In 54 Ländern weltweit ist einer aktuellen Untersuchung zufolge die Zahl der Suizide nach der Finanzkrise 2008 deutlich gestiegen. Besonders signifikant sei der Anstieg unter Männern und in Ländern mit großen wirtschaftlichen Problemen, heißt in der wissenschaftlichen Studie, die im British Medical Journal veröffentlicht wurde.

Die Suizidrate stieg demnach mehr als erwartet: in den untersuchten Ländern im Jahr 2009 insgesamt um 3,3 Prozent. Etwa 5.000 Männer mehr nahmen sich das Leben. Ein hoher Anstieg der Suizidrate war vor allem in Europa unter Männern zwischen 14 und 24 Jahren und in den USA unter Männern zwischen 45 und 64 Jahren zu verzeichnen. Unter Frauen hingegen blieb die Rate relativ unverändert.

Die mit der Studie befassten Wissenschaftler von den Universitäten Hong Kong, Oxford und Bristol setzen den Anstieg in einen direkten kausalen Zusammenhang mit einem starken Anstieg der Arbeitslosigkeit in den betroffenen Regionen. Dazu haben sie die Arbeitsmarktdaten der untersuchten Länder mit den Suizidzahlen verglichen. Die Forscher gehen davon aus, dass die Ergebnisse noch "eine Unterbewertung der wahren globalen Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf Suizide" darstelle.

Die Zahlen belegten, dass Menschen in einer Wirtschaftskrise mit extremen emotionalen Situationen zu kämpfen hätten. Auf jeden Suizid kommen den Angaben zufolge etwa 30 bis 40 Suizidversuche, wiederum auf jeden Suizidversuch etwa zehn Menschen, die ernsthaft eine Selbsttötung erwägen.