Das Antarktis-Drama um die festgefrorene Akademik Schokalski hat ein glückliches Ende gefunden: Wenige Stunden nach dem chinesischen Eisbrecher Snow Dragon und noch vor dem Eintreffen eines US-Eisbrechers hat sich nach Meldung der russischen Nachrichtenagentur Itar-Tass auch das Expeditionsschiff aus eigener Kraft aus dem Packeis befreien können.

Seit Heiligabend hatte die russische Akademik in der Commonwealth-Bucht festgesessen. Als einer von drei Eisbrechern kam ihr die Snow Dragon zu Hilfe. Ihr Helikopter brachte die 52 Passagiere der Schokalski – Wissenschaftler und Touristen – in Sicherheit – allerdings steckte der Eisbrecher dann seit vergangenem Freitag selbst im Eis fest. Am Dienstag meldete Chinas amtliche Nachrichtenagentur Xinhau dann, die Snow Dragon habe eine 100-Grad-Drehung vollführt und sich so einen Wasserweg freigebrochen.

Sowohl die Schokalski als auch die Snow Dragon bewegen sich nach Angaben der Rettungsmission der australischen Seefahrtsbehörde nun langsam auf offene Gewässer zu.

Rettung durch Spalte im Eis

Itar-Tass zitiert den Kapitän der Schokalski, wonach sein Schiff bei einer Geschwindigkeit von bis zu sieben Knoten (knapp 13 Kilometer pro Stunde) bereits mehr als 40 Kilometer zurückgelegt hat. "Der technische Zustand des Schiffs ist zufriedenstellend", sagte Igor Kisseljow demnach und schilderte auch den Moment der Befreiung: "Endlich hatte sich der Wind gedreht. Dadurch hat sich eine Spalte im Eis geöffnet, in die wir eingefahren sind und uns nun langsam Richtung Norden bewegen."