ZEIT-MathetestLiebe Leser, Sie rechnen überdurchschnittlich gut

Mehr als 50.000 Leser von ZEIT ONLINE haben unseren Mathetest komplett ausgefüllt. Erstes Ergebnis: Sie schneiden besser ab als der deutsche Durchschnitt. von 

Die Resonanz auf den großen Mathetest auf ZEIT ONLINE war überwältigend: Zeitweise beschäftigten sich mehr Leser mit den mathematischen Knobelaufgaben als mit der Homepage. Und sehr viele von ihnen hielten bis zum Schluss durch und versuchten sich an allen 29 Aufgaben. Bis Dienstagmittag hatten 54.662 den Fragenkatalog komplett absolviert.

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Weil die ZEIT schon mit dem Meinungsforschungsinstitut Forsa den Test einer repräsentativen Stichprobe von 1.027 Deutschen vorgelegt hatte, kann man nun die ZEIT ONLINE-Leser mit der Allgemeinbevölkerung vergleichen. Und es gibt keinen Zweifel: Sie sind überdurchschnittlich fit in Mathematik.

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Während die Allgemeinbevölkerung im Durchschnitt 66,7 Prozent der Fragen korrekt beantwortete, waren es auf ZEIT ONLINE 82,5 Prozent. Und auch bei jeder einzelnen Frage lagen unsere Leser über dem deutschen Durchschnitt.

Infografik
Anteile richtiger Antworten unter repräsentativ ausgesuchten Teilnehmern (Forsa) und ZEIT ONLINE-Lesern. Bitte klicken Sie auf das Bild, um die Grafik anzusehen.

Anteile richtiger Antworten unter repräsentativ ausgesuchten Teilnehmern (Forsa) und ZEIT ONLINE-Lesern. Bitte klicken Sie auf das Bild, um die Grafik anzusehen.

Sortiert man die Fragen von schwer nach leicht (gemessen an den richtigen Antworten in der Gesamtbevölkerung), dann sieht man, dass die Kurve der ZEIT ONLINE-Leser stets über der allgemeinen Kurve liegt. Und je anspruchsvoller die Aufgaben werden, umso größer wird der Abstand. Am deutlichsten ist er bei Frage 14, bei der es die Fahrzeiten bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten zu vergleichen galt: Während das in der Forsa-Umfrage nur 28 Prozent der Befragten schafften, waren es auf ZEIT ONLINE stolze 65 Prozent, mehr als doppelt so viele.

Zwei Fragen tanzen in der Grafik aus der Reihe: Bei Frage 8 (gefragt war die Fläche einer Spanplatte mit gegebenen Abmessungen) liegen die ZEIT ONLINE-Nutzer nur knapp über dem Durchschnitt. Das liegt aber daran, dass in den ersten Tagen Antworten mit einer Null am Ende hinter dem Komma als falsch gewertet wurden, obwohl sie mathematisch korrekt waren. Tatsächlich gab es also erheblich mehr richtige Lösungen.

Interessant ist das Ergebnis von Aufgabe 26: Wie wahrscheinlich ist es, beim Mensch-ärgere-dich-nicht in drei Versuchen mindestens eine Sechs zu würfeln? Auch hier lagen die ZEIT ONLINE-Leser (46 Prozent richtig) nur knapp über der Allgemeinbevölkerung (40 Prozent).

Das Forsa-Ergebnis

Von den 30 Fragen des Original-Tests (inklusive Unterfragen, die in der ZEIT wegfielen) haben die Teilnehmer der repräsentativen Forsa-Studie im Durchschnitt 20 korrekt beantwortet. Hauptschulabsolventen lösten 18 Fragen richtig, Menschen mit mittlerem Schulabschluss 19 und Abiturienten 23. Aussagekräftig war auch die letzte Mathe-Schulnote: Wer zuletzt ein »sehr gut« hatte, egal, von welcher Schule, löste 24 Fragen korrekt.

Generell rechneten Junge besser als Alte, West- besser als Ostdeutsche, Schulabsolventen aus Bayern besser als die aus Nordrhein-Westfalen. Solche Detailergebnisse sind aber mit Vorsicht zu genießen und nicht unbedingt repräsentativ.

Die Professoren Ulrich Kortenkamp und Anselm Lambert wollen die Resultate ausführlich analysieren und zu einem wissenschaftlichen Aufsatz verarbeiten. Die ZEIT wird darüber berichten.

Detailliertere Ergebnistabellen finden Sie hier. Selbst ausprobieren, wie Sie im Mathe-Test abschneiden, können Sie hier.

Das passt zu dem überraschenden Ergebnis, das man bei einem Blick auf die Details der Forsa-Daten erhält. Die Befragten, die als letzte Mathematiknote ein "Sehr gut" hatten, waren bei dieser Frage nämlich am schlechtesten: 29 Prozent richtige Antworten gegenüber 45 Prozent ("gut"), 42 Prozent ("befriedigend") und 36 Prozent ("ausreichend" oder schlechter). Eine mögliche Interpretation: Wer gewisse Grundkenntnisse in Statistik hat, der lässt sich hier leicht zur falschen Lösung verleiten. Wer dagegen die Formeln nicht kennt und nur "aus dem Bauch heraus" antwortet, der hat eher ein Gefühl für die richtige Lösung.

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Leserkommentare
    • Leon_M
    • 04. Juni 2013 17:34 Uhr

    wie repräsentativ die Zeit-Stichprobe für die Zeitleser ist.

    2 Leserempfehlungen
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    Bei etwa 10% der Auflage sollte die Stichprobe schon repräsentativ sein. Da allerdings nur die Antworten auf die Fragen erhoben wurden, kann man keine anderen Schlüsse ziehen als "ZEIT-Leser sind besser beim Rechnen".

    Wenn die Zeit-Leser besser abschneiden gibt es keinen Grund das Ergebnis anzuzweifeln. Wenn hingegen die Frauen schlechter abschneiden, gibt es viele Gründe, warum dies nicht repräsentativ war http://www.zeit.de/wissen/2013-05/mathetest-auswertung-frauen-maenner-re... ;)

  1. Die zwei Aufgaben, welche es erforderten Daten aus den angezeigten Diagrammen abzulesen, sind meiner Meinung nach total überflüssig. Was soll anhand dieser Aufgaben nachgewiesen werden? Zumal die Darstellung und die Fragestellung nicht eindeutig waren, kam es sicherlich nicht nur bei mir zu nicht korrekten Ergebnissen.

    Trotzdem eine gelungene Aktion und ein netter Zeitvertreib auf der Arbeit.

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    zeigt, dass sie gerade nicht überflüssig sind.

  2. Ich habe es schon unter dem anderen Beitrag kommentiert: aus dem Einleitungstext zum Test wurde nicht ersichtlich, welche Hilfsmittel erlaubt sind. Daher ist das überhaupt nicht vergleichbar.
    Wenn in der Studie nur Stift und Papier erlaubt waren (wenn überhaupt) und die Leute vor den PC mit Taschenrechnern rechnen konnten, kommen natürlich andere Ergebnisse heraus.

    5 Leserempfehlungen
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    Ich dachte, ich hätte es schon bei Ihrem anderen Kommentar kommentiert – vielleicht aber auch nicht. Sowohl beim Zeit-Test als auch bei der forsa-Umfrage waren Hilfsmittel ausdrücklich erlaubt.

    • Mirkor
    • 04. Juni 2013 20:38 Uhr

    Da wohl einige so wie ich auch, den Test ohne Hilfsmittel Bzw. nur mit Papier und Stift in Angriff nahmen dürften die Ergebnisse noch besser sein.

    als mit Stift und Papier, dann rechnet trozdem einer falsch. Beide Hilfsmittel müssen richtig bedient werden. Insofern sehe ich bei diesen Aufgaben keinen Vorteil für den Taschenrechner. Wirklich kompliziertes Formelwerk war doch gar nicht dabei...

  3. "Lesen gefährdet Ihre Dummheit" und dann kommt man eben zu einem solch
    erfreulichen Ergebnis gelt!

    2 Leserempfehlungen
  4. Bei etwa 10% der Auflage sollte die Stichprobe schon repräsentativ sein. Da allerdings nur die Antworten auf die Fragen erhoben wurden, kann man keine anderen Schlüsse ziehen als "ZEIT-Leser sind besser beim Rechnen".

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Die Frage ist nur,"
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    Es waren aber nicht 10% aller Leser, sondern jene 10% der Leser die ein Interesse am Ausfüllen des Mathetests hatten. Eine Ausgewählte Gruppe also, bei der die Auswahlbedingung mit hoher Wahrscheinlichkeit Einfluss auf das Ergebnis hatte.

  5. Ich hatte im Abi auch eine Eins in Mathe, und an der Uni später nur noch ein befriedigend. Trotzdem ist die Aufgabe 26 sehr leicht, wenn man einige Vorlesungen in Kombinatorik gehört hat...

    Ich fürchte, sie vergleichen hier Äpfel mit Birnen.

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    Sie haben ganz recht – vieles im Leben ist leichter, wenn man es vorher gelernt hat. Die Frage nach der Mathe-Note war aber dennoch nicht absurd, da wir dadurch auch genau solche Dinge herausfinden können.

    Bei der von Ihnen erwähnten Aufgabe schnitten bei der repräsentativen Umfrage diejenigen, die eine 1 in Mathe hatten, viel schlechter als diejenigen ab, die eine 2 in Mathe hatten (29% vs 45%). Sie waren sogar diejenigen im Test, die diese Aufgabe als schlechteste lösten. Und gleichzeitig haben aber aus dieser Gruppe anteilig mehr überhaupt eine Antwort abgegeben als bei den schlechter benoteten.

    Daraus kann man natürlich nicht schließen, dass die, die in Mathe eine 1 bekommen, keine Wahrscheinlichkeitsrechnung beherrschen. Man kann aber erkennen, dass Wahrscheinlichkeitsrechnung nichts ist, was man automatisch kann, bloß weil man gut in Mathe ist. Für uns hilft das, die Relevanz solcher Gebiete für die Lehrpläne zu zeigen (oder auch zu widerlegen).

    Also, keine Sorge, wir vergleichen nicht gedankenlos Äpfel mit Birnen. Aber wenn es um den Geschmack geht, dann kann man so etwas durchaus tun.

    • Rend
    • 04. Juni 2013 19:57 Uhr

    wäre wegen Mathematik fast durchs Abi gerauscht.
    Insofern klopfe ich mir grade mal selbst auf die Schulter, dass ich über 90% hatte. Bin ich wohl doch nicht ganz unfähig... wobei.... ich habe beim Goldpreis das Jahr falsch abgelesen, autsch :D

  6. Ich dachte, ich hätte es schon bei Ihrem anderen Kommentar kommentiert – vielleicht aber auch nicht. Sowohl beim Zeit-Test als auch bei der forsa-Umfrage waren Hilfsmittel ausdrücklich erlaubt.

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Hilfsmittel"
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    Ich weiß nicht, vllt war ich auch einfach nur Blind aber ich habe das auch übersehn. Habe versucht alles im Kopf zu lösen, und diesen dabei auch häufiger mal geschüttelt. Die Kühlschrankfrage war so nämlich ziemlich schwer und am Ende bei mir auch falsch. Ich lag trotzdem über dem Durchschnitt, nicht aber über dem ZEIT-Durchschnitt. Das kann ich mir jetzt wenigstens erklären.

    In diesem Licht ist auch das Ergebnis der Studie eher zu verstehen. Während des Tests dachte ich zwischenzeitlich, dass die Fragen sehr realitätsfremd sind (weil man vieles eher überschlagen würde, von den Zahlen her). Mit Taschenrechner sollte das wirklich alles lösbar sein.

    Ich hab zumindest den Hinweis nicht gesehen. Beim anderen Artikel gab es jedoch auch sehr viele Antworten.

    Ich habe den Test mit Stift und Papier gelöst und 80 % richtig. Da die Fehler lediglich Rechenfehler waren, wäre das Ergebnis mit Taschenrechner voraussichtlich deutlich besser gewesen, wenn ich das gewusst hätte.

    Beim nächsten Mal wäre ein Hinweis vor dem Test zu empfehlen!

  7. Aufgabe 16 ist ja eigentlich unlösbar, was für eine Art von Prozent sind denn das????? Volumen-, Gewichts- oder Molprozent????????????

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    Laut EU-Verordnung (siehe http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2011:304:0018... ) erfolgt die Angabe in

    "als Prozentsatz der Menge der Zutat bzw. Zutaten zum Zeitpunkt ihrer Verwendung"

    Da aber die Mengenangabe in Gramm ausgedrückt ist, sind natürlich 4% von 500g gemeint – die spitzfindige Frage führt also zur gleichen Antwort wie die Originalfrage, wenn sie intuitiv beantwortet wird.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Grafik | Statistik | Test
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