es da etwas anderes?

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    Klar ist das ein Unterschied, ob sich jemand gern zudröhnt und dabei selbst dafür verantwortlich ist wenn er mal draufgehen sollte (mit Alkohol und Tabak völlig legal), oder ob eine dritte, unschuldige Person durch Fremdverschulden stirbt. Kein besonders passender Vergleich..

    • yato
    • 29. Mai 2013 3:37 Uhr

    sie versuchen die freigabe von haschisch mit der freigabe von mord zu vergleichen.

    dazu fällt mir jetzt nichts mehr ein. nur eine frage: kann man eigentlich nüchtern auf so einen vergleich kommen?

    eine vollumfängliche freigabe von rauschmitteln sollte es nicht geben, sondern es sollte auf jedem rauschmittel die gefahren deutlich sichtbar aufgedruckt werden, die firmen-werbung für alle rauschmittel sollte weiterhin verboten werden und die schädlicheren rauschmittel (alkohol und nikotin) sollten hierbei strenger gehandhabt werden als die nichttödlichen rauschmittel wie haschisch. eine prohibition sollte es aber nicht geben weil dies nur die mafia fördert und der krieg gegen die drogen gescheitert ist.
    aufklärung ist hier wichtig und die bereitstellung für möglichst alle von sinnvollen jobs, sozialer anerkennung, sport und gesunden freizeitaktivitäten, die einem übermässigen drogenkonsum von vorne herein das wasser abgraben.

    wie lange dauert es noch bis meine spezies den blinden dogmatismus der willkürlichen feindbilder ablegt und tatsachen auch in ihrer ambivalenz klar und unvoreingenommen erkennt?

    oder um hier auch mal schön polemisch zu schreiben: jeder drogenhäftling, der oft ohne jemals gewalttätig zu sein, jahrelang für 3000euro im monat im knast sitzt verschlingt unsere steuergelder und dieses geld fehlt bei kindergartenplätzen, bei bildung und kultur!

  5. Klar ist das ein Unterschied, ob sich jemand gern zudröhnt und dabei selbst dafür verantwortlich ist wenn er mal draufgehen sollte (mit Alkohol und Tabak völlig legal), oder ob eine dritte, unschuldige Person durch Fremdverschulden stirbt. Kein besonders passender Vergleich..

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, ff
  • Schlagworte Europäische Union | Droge | Internet | Europa
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