GenforschungOberstes US-Gericht verbietet Patente auf menschliches Erbgut

Die menschliche DNA ist ein Produkt der Natur, das nicht patentiert werden darf, hat der Supreme Court entschieden. Für künstlich erzeugtes Erbgut soll das nicht gelten.

Das oberste Gericht der USA hat in einer Grundsatzentscheidung Patente auf menschliches Erbgut verboten. Die menschliche DNA sei ein "Produkt der Natur", das nicht patentiert werden könne, urteilte der Supreme Court. Künstlich nachgeahmtes Erbgut könne aber sehr wohl patentiert werden, "da es nicht von der Natur hergestellt wird", teilte das Gericht mit.

Die Richter entschieden über eine Klage gegen das Pharmaunternehmen Myriad Genetics, das sich Patente auf zwei krebsauslösende Gene gesichert hatte. Dies gab dem Unternehmen bislang die Möglichkeit, Tests für die Gene mit den Abkürzungen BRCA1 und BRCA2 exklusiv zu vermarkten. Diese Gene können Brust- und Eierstockkrebs auslösen.

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Die Kläger warfen dem Unternehmen unter anderem vor, die mehrere Tausend Dollar teuren Tests seien für viele Patienten unerschwinglich. Zudem blockiere die Patentierung der Gene deren Erforschung durch andere Unternehmen oder Institutionen.

Das Urteil dürfte Auswirkungen auch auf zahlreiche andere Bereiche der Gentechnik und der Medizin haben. Patente wurden unter anderem auch im Zusammenhang mit anderen Krebskrankheiten sowie Alzheimer angemeldet.

"Naturgesetze" und "Naturphänomene" könnten ebenso wenig Patentschutz erhalten wie "fundamentale Werkzeuge der wissenschaftlichen und technologischen Arbeit", entschieden die Richter. Ein Gen könne nicht einfach nur deswegen patentiert werden, "weil es isoliert wurde". Die neun Richter fällten ihre Entscheidung einstimmig.

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Leserkommentare
    • siar
    • 13. Juni 2013 18:47 Uhr

    Jetzt bitte noch auf das gesamte natürliche Erbgut ausweiten und es wäre ein Segen für die Menschheit.

    9 Leserempfehlungen
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    Das ist schwer zu definieren.
    Im Prinzip sind (fast)all unsere Haustiere, Nutztiere, Nutzpflanzen sowie die schönen dekorativen Pflanzen NICHT natürlich.
    Wir haben sie schließlich durch Jahre/Jahrhunderte/Jahrtausende Zucht wenig bis vollkommen verändert.
    Einige Arten können sich nur noch durch unser Zutun vermehren.

    Prinzipiell aber zu begrüßen. So gibt es in Zukunft weniger DNA-Raub.

  1. Aha, amerikanische Richter können also doch noch eine nach gesundem Menschenverstand vernünftige Entscheidung treffen. Ich hatte schon daran gezweifelt.

    2 Leserempfehlungen
  2. 3. [...]

    Entfernt. Bitte bleiben Sie beim konkreten Inhalt des Artikels. Die Redaktion/au

    • zappel
    • 13. Juni 2013 20:30 Uhr

    dass Patente auf menschliches Erbgut überhaupt vergeben werden können.

    3 Leserempfehlungen
  3. Das ist schwer zu definieren.
    Im Prinzip sind (fast)all unsere Haustiere, Nutztiere, Nutzpflanzen sowie die schönen dekorativen Pflanzen NICHT natürlich.
    Wir haben sie schließlich durch Jahre/Jahrhunderte/Jahrtausende Zucht wenig bis vollkommen verändert.
    Einige Arten können sich nur noch durch unser Zutun vermehren.

    Prinzipiell aber zu begrüßen. So gibt es in Zukunft weniger DNA-Raub.

    Antwort auf "Danke, danke, danke"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Lassen Sie es mich als Beispiel bitte an etwas grundlegenden Dingen erklären.

    Züchte ich eine Kaninchenrasse mit fuchsroten Fell, gehören mir zwar die selbstgezüchteten Tiere, nicht aber das entsprechende Erbgut. Sie können also jederzeit, ohne mich auch nur zu fragen, ebenfalls eine Kaninchenrasse mit fuchsroten Fell züchten. Ich kann Sie noch nicht einmal belangen, büchst einer meiner Rammler aus, beglückt eine Ihrer Häsinnen und Sie züchten mit diesen Erbgut weiter.

    Genauso berechtigt mich die Züchtung einer Tomatensorte mit lilaner Schale nicht von Ihnen Geld zu verlangen möchten Sie eine Tomatensorte mit derselben Farbe züchten. Ich werde auch nicht mit einem Anwalt vor Ihrer Tür stehen, sollte diese Farbe bei Ihren Zuchtversuchen zufällig herauskommen.

    Bereits an diesen einfachen Beispielen ist sehr gut das grundlegende verbrecherische Element der entsprechenden Patente zu erkennen. Jenen Ansinnen darf daher nicht der geringste Raum gegeben werden und diese müssen mit größtmöglicher Entschlossenheit und Härte bekämpft werden.

  4. weshalb hier überhaupt eine Verhandlung in diesem Sinne stattfand. Und noch weniger warum hier überhaupt Patentverteilungen stattfanden. Meines Erachtens gibt es kein Recht, welches es Verbrechern erlaubt ein Eigentum an anderen Menschen zu besitzen, auch nicht teilweise.

    Nach meiner Meinung liegen mit dem Ansinnen dieser Patente bereits schwerste bandenmäßige Verbrechen vor, der Versuch ist strafbar. Die entsprechenden Personen gehören entsprechend abgeurteilt. Den Haag wäre angebracht.

    Der Herr gab dem Menschen die Erde zu Untertan, setzte den Menschen also als Than ein. Mit etwas historischer Bildung wüßten bestimmte Herrschaften dieser Welt, ein Than ist in ursprünglicher Begrifflichkeit weitestmöglich entfernt von allem was unsere sogenannten "Eliten" hier anstellen. Aber vielleicht wissen diese es ja sehr wohl, würde das Hochlebenlassen der Massenverblödung erklären.

    Das Erbgut dieser Welt gehört der ganzen Welt!

  5. Lassen Sie es mich als Beispiel bitte an etwas grundlegenden Dingen erklären.

    Züchte ich eine Kaninchenrasse mit fuchsroten Fell, gehören mir zwar die selbstgezüchteten Tiere, nicht aber das entsprechende Erbgut. Sie können also jederzeit, ohne mich auch nur zu fragen, ebenfalls eine Kaninchenrasse mit fuchsroten Fell züchten. Ich kann Sie noch nicht einmal belangen, büchst einer meiner Rammler aus, beglückt eine Ihrer Häsinnen und Sie züchten mit diesen Erbgut weiter.

    Genauso berechtigt mich die Züchtung einer Tomatensorte mit lilaner Schale nicht von Ihnen Geld zu verlangen möchten Sie eine Tomatensorte mit derselben Farbe züchten. Ich werde auch nicht mit einem Anwalt vor Ihrer Tür stehen, sollte diese Farbe bei Ihren Zuchtversuchen zufällig herauskommen.

    Bereits an diesen einfachen Beispielen ist sehr gut das grundlegende verbrecherische Element der entsprechenden Patente zu erkennen. Jenen Ansinnen darf daher nicht der geringste Raum gegeben werden und diese müssen mit größtmöglicher Entschlossenheit und Härte bekämpft werden.

    4 Leserempfehlungen
    Antwort auf ""natürliches Erbgut ""
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    Man benötigt nicht einmal Patente.
    Sondern nur entsprechende Knebelverträge, die besagen, dass alle Tiere der Rasse X nur verliehen werden, aber noch dem ursprünglichen Besitzer gehören. Wenn im Vertrag dann noch steht, dass entsprechender Nachwuchs dem Vertragsgeber gehört und Wildtiere mit entsprechenden Kosten eingefangen werden müssen...
    Das ist ein durch und durch kapitalistisches Problem, dafür braucht man nicht einmal Patente.

    Mehr zum Thema: Komplett neu erstellte Organismen für bestimmte Zwecke, sagen wir mal: Herstellung von Vitaminen, Aminosäuren oder Medikamenten.
    Sollte es dafür auch gar keine Patente geben?
    Ich meine die Entwicklung wird noch Jahrzehnte sehr teuer sein.
    Das ist im Prinzip biologische Software. Wenn der Konkurrent der entsprechenden Firmen den Ansatz direkt kopieren kann.
    Ja, dann werden Millionen gestohlen. Da kann man auch schlecht sagen: "Nein, das muss alles frei verfügbar sein."

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  • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, AFP, zz
  • Schlagworte Arbeit | DNA | Erbgut | Gentechnik | Gericht | Medizin
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