Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Köln hat den Kometen-Lander Philae an Bord der Sonde Rosetta erfolgreich in Betrieb genommen. Kurz zuvor hatten die Forscher erste Daten des Landers aus einer Entfernung von mehr als 650 Millionen Kilometern empfangen.

Der kühlschrankgroße Lander wurde unter der Leitung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln entwickelt und gebaut. Im November soll er mit der Raumsonde Rosetta in mehr als 800 Millionen Kilometern Entfernung von der Erde auf Rosettas Zielkomet 67P/Tschurjumov-Gerasimenko aufsetzen. Gesteuert und betrieben wird der Lander vom Kölner Kontrollraum des DLR-Nutzerzentrums für Weltraumexperimente.

Am 20. Januar hatten die Forscher bereits die Kometensonde Rosetta aus einem zweieinhalbjährigen Winterschlaf geholt. Um Energie zu sparen, musste die Sonde so lange ruhen.   

"Philae darf bei der Landung bloß nicht umkippen"

Die Rosetta-Mission war vor zehn Jahren gestartet und ist eine der ehrgeizigsten Unternehmungen in der Geschichte der europäischen Weltraumagentur Esa. Sie soll Aufschlüsse über die Zusammensetzung von Kometen liefern, die als Überbleibsel von der Entstehung des Sonnensystems von 4,6 Milliarden Jahren gelten.

Als Philae gebaut wurde, dachten die Kölner Forscher noch, die Oberfläche des Zielkometen bestünde aus hartem Eis. Mittlerweile glauben sie eher, dass es weicher Neuschnee sein könnte. "Es ist sehr, sehr spannend", sagte Stephan Ulamec, Projektleiter am DLR.

Am kritischsten wird die Phase der Landung sein. "Philae darf bei der Landung bloß nicht umkippen", sagte Ulamec. Hat er sich erst einmal festgekrallt und seine Fühler ausgestreckt, können die Forscher zum ersten Mal in der Geschichte der Raumfahrt einen Kometenschweif genau untersuchen. Bisher gab es immer nur kurze Momentaufnahmen im Vorbeifliegen, doch nun wird Philae für Monate auf dem Kometen durchs All fliegen.