Seit vier Tagen fehlt von Flug MH 370 von Kuala Lumpur nach Peking jede Spur. Die Angehörigen der 239 Passagiere hoffen auf ein Wunder. Doch Experten schätzen die Chancen gering ein, dass die Menschen an Bord noch leben.

Was ist mit ihnen geschehen, wo ist die Boeing 777? Die Suche nach der Maschine wurde ausgeweitet. ZEIT ONLINE versucht, die drängendsten Fragen zu beantworten.

Was ist über Flug MH 370 bekannt?

Am 8. März um 0.41 Uhr Ortszeit startet der Malaysia Airlines Flug MH 370 mit 239 Menschen an Bord in Kuala Lumpur. Das letzte offizielle Funksignal setzt die Crew um 01.31 Uhr ab, über dem Meer zwischen Malaysia und Vietnam. Kurz darauf bemerken vietnamesische Fluglotsen, wie das Flugzeug von seiner geplanten Route abdreht und den Funkkontakt einstellt. Gegen 2.15 Uhr ortet das malaysische Militär ein Flugzeug 200 Kilometer westlich, auf der anderen Seite der malaysischen Halbinsel. Ob es jedoch MH 370 war, bleibt unklar. Die Boeing 777 verschwindet.

Wie kann ein Flugzeug "einfach so" vom Radar verschwinden?

In der Regel erkennt ein Radargerät genau, wo ein Flugzeug sich befindet. Normalerweise sendet daraufhin der Transponder an Bord eines Flugzeugs ein Signal zurück, das die Flugnummer, die Flughöhe und die Geschwindigkeit an die Radarstation übermittelt. Im Fall der MH 370 soll das Flugzeug jedoch kurz nach dem Eintritt in den vietnamesischen Flugraum eine Wende nach Westen gemacht haben und dann den Transponder abgeschaltet haben. Piloten nutzen diese Option, etwa wenn ihr Flugzeug gelandet und geparkt ist, damit kein Chaos auf den Radarschirmen der Fluglotsen entsteht. Mitten im Flug ist das Verhalten jedoch höchst ungewöhnlich. Wenn das Transpondersignal fehlt, kann kein Abgleich der Flugnummer mehr stattfinden. Darum ist unklar, ob das Militärradar in der Straße von Malakka MH 370 am 8. März auf seinen Schirmen gesehen hat. Da man nicht weiß, wohin die Maschine unterwegs war, als sie vom Radar verschwand, ist auch das Suchgebiet nun sehr groß.

In welchem Gebiet könnte die verschwundene Maschine sein?

Laut den letzten offiziellen Angaben umfasst das Gebiet, das abgesucht wird, ungefähr 90.000 Quadratkilometer. Rund 40.000 Quadratkilometer davon befinden sich in der Straße von Malakka, 50.000 im südchinesischen Meer. Es ist, als würde man den gesamten Norden Deutschlands, also Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern nach einem 60 Meter langen Flugzeug absuchen.

Wie wird derzeit nach der Boeing 777  gesucht?

Derzeit sind nach malaysischen Angaben 42 Schiffe und 39 Flugzeuge aus zwölf Ländern im Einsatz und suchen das riesige Seegebiet nach Überresten von MH 370 ab. Das amerikanische Militär hat bereits mit seinen Spionagesatelliten das Gebiet gescannt, allerdings ohne Ergebnis. Außerdem versucht das Unternehmen Digital Globe mithilfe von eigenen Satellitenbildern und einer Crowdsourcing-Plattform nach dem Flugzeug zu suchen.

Dafür bekommen User einen Ausschnitt der Gebiete und sollen markieren, wo sie Auffälligkeiten entdecken. Das Problem ist jedoch, dass Falschmeldungen aussortiert werden müssen. Zudem hatten die Server der Firma zeitweilige Schwierigkeiten, den Ansturm auf die Website zu verkraften. 

Warum helfen die Handys der Passagiere nicht bei der Ortung?

In Zeiten, in denen scheinbar jeder überall zu orten ist, erscheint es paradox, dass die Handys der Passagiere bei der Suche nicht helfen können. Doch Handys funktionieren nur dank der zahlreichen Funkmasten, die über das Land verteilt sind. Während des Fluges und über dem Meer haben Mobiltelefone keinen Empfang und sind nicht zu orten. Selbst die GPS-Chips in den Handys helfen nicht, da sie nur die Position per Satellit feststellen, aber nicht übermitteln.