Ein Schüler hat in den USA ein außergewöhnlich gut erhaltenes Fossil eines jungen Dinosauriers entdeckt. Es handle sich dabei um einen Vertreter von Parasaurolophus, der vor etwa 75 Millionen Jahren im westlichen Nordamerika lebte, schreiben Forscher im Fachjournal PeerJ. Es sei das kleinste und vollständigste Skelett, das je von dieser Gattung gefunden wurde.

Der damals 17-Jährige Kevin Terris fand die Knochen bereits 2009 im Naturschutzgebiet Grand Staircase-Escalante National Monument in Utah. "Zunächst wollte ich wissen, was das für ein Knochenstückchen ist, das aus dem Stein hervorstand", sagte er. "Als wir den Schädel freigelegt hatten, war ich begeistert."

Einige Tage zuvor seien zwei erfahrene Paläontologen an der Stelle gewesen, ohne die Knochen zu bemerken, teilte das Raymond M. Alf Museum of Paleontology in Claremont mit. Jetzt wurde das Joe getaufte Fossil wissenschaftlich beschrieben.

Parasaurolophus war ein Pflanzenfresser. Das auffälligste Merkmal dieser Dinosaurier ist ein hohler Knochenkamm, der sich nach hinten über ihren Kopf erstreckt. Der junge Parasaurolophus maß etwa 2,5 Meter – etwa ein Viertel der Länge eines ausgewachsenen Tieres. Zum Zeitpunkt seines Todes war er wahrscheinlich jünger als ein Jahr, zeigten die Untersuchungen. Dennoch sind auf dem Schädel des Dinos schon Ansätze des Knochenkamms zu erkennen. Das sei überraschend, weil verwandte Arten diesen Kopfschmuck erst entwickelten, wenn sie wenigstens halb ausgewachsen waren, erläutern die Forscher.

Experten vermuten, dass die Tiere mithilfe des Knochenkamms Töne erzeugen konnten und ihn auch als visuelles Signal einsetzten. Eine computertomographische Untersuchung des Schädels lässt vermuten, dass der Baby-Dino sehr viel höhere Töne erzeugte als ausgewachsene Tiere, die wohl im tiefen Frequenzbereich tönten.