US-RaumfahrtbehördeNasa-Sonde beginnt Reise zum Mond

Die Raumsonde Ladee soll die Atmosphäre des Mondes erforschen. Ob die Nasa die neuen Daten für eine weitere Mond-Mission braucht, ist allerdings unklar.

Die Trägerrakete der Sonde Ladee steht vor dem Start in Richtung Mond am Nasa-Weltraumbahnhof auf Wallops Islands im US-Bundesstaat Virginia.

Die Trägerrakete der Sonde Ladee steht vor dem Start in Richtung Mond am Nasa-Weltraumbahnhof auf Wallops Islands im US-Bundesstaat Virginia.  |  © Nasa/Reuters

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat eine unbemannte Sonde zum Mond geschickt, die den Erdtrabanten umkreisen und seine Atmosphäre untersuchen soll. Die Sonde Ladee (Lunar Atmosphere and Dust Environment Explorer) startete am Freitag um 23.27 Uhr Ortszeit vom Raketenstartplatz auf Wallops Island im US-Bundesstaat Virginia. Der Flugkörper ist so groß wie ein Kleinwagen und an Bord einer Minotaur-V-Rakete auf dem Weg zum Mond.

Im Gegensatz zu den bemannten Apollo-Missionen, bei denen der Flug nur drei Tage dauerte, braucht Ladee einen ganzen Monat. Die Sonde fliegt erst drei Mal um die Erde, bevor sie dem Mond so nahe kommt, dass sie in seine Umlaufbahn einschwenken kann – laut Plan am 6. Oktober. Die Mission soll sechs Monate dauern und mit dem Absturz der Sonde auf den Mond enden. Etwa 100 Tage sind für die Sammlung von Daten vorgesehen.

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Ladee soll dabei in einer Höhe zwischen 20 und 60 Kilometern über der Oberfläche des Mondes kreisen. Unter anderem soll sie nach Wassermolekülen suchen und erforschen, wie Eis auf den Polen des Mondes entstehen konnte.

Die Atmosphäre des Mondes ist so dünn, dass die in ihr enthaltenen Moleküle nicht zusammenstoßen. Sie könnte damit mit der äußersten Schicht der Erdatmosphäre vergleichbar sein, der Exosphäre, die den Übergang zum Weltraum markiert.

Die Nasa hofft, mithilfe von Ladee auch ein Rätsel aus der Zeit der bemannten Apollo-Mondflüge vor mehr als 40 Jahren zu lösen: Die Astronauten hatten damals vor dem Sonnenaufgang ein mysteriöses Leuchten am Mondhorizont beobachtet. Als mögliche Erklärung gilt, dass die Lichterscheinung durch Staub in der Mondatmosphäre hervorgerufen wurde – von Staubteilchen, die durch ultraviolettes Sonnenlicht elektrisch aufgeladen wurden.

Nervosität nach zwei Fehlstarts

Der Start der 190 Millionen Euro teuren Mission war von den Nasa-Experten mit Spannung erwartet worden. Weder der Weltraumbahnhof in einer Nasa-Zweigstelle auf Wallops Island noch die Trägerrakete waren zuvor für eine Weltraummission genutzt worden. Die Rakete hatte das private Unternehmen Orbital geliefert, das zuletzt für zwei Fehlstarts verantwortlich war.

Ladee ist die dritte Mond-Mission binnen fünf Jahren, aber auch die zunächst letzte. Wie es mit der Mond-Erforschung der Nasa weitergeht, ist derzeit unklar. Die Raumfahrtbehörde hat Pläne für bemannte Mond-Missionen auch auf Drängen der US-Regierung zunächst zurückgestellt.

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Leserkommentare
  1. "Als mögliche Erklärung gilt, dass die Lichterscheinung durch Staub in der Mondatmosphäre hervorgerufen wurde – von Staubteilchen, die durch ultraviolettes Sonnenlicht elektrisch aufgeladen wurden."

    Deswegen schweben diese Teilchen über dem Mond. Hat aber wohl nichts mit der Lichterscheinung "an sich" zu tun.

    Im übrigen finde ich es ganz gut, dass man sich auch mal wieder um unseren Mond kümmert. So abgedroschen ist der nun nicht, dass man den jetzt vernachlässigen sollte :-)

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AP, AFP, dpa, sc
  • Schlagworte Nasa | Nasa | Weltraum | Astronaut | Mond | Sonde
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