Fünf Jahre nach der erfolgreichen Sparmission zum Mond, schickt Indien nun eine Sonde zum Mars. Um 10.08 Uhr (MEZ) ist die Raumkapsel Mangalyaan aufgebrochen zu einer 780 Millionen Kilometer weiten und mehr als 300 Tage langen Reise zum roten Planeten.  

Die Raumkapsel wird nach dem Raketenstart zunächst die Erde in einer Ellipse umrunden, um, gelenkt vom Erdmagnetfeld, Fahrt aufzunehmen. Im September 2014 soll Mangalyaan den Mars erreichen. Vor Indien haben bereits die Sowjetunion, die USA und Europa den Mars erfolgreich angesteuert. "Die größte Herausforderung wird sein, das Raumfahrzeug präzise zum Mars zu steuern", sagte der Chef der indischen Raumfahrtbehörde, Koppillil Radhakrishnan.


Indien gibt rund eine Milliarde Dollar für sein Raumprogramm aus. Kritiker bemängeln, das Geld fehle dem Land beim Kampf gegen Armut und Hunger. Die Regierung hält dem entgegen, das Programm schaffe hoch qualifizierte Jobs.   

Außerdem gilt das Programm als militärisch wichtig. Seit Jahrzehnten befindet sich Indien mit dem Nachbarstaat Pakistan in einem Rüstungswettstreit, zu China sind die diplomatischen Beziehungen ebenfalls angespannt. 2007 schoss das chinesische Militär einen eigenen Satelliten mit Raketen ab. Damit zeigte das Land, dass es auch im All Krieg führen kann. Experten sehen im Ausbau des indischen Raumfahrtprogramms eine Reaktion auf diesen Vorfall.