PaläontologieSchüler entdeckt Dinosaurier-Fossil

Forscher hatten das Fossil übersehen, ein 17-Jähriger schaute genauer hin. Nun ist klar: Der Schüler stieß auf das bislang vollständigste Parasaurolophus-Skelett.

Ein Schüler hat in den USA ein außergewöhnlich gut erhaltenes Fossil eines jungen Dinosauriers entdeckt. Es handle sich dabei um einen Vertreter von Parasaurolophus, der vor etwa 75 Millionen Jahren im westlichen Nordamerika lebte, schreiben Forscher im Fachjournal PeerJ. Es sei das kleinste und vollständigste Skelett, das je von dieser Gattung gefunden wurde.

Der damals 17-Jährige Kevin Terris fand die Knochen bereits 2009 im Naturschutzgebiet Grand Staircase-Escalante National Monument in Utah. "Zunächst wollte ich wissen, was das für ein Knochenstückchen ist, das aus dem Stein hervorstand", sagte er. "Als wir den Schädel freigelegt hatten, war ich begeistert."

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Einige Tage zuvor seien zwei erfahrene Paläontologen an der Stelle gewesen, ohne die Knochen zu bemerken, teilte das Raymond M. Alf Museum of Paleontology in Claremont mit. Jetzt wurde das Joe getaufte Fossil wissenschaftlich beschrieben.

Zeitalter

Die Saurier entwickelten sich nach neuesten Erkenntnissen vor etwa 243 Millionen Jahren im Mesozoikum (Erdmittelalter). Es wird in drei Perioden unterteilt: die Trias, der Jura und die Kreide. Die Trias, in dem fast die gesamte Landmasse im Superkontinent Pangea zusammengefasst war, bezeichnet die Zeit von 251 Millionen bis 200 Millionen Jahre. Auf die Trias folgte der Jura von 200 bis 145 Millionen Jahren, in dem der Urkontinent auseinanderbrach und sich langsam in die heutigen Kontinente aufteilte.

Infografik
Warum starben die Dinosaurier aus? Klicken Sie auf das Bild, um die Infografik als PDF herunterzuladen.

Warum starben die Dinosaurier aus? Klicken Sie auf das Bild, um die Infografik als PDF herunterzuladen.  |  © Niels Schröder

Anschließend folgte die Zeit der Kreide vor 145 bis 65 Millionen Jahren. Mit dem Ende der Kreide wurden fast alle Saurier ausgerottet. Da man die Vögel als Nachfahren einer Gruppe der Saurier ansieht, sind sie jedoch streng genommen nicht vollständig ausgestorben.

Von den Reptilien, die damals auf der Erde vorkamen, überlebten zum Beispiel die Krokodile, Schlangen, Eidechsen und die Schildkröten.

Die Pflanzenwelt veränderte sich während dieser Zeit dramatisch. Von einstigen Landschaften mit Nadelwäldern und Ginkobäumen wandelte sich das Bild in der Kreidezeit zu Laubwäldern und Buschlandschaften. Dafür verantwortlich war die Entwicklung der Blütenpflanzen in der frühen Kreidezeit.

Systematik

Zu den Sauriern zählt man die Saurischia (Echsenbeckendinosaurier), zu denen die meist fleischfressenden Theropoden und die zumeist pflanzenfressenden Sauropoden gehören, sowie die Ornithischia (Vogelbeckendinosaurier), deren Gruppe hauptsächlich Pflanzenfresser umfasst. Die meist in Büchern abgebildeten Meeressaurier und Flugsaurier gehören systematisch nicht zu den Dinosauriern.

Erscheinungsbild

Über das Aussehen der Saurier sind die Wissenschaftler sich größtenteils einig. Die Rekonstruktionen aus versteinerten Knochen und Hautfetzen lassen ein ziemlich genaues Bild der damaligen Bewohner entstehen. Allerdings gibt es keine Sicherheit über mögliche Haare, Federn und Farbe. Neueste Erkenntnisse lassen vermuten, dass viele Arten Borsten oder Federn besaßen, die teilweise interessante Färbungen aufwiesen. Pigmentzellen wurden in Borsten- und Federversteinerungen gefunden.

Verhalten

Über die Physiologie, das Verhalten und die Entwicklung kann meist nur spekuliert werden. Hier müssen sich die Wissenschaftler häufig auf Vergleiche mit heutigen Tierarten verlassen. Eine strittige Frage war, ob die Saurier wechselwarme Tiere waren oder nicht. Nach Vergleichen der Anatomie und der aufrechten Körperhaltung der Saurier, die den der warmblütigen Säugetiere und Vögel entspricht, gehen die meisten Forscher davon aus, dass die Saurier aktiv ihre Körpertemperatur über der Umgebungstemperatur halten konnten. Ihre aufrechte Haltung sei ein Indiz für eine Anpassung an dauerhaftes Laufen, was nur mit einer erhöhten Stoffwechselrate zu bewerkstelligen gewesen wäre.

Ob die Saurier Herdentiere waren, lässt sich ebenfalls nicht eindeutig feststellen. Wissenschaftler vermuten, dass die großen Räuber eher Einzelgänger waren, Pflanzenfresser sich lieber in größeren Gruppen aufhielten, um sich gegenseitig Schutz zu bieten. Es gibt aber auch Hinweise, dass kleinere Raubsaurier in Gruppen gejagt haben könnten.

Brutpflege betrieben aber offenbar die wenigsten der Ur-Echsen. Paläontologen entdeckten zwar Nester mit versteinerten Eiern, fanden aber keine Belege dafür, dass sie von den adulten Tieren betreut wurden.

Aussterben

Zum Aussterben der Saurier gibt es mehrere Theorien. Eine geht davon aus, dass ein großer Asteroid die Erde traf und die Folgen das Schicksal der Urzeittiere besiegelte. Die Tiere, die nicht sofort starben, fielen der Veränderung des Klimas zum Opfer.

Einer anderen Theorie zufolge hätte der Ausbruch mehrerer Vulkane das weltweite Klima so stark verändert, dass die Saurier nicht mehr überlebensfähig waren. Durch die Verdunkelung der Atmosphäre durch Staub und Asche könnte auch die Nahrung der Pflanzenfresser verschwunden sein. Die Fleischfresser verhungerten ohne ihre Beutetiere.

Eine weitere Theorie besagt, dass eine weltweite Epidemie die Saurier auslöschte. Diese These ist allerdings stark umstritten, da ein solches Virus für praktisch alle Arten fatale Folgen hätte haben müssen.

Auch die Säugetiere könnten zum Aussterben der Saurier beigetragen haben, indem sie in Konkurrenz um die Nahrung traten und somit die ökologische Nische der Saurier besetzte. Das vermehrte Auftreten von Blütenpflanzen könnte die Nahrung verknappt haben. Daher könnten die Saurier trotz des üppigen Nahrungsangebots verhungert sein.

Die letzten drei Theorien sind allerdings als einzige Ursache sehr umstritten. Mehrere Gründe könnten auch zusammen verantwortlich sein. Dies ist anzunehmen, denn die Saurier hatten bereits die gesamte Erde und viele verschiedene Lebensräume besiedelt und sich angepasst.

Rekorde

Die Urechsen haben erstaunliche Eigenschaften besessen. Der größte unter ihnen, der Argentinosaurus, war an die 45 Meter lang und wog bis zu 80 Tonnen.

Die Schnellsten, zu denen auch der Ornithomimus gehört, erreichten möglicherweise Geschwindigkeiten von mehr als 60 Stundenkilometern.

Die längsten Krallen hatte der Deinocheirus mit etwa 30 Zentimetern. Von ihm gibt es allerdings kein komplettes Skelett. Nur die vorderen Extremitäten sind als Fossilien gefunden worden.

Das größte bekannte Saurier-Ei gehört der Spezies Hypselosaurus. Es war bis zu 30 Zentimeter groß.

Einer der besten gepanzerten Saurier war der berühmte Triceratops, ein etwa neun Meter langer Vierbeiner mit einem Kopf, auf dem eine Knochenplatte und drei Hörner saßen.

Parasaurolophus war ein Pflanzenfresser. Das auffälligste Merkmal dieser Dinosaurier ist ein hohler Knochenkamm, der sich nach hinten über ihren Kopf erstreckt. Der junge Parasaurolophus maß etwa 2,5 Meter – etwa ein Viertel der Länge eines ausgewachsenen Tieres. Zum Zeitpunkt seines Todes war er wahrscheinlich jünger als ein Jahr, zeigten die Untersuchungen. Dennoch sind auf dem Schädel des Dinos schon Ansätze des Knochenkamms zu erkennen. Das sei überraschend, weil verwandte Arten diesen Kopfschmuck erst entwickelten, wenn sie wenigstens halb ausgewachsen waren, erläutern die Forscher.

Experten vermuten, dass die Tiere mithilfe des Knochenkamms Töne erzeugen konnten und ihn auch als visuelles Signal einsetzten. Eine computertomographische Untersuchung des Schädels lässt vermuten, dass der Baby-Dino sehr viel höhere Töne erzeugte als ausgewachsene Tiere, die wohl im tiefen Frequenzbereich tönten.

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Leserkommentare
  1. Wie schön, dass junge Menschen so beharrlich und hartnäckig sein können.

    5 Leserempfehlungen
  2. Immer wenn von Millionen oder Milliarden Jahren die Rede ist, werde ich etwas vorsichtig, schließlich ist noch nirgends ein unumstrittener Beweis für ein hohes Erdalter gelungen. Die C-14 Methode ist nur bei Gegenständen bis ca 10000 Jahren Alter exakt. Auch von der Lichtgeschwindigkeit weiß man inzwischen, dass sie keine Konstante ist. Das Alter von Bäume kann man zuverlässig anhand Baumringen bestimmen, aber es gibt keine, die Älter als 4000 Jahre sind. Viele Fakten weisen auf eine junge Erde hin. Das sollte zumindest diskutierbar sein. Prof. Dr. Walter Veith führt eine Menge rein wissenschaftlicher Daten an und kommt zum Schluss, dass man viele Widersprüche, aber keine echten Belege für die Schätzungen von Jahrmillionen hat (http://www.youtube.com/wa...)

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Nur weil eine Methode nicht 100% EXAKT ist, spricht das nicht gegen die Methode. In der Wissenschaft gibt es keine Exaktheit, jede Messung ist mit Fehlergrenzen behaftet. Wenn ein Fund Hunderte von Millionen Jahre alt ist, kommt es auf ein oder zwei Millionen mehr oder weniger nicht an. Nur in der Religion gibt es EXAKTHEIT, ABSOLUTION und "WAHRHEIT". Zum Glück haben wir das überwunden!

    Recherchieren Sie bitte mal im Internet oder einschlägigen Fachbüchern nach der

    Kalium-Argon-Datierung, der

    Rubidium-Strontium-Datierung und der

    Uran-Blei Datierungsmethode in Zirkonen.

    Die Halbwertszeit dieser Isotope geht weiter über die Grenzen der Radiokohlenstoffdatierung hinaus. Sie können natürlich auch lieber an ein 2000 Jahre altes Märchenbuch glauben, als an die Wissenschaft.

    Willkommen im 21. Jahrhundert. Das Mittelalter ist vorbei. Ich kenne viele Christen, die keinen Zweifel daran hegen, dass die Erde älter ist, als es in der heiligen Schrift kolportiert wird.

    Die Religion war zu lange ein knechtendes Joch über der geistigen Entwicklung der Menschheit. Gut, dass dieses Joch größtenteils abgeschüttelt wurde.

    • arno51
    • 24. Oktober 2013 10:46 Uhr

    Vielen Dank für Ihren Kommentar. Ich habe meine Mutter gefragt, sie ist diese Jahr 90 geworden, und auch etliche Bekannte. Es ist keiner darunter der sich daran erinnern könnte daß die Erde älter sei. Habe auch beim mal beim Standesamt nachgefragt, aber dort is auch kein Eintrag über den genauen Geburtstermin der Erde zu finden, also gibt es tatsächlich keinen Beweis für das Alter der Erde.

  3. Nur weil eine Methode nicht 100% EXAKT ist, spricht das nicht gegen die Methode. In der Wissenschaft gibt es keine Exaktheit, jede Messung ist mit Fehlergrenzen behaftet. Wenn ein Fund Hunderte von Millionen Jahre alt ist, kommt es auf ein oder zwei Millionen mehr oder weniger nicht an. Nur in der Religion gibt es EXAKTHEIT, ABSOLUTION und "WAHRHEIT". Zum Glück haben wir das überwunden!

    2 Leserempfehlungen
  4. Recherchieren Sie bitte mal im Internet oder einschlägigen Fachbüchern nach der

    Kalium-Argon-Datierung, der

    Rubidium-Strontium-Datierung und der

    Uran-Blei Datierungsmethode in Zirkonen.

    Die Halbwertszeit dieser Isotope geht weiter über die Grenzen der Radiokohlenstoffdatierung hinaus. Sie können natürlich auch lieber an ein 2000 Jahre altes Märchenbuch glauben, als an die Wissenschaft.

    Willkommen im 21. Jahrhundert. Das Mittelalter ist vorbei. Ich kenne viele Christen, die keinen Zweifel daran hegen, dass die Erde älter ist, als es in der heiligen Schrift kolportiert wird.

    Die Religion war zu lange ein knechtendes Joch über der geistigen Entwicklung der Menschheit. Gut, dass dieses Joch größtenteils abgeschüttelt wurde.

    Eine Leserempfehlung
    • arno51
    • 24. Oktober 2013 10:46 Uhr

    Vielen Dank für Ihren Kommentar. Ich habe meine Mutter gefragt, sie ist diese Jahr 90 geworden, und auch etliche Bekannte. Es ist keiner darunter der sich daran erinnern könnte daß die Erde älter sei. Habe auch beim mal beim Standesamt nachgefragt, aber dort is auch kein Eintrag über den genauen Geburtstermin der Erde zu finden, also gibt es tatsächlich keinen Beweis für das Alter der Erde.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, fz
  • Schlagworte Dinosaurier | Tier | Museum | Schüler | Tod | USA
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