Nicht Karfreitag, nicht Freitag, der 13., sondern Freitag, der 14. März, ist unter all den besonderen Tagen der besonderste. Er ist der Pi-Tag, benannt nach der Kreiszahl Pi, deren erste drei Stellen 3,14 da als Datum auftauchen – bei den Englischsprachigen jedenfalls, die den Monat vor den Tag stellen. Und weil im Englischen pi und pie (zu Deutsch: Kuchen) gleich klingen, wird am Pi Day in Laboren, Seminaren und Geek-WGs Selbstgebackenes verzehrt, das mit den ersten Stellen der Kreiszahl verziert ist: 3,14159...

Schon sehr besonders? Spleenig? Gaga? Nein, angemessen!

Denn Pi ist im Jargon der Mathematiker eine irrationale Zahl: Man kann sie nicht als Bruch zweier ganzer Zahlen darstellen, sondern nur ihren Näherungswert 22/7. Darum haben die eifrigsten Pi-etisten sogar einen Pi Approximation Day gesucht. Und gefunden, am 22. Juli.

Seit fünf Jahren ist der 14. März auch offiziell der National Pi Day. Zumindest in den USA. Ein Tag zu Ehren der Kreiszahl mit dem Symbol π. Abgesegnet hat das Ganze 2009 das Repräsentantenhaus. Die Kammer des US-Kongresses unterstützt seither "weltweite Feierlichkeiten" und ermutigt Schulen dazu, den 14. März mit "angemessenen Aktivitäten" zu begleiten, um Menschen für Mathematik zu begeistern. Grund genug, ein paar besondere Kuchen und Aktionen zu zeigen.

Bereits im Januar klärte eine Mathe-Lehrer im verschlafenen Städtchen Chelmsford in Massachusetts seine Schüler über die Kreiskonstante auf (das Video gibt es hier). Ob seine Performance allerdings Hit-Potenzial hat, darf bezweifelt werden.

Den ersten Pi-Tag rief 1987 übrigens ein Physiker namens Larry Shaw ins Leben. Er feierte ihn im Exploratorium, einem Museum in San Francisco. Shaws Fans verliehen ihm rasch den Titel "Prince of Pi". In manchen Büros sind heute daher ganz besondere Kleidungsstücke gefragt.

Die Konstante Pi beschreibt den Umfang eines Kreises unabhängig von seiner Größe im Verhältnis zu seinem Durchmesser. Pi hat unendlich viele Stellen nach dem Komma, Abermillionen davon haben fleißige Mathematiker schon bestimmt. Vielleicht ein Grund dafür, warum die Kreiszahl seit Tausenden von Jahren fasziniert. Übrigens lässt sie sich auch sehr schön darstellen.

Auf die Idee, die Kreiszahl mit Kuchen zu berechnen, kam der Mathematiker und Komiker Matt Parker im vergangenen Jahr (zum Video hier entlang).

Die Pie-Tradition am Pi Day stammt auch vom Gründer Larry Shaw. Weitere Regeln für den 14. März: Was Rundes muss her, es muss was mit Mathe zu tun haben und natürlich Spaß machen.

In Deutschland ist der Pi-Tag noch nicht so weit verbreitet. Doch die Zahl der Anhänger steigt stetig. Kein Wunder also, dass in diesem Jahr schon eine Auswahl der besten Kuchen aus Laboren und Forschungseinrichtungen sowie den Küchen von π-Fans gesammelt werden konnten.

Gespannt erwartet die Pi-Gemeinde aber den 14. März 2015. Im nächsten Jahr entspricht das Datum (natürlich auch wieder in englischer Schreibweise) den ersten fünf Stellen der Konstante. Manche nehmen auch noch eine bestimmte Tageszeit mit und kommen auf sekundengenaue 10 Stellen. Es wird Zeit, dass auch Deutschland endlich seinen Pi-Tag bekommt.