Naturfotografie - Naturkundemuseum öffnet Insektensammlung für alle Im Naturkundemuseum in Berlin lagert eine riesige Insektensammlung - versteckt und nur für Fachleute zugänglich. Jetzt wird die Sammlung digitalisiert, um sie zu öffnen.

Wer das Museum für Naturkunde in Berlin besucht, nimmt vor allem die Dinosaurier-Sammlung wahr. Die Urzeit-Echsen beherrschen die Hallen. Dabei sind sie bei Weitem nicht der einzige Schatz: Hinter den Kulissen des Museums lagert gut behütet eine der größten Insektensammlungen der Welt. Mehr als 15 Millionen Käfer, Schmetterlinge, Zwei- und Hautflügler liegen hier als Kleinode hinter Glas.

Für Insektenforscher ist das Museum daher eine der wichtigsten Anlaufstellen weltweit. Doch der Zugang zu den Sammlungen war bislang mühsam: Entweder mussten die Wissenschaftler hohe Reisekosten in Kauf nehmen, um die Tiere vor Ort zu untersuchen, oder die zerbrechlichen Präparate wurden aufwändig per Post um den Globus geschickt. Nicht selten kamen die Tiere beschädigt zurück – oder gar nicht.

Ein Digitalisierungsprojekt des Museums soll das ändern. Mit Fingerspitzengefühl und feinster Technik hat ein Forscherteam rund zehntausend Insektenkästen und einige tausend besonders interessante Einzeltiere fotografiert und ins Netz gestellt. Erstmals kann nun auch die Öffentlichkeit die Kostbarkeiten bewundern.

Bernhard Schurian, Fotograf und Mitarbeiter des Projekts, spricht von einem "ungehobenen Schatz". Was heute online steht, ist nur ein Bruchteil des Angebots. Die Bestände sind riesig. Bis weitere Teile der spektakulären Sammlungen, die zum Teil aus dem 19. Jahrhundert stammen, von der Allgemeinheit bewundert werden können, werden noch Jahre vergehen.