Ein Mann hilft seiner Nachbarin bei einer Flut in Florida. © Michael Spooneybarger/Reuters

Ein neuer Klimabericht der US-Regierung hat verheerende Folgen des durch den Menschen verursachten Klimawandels in allen Teilen der USA festgestellt. Während in trockenen Gegenden Wasser immer knapper werde, gebe es in feuchten Regionen zunehmend sintflutartige Regenfälle. Hitzewellen würden häufiger und schlimmer, ebenso wie großflächige Brände sowie Waldsterben durch Übergriffe von Insekten, schreiben die Wissenschaftler im National Climate Assessment.

"Der Klimawandel, der einst als eine Sache in der fernen Zukunft angesehen wurde, ist klar in die Gegenwart gerückt", heißt es in der am Dienstag veröffentlichen Studie. Sechs Monate vor den Kongresswahlen will US-Präsident Barack Obama das Thema Umweltschutz offenbar zur Chefsache machen. Obama wollte sich noch am Dienstag demonstrativ mit Meteorologen im Weißen Haus treffen und sich zu dem Thema äußern.

Bislang hat der US-Präsident beim Umweltschutz nur geringe Erfolge vorzuweisen, obwohl er ihn 2008 zum Wahlkampfthema gemacht hatte. Für sein Zögern ist er auch im eigenen Lager der Demokraten in die Kritik geraten. Bei internationalen Konferenzen zu Umweltfragen waren die USA, gemeinsam mit China, bislang meist Bremser.

Ob Obama in den letzten zwei Jahren seiner Amtszeit aber entscheidende Schritte im Kampf gegen den Klimawandel durchsetzen kann, ist fraglich. In der Vergangenheit haben sich die Republikaner im Kongress stets quergelegt. Präsidiale Anordnungen, die keine Zustimmung des Parlaments brauchen, haben dagegen eher geringe Wirkung.

Aufruf zum Handeln an die Bürger

Die Abneigung unter den Republikanern gegen entschlossene Schritte in der Umweltpolitik hat Tradition: Obamas Amtsvorgänger George W. Bush hatte den Klimawandel praktisch negiert und die Folgen verharmlost.

Der Bericht stellt fest, dass Millionen Amerikaner konkret von den schädlichen Folgen der Treibhausgase betroffen seien. Allein in den kommenden Dekaden dürften die Temperaturen in den meisten Landesteilen um ein bis zwei Grad Celsius anziehen. Der Meeresspiegel könnte bis zum Ende des Jahrhunderts um 0,3 bis 1,2 Meter ansteigen. Das hätte schwere Folgen für Küstenstädte wie etwa Miami.

Die Studie warnt unter anderem vor der drohenden Zunahme von Wald- und Buschbränden im Westen, vor gesundheitlichen Folgen wie der Ausbreitung von Allergien und vor wirtschaftlichen Folgekosten für die Infrastruktur.

Zugleich soll die Bevölkerung zum Handeln motiviert werden. "In dem Maße, wie die Folgen des Klimawandels allgegenwärtig werden, stehen die Amerikaner vor einer Entscheidung", heißt es in dem mehrere Hundert Seiten langen Bericht.