Das Bundesverwaltungsgericht (BVG) in Leipzig hat entschieden, dass Affenversuche an der Bremer Universität zulässig sind. Die Versuche waren "ethisch vertretbar", die zwei Dutzend Makaken seien "allenfalls mäßigen Belastungen" ausgesetzt gewesen, urteilte das BVG und folgte damit dem Bremer Oberverwaltungsgericht, dessen Urteil nun rechtskräftig ist.

Das Oberlandesgericht hatte seine Entscheidung 2012 damit begründet, dass "die Belastungen der Versuchstiere im Hinblick auf die hohe wissenschaftliche Bedeutung des Versuchsvorhabens ethisch vertretbar seien". Eine Revision gegen sein Urteil hatte das Bremer Gericht nicht zugelassen.

Der Hirnforscher Andreas Kreiter hatte seinen Versuchsaffen kleine Elektroden ins Gehirn eingeführt, um zu erkunden, wie einzelne Neuronen arbeiten und zusammenwirken. Die so entwickelte Technik sollte zu einer besseren Diagnostik bei Epilepsiepatienten eingesetzt werden.

Im Jahr 2008 hatte sich die Gesundheitsbehörde geweigert, die Tierexperimente an der Universität Bremen weiterhin zu erlauben. Der Leiter des Berliner Instituts für Tierschutz und Tierverhalten, Jörg Luy, hatte zuvor festgestellt, dass die Experimente für die Tiere "schwer belastend seien". Daraufhin klagte die Uni, ein jahrelanger Rechtsstreit folgte. 

Kreiter experimentiert seit 1998 mit den Makaken. Tierschützer attestierten ihm in Briefen die "Mentalität eines Dr. Mengele". Der Bremer Tierschutzverein sammelte 100.000 Unterschriften gegen Kreiters Experimente. Der Hirnforscher und seine Familie wurden zeitweilig unter Polizeischutz gestellt. Seine Experimente musste er in einer Baracke fern des Hauptgebäudes der Universität durchführen.