Tausende Sternschnuppen und Feuerkugeln flitzen in den nächsten Tagen den Nachthimmel entlang. Perseiden heißen diese Sternschnuppen, die wie jedes Jahr im August auf die Erdatmosphäre rasen. Sie gehören zu den schönsten Meteorströmen, die es momentan gibt. Zu den Sternschnuppen-Schauern kommt es, weil die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne in diesen Tagen die Schweifspur des Kometen Swift-Tuttle kreuzt. Tauchen die Trümmerteilchen in die Erdatmosphäre ein, verglühen sie und der Himmel leuchtet.

Bis Mittwoch regnen die Perseiden – benannt nach dem Sternbild Perseus – vom Himmel. In der Nacht zum Dienstag erreicht das Sternschnuppen-Aufkommen seinen Höhepunkt, mehr als hundert Lichtblitze pro Stunde könnten dann zu erhaschen sein.

Aber in diesem Jahr braucht man dafür sehr viel Glück. Eine Wolkenfront aus Nordwesten wird die Sicht voraussichtlich trüben. Nur im Süden Deutschlands könnte die Nacht klarer sein. Besser ist es am Wochenende. "In der Nacht von Samstag auf Sonntag sind die Chancen am größten, die Sternschnuppen zu sehen", sagt der Meteorologe Martin Jonas vom Deutschen Wetterdienst. Der Mond zumindest stört die Sicht durch sein Licht nicht: Er steht als schmale Sichel am Himmel und geht schon vor Mitternacht unter.

Ein Experte rät zum Liegestuhl

Jürgen Schulz von der Vereinigung der Sternfreunde rät, sich einen Platz zu suchen, wo der Himmel besonders dunkel ist, außerhalb der großen Städte also. "Die Perseiden sind aber kein spektakuläres Feuerwerk", sagt Schulz. Manche davon sehe man nur sehr schwach. Offene Augen und Geduld sollten Sternschnuppen-Gucker deshalb mitbringen – "und immer ein paar Wünsche parat haben, dann wird man auch belohnt", sagt Schulz. Damit man keine Genickstarre bekommt, empfiehlt Schulz einen Liegestuhl. Ab halb elf könne man es sich dann gemütlich machen. Ein Teleskop brauche man nicht, das bloße Auge reicht.

Unbekannt ist, woher der Aberglaube kommt, Sternschnuppen brächten Glück. Einst sahen Menschen in Sternen göttliche Lichtfunken am dunklen Firmament. Sternschnuppen galten als Dochte, die Engel beim Putzen der Himmelskerzen fallen ließen. Entsprechend hoffte man bei ihrer Erscheinung auf göttlichen Beistand oder zumindest einen Engel an der Seite.

Allerdings bringen Sternschnuppen nicht überall Gutes. So gelten sie in der Mongolei als Unglückszeichen. Im Volksglauben der Steppenbewohner sind es sichtbar gewordene Seelen Gestorbener auf der Reise ins Jenseits. Auch die Ureinwohner auf den Andamanen-Inseln im Indischen Ozean fürchten sich vor Sternschnuppen. Sie sehen darin Fackeln, mit denen böse Waldgeister Jagd auf Menschen machen, die sich unvorsichtigerweise nachts im Freien aufhalten.

Wer sich aber etwas wünschen will und in den nächsten Tagen keinen der Lichtblitze sieht, kann sich auf die Leoniden im November freuen.