PerseidenDie Sternschnuppen verstecken sich

Am Wochenende fallen die Perseiden vom Nachthimmel. Aber nur mit viel Glück kann man den leuchtenden Schauer sehen. Meteorologen sagen für Deutschland Wolken voraus.

Sternschnuppe Astronomie Perseiden

Eine Sternschnuppe am Nachthimmel, nördlich von Genf (Archivbild)  |  © Reuters/Denis Balibouse

Tausende Sternschnuppen und Feuerkugeln flitzen in den nächsten Tagen den Nachthimmel entlang. Perseiden heißen diese Sternschnuppen, die wie jedes Jahr im August auf die Erdatmosphäre rasen. Sie gehören zu den schönsten Meteorströmen, die es momentan gibt. Zu den Sternschnuppen-Schauern kommt es, weil die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne in diesen Tagen die Schweifspur des Kometen Swift-Tuttle kreuzt. Tauchen die Trümmerteilchen in die Erdatmosphäre ein, verglühen sie und der Himmel leuchtet.

Bis Mittwoch regnen die Perseiden – benannt nach dem Sternbild Perseus – vom Himmel. In der Nacht zum Dienstag erreicht das Sternschnuppen-Aufkommen seinen Höhepunkt, mehr als hundert Lichtblitze pro Stunde könnten dann zu erhaschen sein.

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Aber in diesem Jahr braucht man dafür sehr viel Glück. Eine Wolkenfront aus Nordwesten wird die Sicht voraussichtlich trüben. Nur im Süden Deutschlands könnte die Nacht klarer sein. Besser ist es am Wochenende. "In der Nacht von Samstag auf Sonntag sind die Chancen am größten, die Sternschnuppen zu sehen", sagt der Meteorologe Martin Jonas vom Deutschen Wetterdienst. Der Mond zumindest stört die Sicht durch sein Licht nicht: Er steht als schmale Sichel am Himmel und geht schon vor Mitternacht unter.

Ein Experte rät zum Liegestuhl

Jürgen Schulz von der Vereinigung der Sternfreunde rät, sich einen Platz zu suchen, wo der Himmel besonders dunkel ist, außerhalb der großen Städte also. "Die Perseiden sind aber kein spektakuläres Feuerwerk", sagt Schulz. Manche davon sehe man nur sehr schwach. Offene Augen und Geduld sollten Sternschnuppen-Gucker deshalb mitbringen – "und immer ein paar Wünsche parat haben, dann wird man auch belohnt", sagt Schulz. Damit man keine Genickstarre bekommt, empfiehlt Schulz einen Liegestuhl. Ab halb elf könne man es sich dann gemütlich machen. Ein Teleskop brauche man nicht, das bloße Auge reicht.

Unbekannt ist, woher der Aberglaube kommt, Sternschnuppen brächten Glück. Einst sahen Menschen in Sternen göttliche Lichtfunken am dunklen Firmament. Sternschnuppen galten als Dochte, die Engel beim Putzen der Himmelskerzen fallen ließen. Entsprechend hoffte man bei ihrer Erscheinung auf göttlichen Beistand oder zumindest einen Engel an der Seite.

Allerdings bringen Sternschnuppen nicht überall Gutes. So gelten sie in der Mongolei als Unglückszeichen. Im Volksglauben der Steppenbewohner sind es sichtbar gewordene Seelen Gestorbener auf der Reise ins Jenseits. Auch die Ureinwohner auf den Andamanen-Inseln im Indischen Ozean fürchten sich vor Sternschnuppen. Sie sehen darin Fackeln, mit denen böse Waldgeister Jagd auf Menschen machen, die sich unvorsichtigerweise nachts im Freien aufhalten.

Wer sich aber etwas wünschen will und in den nächsten Tagen keinen der Lichtblitze sieht, kann sich auf die Leoniden im November freuen.

Himmelskörper: Asteroid

Asteroiden sind kleine Gesteinsobjekte, die sich auf einer Umlaufbahn um die Sonne bewegen. Ihr Name – astēr ("Stern") mit der Endung eides ("ähnlich") –  umschreibt, dass sie wie Sterne erscheinen, weil sie so klein wirken.

Zusammen mit den Meteoroiden und Kometen zählen die Asteroiden zu den Kleinkörpern des Sonnensystems. Kleinkörper umkreisen die Sonne, besitzen aber keine Kugelgestalt. Ihre Masse und Gravitation ist zu gering, um diese Form zu bilden.

Der Großteil der Asteroiden unseres Sonnensystems befindet sich im sogenannten Asteroidengürtel, einer Ansammlung von Asteroiden und Zwergplaneten zwischen den Planetenbahnen von Mars und Jupiter.

Meteoroid

Kleinkörper, die ein paar Millimeter bis hin zu mehreren Metern groß sind, werden als Meteoroiden bezeichnet. 

Sie sind zwar kleiner als Asteroiden, aber eine klare Unterscheidung – etwa über die chemische Zusammensetzung oder die Größe – gibt es nicht.

Sie können auf unterschiedlichen Wegen entstehen: Entweder löst sie die Gravitation von Planeten aus einem Asteroidengürtel oder der Sonnenwind schlägt sie aus Kometenkernen heraus. Außerdem können Meteoroiden durch den Zusammenprall von zwei Asteroiden beziehungsweise durch den Aufprall eines Asteroiden auf einem Planeten entstehen.

Meteor

Sobald sie in die Erdatmosphäre eindringen, nennt man Meteoroide Meteore oder im Volksmund Sternschnuppen.

Generell umfasst der Begriff alle Leucht- und Wettererscheinungen in der Erdatmosphäre. Die Meteorkunde befasst sich mit Meteoren; nicht zu verwechseln mit Meteorologie, die sich der Beobachtung und Beschreibung von Wetter und Klima widmet.

Meteore sind zudem all jene Meteoroiden, die in die Erdatmosphäre eindringen, aber nicht auf der Erde aufschlagen. Das Leuchten der Meteore entsteht durch die Aufladung der Luftteilchen, wenn der Meteoroid durch die Atmosphäre rast.

Meteorit

Wenn ein Meteoroid auf die Erde prallt – statt nur die Erdamosphäre zu durchqueren – wird er als Meteorit bezeichnet.

Meteoriten sind aus verschiedenen Mineralen zusammengesetzt und werden zu den Gesteinen gezählt.

Chondrite bilden die größte Klasse an Meteoriten und sind nach den kleinen Silikatkügelchen in ihrem Inneren, den Chondren, benannt. Außerdem bestehen sie aus den Mineralen Olivin, Pyroxen und Plagioklas.

Altersbestimmungen haben ergeben, dass sie bereits in der Frühzeit des Sonnensystems entstanden sind, vor 4,5 Milliarden Jahren. Damit sind sie die ältesten Steine des Sonnensystems. Weil ihre Zusammensetzung außerdem weitestgehend der des ursprünglichen solaren Nebels entspricht, werden sie auch undifferenzierte Meteoriten genannt.

Komet

Schweifsterne oder Kometen sind Kleinkörper in unserem Sonnensystem. Ihre Zusammensetzung unterscheidet sie von Asteroiden. Während die aus Gestein bestehen, sind Kometen zusätzlich aus gefrorenem Gasen und Wasser zusammengesetzt, weswegen sie auch "schmutzige Schneebälle" genannt werden.

Kometen sind zeitgleich mit dem übrigen Sonnensystem entstanden und umkreisen die Sonne in der Oortschen Wolke oder im Kuiper-Gürtel. Durch die Anziehungskraft vorbeiziehender Sterne oder großer Planeten werden vereinzelt Eis-Gesteins-Brocken aus ihrer eigentlichen Bahn gerissen und in das Innere des Planetensystems gelenkt.

Je näher der Eisbrocken dabei der Sonne kommt, geht das Eis vom gefrorenen Zustand direkt in den gasförmigen Zustand über, ohne sich zwischendurch zu verflüssigen. Dabei werden die zuvor im Eis gefangenen Partikel frei und bilden mit dem entstandenen Gas eine rund 100.000 Kilometer große Wolkeum den Brocken – die so genannte Koma. Durch den Sonnenwind wird die Wolke in die Länge gezogen, sodass ein Kometenschweif von bis zu 100 Millionen Kilometern Länge entsteht.

Planet

Planeten unterscheiden sich von Sternen dadurch, dass sie selbst kein Licht erzeugen, sondern nur das von anderen Sternen – wie etwa der Sonne – reflektieren. Wie Asteroiden auch umkreisen Planeten die Sonne und haben aufgrund ihrer höheren Masse aber die Gestalt einer Kugel ausgebildet.

Außerdem sind Planeten die einzigen Objekte auf ihrer Umlaufbahn, weil sie sie durch ihre Gravitation freigeräumt haben.

Stern

Sterne sind kugelige Gasriesen, die von sich aus Licht aussenden. In ihrem Inneren sind Temperatur und Druck hoch genug, dass über längere Zeit eine Kernfusion stattfinden kann. Dabei verschmelzen Wasserstoffatome zu Helium, wobei unheimlich viel Energie frei wird.

In einer sternklaren Nacht kann das menschliche Auge rund 5.500 Sterne erkennen. Sie haben unterschiedliche Größe, Temperatur, Leuchtkraft und Lebensdauer.

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Leserkommentare
    • mjensen
    • 10. August 2013 21:24 Uhr

    Meteorschauer sind aus wissenschaftlicher Sicht heute keine besonders geheimnisvolle Erscheinung mehr. Die Erklärung der Beobachtungen hat jedoch eine ganze Weile gedauert. Über die Geschichte der Forschung im 19. Jahrhundert wird hier etwas berichtet: http://wissfo.org/2013/07/09/meteorstromforschung-19-jahrhundert/

    Damit war aber noch nicht alles aufgeklärt. Spannend wurde es noch einmal um 1950 herum: http://wissfo.org/2013/08/10/meteore-sind-hausgemacht/

  1. Endlich mal eine akkurate Meldung zur ach so schwer verständlichen Astronomie. Wenn Wolken sind, sieht man keine Sternschnuppen. Dann aber wird es schon mau:
    1. Warum Perseiden, das lässt sich sehr leicht erklären, fehlt aber.
    2. Ab 11 Uhr ist zwar möglich, die meisten sieht man aber morgends vor Sonnenaufgang, auch das lässt sie erklären.
    3. "die Schweifspur des Kometen", auch das lässt sich viel besser erklären.
    Schade!

    • Dazydee
    • 29. August 2013 10:28 Uhr

    Meteroiden: "der Sonnenwind schlägt sie aus Kometenkernen"

    Nicht wirklich, oder?

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, lse
  • Schlagworte Astronomie | Stern | Wetter | Meteoriten | Kometen | Weltraum
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